Der Transport von Motorrädern erfreut sich wachsender Beliebtheit. Anstatt die Fahrt im Kurvenrevier auf der Autobahn zu verbringen, gibt es komfortablere Lösungen. Hier finden Sie einen umfassenden Ratgeber über absenkbare Motorradanhänger, inklusive Tests, Vergleiche und wichtiger Informationen für einen sicheren Transport.
Die Qual der Wahl: Welcher Motorradanhänger ist der Richtige?
Die Entscheidung für den richtigen Motorradanhänger hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nach Motorrad, Fahrzeugtyp und Transportbedarf kommen unterschiedliche Lösungen infrage:
- Anhänger: Ideal für große oder schwere sowie mehrere Maschinen und längere Strecken.
- Trägersysteme: Praktisch für Roller oder leichte Motorräder - besonders bei geringem Platzbedarf.
- Transport im Transporter/Kastenwagen: Kommt vor allem bei vorhandener Ladefläche infrage.
Auch Lagerplatz, Wetterschutz und Nutzungsfrequenz spielen eine Rolle bei der Wahl der passenden Transportlösung.
Was kostet ein Motorradanhänger?
Einfache, offene Modelle sind bereits ab rund 600 Euro erhältlich. Absenkbare, geschlossene oder besonders robuste Varianten liegen je nach Ausstattung und Hersteller zwischen 1500 und 4000 Euro.
Verschiedene Arten von Motorradanhängern
Es gibt verschiedene Arten von Motorradanhängern, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben:
- Offene Motorradanhänger: Die einfachste und preisgünstigste Lösung. Sie sind leicht, gut zu handhaben und ideal für den gelegentlichen Transport bei trockenem Wetter. Sie bieten für die Bikes jedoch keinen Schutz vor Schmutz, Regen oder Diebstahl.
- Klappbare oder kompakte Motorradanhänger: Lassen sich nach dem Gebrauch platzsparend zusammenfalten oder demontieren. Sie sind also besonders für Nutzer:innen mit begrenztem Stauraum in Garage oder Carport geeignet.
- Absenkbare Motorradanhänger: Verfügen über eine Plattform, die sich mechanisch oder elektrisch absenken lässt. Das erleichtert das Be- und Entladen, insbesondere bei schweren Motorrädern oder bei fehlender Auffahrrampe. Sie sind meist teurer und schwerer als Standardmodelle, bieten dafür aber einen höheren Komfort.
- Querstehende Motorradanhänger: Bei diesen Modellen wird das Motorrad quer zur Fahrtrichtung verladen. Das spart erheblich Platz in der Länge und eignet sich besonders für enge Stellplätze, Garagen oder den Transport hinter kompakten Zugfahrzeugen.
- Geschlossene Motorradanhänger: Schützen das Motorrad vor Diebstahl, Witterung und Schmutz. Geschlossene Anhänger empfehlen sich für wertvolle Fahrzeuge, lange Transportstrecken oder den ganzjährigen Einsatz.
Zubehör für den sicheren Motorradtransport
Unabhängig von der Transportlösung ist geeignetes Zubehör entscheidend für einen sicheren und stabilen Transport eines Motorrads. Die wichtigsten Produkte im Überblick:
- Spann- und Zurrgurte: Für die Fixierung des Motorrads an mehreren Punkten.
- Vorderradwippe oder Radhalter: Stabilisiert das Motorrad beim Verzurren und verhindert das Kippen.
- Auffahrrampe: Besonders bei höheren Anhängern notwendig.
- Radstopper oder Keile: Fixieren die Reifen zusätzlich und erhöhen die Standfestigkeit.
- Antirutschmatten: Verhindern das Verrutschen der Räder während der Fahrt.
- Schloss oder Diebstahlsicherung: Für Träger, Gurte oder direkt am Motorrad - besonders bei Pausen und Übernachtungen wichtig.
- Regenhauben oder Transportabdeckungen: Schützen das Motorrad bei längeren Fahrten vor Schmutz, Nässe und Wind - besonders sinnvoll bei offenen Anhängern.
Alternative zum Anhänger: Motorradträger für Pkw und Wohnmobile
Motorradträger sind eine platzsparende Alternative zum Anhänger und besonders für leichtere Zweiräder geeignet. Sie lassen sich unterteilen in verschiedene Bauformen mit jeweils spezifischen Vorteilen:
- Kupplungsträger: Dieser Motorradträger wird direkt an der Anhängerkupplung montiert. Er eignet sich für Roller und leichte Motorräder.
- Absenkbare Trägersysteme: Einige Modelle lassen sich hydraulisch oder mechanisch absenken, um das Beladen zu erleichtern.
- Motorradträger für Wohnmobile: Heckträger für Wohnmobile werden fest mit dem Aufbau verschraubt. Sie sind für höhere Lasten ausgelegt und teilweise schwenk- oder absenkbar, um den Zugang zum Fahrzeugheck zu ermöglichen.
Vorschriften und Fahrerlaubnis für Motorradanhänger
Wer mit einem Anhänger unterwegs ist, muss gesetzliche Vorgaben beachten. Dazu gehören unter anderem die zulässige Gesamtmasse des Anhängers, die Anhängelast des Zugfahrzeugs sowie ggf. eine Tempo-100-Zulassung. In den meisten Fällen genügt der Führerschein der Klasse B. Entscheidend sind das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers sowie die erlaubte Anhängelast des Zugfahrzeugs. Bei schwereren Gespannen ist eine B96-Erweiterung oder sogar die Klasse BE erforderlich.
Gewicht eines Motorradanhängers
Offene Einachsanhänger wiegen leer meist zwischen 150 und 300 kg. Absenkbare oder geschlossene Modelle bringen durch zusätzliche Technik und Aufbau deutlich mehr Gewicht auf die Waage, teilweise über 500 kg.
Motorradanhänger für Anfänger
Klappbare Anhänger oder kompakte Trägersysteme eignen sich gut für Einsteiger:innen. Sie erfordern wenig Platz, sind einfach in der Handhabung und lassen sich schnell montieren. Für gelegentliche Transporte ist das Preis-Leistungs-Verhältnis besonders attraktiv.
Motorradanhänger oder Motorradträger - was ist besser?
Die Entscheidung hängt stark vom Einsatzprofil ab:
- Motorradanhänger: Bieten mehr Platz, Schutz und Flexibilität. Sie sind besser für größere Maschinen, längere Strecken oder mehrere Fahrzeuge geeignet.
- Motorradträger: Punkten durch kompakte Bauweise, geringes Gewicht und einfache Lagerung. Sie eignen sich für Roller oder leichte Motorräder im Freizeitbereich.
Die richtige Größe des Motorradanhängers
Neben dem Reisekomfort stellt sich oft die Frage, wie groß der Anhänger sein muss und welche Gewichtsklasse benötigt wird. Die Frage „ich brauche einen 2er Motorradanhänger - was habt ihr da?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Hier einige Standardwerte ohne Sonderausstattung oder Sonderanfertigungen:
| Motorradtyp | Länge (ca.) | Eigengewicht (ca.) | Lenkerbreite (ca.) |
|---|---|---|---|
| Roller | 2 m | 150 - 200 kg | 60 - 80 cm |
| Normales Motorrad | 2,2 m | 230 - 280 kg | 80 cm |
| BMW GS | 2,4 m | 250 - 280 kg | 110 cm |
| Harley´s | 2,5 m | 280 - 400 kg | 100 - 150 cm |
| Goldwing | 2,6 m | 350 - 420 kg | 100 - 120 cm |
Für Standardmotorräder reicht in den meisten Fällen eine Anhängerlänge von 2,5 m. Bei einem Motorrad reicht die Breite von 1,2 m, bei zwei Motorrädern in der Regel 1,5 m.
Faustformel: Der Anhänger ist besser zu groß als zu klein.
Wie man die Maschinen richtig ausmisst
Messen Sie Ihre Maschinen in der Länge + der Breite aus (ausmessen! - nicht Papiere gucken). Wenn Sie pro Motorrad eine Standlänge auf dem Anhänger von 2,2 m berücksichtigen und eine Breite von 80 cm (in der Regel ist der Lenker die breiteste Breite), dann haben Sie schon einen guten Wert für die Größe Ihres benötigten Anhängers.
Weitere Tipps für den Motorradtransport mit Anhänger
- Reservierung: Reservieren Sie Ihren Anhänger rechtzeitig, besonders in der Hauptsaison.
- Ausreichend Platz: Schaffen Sie sich Spielraum durch eine ausreichende Länge oder Breite des Anhängers.
- Probefahrt: Leihen Sie sich Ihren gewünschten Motorradanhänger für einen Tag oder ein Wochenende aus und verladen Sie ganz in Ruhe zu Hause Ihre Maschinen zur Probe.
Hersteller von Motorradanhängern
Es gibt viele Hersteller von Motorradanhängern, darunter:
- Airtrailer
- Barthau Anhängerbau
- Böckmann Fahrzeugwerke
- Boxer-Design
- Brenderup
- Hermann Harbeck Fahrzeugbau
- Heku-Fahrzeugbau
- Humbaur
- Koch Anhängerwerke
- Ostmann Fahrzeugbau
- Pongratz Trailer-Group
- SMV AG
- Stema Metalleichtbau
- Unsinn Fahrzeugtechnik
- Wörmann
- Wolf Anhänger-Großmarkt
Humer Anhänger: Ein Partner für Qualität und Beratung
Humer Anhänger ist ein bekannter Anbieter von Anhängern aller Klassen und Typen. Die Firma bietet eine kompetente Beratung und eine große Auswahl an Anhängern für den Motorradtransport und andere Zwecke.
Ein Besuch bei Humer in Wien zeigte, dass die Kunden dort bevorzugt behandelt werden. Das Verkaufsgespräch war informativ und zackig, und die Ausländer wurden zudem auch gleichwertig behandelt.
Test von 750-kg-Anhängern durch den ADAC
Der ADAC hat sechs ungebremste einachsige Anhänger in der Preisklasse bis 770 Euro getestet. Das Testergebnis zeigte, dass einige Anhänger deutliche Schwächen aufweisen. Testsieger mit dem ADAC Urteil „gut“ ist der Stema Variolux 750, der mit dem bestem Fahrverhalten und guten Noten in der Handhabung glänzt.
Die Testkandidaten:
- Brenderup 1205SUB750
- Humbaur Steely (Hornbach)
- Stedele MST71A (ATU)
- Stema Variolux 750 (Obi)
- TPV-Trailer TL-EU2-AR (Globus)
- Unsinn WEB10
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