Fahrrad-Kindersitz-Test: Sicher und komfortabel mit dem Nachwuchs unterwegs

Pünktlich zum Start der Fahrradsaison hat die Stiftung Warentest die Ergebnisse ihres neuen Fahrradkindersitze-Tests veröffentlicht. Insgesamt wurden Modelle in drei verschiedenen Sitzvarianten geprüft: sechs Rücksitze mit Montageblock (für Kinder bis 22 Kilogramm), fünf Rücksitze mit Gepäckträger-Montage (für Kinder bis 22 Kilogramm) sowie drei Frontsitze (für Kinder bis zu 15 Kilogramm).

Testergebnisse im Überblick

Viele Kindersitze fürs Fahrrad sind empfehlenswert, aber nicht jeder Sitz passt auf jedes Fahrrad. Acht Modelle bekommen dabei das Urteil »gut«, darunter auch günstige Sitze für 60 bis 70 Euro für jede der drei getesteten Montagekategorien - Frontsitze, Rücksitze für den Gepäckträger und Rücksitze zur Montage am Rahmen.

Testsieger:

  • Rücksitze mit Montageblock: Den ersten Platz teilen sich der Bilby Maxi FF von Polisport und der Thule Yepp 2 Maxi mit der Gesamtnote 2,2 (gut).
  • Rücksitze mit Gepäckträger-Montage: Auch mit Gepäckträger-Montage ist der Thule Yepp 2 Maxi einer der besten (Gesamtnote 2,2).
  • Frontsitze: Von den drei getesteten Fahrradkindersitzen, die vorne am Lenker montiert werden, konnte nur einer überzeugen: Der Go Mini von Bobike erhielt die Testnote 2,3 (gut).

Knapp dahinter sicherte sich der Hamax Caress den dritten Rang (Note: 2,3). Er erhielt die beste Beurteilung bei der Eignung für das Kind und glänzte mit besonders guter Fahrradhelmeignung.

Der ADAC hat 16 Fahrradsitze für Kinder getestet. Dabei haben vor allem die günstigeren Fabrikate überzeugt. Neunmal wurde die Note "gut" vergeben, doch es gibt noch Raum für Verbesserungen.

ADAC-Test: Montage am Sattelrohr

Als einziger Hersteller überzeugt das Sattelrohr-Modell von OK Baby die ADAC-Tester ebenso gut wie das Modell für den Gepäckträger. So lässt sich auch der XX gut an Sattelrohr und Gepäckträger befestigen, ist bequem und hat sogar eine Liegefunktion.

Hier eine Übersicht der Ergebnisse der Montage am Sattelrohr laut ADAC:

Hersteller/Modell Mittlerer Preis ADAC Urteil
Ok Baby 10+ 74 Euro 1,9
Bellelli Mr Fox (Relax) ab 50 Euro 2,4
Bobike Go Maxi Frame 120 Euro 2,5
Urban Iki Mosu Green + Bincho Black 110 Euro 2,5
Polisport Bubbly Maxi Plus FF 60 Euro 2,6
Hamax Caress 165 Euro 2,8
Thule Yepp Nexxt 2 Maxi 170 Euro 2,8
Qibbel Air 138 Euro 5,0

ADAC-Test: Montage auf dem Gepäckträger

Der Shield von OK Baby ist der Testsieger, weil er über besonders gute Sicherheitseigenschaften im Kopfbereich verfügt abschließbar ist. Mit rund 70 Euro ist er zudem relativ günstig.

Hier eine Übersicht der Ergebnisse der Montage auf dem Gepäckträger laut ADAC:

Hersteller/Modell Mittlerer Preis ADAC Urteil
Ok Baby Shield 68 Euro 2,1
Bellelli Mr Fox Clamp 45 Euro 2,2
Bobike Go Maxi 110 Euro 2,2
Urban iki Mosu Green + Bincho Black 95 Euro 2,3
Polisport Bubbly Maxi Plus CFS 50 Euro 2,5
Thule Yepp Nexxt 2 Maxi 150 Euro 2,8
Hamax Caress 165 Euro 2,9
Qibbel Air 110 Euro 5,0

Wichtige Kriterien beim Kauf

Neben den genannten Testkriterien ist die Grundvoraussetzung für den Kauf eines Kindersitzes, dass dieser auch an das Fahrrad passt. Je nach Montage-Art und Bauweise des Rads ist dies nicht immer so einfach. Nicht jeder Sitz ist für jedes Fahrrad geeignet. Die Standardadapter im Test zur Rahmenmontage passten nicht an jedes Fahrrad, egal ob mit oder ohne Motor.

Ganz wichtig: »Alle Montageanleitungen der Anbieter zu den getesteten Sitzen verbieten die Befestigung an Carbonrahmen. Generell kann die Befestigung an Carbonrahmen zu schweren Beschädigungen führen«, so der Testleiter.

Der Fahrradanbieter sollte generell den Transport von Kindern im Sitz zulassen - siehe Gebrauchsanweisung. Das schlössen mittlerweile allerdings einige Anbieter aus.

Montagearten im Vergleich

»Recht vielseitig« ist dem Testbericht zufolge die Montage am Gepäckträger. Sie sei geeignet für fast alle E-Bikes und Fahrräder. Frontsitze für die Montage am Steuerrohr oder Lenkerschaft sind speziell für klassische, ältere Fahrräder geeignet, wo Lenker weit nach hinten geschwungen sind. An Rahmen aus Carbon könne der nötige Montageblock gar nicht montiert werden.

Bei der Heckmontage am Sattelrohr sind Tiefeinsteiger und klassische Fahrradrahmen mit eher dünnen Rohren im Vorteil. Bei dicken Rohren oder E-Bikes mit Akkus auf dem Gepäckträger kann es Probleme geben.

Sicherheitshinweise und Empfehlungen

Der ADAC empfiehlt, vor dem Kauf eine Probefahrt mit dem eigenen Fahrrad samt Kind zu machen und sich bei der Montage des Kinderfahrradsitzes gegebenenfalls von Fachleuten helfen zu lassen. Insbesondere das Abstellen des Rades und die Liegeposition des Sitzes sollten vorab ausprobiert werden.

Vom Probesitzen über die Probefahrt bis hin zum täglichen Gebrauch sollte das Kind immer einen Fahrradhelm tragen. Zudem das Kind nie alleine im Fahrradsitz stehen lassen und bestenfalls für den sicheren Stand einen Doppelständer am Fahrrad verbauen (wenn möglich).

Erste Fahrversuche auf sicherem Gelände durchführen, da das Fahrverhalten mit montiertem Fahrradsitz speziell auch in der Liegefunktion sehr ungewöhnlich ist.

Weitere Tipps:

  • Stiftung Warentest empfahl zudem reflektierende Aufkleber für die oft schwarzen Sitze.
  • Eltern, die Sitze von Thule und Hamax nutzen, sollten darauf achten, den festen Sitz der Gurte während der Fahrt häufiger zu überprüfen. Auch das Verknoten der Gurtenden vor der Brust des Kindes kann helfen.
  • Um eine mögliche und richtige Montage am eigenen Rad zu überprüfen und ein Probesitzen inklusive Probefahrt durchzuführen, sollten Sie ein Fachgeschäft aufsuchen.

Fazit

Die Auswahl an Fahrrad-Kindersitzen ist groß und die Testergebnisse zeigen, dass es viele gute und sichere Optionen gibt. Wichtig ist, vor dem Kauf die Kompatibilität mit dem eigenen Fahrrad zu prüfen und auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes zu achten. Mit den richtigen Vorkehrungen steht einer sicheren und komfortablen Fahrradtour mit dem Nachwuchs nichts im Wege.

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