Die Ultimative Anleitung für Fahrrad-Trinkflaschen: Tests und Empfehlungen

Viel trinken ist wichtig - vor allem auf anstrengenden Bikepacking-Touren! Darum gehört die Trinkflasche immer ins Gepäck bzw. ans Fahrrad. Doch welche Flaschen empfehlen sich wirklich? Hier scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf ultra-leichten Kunststoff; andere Radler bevorzugen die Robustheit von Metall - und wieder andere ersetzen ihre Flasche durch einen Trinkrucksack mit Blase und Schlauch. Jede Variante hat Vor- und Nachteile, die ich im folgenden Artikel präsentiere. Auch Exoten wie die Keego-Flaschen aus Titan werden vorgestellt. Anschließend zeige ich dir, was es bei der Reinigung von Trinkflaschen zu beachten gibt.

Allgemeines über Fahrrad Trinkflaschen

Fahrrad-Trinkflaschen dürften so alt sein wie der Radsport selbst. Die ersten Varianten - damals noch „Bidons“ genannt - hatten jedoch wenig mit den Ultraleicht-Flaschen von heute zu tun. Sie bestanden aus Metall, besaßen einen simplen Verschluss und waren eher klobig. Doch schon damals versuchten Radler, das Trinken während der Fahrt so komfortabel wie möglich zu gestalten. Alte Schwarz-Weiß-Fotos zeigen: Halterungen für Trinkflaschen wurden bereits vor 100 Jahren eingesetzt.

Heute gibt es Fahrrad-Trinkflaschen in allen erdenklichen Ausführungen: etwa aus Plastik, Aluminium, Edelstahl und sogar Titan; bunt bedruckt oder transparent; mit einfachem Drehverschluss oder einem ausgeklügelten Aufsatz zum Trinken. Dazu kommen verschiedenste Halterungen, mit denen sie am Fahrrad befestigt werden können.

Auswahlkriterien für den Kauf einer Trinkflasche

Wer wissen möchte, welche Lösung die passende für die geplanten Aktivitäten ist, sollte die wichtigsten Unterschiede und Merkmale von Trinkflaschen kennen.

Größe

Fahrradflaschen werden in unterschiedlichen Größen angeboten. Am häufigsten jedoch finden sich die folgenden drei Varianten:

  • 0,5 Liter
  • 0,7 Liter
  • 1 Liter

Welche du wählen solltest, hängt ganz von deinen Bedürfnissen ab:

  • Fährst du lediglich Kurzstrecken?
  • Hast du die Möglichkeit, deine Flasche regelmäßig aufzufüllen?
  • Möchtest du möglichst viel Gewicht sparen oder suchst du gar eine Flasche für den Nachwuchs?

Dann reichen 0,5 L in den meisten Fällen aus. Zieht es dich dagegen längere Zeit in die Natur, wo der nächste Wasserhahn meilenweit entfernt ist? Hast du ohnehin genug Platz am Rahmen oder im Gepäck? Willst du möglichst autark unterwegs sein? In diesem Fall solltest du dich für 1 L entscheiden. Alle, die sich irgendwo dazwischen einordnen, wählen am besten eine 0,7 L-Flasche als Kompromiss.

Natürlich gibt es auch „Exoten“ unter 0,5 oder über 1 Liter. Beachte jedoch: Für diese Flaschen eine Halterung* zu finden, ist nicht ganz einfach.

Schadstoffe

Deine Gesundheit geht vor - auch beim Trinken. Leider enthalten viele Plastikflaschen Weichmacher wie BPA. Diese stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Nicht umsonst wurde BPA für Baby-Flaschen schon verboten.

Wenn der Hersteller keine Angaben macht, heißt es: „immer der Nase nach!“. Ein beißender chemischer Geruch nach dem Auspacken verheißt nichts Gutes. In diesem Fall solltest du ruhig dein Recht als Verbraucher nutzen und die Flasche zurückgeben.

Auch der Preis gibt Aufschluss: Je günstiger die Fahrradflasche, desto höher die Chance, dass schädliche Weichmacher enthalten sind. Das gilt vor allem für Produkte aus dem Nicht EU-Ausland.

Trinkverschluss / Mundstück

Der Trinkverschluss erfüllt eine doppelte Rolle: Zum einen stellt er sicher, dass die Flüssigkeit nicht ausläuft. Zum anderen sollte er sich möglichst schnell und einfach öffnen lassen - schließlich hast du beim Radfahren keine Zeit zu verschwenden.

Die simpelste Variante stellt der Schraubverschluss dar. Beim Radfahren ist dieser jedoch kaum praktisch, da du zum Öffnen beide Hände brauchst. Dazu kommt die Gefahr, den Verschluss im Eifer des Gefechts zu verlieren.

Komfortabler ist da schon der Sportverschluss. Um zu trinken, ziehst du einfach das Mundstück heraus. Das geht auch mit den Zähnen. Natürlich sollte eine Schutzkappe vorhanden sein, damit das Mundstück nicht schmutzig wird. Beachte außerdem: Viele Sportverschlüsse neigen zum Tropfen. Du solltest eine entsprechende Flasche daher lieber am Rahmen statt im Rucksack transportieren.

Auslaufsichere Varianten sind unter dem Namen Jet Valve bekannt. In dieselbe Kerbe schlagen Silikonaufsätze. Diese lassen beim Ansaugen oder Quetschen der Flasche Flüssigkeit hindurch, halten ansonsten jedoch dicht. Ein weiterer Vorteil: Silikon ist lebensmittelecht. Du musst dir also keine Gedanken über Schadstoffe oder Mikroplastik im Mund machen.

Möchtest du Kleckern vermeiden? Dann empfehle ich sog. Membranverschlüsse - etwa von Jossanova. Hier kann nur Flüssigkeit austreten, wenn der Verschluss geöffnet ist und die Flasche gedrückt wird. Das heißt natürlich auch: Membranverschlüsse stehen ausschließlich für Plastikflaschen bereit.

Zu guter Letzt gibt es Verschlüsse mit integriertem Strohhalm - praktisch, wenn du beim Trinken den Blick auf die Straße richten möchtest. Kombiniert wird der Strohhalm mit einem sog. Big Bite-Ventil. Um zu trinken, beißt du einfach auf das Ventil. Auch hier sollte aus hygienischen Gründen eine Schutzkappe vorhanden sein.

Isolierfunktion

Isolierflaschen* - etwa von Thermos - kennt wohl jeder. Sie halten kalte Getränke kalt und warme Getränke warm. So kannst du z. B. einen heißen Kaffee auf der Fahrt genießen oder dein Wasser vor der Hitze des Sommers schützen.

Komfortabel ist die Isolierfunktion auf jeden Fall! Beachte jedoch: Die Flasche muss dafür eine doppelte Wand besitzen - und dies erhöht das Gewicht. Außerdem bist du beim Material eingeschränkt. Isolierflaschen aus Plastik sind nach wie vor selten und halten die Temperatur weniger lang als Metallflaschen.

Um Getränke zu kühlen, können sie ausreichen. Möchtest du jedoch heiße Getränke mitnehmen, empfehlen sich Edelstahl und Aluminium.

Aussehen

Die Optik deiner Trinkflasche ist weitgehend Geschmackssache. Ob das gute Stück weiß, schwarz oder kunterbunt ist, spielt keine Rolle - mit einer Ausnahme: Wer schnell sehen möchte, wie viel Wasser noch vorhanden ist, sollte ein transparentes Modell wählen. Auch eine Skalierung schadet nicht. So kannst du die Flasche beim Kochen als Messbecher verwenden.

Flaschenhalter

Natürlich könntest du deine Trinkflasche einfach im Rucksack verstauen. Das hat jedoch den Nachteil, dass du sie jedes Mal hervorkramen musst. Außerdem nimmt die Flasche Platz ein - und wie wir wissen, ist Platz beim Bikepacking immer begrenzt!

Findige Radler machen ihre Flasche daher direkt am Fahrrad fest. Das geht auf mehrere Arten:

  1. Zum einen kannst du klassische Trinkflaschenhalter verwenden. Diese werden in das Rahmendreieck geschraubt. Je nach Hersteller und Rahmengeometrie gibt es unterschiedlich viele Möglichkeiten, die Flaschenhalter zu befestigen. Flaschenhalter zum Schrauben gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Von ultraleichtem Carbon, über Alu, bis hin zu Stahl sind fast alle gängigen Materialien vertreten.
  2. Zum anderen könntest du einen Harness (Halter) an die Gabel schrauben und deine Flasche dort transportieren. Straps sorgen für sicheren Halt, und wenn du die Flasche gerade nicht brauchst, lässt sich der Harness auch für eine Gabeltasche nutzen.
  3. Ohne Extra-Gestell kommt das Fidlock Twist System* aus. Es besteht aus zwei Teilen: dem Flaschenaufsatz und einer Halterung an der Gabel (oder Rahmen). Dank Kombination aus magnetischem und mechanischem Verschluss kannst du die Flasche blitzschnell abnehmen.

Doch was ist, wenn du keine Löcher in die Fahrradgabel bohren willst - etwa, weil sie aus Carbon besteht? Auch dann gibt es Lösungen. Mithilfe von Gurten, Zug- und Klettverschlüssen hält die Flasche an Gabel oder Unterrohr. Du kannst die Position ganz nach Belieben verändern. Erwarte jedoch keinen bombenfesten Sitz! Wenn es holprig wird, sind Schraub-Lösungen immer noch die bessere Wahl.

Preis

Fahrradflaschen gibt es in den unterschiedlichsten Preisklassen: vom Werbegeschenk für 2 Euro pro Stück bis zur hochwertigen Designer-Flasche für 50 Euro oder mehr. Dabei sind mehrere Kriterien ausschlaggebend:

  • Größe: Große Flaschen benötigen mehr Material und sind daher logischerweise teurer als kleine - wenn man die übrige Ausstattung nicht berücksichtigt.
  • Material: Plastik ist im Schnitt günstiger als Aluminium und Edelstahl. Am oberen Ende rangiert das High Tech-Material Titan.
  • Verarbeitung: Undichte Verschlüsse, Farbe, die schon nach dem ersten Spülgang abblättert und schädliche Weichmacher im Plastik - mit diesen Begleiterscheinungen musst du rechnen, wenn du eine Billig-Flasche kaufst. Für hochwertige Verarbeitung zahlst du mehr.
  • Flaschenhalter: Wird eine Halterung mitgeliefert, erhöht sich natürlich der Preis. Trotzdem kannst du meist sparen, wenn du Flasche und Halterung nicht einzeln, sondern im Set kaufst.
  • Extras: Isolierfunktion, Titanbeschichtung, aerodynamisches Design oder gar ein integrierter Wasserfilter - diese und weitere Extras treiben den Preis nach oben. Du solltest daher gut überlegen, ob du sie wirklich brauchst.

Arten von Fahrradflaschen

Kunststoff-Flaschen

Viele Bikepacker nehmen heute Kunststoff-Flaschen mit auf Tour - und das verwundert nicht. Kunststoff (oder Plastik, wenn du willst) ist nicht nur relativ günstig, sondern auch leichter als Metall und garantiert bruchfest. Ein weiterer Vorteil: Plastikflaschen können quetschbar designet werden. Dies erleichtert das Trinken auf der Fahrt.

Demgegenüber stehen mehrere Nachteile: Wer seine Plastikflasche über Monate oder Jahre hinweg benutzt, wird merken: Mit der Zeit verändert sich der Geschmack. Schuld ist die raue Oberfläche, auf der sich Keime und sogar Schimmel festsetzen können - nicht besonders lecker! Einmal verkeimt, landen die meisten Flaschen auf dem Müll.

Das ist umso bedenklicher, da bereits die Produktion Umweltschäden verursacht. Plastik besteht aus Erdöl, und diese Ressource muss aufwändig gefördert werden. Auch die Entsorgung wird zum Problem, da sich Mikroplastik lösen und in die Meere gelangen kann.

Apropos Mikroplastik: Auch wir nehmen diese kleinen Partikel zu uns, wenn wir aus einer Plastikflasche trinken. Die gesundheitlichen Folgen sind noch nicht ausreichend erforscht. Dazu kommen schädliche Weichmacher wie BPA, die in vielen Kunststoffen enthalten sind.

Um es kurz zu machen: Plastik-Flaschen sind alles andere als umweltfreundlich und gesund. Wer dennoch nicht auf ihre Vorzüge verzichten will, kann eine Alternative wählen: Bio-Kunststoff. Dieser besteht aus organischen Materialien wie Zuckerrohr oder Mais. Ganz ausgereift ist die Technik aber noch nicht. Bisher bestehen Probleme bei der Entsorgung, und für den Anbau des Pflanzenmaterials müssen neue Flächen erschlossen werden.

Vor- und Nachteile von Kunststoffflaschen

Vorteile Nachteile
Günstig, leicht, bruchfest, quetschbar Geschmacksveränderung, Keimbildung, Umweltschäden, Mikroplastik, Schadstoffe

Aluminiumflaschen

Wer eine Alternative zu Plastik sucht, ist mit Aluminium gut beraten. Dieses Metall mit der Ordnungszahl 13 ist nur geringfügig schwerer als Kunststoff. Es bricht nicht, federt bei Stößen nach und hat außerdem eine geringe Wärmeleitfähigkeit. So ist es möglich, daraus isolierende Trinkflaschen herzustellen.

Aluminium kann nicht rosten und präsentiert sich resistenter gegen Keime als Plastik. Doch Vorsicht: Das Metall ist nicht 100 % lebensmittelecht. Salzige und saure Flüssigkeiten können Ionen aus dem Aluminium lösen. Bei mäßigem Konsum besteht zwar kaum Gefahr für den Körper. Wer auf Nummer sicher gehen will, füllt aber am besten nur Wasser in seine Alu-Flasche - oder kauft eine Flasche mit Beschichtung. Diese verhindert, dass sich Aluminium im Inneren löst.

Keego-Flaschen

Eine weitere Besonderheit: Titan kann - anders als Edelstahl oder Aluminium - flexibel gemacht werden. Das heißt, Keego-Flaschen sind quetschbar.

Natürlich kommen auch Keegos nicht komplett ohne Kunststoff aus. Titan allein wäre zu anfällig für Kratzer. Darum besteht die äußere Schicht aus Plastik. Ein „Deal Breaker“ in Sachen Nachhaltigkeit? Eher nicht. Zum Einsatz kommt recycelter Kunststoff. Außerdem handelt es sich bei Keego-Flaschen um Qualitätsprodukte, die für jahrelange Nutzung ausgelegt sind. So gleicht sich die Umweltbilanz wieder aus.

Qualität hat ihren Preis: Keego-Flaschen kosten je nach Volumen zwischen 35 und 40 Euro. Wenn du möchtest, kannst du außerdem 10 bis 20 Euro drauflegen und sie mit der Rahmenhalterung Fidlock Twist kombinieren.

Vor- und Nachteile von Keego-Flaschen

Vorteile Nachteile
Flexibel, quetschbar, recycelter Kunststoff Hoher Preis

Fidguard Bottles

Selbst, wenn du deine Flasche komplett austrinkst - zurück bleibt immer ein wenig Feuchtigkeit. So können sich mit der Zeit Keime und sogar Schimmel bilden. Der Hersteller Fidlock bietet nun eine Lösung an: antibakterielle Trinkflaschen. Diese kommen ganz ohne chemische Zusätze oder eine Beschichtung aus. Stattdessen funktioniert die Anti-Keim-Wirkung physikalisch.

Wie genau, verrät Fidlock nicht. Tests zeigen aber, dass der Hersteller keine leeren Versprechungen macht: Die Flasche bleibt absolut geruchsneutral: sogar, wenn Getränke wie Cola oder Saft hineingefüllt werden. Du kannst sie außerdem in der Spülmaschine reinigen.

Die Fidguard besteht aus Kunststoff - genauer gesagt aus drei verschiedenen Kunststoffen (PE, PP und TPE), die Bakterien den Kampf ansagen und die Flasche quetschbar machen. Nach Herstellerangaben kommen keine schädlichen Weichmacher zum Einsatz. Fidlock wirbt mit dem Prädikat „lebensmittelecht“.

Überraschenderweise ist die Fidguard Bottle dabei nicht einmal sehr teuer. Sie kostet je nach Fassungsvermögen (600 oder 750 ml) 10 bzw. 13 Euro. Tiefer in die Tasche musst du greifen, wenn du sie mit Fidlocks Twist-Halterung* kombinieren willst. Dann 50 Euro fällig und das Volumen beträgt 590 ml.

Vor- und Nachteile von Fidguard Bottles

Vorteile Nachteile
Antibakteriell, geruchsneutral, spülmaschinenfest, quetschbar, lebensmittelecht, preiswert Kombination mit Fidlock Twist-Halterung teuer

Quell Nomad Filterflasche

Deine Flasche kann noch so gut sein - wenn dir das Trinkwasser ausgeht, sitzt du auf dem Trockenen. Wie wäre es also mit einer Variante, die Wasser nicht nur lagern, sondern auch filtern kann? Der Hersteller Quell erfüllt diesen Wunsch. Integriert ist ein sog. Disruptor-Filter, der fast 100 % aller Viren und Bakterien neutralisiert. Zurück bleibt reines, trinkbares Wasser. Ein Aktivkohle-Filter verbessert außerdem den Geschmack, während Silberionen die Flasche vor Verkeimung schützen.

Natürlich gibt es Einschränkungen: Die Quell Nomad Filterflasche ist für „optisch klare“ Gewässer ausgelegt. Darunter fallen Badeseen und Gebirgsbäche - aber kein trübes Wasser. Sediment und Schlamm würden den Filter in Windeseile verstopfen. Auch Salzwasser kann er nicht reinigen.

Apropos Filter: Du musst diesen nach etwa 300-mal Durchlaufen wechseln. Das kostet zwar Geld. Da Keime und Gerüche neutralisiert werden...

Flaschenkunde

Abgesehen von den Fahrradflaschen, die beim ersten Öffnen diesen sauren, chemischen Geruch verströmen, und die wir sowieso am besten gar nicht in die Hand nehmen, gibt es auch bei den Trinkflaschen einige wichtige Merkmale zu beachten. Denn nicht nur Fahrradflasche und Halterung müssen zueinanderpassen - auch der Mensch hat Vorlieben.

Die Form der Fahrradflasche

Die Standardflasche hat eine zylindrische Form mit einem Durchmesser von knapp 74 Millimetern; kleine Flaschen mit einem halben Liter Inhalt sind 153 Millimeter hoch, große mit 750 Milliliter 215 Millimeter. Die Taillierung, in die der Flaschenhalter greift, liegt bei beiden Größen 130 Millimeter über dem Flaschenboden.

Bei 0,5-Liter-Flaschen geht sie meist direkt in den Flaschenhals über; Bidons mit abweichenden Maßen, wie beispielsweise von Tacx, passen nicht in Standard- sondern nur in spezielle Tacx-Halter.

Welches Material ist das beste für eine Trinkflasche?

Beim Material vertrauen die meisten Hersteller auf Polyethylen, erkennbar an der Prägung “PE” auf dem Flaschenboden. Trägt diese den Zusatz “LD” für geringe Dichte, ist das Material besonders weich und lässt sich leicht zusammendrücken, wodurch viel Flüssigkeit mit geringem Kraftaufwand durchs Ventil schießen kann.

Flaschen aus Polypropylen (PP) gibt es ebenfalls, sind jedoch weniger verbreitet und lassen sich aufgrund des steiferen Materials weniger leicht drücken als das PE-Pendant. Im Sinne der Nachhaltigkeit wächst das Angebot an Flaschen aus Kunststoffen mit einem Anteil an nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohr, beispielsweise vom Anbieter Euro Bottle aus den Niederlanden. Ob das beim Recycling Vorteile bringt, ist unter Fachleuten zumindest umstritten.

Der Verschluss

Beim Verschluss bietet die Schraubvariante deutliche Vorteile gegenüber dem Schnappdeckel, da diese leichter zu bedienen ist und besser abdichtet. Sitzt der Schnappdeckel minimal schräg auf der Dichtlippe der Flasche, kleckert’s sofort raus. Zudem lassen sich Trinkflaschen mit separatem Schraubverschluss besser in die Spülmaschine sortieren.

Das Mundstück funktioniert immer gleich, wobei sich die Stutzen, die sich über den Schließ-Stift schieben, bei Material und Durchmesser unterscheiden. Weil die vergleichsweise harten Stutzen leichter über den Stift gleiten als die weichen, gummiartigen, lassen sie sich einfacher mit den Zähnen öffnen, was ein Vorteil ist.

Die Fahrradflschenpflege

Aus Hygienegründen sollten Trinkflaschen unmittelbar nach dem Gebrauch gereinigt werden, insbesondere das Mundstück, in dem sich schädliche Bakterien am leichtesten einnisten. PE-Flaschen können bedenkenlos in die Spülmaschine, das Mundstück sollte dabei geöffnet sein.

Da sich durch Gebrauch und Reinigung mit der Zeit Mikrorisse im Kunststoff bilden, in denen sich Bakterien schnell ausbreiten können, sollten Trinkflaschen einmal jährlich ausgetauscht werden.

Trinkflaschenhalter

Bei Trinkflaschenhaltern ist die Auswahl sicherlich fast so groß wie bei den Flaschen selbst. Allerdings gehen die Preise für besonders grazile und leichte Carbon-Flaschenhaltern in deutlich andere Bereiche als die besten aller Fahrradflaschen. Grundsätzlich können wir aber folgende Modelle ausmachen.

Der Klassiker unter den Flaschenhaltern

Der klassische Flaschenhalter wird aus 6,5 Millimeter starkem Alu-Draht gebogen und mit dem Sockelblech für die Befestigungsschrauben verschweißt - fertig. Gehalten wird die Flasche von einem Bogen mit etwa 70 Millimeter Durchmesser und dem eingezogenen langen Ende, das in die Flaschentaille greift.

Das millionenfach bewährte Teil wiegt gut 50 Gramm und kostet im Zubehörhandel etwa zehn Euro. Teurer und etwas leichter sind filigranere Metallexemplare aus Titan. Vorteil der simplen Konstruktion: Man kann den Drahtkäfig - behutsam und maßvoll - biegen, damit auch eine Pulle ohne Norm-Maße gehalten wird, ohne zu wackeln.

Der Leichtbau-Getränkehalter

Carbon ist das Material der Wahl, wenn’s besonders leicht sein soll, auch beim Flaschenhalter. Die leichtesten Modelle wiegen weniger als 10 Gramm, gutes Mittelmaß sind 20 Gramm. Nachteile: Sie sind teuer und verkratzen häufig die Flasche; sehr flexible Halter, die sich leicht verwinden, geben die Flasche außerdem oft nur widerwillig frei.

Fasermixhalter fürs Mixgetränk

Halter aus glasfaserverstärktem Kunststoff sind relativ leicht und in vielen Formen verfügbar. Wegen des steifen Käfigs muss die Flasche für sicheren Sitz und leichte Entnehmbarkeit exakt zum Halter passen. An den flächigen Streben kleben Flaschen mit Getränkeresten schnell fest, und man bekommt sie nur mit Gewalt wieder raus.

Trinkflaschenhalter mit Öffnung zur Seite

Bei sehr kleinen Rahmen oder mit montierten Rahmentaschen bleibt kaum Platz, um die Flasche von oben in den Halter zu stecken. Flaschenhalter mit seitlichem Eingriff können das Problem lösen. Es gibt sie mit der Öffnung nach links oder rechts.

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