Die Harley-Davidson Fat Boy ist eine Ikone, die seit ihrer Einführung im Jahr 1990 die Herzen von Motorradfans weltweit erobert hat. Ihre Popularität erfuhr einen zusätzlichen Schub durch den Film „Terminator 2“, in dem Arnold Schwarzenegger auf einer Fat Boy wilde Verfolgungsjagden lieferte und das Image des Motorrads als wuchtiges und cooles Modell festigte.
Die Geschichte einer Ikone
Vor 25 Jahren, im Jahr 1990, präsentierte Harley-Davidson die Fat Boy, ein neues Modell, das auf der Basis der Softail entwickelt wurde. Harley-Davidsons Entwicklungsmannschaft um Willie G. Davidson, Enkel des Firmengründers, stellte voller Stolz ein neues Motorrad vor, das auf der Basis der Softail entwickelt worden ist und durch ein ziemlich ungewöhnliches Design auffällt: die Fat Boy. Breit, flach und gewaltig ist die Fat Boy.
Die allererste Serie von 1990 - in Fine Silver Metallic mit sieben gelben Zierstreifen - ist weltweit ein rares Gut geblieben. 1.338 Kubikzentimeter misst ihr hämmernder V2-Motor der sogenannten Evolution-Serie, 56 PS beträgt die Leistung. Die ist weitgehend nebensächlich, denn eine Fat Boy fahren die Kerls nicht deshalb, um mit Maxi-Power und dem Spitzentempo von 145 km/h glänzen zu können, sondern um cool zum übernächsten Eiscafé zu cruisen.
Im Jahr 2000 debütierte die zweite Modellgeneration der Fat Boy mit dem neuen, 1.449 Kubikzentimeter großen Twin Cam 88B-Motor, neuem Rahmen und neuem Bremssystem. Die vormals deftigen Vibrationen werden durch eine Ausgleichswelle, Balancer genannt, deutlich reduziert; davon zeugt das B in der Motorenbezeichnung. Das Fahrzeugheck im Starrrahmenlook - die Federelemente sind, versteckt liegend unter dem Bike montiert - bleibt weitgehend unangetastet.
Die dritte Generation kam 2007 auf die Straßen: Der Big Twin wächst auf 1.584 Kubikzentimeter Hubraum und heißt jetzt Twin Cam 96B; Merkmale sind ein aktives Ansaug- und Auspuffsystem und ein Sechsganggetriebe statt der bisherigen Fünfgang-Schaltbox. Seit 2010 ergänzt die Special-Version im düsteren Bad-Boy-Look das Harley-Portfolio und seit 2011 bremsen die beiden Fettleibigen serienmäßig mit ABS. Seit Einführung der Special liegt diese Variante in der Käufergunst stets vor der Basisversion.
Letzte Evolutionsstufe ist die 2012 vorgestellte vierte Modellgeneration mit dem Twin Cam 103B-Motor, der aus 1.690 Kubikzentimetern mittlerweile 58 kW/79 PS auf den Zahnriemen schickt. Rund 7000 Fat Boy sind seit 2001 in Deutschland zugelassen worden; die Zahlen für die Zeit von 1990 bis 2000 sind nicht mehr rekonstruierbar.
Trotz ihrer massigen Erscheinung ist die 320 Kilogramm wiegende Fat Boy ein leicht zugängliches, längst auch leicht handhabbares Bike, das sich freudvoll bewegen lässt und ihren Fahrer blitzartig bewusstseinserweiternd in eine andere Welt beamt: relaxt, entschleunigt, lässig. Treu bleibt ihr auch der Filmruhm: Im 2015er Action-Spektakel „Terminator Genesis“ vertraut die Mannschaft erneut auf eine Fat Boy. Nur Arnie hat ihr inzwischen den Rücken zugewandt. Aber das stört niemanden. Da is‘ datt Ding!
Die Fat Boy Gray Ghost: Eine Hommage an die Legende
Die silbrig schimmernde Fat Boy Gray Ghost ist das fünfte Modell der Harley-Davidson Icons Motorcycle Collection. Dieses neue, in streng limitierter Auflage gefertigte Icons Modell feiert die ersten 35 Jahre der Fat Boy - eines Bikes, das Geschichte schrieb und dessen Name zu den bekanntesten der Motorradwelt zählt.
Mit ihrem neuen, glänzenden Reflection Finish, das die gesamte Maschine aussehen lässt, als sei sie in Chrom getaucht, verneigt sich die Fat Boy Gray Ghost vor einer Legende in Sachen Motorraddesign. Die Modelle der Icons Motorcycle Collection sind nummeriert und weisen spezielle Features auf, die sie von der jeweiligen Serienversion abheben.
Das Reflection Finish wird mittels PVD-Verfahren (Physical Vapor Deposition) erzeugt, das auch als Dünnfilmbeschichtung bekannt ist. Dabei wird ein festes Material in einem Vakuum verdampft und auf die Oberfläche eines Bauteils - im Fall dieser Maschine des Kraftstofftanks sowie des Front- und Heckfenders - aufgebracht. Die Präzision der Beschichtung führt zu einem einzigartigen Finish, das chromähnlich aussieht, aber Vorteile gegenüber einer konventionellen Verchromung hat.
Zu den Stylingelementen, die vom Original der Fat Boy inspiriert sind, gehören ein runder Luftfilter, gelbe Embleme an den unteren Rockerboxen, den Motordeckeln und dem Tankkonsoleneinsatz, ein mit Schnürung und Lederquasten versehener Sitz sowie ein schwarzes, ledernes Tank Strap, das ebenfalls eine Schnürung aufweist. Auch die dreidimensionalen Tankmedaillons sind dem Design der geflügelten Tankgraphics am Urmodell der Fat Boy nachempfunden. Die für die Fat Boy typischen Lakester Leichtmetallräder unterstreichen den selbstbewussten Auftritt.
Die Harley-Davidson Fat Boy im Film
Von rebellischer Freiheit bis zum kultigen Roadtrip: Harley-Davidson hat sich in der Filmwelt als Symbol für Abenteuer etabliert. Seit den legendären Szenen in ‘Easy Rider’ prägen diese Motorräder das Kino. Sie verkörpern einen Lebensstil, der über Generationen hinweg fasziniert.
- “Easy Rider” (1969): Die Harley-Davidson Chopper sind zentrale Symbole für Unabhängigkeit und den Gegenkulturgeist der Epoche.
- “Terminator 2: Judgment Day” (1991): Arnold Schwarzenegger auf einer Fat Boy wurde zu einer Ikone.
- “Wild Hogs” (2007): Die Harleys symbolisieren Freiheit, Abenteuerlust und den Wunsch, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.
- “Ghost Rider” (2007): Eine speziell angefertigte Harley-Davidson spielt eine zentrale und ikonische Rolle.
- “Renegade” (1987): Die Harley-Davidson wird zu einem zentralen Element der Erzählung, das Lukes Charakter und seine Reise unterstreicht.
- “Harley Davidson and the Marlboro Man” (1991): Die Harley-Davidson Motorräder sind ein wesentlicher Bestandteil der Identität und des Lebensstils der Hauptcharaktere.
- “Electra Glide in Blue” (1973): Die Harley-Davidson Electra Glide ist ein auffälliges Symbol für Autorität und die Freiheit der offenen Straße.
- “The Wild One” (1953): Brandos Darstellung und sein ikonischer Look in Lederjacke und auf seiner Motorrad haben einen bleibenden Eindruck in der Popkultur hinterlassen.
- “Road House” (1989): Harley-Davidson Motorräder sind ein sichtbares Symbol der rauen und ungebändigten Lebensweise einiger Charaktere.
- “Pulp Fiction” (1994): Die Harley-Davidson symbolisiert Butchs neu gewonnene Freiheit und seinen Triumph über scheinbar unüberwindbare Hindernisse.
Harley-Davidson Fat Boy S
Heute braucht die Fat Boy S, das Spitzenmodell der Baureihe, keinen außerirdischen Kampfroboter, um mit Leistung zu beeindrucken. Ab 4000 Umdrehungen pro Minute liegt das volle Drehmoment von 146 Newtonmetern an. Die Harley lässt sich wunderbar von unten heraus beschleunigen und schaltfaul fahren.
Unter dem breiten Tank (18,9 Liter Inhalt) steckt der große Motor Screamin’ Eagle Twin Cam 110B mit 1801 Kubikzentimeter Hubraum. Mit 93 PS und 146 Newtonmetern Drehmoment beschleunigt der Dicke Junge sehr ordentlich auf bis zu 195 km/h. Trotz stattlicher Masse von 333 Kilogramm bleibt er auch beim Bremsen gut unter Kontrolle. Serienmäßiges ABS und eine etwas größere Bremsscheibe hinten sorgen dafür - hier bleibt alles im grünen Bereich.
Das Fahrwerk ist angenehm komfortabel abgestimmt, die Sitzbank wird auch auf längeren Strecken nicht unbequem. Dabei ist der serienmäßige Tempomat eine echte Hilfe - da merkt man, dass die Fat Boy auf amerikanischen Straßen entwickelt wurde. Es lässt sich bei niedrigen Drehzahlen hervorragend im sechsten Gang dahingleiten.
Harley-Davidson Fat Boy 30th Anniversary
Die Fat Boy 30th Anniversary fällt vor allem mit einem auf, viel Schwarz! Das Motorrad selbst hat Harley im Farbton "Vivid Black" lackiert, dazu zählen das Scheinwerfergehäuse, der Lenker und die Fußhebel. Die Leichtmetallvollscheibenräder tragen die leicht matte Nuance "Satin Black". Der Motor wurde inklusive seiner Abdeckungen in "Gloss Black" getaucht. Die Auspuffanlage schließlich trägt "Black Onyx".
Herzstück der Harley-Davidson Fat Boy 30th Anniversary ist der aktuelle Milwaukee-Eight-114-Motor der Amerikaner. Der dicke Doppeltopf hat mächtige 1868 Kubikzentimeter Hubraum und leistet 94 PS bei 5020 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment gibt Harley mit 155 Nm an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt demnach bei 190 km/h.
Bleibt die Frage nach dem Preis: 25.495 Euro müssen deutsche Harley-Fans berappen, wenn die Fat Boy voraussichtlich ab April 2020 zu haben ist. 2500 Exemplare wird es geben.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | Fat Boy S | Fat Boy 30th Anniversary |
|---|---|---|
| Motor | Screamin’ Eagle Twin Cam 110B | Milwaukee-Eight-114 |
| Hubraum | 1801 Kubikzentimeter | 1868 Kubikzentimeter |
| Leistung | 93 PS | 94 PS |
| Drehmoment | 146 Newtonmeter | 155 Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 195 km/h | 190 km/h |
| Gewicht | 333 Kilogramm | N/A |
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