Radschuhe von Adidas sind kein Novum. Bereits vor einigen Jahren gab es Versuche, in der Radbranche Fuß zu fassen. Mit dem Kauf der Mountainbike-Schuh-Spezialisten Five Ten wurde erst kürzlich wieder Know-How in das Unternehmen geholt.
Adidas The Gravel: Ein Gravelbike-Schuh im Detail
Nach einem Rennrad-Schuh und einem Lifestyle-Schuh mit Clipless-Funktion folgt nun ein weiteres Modell. Die Verpackung des The Gravel ist unscheinbar und kaum von einem Standard Sportschuh von Adidas zu unterscheiden. In der Box befindet sich unser sehr auffälliges Testmodell in leuchtendem hellblau mit dunkelblauen und orangenen Akzenten. In der Hand macht der Schuh einen qualitativ sehr hochwertigen Eindruck. Die Außenhülle wirkt robust, fast schon ähnlich wie ein Gummistiefel.
Nicht nur robust soll die Außenhülle sein, sondern auch nachhaltig. Adidas nennt das Material Primegreen, welches zu 50% aus recycelbarem Material besteht. Auch auf die Sicherheit wird geachtet; So sind die typischen „Drei Streifen“ auf der Seite des Schuhs reflektierend und sorgen für mehr Sichtbarkeit.
Innovative Details und Funktionalität
Ein weiteres innovatives Detail am The Gravel ist das nach oben gezogene Bündchen, das man schon so ähnlich bei einigen Fußballschuhen gesehen hat. Das enganliegende „Söckchen“ schließt den Schuh gut ab und verhindert, dass Dreck und kleine Steine in den Schuh gelangen. Der Adidas Schuh ist kompatibel mit 2-Loch Klickpedalsystemen, wie zum Beispiel Shimano SPD. Wir haben für den Test unsere Crankbrothers-Cleats montiert.
Über 2 verschiedene Verschraubungen und leichte Verschiebungen nach vorne und hinten kann die Position angepasst werden, sodass jeder eine passende Position finden sollte. Durch zwei Laschen am Bündchen des Schuhs ist der Einstieg in den Schuh leicht. Die Schnürung sorgt für gute Stabilität und die Schuhbänder kann man dann in einer weiteren Lasche verstauen, damit sich diese nicht unter der Fahrt verfangen können.
Beim Pedalieren zeigt sich der Adidas Schuh als einer der steiferen Vertreter und macht so auch sportlicheren Fahrern Freude, ohne dabei unkomfortabel zu wirken. Steife Schuhe sind oft weniger komfortabel für Laufpassagen; Adidas findet hier einen guten Kompromiss. Durch die großzügige Gummierung an der Sohle läuft sich der The Gravel auch überraschend gut.
Testbedingungen und Ergebnisse
Wir haben das Schuhwerk vor allem über die Wintermonate und im Frühjahr getestet. Die robuste Außenhülle hat hier gut gegen verschiedene Wettereinflüsse wie Feuchtigkeit und Kälte hergehalten. So konnte man mit den richtigen Socken auch mal die Überschuhe daheim lassen. Die Sohle im Schuh ist eher flach, bietet eher weniger Support für das Fußgewölbe. Mit schlauen Features speziell für den Graveleinsatz und guter Balance zwischen Performance und Komfort macht der Adidas Gravel eine sehr gute Figur.
Adidas Velosamba: Der Sneaker für Radfahrer
Adidas konzipierte den Samba vor über 70 Jahren als Fußballschuh für winterlich harte Böden; später setzte er sich mit seiner weichen Gummisohle beim Hallenfußball durch und wurde zur Streetwear-Ikone mit hohem Wiedererkennungswert. Heute geht er in der unübersehbaren Modellvielfalt der (Adidas-) Sneaker etwas unter; als Velosamba ist er jedoch einzigartig. Wie also wird der Fußball- zum Fahrradschuh?
Integration der Schuhplatte
Die Hürde, die es zu überwinden gilt, ist natürlich die Integration der Schuhplatte in die Sohle, die deshalb etwas stärker ausfallen muss. Das SPD-Cleat sitzt in einer etwa 9 mm tiefen Mulde, damit es beim Gehen nicht auf den Boden aufschlägt; der Schlitten im Inneren der Sohle, auf den die Schuhplatte aufgeschraubt wird, sorgt für zusätzliche Bauhöhe. Optisch ist das beim Adidas Velosamba gut gelungen: Der Fahrradschuh wirkt keineswegs klobig, die Sohle ist nicht auffällig hoch.
Gewicht und Flexibilität
Das Gewicht aber schon, was man gleich bemerkt, wenn man ihn aus dem Karton hervorholt. In Größe 44 wiegt der Schuh ein sattes Pfund, rund 50 % mehr als ein konventioneller Sneaker ähnlicher Machart (Adidas Hamburg) - 501 zu 343 Gramm pro Stück, wozu noch einige Gramm für das Cleat kommen. Unser Adidas Hamburg lässt sich nach Lust und Laune knautschen und verdrehen und beweist damit eine sehr flexible Sohle - mit dem Velosamba geht das nicht.
Gehfähigkeit und Komfort
Was bedeutet das für die Gehfähigkeit des Adidas-Radschuhs? Nichts, denn ein halbstündiger Spaziergang auf Asphalt zeigt, dass der Velosamba durchaus zum Laufen zu gebrauchen ist. Im Fersenbereich dämpft die Sohle angenehm, im Bereich des Großzehengrundgelenks ist die Flexibilität der Sohle groß genug, um das gewohnte Abrollen zu erlauben. Dass man Radschuhe trägt, merkt man eigentlich nur durch das typische Knirschen, wenn man auf kleine Steinchen tritt.
Als angenehm erweist sich auch die weiche Polsterung seitlich und im Fersenbereich. Um den Schuh schön fest zu schnüren, müssen die Senkel Loch für Loch strammgezogen werden; typisch für den Samba gibt es oben drei Löcher, mit denen man darüber entscheiden kann, ob der Schuh am Fußgelenk etwas fester oder lockerer sitzt.
Fahrtest und Alltagstauglichkeit
Jetzt aber schnell aufs Rad - eine anderthalbstündige Tour zu einer Veranstaltung steht an, dort zwei Stunden rumstehen und -schlendern und dann wieder zurück. Einsatzbedingungen also, die wie gemacht sind für den Adidas Velosamba, und was soll man sagen: Der Fahrradschuh funktioniert. Die Sohle ist steif genug für harte Antritte, und der Schnürschuh sitzt fest genug am Fuß, um einen runden Tritt mit „Zugphase“ am Pedal zu erlauben.
Ein- und Ausklicken sind ein Kinderspiel, zumal keine vorstehenden Profilstollen im Weg sind, wenn der Schuh auf dem Pedal positioniert wird. Bei eher kühler Witterung ist der Schuh angenehm warm; an heißen Sommertagen könnte sich der Mangel irgendwelcher Belüftungselemente bemerkbar machen. Das Fußbett bietet eine angedeutet Fußgewölbeunterstützung, wie sie typisch für Sneaker ist; die Innensohle ist eingeklebt, könnte aber wahrscheinlich gegen eine ergonomische Sohle ausgetauscht werden. Für einen Radschuh, der nicht für sportliche Höchstleistungen konzipiert ist, geht all dies völlig in Ordnung. Dabei sieht man den Velosamba auch immer mal auf ambitionierten Gravel-Touren; ein reiner Commuting-Schuh ist er sicher nicht.
Optik und Verfügbarkeit
Apropos Optik: Ein Merkmal von Sneakern ist ja die schnellen Farbwechsel; die hier vorgestellte Variante in Weinrot ist aktuell nicht erhältlich. In Leder wird der Schuh derzeit in Crèmeweiß und Dunkelblau angeboten, als Velosamba Vegan aus Kunststoff in Weiß, Schwarz und Grau - nur im Adidas-Onlineshop bestellbar für jeweils 120 Euro.
Adidas The Road: Ein Rennradschuh mit Schnürsystem
Bisher kannten wir Adidas in den letzten Jahren ja nur für Fahrradschuhe, die man in normalen Pedalen fahren konnte. Besonders die Adidas TERREX Fahrradschuhe haben im MTB-Bereich ihre Fans gewonnen. Die letzten Adidas Rennradschuhe, wie beispielsweise die Adidas Adistar Road Pro mit Carbonsohle und Ratschenverschluss hergestellt hat, wurden vor mehr als zehn Jahren vorgestellt.
Besonderheiten des Designs
Der neue Fahrradschuh von Adidas überrascht vor allem mit dem Schnürsystem. Denn gerade bei Rennradschuhen sind Schnürsenkel sehr unüblich, da diese zwei große Nachteile mit sich bringen. Zum einen lassen sich Schnürsenkel nicht während der Fahrt nachjustieren, was bei allen anderen Systemen, wie Klettverschlüssen, Ratschensystem oder BOA-Verschluss problemlos möglich ist. Zum anderen kann es bei Schnürsenkeln immer vorkommen, dass man damit irgendwo hängenbleibt.
Neben dem Schnürsystem fällt auf, dass für die Sohle kein Carbon eingesetzt wird, sondern beim Adidas The Road eine Synthetik-Außensohle / Glasfaserverstärkte Nylonsohle zum Einsatz kommt. Aber das ein Rennradschuh auch ohne Carbon gut funktionieren kann, hat ja schon der Nike SuperRep Cycle gezeigt. Beim Obermaterial setzt Adidas auf Primeweave, ein nahtloses Textilobermaterial aus recycelten Materialien, das wie eine nachhaltigere Variante von Primeknit wirkt, das wir schon von einigen Laufschuhen kennen.
Passform und Komfort
Für meinen Test habe ich mir den Adidas Rennradschuh in Größe 43 bestellt und musste leider schon beim ersten Hineinschlüpfen feststellen, dass ich vorn mit dem Zeh anstoße. Im Sattel, mit fest geschürten Schuhen, war das allerdings kein Problem mehr. Wer jedoch lieber ein wenig Spiel in seinem Fahrradschuh hat, sollte vielleicht etwas großzügiger planen und eine Nummer größer bestellen. Grundsätzlich ist der Adidas The Road aber durch das weiche Obermaterial sehr bequem und bietet einen guten Seitenhalt, da das Obermaterial sich kaum stretchen lässt.
Sohle und Verschlussystem
Trotz des eingesetzten Synthetikmaterials ist die Sohle absolut stabil und lässt sich weder biegen, noch verwinden. Der Knackpunkt beim Adidas The Road bleibt aber das Verschlussystem, mit dem ich mich bisher nicht wirklich anfreunden konnte. Natürlich bieten Schnürsenkel den Vorteil, dass man sie in den verschiedenen Zonen über dem Fuß unterschiedlich fest fixieren und damit optimal an den Fuß anpassen kann. Aber gerade beim oberen Abschluss, im Übergang zum Knöchel, wo auch die größten Kräfte wirken, habe ich bisher nicht wirklich ein überzeugendes Ergebnis hinbekommen. Denn bei maximalem Zug, drücken die Senkel sich unweigerlich in den Fuß und sind damit nicht wirklich komfortabel.
Aber wenigstens muss man sich keine Gedanken um die herumwirbelnden Schnürsenkelenden machen. Denn dafür hat Adidas im unteren Bereich der Schnürung eine Gummilasche angebracht, unter die man die Schnürsenkelschleifen stecken kann.
Fazit zum Adidas The Road
Der Adidas The Road ist ein optisch gelungener und sehr bequemer Rennradschuh, der einen guten Halt bietet und tolle bietet tolle Steifigkeitswerte bei der Sohle erreicht. Allerdings ist das Schürsenkel-Verschlussystem absolute Geschmackssache. Für mein Indoor-Training oder kurze Rides für den Büroweg sehe ich da keine Probleme, aber eine lange Tour oder Wettkämpfe würde ich im Adidas The Road nicht fahren.
Vergleichstabelle ausgewählter Adidas Radschuhe
| Modell | Material | Verschluss | Sohle | Besonderheiten | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|
| The Gravel | Primegreen (recycelt) | Schnürung | Gummierung | Hohes Bündchen, reflektierende Streifen | 180 € |
| Velosamba | Leder/Vegan | Schnürung | Gummisohle mit SPD-Mulde | Sneaker-Optik, verstärkte Polsterung | 120 € |
| The Road | PrimeWeave (recycelt) | Schnürung | Synthetik/Nylon | Nahtloses Obermaterial | 146,22 € |
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