Ein Saisonkennzeichen bietet eine clevere Möglichkeit, ein Fahrzeug nur für einen bestimmten Zeitraum im Jahr anzumelden und dabei Kosten und Aufwand zu sparen. Die Einführung des Saisonkennzeichens im Jahr 1997 hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Die Zahl der Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen wächst kontinuierlich.
Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) waren im Jahr 2021 über 2,5 Millionen Fahrzeuge mit einem Saisonkennzeichen zugelassen, wobei Motorräder mit rund 1,3 Millionen den größten Anteil ausmachten. Bei den Pkw waren es vor allem Cabrios und Wohnmobile, die 60 Prozent der saisonal zugelassenen Fahrzeuge ausmachten.
Was ist ein Saisonkennzeichen?
Ein Saisonkennzeichen ist ein spezielles Kfz-Kennzeichen, das die Zulassung eines Fahrzeugs auf einen festgelegten Zeitraum im Jahr beschränkt. Dieser Zeitraum muss mindestens zwei und darf maximal elf volle Monate betragen. Die Gültigkeit ist direkt auf dem Kennzeichen vermerkt: Zwei übereinanderstehende Zahlen am rechten Rand zeigen den ersten und letzten Monat der Saison an. Steht beispielsweise „04/10“ auf dem Schild, ist das Fahrzeug vom 1. April bis zum 31. Oktober zugelassen.
Ein wichtiger Punkt ist, dass der Zeitraum immer am ersten Tag eines Monats beginnt und am letzten Tag des angegebenen Monats endet. Eine Zulassung vom 15. April bis zum 15. Oktober ist beispielsweise nicht möglich, es muss sich um volle Monate handeln.
Der optische Unterschied zu einem regulären Kennzeichen sind zwei Zahlen am rechten Rand, die durch einen horizontalen Strich getrennt sind. Die obere Zahl gibt den Monat des Beginns der Saison an, die untere Zahl den Monat des Endes. Ein Beispiel hierfür ist „04/10“, was bedeutet, dass dein Fahrzeug vom 1. April bis zum 31. Oktober zugelassen ist.
Manche Fahrzeugbesitzer fragen sich, ob ein Saisonkennzeichen einen gelben Balken besitzt, ähnlich wie Kurzzeitkennzeichen. Hier ist die Klarstellung wichtig: Ein Saisonkennzeichen hat keinen gelben Balken. Der gelbe Balken ist ein Merkmal von Kurzzeitkennzeichen, die für Überführungs- oder Probefahrten genutzt werden und eine Gültigkeit von maximal fünf Tagen haben. Saisonkennzeichen unterscheiden sich optisch lediglich durch die Monatsangaben am rechten Rand von regulären Kennzeichen.
Vorteile von Saisonkennzeichen
- Kosten- und Zeitersparnis: Die Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge fallen nur für den tatsächlichen Nutzungszeitraum an.
- Automatisierte Zulassung: Dein Fahrzeug wird jedes Jahr zum Saisonstart automatisch angemeldet und zum Saisonende wieder abgemeldet.
- Ganzjähriger Grundschutz: Auch außerhalb der aktiven Saison genießt dein Fahrzeug durch die sogenannte Ruheversicherung einen beitragsfreien Grundschutz.
- Verbesserung der Schadenfreiheitsklasse: Dies ist möglich, wenn das Fahrzeug für einen Geltungszeitraum von mindestens sechs Monaten pro Kalenderjahr zugelassen und versichert ist und du schadenfrei fährst.
Nachteile von Saisonkennzeichen
- Eingeschränkte Nutzung: Das Fahrzeug darf außerhalb der Saison nicht auf öffentlichen Straßen gefahren oder geparkt werden.
- Privater Stellplatz erforderlich: Benötigt privaten Stellplatz für die Ruhezeit.
- Weniger Flexibilität: Weniger Flexibilität bei spontanen Fahrten außerhalb der Saison.
Kosten eines Saisonkennzeichens
Die Entscheidung für ein Saisonkennzeichen ist oft eng mit den potenziellen finanziellen Einsparungen verbunden. Die Zulassungsgebühr für ein Saisonkennzeichen liegt im Durchschnitt bei circa 27 bis 30 Euro. Diese Gebühr kann regional leicht variieren, bewegt sich aber in einem ähnlichen Rahmen. Hinzu kommen die Kosten für die Prägung der Kennzeichenschilder, die in der Regel zwischen 15 und 25 Euro pro Paar betragen.
Ein wesentlicher finanzieller Vorteil ist der komplette Entfall der jährlichen Anmelde- und Abmeldegebühr, die sonst jeweils rund 17 Euro pro Vorgang betragen würde. Der größte finanzielle Vorteil eines Saisonkennzeichens liegt in der anteiligen Zahlung der Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge. Du zahlst nur für die Monate, in denen dein Fahrzeug tatsächlich zugelassen ist und am Straßenverkehr teilnehmen darf.
Laut einer aktuellen Verivox-Studie kannst du mit einem Saisonkennzeichen bis zu 39 % deiner Versicherungskosten einsparen. Eine Beispielrechnung von Verivox zeigt dies deutlich: Ein 40-jähriger Alleinfahrer in München spart mit einem 8-monatigen Saisonkennzeichen für sein Audi A5 Cabrio 33 % der Versicherungskosten, was einer jährlichen Ersparnis von 229 Euro entspricht.
Es ist wichtig, bei der Kalkulation auch mögliche Zusatzkosten zu berücksichtigen, wie etwa die Miete für einen privaten Stellplatz, falls du keinen eigenen besitzt. Diese können die Ersparnis durch das Saisonkennzeichen schmälern.
Kostenübersicht
| Position | Kosten (ca. in Euro) | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Zulassungsgebühr | 27 - 30 | Variiert regional leicht |
| Prägung Kennzeichenschilder | 15 - 25 | Pro Paar |
| Wunschkennzeichen (optional) | 10,20 | Bundesweit einheitlich |
| Online-Reservierung Wunschkennzeichen (optional) | 2,60 | Zusätzliche Gebühr |
| Jährliche An-/Abmeldegebühren | Entfallen (ca. 34 € Ersparnis) | Spart 2x ca. 17 € |
Beantragung eines Saisonkennzeichens
Die Beantragung eines Saisonkennzeichens ist ein geradliniger Prozess, der in wenigen Schritten erledigt werden kann.
- Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer) einholen: Bevor du zur Zulassungsstelle gehst, benötigst du eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer) von deiner Kfz-Versicherung. Diese siebenstellige Nummer ist der Nachweis, dass für dein Fahrzeug eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung besteht und muss den gewünschten Saisonzeitraum beinhalten. Die eVB-Nummer ist zeitlich begrenzt gültig und wird für jede An- oder Ummeldung neu vergeben.
- Unterlagen zusammenstellen: Stelle sicher, dass du alle notwendigen Dokumente für den Termin bei der Zulassungsstelle bereithältst.
- Termin bei der Zulassungsstelle: Suche die für deinen Wohn- oder Firmensitz zuständige Zulassungsstelle auf.
- Zulassung und Kennzeichenprägung: Nach erfolgreicher Prüfung deiner Unterlagen erhältst du die Zulassung und kannst deine Kennzeichenschilder prägen lassen. Dies erfolgt meist bei Schildermachern in unmittelbarer Nähe der Zulassungsstelle.
- Anbringen der Kennzeichen: Bringe die gestempelten Saisonkennzeichen fest an deinem Fahrzeug an.
Notwendige Dokumente:
- Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
- Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
- Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
- Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)
- Nachweis über gültige Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU): Der Prüfbericht der letzten HU und AU. Ist der TÜV abgelaufen, kann kein Saisonkennzeichen beantragt werden.
Wichtige Regeln für Saisonkennzeichen
Das wichtigste Gebot für Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen ist: Außerhalb des zugelassenen Zeitraums darf das Fahrzeug weder im öffentlichen Straßenverkehr gefahren noch auf öffentlichen Straßen oder Plätzen geparkt werden.
- Fahren außerhalb der Saison: Wird das Fahrzeug außerhalb der Saison im öffentlichen Verkehr genutzt, droht ein Bußgeld von 50 Euro. Schlimmer noch: Da in diesem Fall kein Versicherungsschutz besteht, handelt es sich um ein Vergehen nach dem Pflichtversicherungsgesetz, das mit hohen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden kann.
- Parken außerhalb der Saison: Das Abstellen des Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen oder Plätzen außerhalb des zugelassenen Zeitraums wird mit einem Bußgeld von 40 Euro belegt. Das Fahrzeug muss während der Ruhezeit auf einem privaten Stellplatz abgestellt werden. Dies kann eine Garage, ein Carport oder ein umzäuntes Privatgrundstück sein, das vom öffentlichen Verkehrsraum getrennt ist.
Fällt der Termin für die Hauptuntersuchung (HU) oder Abgasuntersuchung (AU) in die zulassungsfreie Zeit deines Saisonkennzeichens, darfst du das Fahrzeug nicht zur Prüfstelle fahren. Die gute Nachricht ist, dass du keine Sanktionen wegen Überziehung der Fälligkeit befürchten musst, wenn der Termin in die Ruhezeit fällt. Du musst die Untersuchung jedoch im ersten Monat des nächsten Betriebszeitraums nachholen.
Ruheversicherung
Ein wesentlicher Vorteil des Saisonkennzeichens ist die sogenannte Ruheversicherung.
Teilkaskoversicherung: Wenn du eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung für die aktive Saison abgeschlossen hast, bleibt der Schutz für bestimmte Risiken auch in der Ruhezeit bestehen. Die Ruheversicherung gilt in der Regel für einen Zeitraum von maximal 6 bis 18 Monaten.
Wichtig ist, dass dieser Schutz nur greift, wenn das Fahrzeug ordnungsgemäß auf einem privaten, vom öffentlichen Verkehrsraum getrennten Stellplatz abgestellt ist.
Saisonkennzeichen und H-Kennzeichen
Seit dem 1. Oktober 2017 ist es möglich, ein H-Kennzeichen mit einer Saisonzulassung zu kombinieren. Ein H-Kennzeichen bietet Oldtimern, die mindestens 30 Jahre alt sind und weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, eine pauschale Kfz-Steuer von 191,73 Euro pro Jahr und die Befreiung von Umweltauflagen (keine Umweltplakette für Umweltzonen erforderlich). In Kombination mit einem Saisonkennzeichen reduziert sich dieser pauschale Steuerbetrag anteilig auf die Monate der Zulassung.
Die Kombination aus H-Kennzeichen und Saisonzulassung ermöglicht es Oldtimer-Besitzern, ihr Liebhaberstück nur in den Monaten zu fahren, in denen das Wetter ideal ist, während sie gleichzeitig von den steuerlichen Vorteilen und der Freiheit in Umweltzonen profitieren.
Saisonkennzeichen für Anhänger
Auch für Anhänger, die du nicht das ganze Jahr über nutzt, ist ein Saisonkennzeichen eine praktische Lösung. Das Prinzip ist dasselbe wie bei Pkw: Du legst einen Gültigkeitszeitraum von mindestens zwei bis maximal elf Monaten fest und zahlst Steuern und Versicherung nur für diesen Zeitraum. Dies ist besonders sinnvoll für Bootsanhänger, Pferdeanhänger oder Wohnwagen, die oft nur in den Sommermonaten zum Einsatz kommen.
Du kannst ein bereits ganzjährig angemeldetes Fahrzeug problemlos auf ein Saisonkennzeichen ummelden.
Saisonkennzeichen vs. Wechselkennzeichen
Ein Wechselkennzeichen ermöglicht es dir, zwei Fahrzeuge derselben Fahrzeugklasse mit einem einzigen Nummernschild abwechselnd zu nutzen. Der entscheidende Unterschied zum Saisonkennzeichen ist, dass das Wechselkennzeichen keine steuerlichen Vorteile bietet und in der Regel auch keine speziellen Versicherungstarife. Die Kfz-Steuer und Versicherung müssen für beide Fahrzeuge ganzjährig bezahlt werden, auch wenn nur eines genutzt wird.
Saisonkennzeichen hingegen gelten immer nur für ein Fahrzeug, bieten aber die genannten Steuer- und Versicherungsersparnisse durch die zeitliche Beschränkung.
Saisonkennzeichen vs. Kurzzeitkennzeichen
Das Kurzzeitkennzeichen ist, wie der Name schon sagt, nur für einen sehr kurzen Zeitraum gültig, maximal fünf Tage. Es wird hauptsächlich für Probe-, Überführungs- oder Werkstattfahrten wie für den Autoverkauf für den Export benötigt. Ein Saisonkennzeichen ist kein Kurzzeitkennzeichen.
Es dient der langfristigen, saisonalen Nutzung eines Fahrzeugs über mehrere Monate hinweg und verlängert sich automatisch jedes Jahr.
3D Kennzeichen für Motorräder
3D-Autokennzeichen gibt es schon seit 2013 - seit März 2018 sind nun auch die Äquivalente fürs Motorrad erhältlich. Für viele Motorradfahrer bedeutet das, endlich auch einen echten optischen Hingucker anstelle eines Blechschildes. Die neuen Motorradschilder stechen einfach aus der Masse heraus.
Die 3D-Optik entsteht durch die erhabenen Lettern, die dem Betrachter sofort ins Auge fallen. Und während die Lettern bei den Kfz-Kennzeichen aus Aluminium nur aufgesetzt sind und damit zwangsläufig irgendwann abblättern, zerkratzen oder verblassen, geschieht eben dies beim Kunststoffkennzeichen nicht: Denn 3D-Motorradkennzeichen sind durchgefärbt und bleiben dauerhaft schwarz.
Kunststoffkennzeichen sind elastisch. Wenn es mal zu einer Berührung kommt, sind sie nicht gleich zerbeult, im Gegenteil: 3D-Schilder lassen sich sogar knicken und gehen danach in die Ausgangslage zurück. Beulen im Kennzeichen gehören damit der Vergangenheit an.
Die neuen Schilder sind in drei Varianten erhältlich (Preise aufsteigend):
- 3D Twinline Matt: Die Standard-Variante mit erhabenen Buchstaben und Zahlen
- 3D Twinline Black Magic: Hier glänzen die Lettern in Klavierlackoptik
- 3D Twinline Carbon: Für den Tuning-Freund in der typischen Carbon-Optik
Vorsicht: Bei Carbon-Schildern (gilt auch für Autokennzeichen!) liegt noch keine allgemeingültige Anerkennung vor - ob das Schild gesiegelt wird, liegt im Ermessen der Zulassungsstelle vor Ort. Bevor Sie Carbon-Kennzeichen kaufen, vergewissern Sie sich also bei Ihrer Zulassungsstelle, ob sie die Nummernschilder erlaubt.
Wenn Sie mit den 3D-Motorradkennzeichen nicht warten wollen bis zum Kauf eines neuen Motorrads, können Sie natürlich sofort die Schilder wechseln (Ausnahme Carbon-Kennzeichen, wie bereits erwähnt, bedarf es für diese Variante der Zustimmung der Behörde). Die 3D Twinline Matt und Black Magic sind per Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) genehmigt.
Für den Kennzeichenwechsel bedarf es des Behördengangs. Auf der Zulassungsstelle werden die alten Motorradkennzeichen abgesiegelt und die neuen gesiegelt. An Gebühren sind in der Regel rund 5 Euro fällig.
Vorteile von 3D Kennzeichen
- Einzigartiges Design: Schwarz-mattes Finish hebt sich von gewöhnlichen Blechschildern ab.
- Einfache Reinigung: Nanofolie macht das 3D Schild leichter zu reinigen als Aluminiumschilder.
- Langlebige Beschriftung: Vollschwarz durchgefärbte, UV-beständige Lettern verblassen nicht.
- Einfache Montage: Passt in handelsübliche Kennzeichenhalter und leicht zu wechseln.
- Keine Dellen nach Parkremplern: Das 3D Kennzeichen bleibt absolut intakt.
- Exklusive Qualität: Als Patentinhaber bieten wir die besten Kunststoffkennzeichen in 3D-Optik an.
- Zulassungskonform: Gemäß §10 Abs. FZV zugelassen.
- Mehr Sicherheit: Durch seine weichere und abgerundete Form mehr Sicherheit bei der Montage und im Straßenverkehr.
- Umweltfreundlich: Die Werkstoffe des 3D-Kennzeichens haben einen CO2-Footprint von lediglich ca. 1/4 im Vergleich zum Aluminium.
Nachteile von 3D Kennzeichen
- Preis: Das 3D-Kennzeichen ist höher als bei Alu-Schildern.
Reinigungshinweis
Alle glänzenden 3D Kennzeichen können nach der Autowäsche mit herkömmlicher Autopolitur bei Bedarf wieder auf Hochglanz poliert werden.
Achtung: Bei Verwendung von Hochdruckreinigern (insbesondere beheizten Hochdruckreinigern) ist darauf zu achten, dass ein entsprechender Mindestabstand (mindestens 50 cm) zum 3D Kennzeichen eingehalten wird, da ansonsten die Oberfläche beschädigt werden kann.
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