Der Diebstahl eines Fahrrads aus einem Keller in einem Mehrfamilienhaus ist eine frustrierende Erfahrung. Besonders ärgerlich wird es, wenn man dank eines versteckten Airtags live verfolgen kann, wie sich das Rad in Richtung Berlin oder Polen bewegt und die Polizei scheinbar machtlos ist.
Einem Nutzer wurde das Fahrrad seines Sohnes gestohlen, welches mit einem Airtag versehen war. Die Familie konnte live verfolgen, wie das Fahrrad von Hamburg über die A24 in Richtung Berlin oder Polen transportiert wurde. Trotz sofortiger Kontaktaufnahme mit der Polizei, schien diese wenig Handlungsbereitschaft zu zeigen.
Erfahrungen mit Airtags bei Fahrraddiebstahl
Airtags haben den Vorteil, dass sie keine SIM-Karte benötigen, sondern über das Netzwerk von Apple-Geräten gefunden werden können. Außerdem sind sie relativ leicht zu verstecken. Mittlerweile gibt es diverse Airtag-Halterungen für E-Bikes. Und es kommen immer wieder neue Erfindungen dazu.
Trelock bringt das Airtag beispielsweise in seinen Schlosshalterungen unter und die AirBell ist eine kleine Fahrradklingel mit verstecktem Airtag. Für das Geld würde ich es einfach machen.
Es gibt hier schon Geschichten im Forum wo Airtags geholfen haben das Rad wieder zu bekommen. Hier gab es 4 Airtags für 92 Euro im Angebot (zuletzt für 95 Euro am 9.12.). Das sind 23,75 Euro. Find ich fair und wenn es dann doch nichts nutzt: Well.. 25 Euro.. ist nicht die Welt.
Allerdings gibt es auch Einschränkungen: Die Aktualisierungsrate der Position ist oft zu gering, um den Weg des Rades genau zu verfolgen. Wird das Rad mit dem AirTag für einen längeren Zeitraum (mehrere Tage) abgestellt, ist nicht an der Heimadresse und hat keinen Kontakt zum Besitzer-iPhone, dann fängt der AirTag an zu piepen. Mir letztens passiert, als das Rad wegen eines Komponententausches beim Händler stand.
Der Fall aus Kassel: Erfolgreiche Ortung dank Airtag
In Kassel spielte sich Unglaubliches ab. Als es einem Biker gelang, seine zwei gestohlenen Cube Mountainbikes per Airtag zu orten, informierte er sogleich die Polizei. Die machte sich auf den Weg, um die Diebe zu fassen. Wie die Kasseler Lokalzeitung HNA berichtet, sind zwischen dem 1. und 9. Dezember zwei E-Mountainbikes aus einem Kasseler Keller gestohlen worden.
Als der Standort seines Rades aufgedeckt war, informierte er sogleich die Polizei. Die Beamten wurden durch den Sender auf ein Betriebsgelände geführt. Per Tonsignal des Airtags machten sie mit dem Besitzer einen 7,5 Tonner als Versteck für das gesuchte Fahrrad aus. Die Polizei konnte nach dem Superfund vier Männer im Alter von 20 bis 47 Jahren festnehmen, welche mit dem LKW in Verbindung stehen. Die Ermittlungen laufen aktuell noch. Fest steht: Ein Großteil der Fahrräder soll illegal beschafft worden sein.
Zwar ist der aktuelle Fall aus Kassel bemerkenswert - doch längst kein Einzelfall. Immer wieder können Beamte über das Tracking mittels Airtag auf die Spur von E-Bike-Dieben gebracht werden.
Neulußheim: Dank Airtag zum Erfolg
Glück im Unglück hatte am Dienstag ein 18-Jähriger in Neulußheim (Rhein-Neckar-Kreis) nachdem sein Fahrrad gestohlen wurde. So erging es auch einem 18-Jährigen am Dienstagabend am Bahnhof von Neulußheim. Der junge Mann erstattete daraufhin Anzeige auf dem Polizeirevier in Hockenheim. Dort gab er an, dass er sein Fahrrad mit einem sogenannten "Airtag" ausgestattet hat.
Dieses führte die Beamten ins etwa zwölf Kilometer entfernte Reilingen. Dort konnte das Fahrrad geortet werden - in der Wohnung eines 29-Jährigen in einem Mehrfamilienhaus. Als die Polizeistreife anrückte, stand die Haustür offen. Drinnen fanden die Beamten das gesuchte Rad sowie ein weiteres Fahrrad, das ebenfalls gestohlen sein könnte. Gegen den 29-Jährigen wird wegen besonder schweren Diebstahls ermittelt.
Rechtliche Aspekte und Grenzen der Polizeiarbeit
Die Polizei benötigt oft einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss, um in private Räumlichkeiten einzudringen, selbst wenn der Standort des gestohlenen Fahrrads bekannt ist. "Steht das gestohlene Rad zum Beispiel im Keller oder zugriffsgeschützten Innenhof einer Wohnsiedlung, sind auch der Polizei ohne richterlichen Durchsuchungsbeschluss erst einmal die Hände gebunden." Und selbst sollte man schon gar nicht in fremde Innenhöfe oder Keller einsteigen, um sein Fahrrad zu retten.
Das Thema Akustikmodul ist derart wichtig in Europa weil damit auch ein Polizeiorgan zum Handeln ermuntert werden kann: leider hat der schlichte Nachweis mit einer App durch Kartendarstellung auf den Standort der geklauten Sache keine Wirkung eine gesetzliche Handhabe zu legitimieren und den Polizisten eine Durchsuchung eines abgestellten Transporters zu ermöglichen.
Selbes Thema wenn mein Rad in einem Wohnahus geortet ist wird es keine Handhabe geben hier einzuschreiten und den Besitzer ( EFH ) zur freiwilligen Nachschau zu bitten, bzw. Dazu benötigt es eben einen richterlichen Beschluss. der Verdacht einer erfolgten oder andauernden Straftat langt... da können sich GG und Richter später austauschen.
Alternativen zum Airtag
Ein seriöses GPS-basiertes Tracking in Verbindung bei einer Lageveränderung ( Erschütterung!! ) sofort nachzusehen ist der einzig sinnvolle Einsatz derartigen Gedöns. EInfach nur Tracken im urbanen Bereich funktioniert wo eben viele Applegeräte vorhanden sind.
Im Klein Bereich bzw. GPS Tracker die rein auf Fahrräder ausgelegt sind gibt es jetzt nicht so viele. Ich habe über die Jahre über 15 GPS Tracker ausprobiert. Bei vielen war der Akku schwach oder aber der Empfang nicht immer optimal.
Es gibt auch günstigere Alternativen, die genauso funktionieren. Und auch Nutzer von Android-Handys haben inzwischen die Möglichkeit, mit Trackern Gegenstände wiederzufinden, auch wenn sie nicht in Bluetooth-Reichweite sind.
Vergleich: Airtag vs. GPS-Tracker
Der Touring Club Schweiz (TCS) hat in einem umfangreichen Test überprüft, wie gut sich Tracker live verfolgen lassen. Den Test haben GPS-Tracking-Systeme gewonnen, die die Position des Fahrrads per Satellit bestimmen. Doch die sind vergleichsweise teuer. Sie kosten zwischen 140 und 200 Euro in der Anschaffung und man muss rund 40 Euro im Jahr für die Datenübermittlung dazu rechnen. Wesentlich günstiger ist ein AirTag, den es für etwa 30 Euro gibt.
| Merkmal | Airtag | GPS-Tracker |
|---|---|---|
| Ortungstechnologie | Bluetooth | Satellit (GPS) |
| Kosten | Gering | Höher |
| Batterielaufzeit | Lang | Kürzer |
| Präzision | Weniger präzise | Sehr präzise |
| Live-Tracking | Nicht in Echtzeit | Echtzeit möglich |
Fazit
Trotz der genannten Einschränkungen und rechtlichen Hürden kann ein Airtag oder ein GPS-Tracker am Fahrrad im Falle eines Diebstahls hilfreich sein. Besser ein Tracker am Fahrrad als gar kein Tracker.
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