Aero Laufräder im Test: Ein umfassender Überblick

Der Markt für Laufräder ist ständig in Bewegung. Junge Marken wie Aerycs, Leeze, Newmen und Winspace unterbieten die 1500-Gramm-Grenze deutlich zu attraktiven Preisen. Etablierte Marken wie Fulcrum, Mavic und Shimano setzen auf Prestige, ein verzweigtes Händlernetz und teilweise nachhaltige Produktion in Europa. Der Wettbewerb belebt das Geschäft und bietet Kunden eine größere Auswahl.

Testkriterien und -methoden

In diesem Test wurden sieben Carbon-Laufradsätze unter die Lupe genommen, die unter der magischen Grenze von 1500 Gramm pro Set bleiben und weniger als 1500 Euro kosten. Der Fokus lag auf Modellen mit Felgenhöhen zwischen 55 und 65 Millimetern. Die Aerodynamik-Messungen wurden im GST-Windkanal in Friedrichshafen durchgeführt, wobei Luftwiderstand und Seitenwind-Empfindlichkeit im Mittelpunkt standen. Ein Referenzlaufradsatz (DT Swiss E 1800 Spline) diente als Vergleichsbasis.

Die Testkriterien umfassten:

  • Aerodynamik: Messung des Luftwiderstands und der Seitenwind-Empfindlichkeit im Windkanal.
  • Gewicht: Ermittlung des tatsächlichen Gewichts einschließlich Felgenbänder.
  • Seitensteifigkeit: Messung der Nachgiebigkeit der Felge bei seitlicher Belastung.
  • Komfort: Beurteilung des Fahrkomforts, beeinflusst durch Maulweite und Reifenbreite.
  • Preis: Vergleich des Preis-Leistungs-Verhältnisses.

Detaillierte Testberichte einzelner Laufradsätze

Aerycs Aero WT 30

Die Aerycs Aero WT 30 überzeugten mit ihrer Fahrdynamik und einem geringen Gewicht von 1321 Gramm. Die überarbeitete Carbon-Felge bietet eine Maulweite von 23 Millimetern. Die Kraftübertragung ist top, die Lenkung präzise. Auch bei hohem Tempo, in Abfahrten und bei Seitenwind kommt nie Unruhe auf. Der Aufbau des Sets war tadellos, die soliden DT Swiss 350-Naben laufen fast widerstandsfrei. Aerycs bietet drei Jahre Garantie und ein Crash-Replacement-Angebot.

  • Vorteile: Hohe Fahrdynamik, geringes Gewicht, attraktiver Preis, top verarbeitet, breite Felge

Fulcrum Wind 42

Die Fulcrum Wind 42 zeigten kaum Verschleiß und liefen auch nach längerer Testfahrt rund und leicht. Die Laufräder sind sehr seitensteif, lenken messerscharf ein und stehen auch im Wiegetritt und im Sprint wie eine Eins. Die höchste Felge in diesem Vergleich schneidet zudem pfeilschnell durch die Luft und zeigt sich selbst bei böigem Wind und hohem Tempo absolut fahrstabil. Ebenfalls positiv: Die Laufräder fahren sich recht komfortabel, was durch breit bauende Reifen dank 23er-Maulweite verstärkt wird. Die Laufräder werden in der EU hergestellt.

  • Vorteile: Kaum Verschleiß, Top zentriert, schnell, fahrstabil, 100 % made in EU, sehr leiser Freilauf

Leeze CC 38 Basic R

Die Leeze CC 38 Basic R überzeugten auf Anhieb: Dank des geringen Gewichts gehen die hervorragend aufgebauten Laufräder gut nach vorn, halten dank der aerodynamischen 38-Millimeter-Hakenfelge sehr gut hohes Tempo und bleiben dabei jederzeit fahrstabil. Die Felge wurde im Windkanal weiterentwickelt, bei den Naben setzt Leeze nun auf Straightpull-Einspeichung, und anstelle von Pillar- kommen neuerdings Sapim-Messerspeichen zum Einsatz. Das lebenslange Crash Replacement ist attraktiv, der Preis ist absolut fair.

  • Vorteile: Geringes Gewicht, hohe Fahrstabilität, aerodynamische Felge, lebenslanges Crash Replacement

Mavic Cosmic SL 32

Die überarbeiteten Cosmic SL 32 Disc gefielen in der Fahrpraxis vor allem durch den hohen Dämpfungskomfort. Die Maulweite ist auf 21 Millimeter angewachsen, wodurch Reifen breiter bauen und noch besser dämpfen können. Einmal auf Touren gebracht, rollen die Laufräder mit tief röhrendem Freilauf und lassen sich von böigem Seitenwind nicht aus der Ruhe bringen. Bei Registrierung gilt eine lebenslange Garantie, und auch Crash Replacement wird angeboten.

  • Vorteile: Fahrstabil, sehr komfortabel, lebenslange Garantie, guter Lieferumfang

Newmen Streem Climbing

Die neuen Streem Climbing-Laufräder von Newmen wiegen als Set unter 1200 Gramm! So ein Leichtgewicht zaubert auch sofort ein breites Grinsen ins Gesicht: Leicht wie eine Feder katapultiert man sich im Wiegetritt nach vorn, bergauf scheint man zu fliegen. Nach über 3500 Testkilometern geben die Laufräder in puncto Verschleiß keinen Anlass zur Klage: Die Lager laufen extrem leichtgängig. Der Lieferumfang ist großzügig, drei Jahre Garantie und das lebenslange Crash Replacement ebenso.

  • Vorteile: Sehr leicht, toller Praxiseindruck, kaum Verschleiß, umfangreicher Lieferumfang, Garantie & Crash Replacement

Shimano Ultegra WH-RS8170 C36

Der Laufradsatz überzeugt in der Praxis mit guter Kraftübertragung, stoischer Ruhe bei Seitenwind und angenehmem Dämpfungskomfort. Im Labor punktet er mit soliden Messwerten, im Dauertest mit Verlässlichkeit und Haltbarkeit. Die Konuskugellager mit Schleifdichtung laufen wie am ersten Tag und lassen sich mit dem richtigen Werkzeug leicht selbst warten. Es gibt kein Gewichtslimit. Tubeless-Reifen verschiedener Marken ließen sich leicht auf der Felge mit 21er-Maulweite montieren.

  • Vorteile: Solider Dauerläufer, einfaches Tubeless-Set-up, kein Gewichtslimit, technisch-nüchtern

Winspace Lún Grapid

Der Lún Grapid ist ein Gravel-Laufradsatz mit 25er-Maulweite, der aber auch an Performance- und Endurance-Rennrädern eine gute Figur abgibt. Mit 1355 Gramm Set-Gewicht spielt er ganz vorne mit und gefällt mit sportlich-agilem Handling. Die knapp 1000 Testkilometer hinterließen keine nennenswerten Spuren: Die Naben mit überdimensionierten Edelstahllagern laufen leicht, die Räder drehen sich mittig und ohne Höhen- oder Seitenschlag. Der Lieferumfang umfasst eine Lenkertasche.

  • Vorteile: Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, leicht und flink, Lenkertasche im Lieferumfang, kaum Verschleiß

Alternative Laufradkonzepte

Neben den konventionellen Laufradbauweisen gibt es auch innovative Ansätze, die auf neue Materialien und Fertigungsmethoden setzen. Beispiele hierfür sind die Laufräder von One-K, Partington, Cadex, Syncros und Scope.

One-K

One-K setzt auf ein automatisiert gewickeltes Speichengefüge aus Faserverbund, das kostengünstiger als Vollcarbonräder und leicht zu reparieren sein soll. Die Laufräder zeichnen sich durch ein geringes Gewicht und eine gute Seitensteifigkeit aus.

Partington

Partington legt Wert auf eine hohe Fertigungstiefe und verwendet hochwertige Materialien. Die Laufräder sind extrem teuer, überzeugen aber durch ihre Detailverliebtheit und makellose Verarbeitung.

Cadex

Cadex setzt auf hakenlose Felgenprofile und fest in den Nabenflansch einlaminierte Speichen. Die Laufräder sind leicht und aerodynamisch.

Syncros

Syncros fertigt Felge, Speichen und Nabenflansche als zusammenhängendes Carbonteil in einer Form. Die Laufräder sind extrem stabil und leicht.

Scope

Scope optimiert die Einzelkomponenten und verwendet 3-D-Drucknaben und Carbonspeichen. Die Laufräder sind leicht und aerodynamisch.

Zusammenfassung der Testergebnisse

Die Testergebnisse zeigen, dass es nicht den einen ultimativen Testsieger gibt. Die Wahl des richtigen Laufradsatzes hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab.

Aerodynamik-Sieger: Swiss Side

Leichtgewicht: Newmen

Preis-Leistung: Edvelo

Allround-Eigenschaften: Engage

Race: Specialized Roval

Einfluss der Reifenbreite auf die Aerodynamik

Breitere Reifen erhöhen zwar die angeströmte Stirnfläche, bieten aber auch mehr Komfort und Grip. Aus rein aerodynamischer Sicht ist ein 25-Millimeter-Modell die beste Wahl.

Die Bedeutung des Segeleffekts

Der Segeleffekt entsteht bei Laufrädern mit einer Felgenhöhe von mindestens 30 Millimetern. Höhere Felgen ergeben einen größeren Segeleffekt, sind aber auch anfälliger für Seitenwind.

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