Motorradtouren durch die Ardennen in Belgien

Die Belgischen Ardennen sind ein empfehlenswertes Ziel für Motorradfahrer, die ein herausforderndes Erlebnis suchen, das nicht weit von der deutschen Grenze entfernt liegt. Die hügelige Region beginnt in der Nähe von Lüttich und endet an der Grenze zu Luxemburg und Frankreich, mit Ausläufern bis in die Eifel in Deutschland. Die ersten sanften Hügel beginnen am Rand der Niederlande in Südlimburg, jedoch entwickelt sich die Ardennenregion erst in Belgien zu einem Mittelgebirge.

Warum die Ardennen für Motorradfahrer ideal sind

Die zentrale Lage, gute Erreichbarkeit und die einladenden Motorradhotels, Motorrad-Campingplätze und Motorradherbergen machen die Ardennen zu einem idealen Ausgangspunkt für einen Kurzurlaub mit dem Motorrad und guten Übernachtungen. Während deines Kurzurlaubs kannst du kleine Motorradausflüge u.a. in die Region Ösling in Luxemburg unternehmen. Auch die Berge in den Vogesen in Frankreich und das Departement Meuse laden zu tollen Motorradtouren ein.

Motorradhotels in den Ardennen

Während eines Kurzurlaubs oder längeren Motorradurlaubs in den Ardennen gibt es viele Übernachtungsmöglichkeiten. Eine vorherige Reservierung von einem Motorrad-Campingplatz oder einer Motorrad-Herberge lohnt sich. Bei einem Aufenthalt in einem Motorradhotel triffst du Gleichgesinnte und es ist alles für Motorradfahrer abgestimmt. Oft gibt es einen Trockenraum für die Motorradkleidung, eine kleine Werkstatt und einen abschließbaren, überdachten Parkplatz. Saisonabhängige BBQ-Abende und Motorrad-bezogene Events werden oft organisiert.

Die Landschaft der Ardennen

Die Region der Ardennen ist waldreich und wird von Flüssen wie der Sûre, der Amblève und den Ourthe-Flüssen durchflossen. Felsformationen, Täler, Hügel, Berge und Wasserfälle prägen die Umgebung. Wildschweine, Hirsche, Luchse, Raubvögel und Wölfe finden hier ihren Lebensraum. Über das ganze Gebiet sind mehrere Naturparks verteilt, darunter der Wald von Anlier, der Naturpark von den zwei Flüssen Ourthe und das auf der belgisch-deutschen Grenze gelegene Hohe Venn-Eifel. Im belgischen Teil dieses Naturgebiets befindet sich das Signal von Botrange mit einer Höhe von 694m, die höchste Erhebung des Landes. Nahe der niederländischen Grenze befindet sich die belgische Provinz Limburg mit der höchsten Erhebung von Flandern, dem 287m hohen Berg beim Dorf Remersdaal. Die nördlichen Ardennengipfel erreichen eine durchschnittliche Höhe von 500m, werden aber in Richtung Frankreich etwas niedriger. Während deiner Motorradfahrten kannst du Steigungen von 15% und mehr erwarten.

Motorradrouten in den Ardennen

In den Ardennen wird es Motorradfahrern nicht langweilig, denn es gibt verschiedene prachtvolle Motorradrouten. Zum Beispiel die Route des Sources, die 130km lang ist und entlang der Kurbäder wie Spa, Chaudfontaine und Verviers führt. In derselben Umgebung findest du auch die 100km lange Route des Légendes, die u.a. durch Remouchamps, Nonceveux, Havelange und Sprimont führt und dich zu spektakulären Aussichten und herrlichen Wasserfällen einlädt. Nicht weit von Remouchamps entfernt liegt die Côte de la Route, ein 290m hoher Hügel mit Steigungen von bis zu 16 und 20%. Obwohl es nur um kurze Strecken geht, lohnt es sich, diese Route in deine Planung aufzunehmen.

Beispiele für Motorradrouten

  • Route des Sources: 130 km entlang der Kurbäder Spa, Chaudfontaine und Verviers.
  • Route des Légendes: 100 km durch Remouchamps, Nonceveux, Havelange und Sprimont mit spektakulären Aussichten und Wasserfällen.

Unterirdische Sehenswürdigkeiten

In den Ardennen kannst du nicht nur auf großen Höhen mit atemberaubenden Aussichten fahren, sondern auch unterirdische Schönheiten bewundern. Die Region hat verschiedene Tropfsteinhöhlen, in denen geführte Rundgänge angeboten werden. Die größten und bekanntesten Grotten sind die bei Han-sur-Lesse gelegenen Höhlen von Han, in der es Tropfsteinsäulen bis zu 60m hoch gibt. Bei Dinant kannst du die wunderbaren Tropfsteinformationen und Kaskaden von La Merveilleuse besuchen. In den Grotten von Remouchamps ist eine Bootstour auf dem unterirdischen Rubicon-River ein Teil des Ausflugs. Dies ist die längste unterirdische Bootstour, die man in Belgien machen kann.

Kulturstädte: Lüttich und Namur

Auch Kulturliebhaber kommen hier nicht zu kurz. Die Ardennen selbst sind dünnbesiedelt, aber am Rand der Ardennen befinden sich größere Städte wie Lüttich und Namur. Lüttich wird von monumentalen Häusern und einem alten Stadtzentrum mit schmalen Straßen geprägt. Von der Zitadelle von Lüttich aus hast du eine fantastische Aussicht über die Stadt. Der Montagne de Bueren ist eine 130m hohe Treppe mit 374 Stufen, die zwei Stadtviertel miteinander verbindet. In Lüttich stehen viele historische Kirchen, Kathedralen und Basiliken. Weiterhin findest du dort auch Kunst- und Geschichtsmuseen. Und natürlich ist die Stadt auch bekannt wegen ihrer Lütticher Waffeln. Die etwas südlicher gelegene Stadt Namur darfst du auch nicht auslassen. Blickfänger ist hier die hochgelegene Zitadelle von Namur, die eine der größten europäischen Festungen ist. Im Zentrum von Namur steht der historische Glockenturm, auch Tour Saint Jaques genannt. Sehenswerte Kirchen in dieser Stadt sind die St. Aubin Kathedrale und die St. Loupkirche.

Interessante Orte und Burgen/Schlösser

Interessante kleinere Städte, die man vom Motorrad-Campingplatz oder Motorradhotel besuchen kann, sind Bastogne, Malmedy und Bouillon. In Bastogne erinnert noch viel an die Ardennenoffensive von Dezember 1944 und Januar 1945. Nordöstlich der Stadt steht auf dem Mardassonhügel das gleichnamige Memorial zum Gedenken an die zehntausenden Soldaten, die während der Schlacht gefallen sind. Hier findest du auch das Bastogne War Museum und das Königliche Armeemuseum Bastogne Barracks. Im Zentrum der Stadt steht ein amerikanischer M4 Sherman-Tank aus 1944. In der Nähe von Malmedy wird im Baugnez 44 Historical Center mit Fahrzeugen, Fotos und Filmen der Ardennenschlacht Aufmerksamkeit geschenkt. Bei dem Museum steht außerdem ein Kriegsmonument. Die wichtigste Kirche in der Stadt ist die beeindruckende Kathedrale von Malmedy. Bouillon ist ein Ort in der Nähe der französischen Grenze. Das auf den Felsen gelegene Schloss von Bouillon gehört zu den schönsten von Belgien. Eine andere, die Fantasie anregende, hoch gelegene mittelalterliche Burgruine, ist das Schloss von La Roche-en-Ardenne.

Motorradmuseen in den Ardennen

Ein Motorradurlaub ist die ideale Zeit, um Motorradmuseen zu besuchen. In der Ardennen-Region findet man diese in der Stadt Stavelot. Zu der dort gelegenen Rennstrecke von Spa-Francorchamps gehört nämlich ein Auto- und Motorradmuseum, das in der Abtei von Stavelot untergebracht ist. Man kann dort Wettstreitmotorräder, Rennautos und Touristenautos sehen, die auf der Rennstrecke gefahren sind. In der kleinen Motorrad-Kollektion befinden sich u.a. Gillets, Saroléas und Yamahas. Weitere Möglichkeiten, historische Motorräder zu besichtigen, gibt es in der belgischen Provinz Limburg. Das ehemalige Gehöft De Henckens in Ellikom hat Modelle von den Handelsmarken wie FN, Douglas und NSU. Im Rijkswachtmuseum von Houthalen-Helchteren stehen verschiedene klassische Polizei-Motorräder. Für einen Besuch in den limburgischen Museen musst du aber vorher einen Termin vereinbaren.

Tourenbeispiele

3-Tages Motorradtour Ardennen

Die 3-tägige Motorradtour Ardennen startet an der Bikerranch in Strauch bei Simmerath in der Eifel und führt von hier über Luxemburg nach Belgien. Der Semois folgend geht es nach Frankreich und entlang der Maas zurück nach Belgien. Eine abwechslungsreiche Landschaft, wunderschöne Orte sowie weitere Sehenswürdigkeiten erwarten den Motorradfahrer auf dieser Tour.

Die Luxemburgischen Grenze ist schnell erreicht und es geht entlang der Our zum Europadenkmal. Die nächsten Kilometer spielen sich im Grenzbereich zwischen Deutschland und Luxeburg ab, bis schließlich die historisch geprägte Stadt Vianden erreicht wird. Von hier aus geht es ins Tal der Sauer. Hier warten wunderschöne kurvenreiche Strecke mit einem tollen Blick ins Tal. Ein herrlicher Fahrspaß in idyllischer Natur mit wunderschönen Aussichten, der direkt in den Naturpark Obersauer.

Einer der schönsten Orte der Region ist Esch-Sauer. Er liegt eingekeilt zwischen Bergen während hoch über dem Ort die Ruinen einer alten Burg auf einem senkrecht abfallendem Felssturz thronen. Heute wird direkt mit „Naturgenuss pur“ gestartet. Hochebenen und schier endloser Wald wechseln sich ab. Die erste Sehenswürdigkeit am heutigen Tag ist die berühmte Abtei von Oval. Die Abtei hat im Laufe ihrer Jahre einiges durchgemacht. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1020 zurück. Im Anschluß geht es entlang der Semois bis Frankreich.

Die Semois wird allgemein als der schönste Fluss der wallonischen Ardennen bezeichnet. In unzähligen Windungen schlängelt sie sich von der luxemburgischen Grenze durch die steilen Hänge der ­Ardennen und mündet im Französischen Monthermé in die Maas. In der Provinz Namur im Süden Belgiens liegt der schönste Flussabschnitt der Maas. Der Fluss schlängelt sich hier vorbei an Schlössern und Abteien. Die Kombination aus landschaftlicher Vielfalt, aktivem Naturerlebnis und reizvollen Städten und Dörfern machen das Maastal zum idealen Ziel - auch für uns und so folgen wir der Maas bis nach Dinant. Dieses charaktervolle Kleinstädtchen liegt direkt am Ufer der Mass und zwar dort wo sie die Felsen der Ardenne entzweit hat und eine tiefe Schlucht zurückließ.

Von hieraus geht es weiter in das nächste Fluss-Tal. Die Ourthe ist der wasserreichste Fluss neben der Maas in den Ardennen. Und auch auf dieser malerischen Naturroute gibt es jede Menge zu entdecken. Wie den Ort Durbuy. Er liegt mit seinen gepflasterten Straßen, die von alten Steinhäusern gesäumt sind, pittoresk in einer Windung der Ourthe. Der historische Ortskern stellt ein Labyrinth an schmalen und gewundenen Fußgängerwegen dar, die dem Ort einen besonderen Charme verleihen. Weiter geht es durch das Tal der Amblève nach Coo, wo die Amblève 15 Meter in die Tiefe stürzt.

5-Tages Kurztrip Ardennen

Dieser Kurztrip ist seit 2018 im Programm und wurde 2020 auf 5 Tage erweitert. Er führt uns auf dem Hin- und Rückweg auf kurvigen Sträßchen durch den "Nationalpark Eifel" und das "Hohe Venn" in die Nachbarländer Luxemburg und Belgien. Die Routen durch die "Ardennen" und die "Luxemburger Schweiz" mit ihren wunderschönen Landschaften, bringen reichlich Fahrspaß und bieten gleichzeitig einen optischen Hochgenuss!

Belgien ist bekannt für seine Bierkultur und Abends ist für das leibliche Wohl ausreichend gesorgt. Saisonstart perfekt....

  • 1. Tag: Vom Ruhrgebiet (Bottrop) durch die Eifel nach Belgien (ca. Diese Region mit Ihren Wäldern, Mooren (Hohes Venn), Seen und dem anerkannt guten Klima ist eines der bekanntesten Erholungsgebiete Belgiens. Wir beziehen unser Basis-Hotel in der Nähe von St. Vith und genießen das erste "Ankommerbier" in dem "Bier-Land" Belgien. Begrüßung, Abendessen und Übernachtung im Basis-Hotel in Rodt, bei St.
  • 2. Tag: Luxemburg Runde (ca. Heute erkunden wir das wunderschöne Großherzogtum Luxemburg.
  • 3. Tag: Süd-Eifel und Teile der Vulkan-Eifel (ca. Heute erwartet uns ein "Kurvenrausch" den kaum jemand in dieser Region vermutet. Der Landkreis Süd-Eifel und Vulkaneifel bestimmt unsere Route mit Höhenlagen zwischen 150m und 700m. Wir fahren teilweise entlang der Luxemburger Grenze, queren oder folgen der Deutschen Wildstraße und der Deutschen Vulkanstraße.
  • 4. Tag: Belgien Runde (ca. Die Routen in den "Belgischen Ardennen" und die wunderschönen Landschaften bringen an diesem Tag nicht nur Kurven und reichlich Fahrspaß, auch die Städte Bouillon mit seiner Festung und La-Roche-en-Ardenne locken mit tollen Aussichten.
  • 5. Tag: Heimfahrt ins Ruhrgebiet (ca. Leider geht es heute auf unsere letzte gemeinsame Fahrt auf diesem Kurztrip. Durch das "Hohe Venn" in Belgien und die Region Rursee in der Eifel geht es am letzten Tag zurück ins Ruhrgebiet. Abschied individuell auf der Strecke. Kommt gut heim...

Weitere Routen

  • Ausgangspunkt und Endpunkt ist Malmedy, dann geht es über den Naturpark Les Hautes Fagnes in Richtung Eupen und in der Nähe von Monschau über die Grenze nach Deutschland. Dann über den Eifel Nationalpark in Richtung Schleiden, Stadykyll und entlang dem Kyll und Kronenburger See wieder über die Grenze nach Belgien.
  • Start- und Endpunkt ist in Bouillon, dann geht es entlang dem Fluss Semois Richtung Frankreich. Dann über die Grenze nach Frankreich und in den regionalen Naturpark der Ardennen, weiter entlang den Ufern der Semois bis hin zur Maas. Bei Revin geht es Richtung Recroi, Auvillers-Les-Forges, Blombay, Rimogne und Nouzonville.
  • Anfang und Ende der Route ist in Saint Vith, dann erst über Nebenstraßen nach Deutschland und dann beim Naturpark Mittleres Ourtal über die Grenze nach Luxemburg. Über Heinescheid, Clervaux in Richtung Troine und danach über die Grenze nach Belgien.
  • Start- und Endpunkt dieser Motorradroute ist in Deerlijk in Belgien. Von hier aus fährst du durchs Binnenlnd entlang Kortrijk en Ypes zur französischen Grenze. Durch die Orte, sowie Merville und La Bassée erreichst du den Park Régional Scarpe-Escaut.
  • Start- und Endpunkt ist in Eupen, dann über den Naturpark Les Haute Fagnes weiter nach Deutschland. Über den Eifel Nationalpark um Aachen herum Richtung Niederlande. Bei Simpelveld über die Grenze, weiter durch Valkenburg in Richtung der belgischen Grenze.
  • Diese Motorradroute führt dich durch die schönsten Stellen der Voerregion, von Limburg und dem Nationalpark Hoge Kempen. Unterwegs hast du genug Möglichkeiten für eine Pause zum Kaffeetrinken oder für einen leckeren Lunch. Start- und Endpunkt dieser Motorradroute ist in ‚s Gravenvoeren im Voerstreek in Belgien. Dann fährst du durchs Binnenland zum 3-Länderpunkt, wo du die Grenze mit Limburg (Niederlande) passierst. Weiter geht es nach Gulpen, Valkenburg und Stokkem, wo du über die Grenze nach Belgien fährst.

Wichtige Hinweise

  • Tagesetappen: ca.
  • Straßenzustand: meist Straßen mit gutem Belag.
  • Fahrkönnen: Das Motorrad sollte sicher auf kurvenreichen und engen Strecken beherrscht werden. Kondition für mind. 300-350 km/Tag sollte vorhanden sein. Wir legen viel Wert auf das Motorradfahren, weniger auf Sightseeing.
  • Besonderheiten: In Luxemburg & Belgien besteht eine Pflicht zum Mitführen einer Warnweste!
  • Unser gemütliches Familienhotel bietet kostenlose Parkmöglichkeit für Motorräder auf dem Hotelparkplatz im Innenhof. Eine Garage für ca. 12 Motorräder ist auch vorhanden.

Gerolstein-Tour

Der Ort Pelm, östlich von Gerolstein, eignet sich gut für den Einstieg in die Tour. Er wird überragt von der Kasselburg, einer wuchtigen Anlage aus dem 15. Jahrhundert. Die Burg ist eine der größten in der Eifel. Im 18. Jahrhundert wurde sie zerstört, danach aber wieder originalgetreu aufgebaut. Ab Pelm bringt uns ein ordentlich asphaltiertes Sträßchen auf eine Hochfläche und zielt dort in eleganten Bögen in Richtung Steinborn. Schöne Serpentinen führen hinab in den Ort.

In Pützborn kann man entweder zuerst beim Bikertreff Alte Schmiede vorbeischauen oder direkt nach rechts auf die B 257 abbiegen. Pützborn verschwindet im Rückspiegel, während die Bundesstraße eine Anhöhe erklimmt und den Ort Oberstadtfeld erreicht. An dessen Ende zweigt in einer Rechtskurve nach links der Weg Richtung Schutz ab. Wir folgen ihm und landen auf einer idyllischen Talstraße, die sich am Ufer der Kleinen Kyll entlangschlängelt. Das Tal wird enger, die Fahrbahn holperiger. Hinter Schutz sorgt eine Handvoll Kehren bergauf in Richtung Deudesfeld dafür, dass die Gedanken nicht völlig an der langen Leine laufen. Oben geht es mit der Kurverei weiter. In Deudesfeld rechts ab nach Meisburg. Hinter Meisburg überqueren wir die B 257.

Die Bäume stehen so dicht an der Straße, dass sich ihre Äste über unseren Helmen berühren. Salmer Forst nennt sich dieses riesige zusammenhängende Waldgebiet. Benannt nach dem Ort Salm, einem stillen, abgelegenen Dörfchen. Man kann die Ruhe fast greifen. Kein Auto, keine Chaussee, und niemand in unserer Näh’. Wie damals bei den Comedian Harmonists. Die nun folgenden Kilometer bis Büscheich entpuppen sich als absoluter Traum. Denn zu der romantischen Waldlandschaft gesellt sich eine fantastische Kurvenstrecke. Radien jeglichen Durchmessers greifen nach dem Motorrad, die Reifen beißen sich in den rauen Asphalt. Gegenverkehr? Erst am Ortsschild von Gerolstein findet der Kurvenspaß sein Ende. Gleich rechts liegt der Eingang zur Fußgängerzone.

Einen Kilometer lang geht es nun in Richtung Prüm, bis uns ein Abzweig mit der Ausschilderung Kyllburg ins Tal des Flüsschens Kyll bringt. Nach der anstrengenden Kurverei durch den Salmer Forst bringt dieses reizende Tal nun etwas Entspannung. Das erste Mal in die Bremsen steigen sollte man in Mürlenbach. Hoch über dem Ort thront nämlich die Bertradaburg. An dessen Ortsende schwenkt die Route nach Malberg ab. Eine markante Burg aus hellbraunem Tuffgestein prägt das Gesicht des Ortes. In Malbergweich erreichen wir die Eifelhochfläche, in Neuheilenbach überqueren wir die Hauptstraße und fädeln uns auf der anderen Seite in einen asphaltierten Waldweg ein.

Sperrschild? Keines zu sehen. Logisch, denn dieser verträumte Weg ist offiziell befahrbar. Drei Kilometer lang entführt er uns in die entrückte Welt des finsteren Eifelwaldes. Kein Laut, kein Zeichen von Zivilisation. Das Wahrzeichen von Schönecken, seine imposante Burg, ist schon aus einiger Entfernung zu sehen. Im Ort heißt es links bergauf nach Seiwerath. Kurven wie am Fließband. Man ist fast alleine auf der Straße. Weite Ausblicke hinüber nach Gerolstein und zum Kylltal folgen. Die Etappe bis Balesfeld bedeutet richtig viel Arbeit. Die Kurvendurchmesser variieren ständig. Hinter Balesfeld wird es dann wieder ruhiger. Auf einer breiten Landstraße schwingen wir in Richtung Prüm. Gut einsehbare Biegungen, flottes Tempo. Erneut passieren wir Schönecken. Kurz vor Prüm biegt die Route rechts ab nach Fleringen und verwandelt sich sofort in ein unglaublich enges und kurviges Sträßchen der Kategorie Geheimtipp.

Route: Pelm - Steinborn - Pützborn - Schutz - Deudenfeld - Meisburg - Salm - Gerolstein - Mürlenbach - Kyllburg - Malberg - Neuheilenbach - Schönecken - Balesfeld - Pelm (ca.

Kyllburg

Wie viele Eifelstädtchen besitzt auch das besuchenswerte Kyllburg eine lange kriegerische Geschichte. Bis zum Jahr 1276. Damals errichtete der schlaue Bischof von Trier in Kyllburg einen Stift und machte es damit unantastbar. Denn wer heilige Mauern angriff, handelte sich den Bann der Kirche ein und war damit politisch und gesellschaftlich erledigt.

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