Ist Radfahren bei Arthrose hinter der Kniescheibe geeignet?

Bei chronischen Verschleißerscheinungen des Gelenkknorpels spricht man von Arthrose. Besonders häufig betroffen sind Kniegelenke. Arthrose ist das weltweit am weitesten verbreitete Knie-Problem. In Deutschland ist Arthrose der häufigste Behandlungsgrund in orthopädischen Vorsorge- und Reha-Einrichtungen. In der Schweiz ist die Knie-Verletzung nach Heuschnupfen das am zweit-weitesten verbreitete Gesundheitsproblem von allen. Ab einem Alter von 50 Jahren steigt das Arthrose-Risiko erheblich an. Doch die Betroffenen werden immer jünger. Hohe Belastungen und Verletzungen des Kniegelenks erhöhen das Risiko, an Arthrose zu erkranken.

Radfahren ist für Arthrose-Patienten ein sehr gut geeigneter Sport. Wenn Betroffene mit ihrer Knie-Verletzung bewusst umgehen, trifft das auch fürs Mountainbiken zu.

Wie kommt es zu Arthrose im Knie?

Um zu verstehen, was im Kniegelenk vor sich geht und wie es zu Arthrose kommen kann, ist es hilfreich einen Blick auf die wichtigsten Elemente des Knies zu werfen. Wie komplex dessen Aufbau ist, realisieren viele Biker erst nach einer Verletzung.

Das Gelenk: Im Knie treffen Wadenbein-, Schienbein- und Oberschenkelknochen zusammen. Letzterer besitzt einen walzenartigen Kopf, welcher sich in einer Pfanne am Ende des Schienbeins drehen kann. Dieses Scharnier- und Zapfengelenk sorgt für die Beweglichkeit des Knies um 180 Grad. Die letzten zehn Grad der Streckung sind nur bei gleichzeitiger Außenrotation um fünf Grad möglich.

Die Mensiken: Aufgrund einer unterschiedlichen Krümmung passen die Knochen im Knie schlechter aufeinander, als in anderen Gelenken. Deshalb ist das Kniegelenk in zwei Knorpelringen gelagert. Diese Mensiken sorgen als eine Art Stoßdämpfer für die flächigere Verteilung der Last. Einseitige Belastungen und Verletzungen begünstigen ihren Verschleiß.

Die Bänder: Gesunde Kreuzbänder sind stets straff gespannt und verhindern so das Abgleiten des Oberschenkels vom Schienbein. Bei voller Streckung sind auch die beiden Seitenbänder gestrafft, um einer Überstreckung und Überdrehung des Unterschenkels entgegenzuwirken.

Die Muskeln: Als Zusammen- und Gegenspieler sorgt eine Vielzahl unterschiedlicher Muskeln für Beugung sowie Streckung des Knies und eine stabile Sicherung des Gelenks. Der kräftigste Muskel im menschlichen Körper ist der vierköpfige Oberschenkelmuskel, welcher sich über die Vorderseite und einen Teil der Innenseite erstreckt. Innen am Oberschenkel sitzen die Adduktoren, auf der Rückseite die ischiokrualen Muskeln. Die auffälligste Muskulatur im Unterschenkel bilden der lange und der kurze Wadenbeinmuskel.

Der Knorpel: In der Verbindung des Gelenks sitzt ein stützendes Bindegewebe, welches nicht über einen eigenen Stoffwechsel verfügt. Mit Nährstoffen wird der Knorpel durch Be- und Entlastung des umgebenden Gewebes, wie etwa beim Pedalieren, versorgt. Im Laufe der Zeit verliert der Knorpel an Substanz und der darunterliegende Knochen kann beschädigt werden. Unterversorgung und Verletzungen beschleunigen den Knorpel-Abbau. Werden die Verschleißerscheinungen chronisch, diagnostizieren Mediziner eine Arthrose. Zu den häufigsten Folgen zählen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Eine Arthrose ist in der Regel die Folge eines chronischen Knorpelschadens. Der Knorpel ist jedoch nur ein kleiner Teil des komplexen Systems Knie.

Mit regelmäßiger medizinisch-therapeutischer Beratung, einem guten Körpergefühl und gezieltem Training bleiben meine Einschränkungen beim Mountainbiken überschaubar und das Arthrose-Risiko kontrollierbar.

Biken mit Arthrose-Risiko? Drei Fragen an den Experten

Lorenz Westner betreut seit vielen Jahren an der Sportschule FFB Puch zahlreiche Top-Athleten - auch aus dem Mountainbike-Bereich. Mit Danny MacAskill arbeitet er schon seit zwanzig Jahren zusammen, Emil Johansson trainierte monatelang mit ihm, mit Fabio Wibmer erarbeitete er ein Trainingssystem und auch Tarek Rasouli, Erik Fedko, Steffi Marth, Loris Vergier und viele mehr gehören zu den Sportlern von „Lenz“. Wir haben dem Experten drei brennende Fragen Thema zum Mountainbiken mit Arthrose gestellt.

Kann man Mountainbiken auch für Arthrose-Patienten empfehlen?

LORENZ WESTNER: Absolut! In der Reha versucht man die Betroffenen so schnell wie möglich auf ein Fahrrad zu bringen. Radfahren ist eine sehr gute Ausdauersportart für Verletzungen dieser Art. Aufgrund der vorgeschädigten Struktur bei Arthrose-Patienten hat es der Stoffwechsel des Gewebes schwerer und im Körper laufen Entzündungsprozesse ab. Eine Arthrose tut nur weh, wenn sie aktiviert, also entzündlich, ist. Das kann zum Beispiel bei Überlastung aber auch nach Viren-Infektionen oder bei einem geschwächten Immunsystem passieren.

Was sollten Mountainbiker mit Arthrose vermeiden?

Knie-Patienten bekommen oft gesagt, was sie alles lassen sollten. Der Sportler sollte so gut, wie möglich wieder das tun können, was er liebt, denn das bestimmt seine Lebensqualität. Menschen haben ein ganz unterschiedliches Schmerzempfinden. Es ist bei so einer Verletzung aber wichtig dem Körper Zeit zu geben. Zwei Mal die Woche hochintensive Intervalle zu fahren ist dann aufgrund der hohen Kräfte im Knie nicht unbedingt empfehlenswert. Es muss vielleicht nicht die 18-Prozent Steigung sein. Wer sich mit fünf oder sechs Prozent begnügt, kann den Druck noch schön regulieren. Wichtig ist immer zu versuchen die Belastung im Gelenk zu minimieren. Ausbelastet wird man während einer Tour wahrscheinlich sowieso. Im Training aber muss nichts forciert werden - lieber Wert auf gute technische Abläufe und eine hohe Trittfrequenz legen.

Darf ich mit Arthrose-Risiko noch auf einem Hardtail durchs Wurzelfeld scheppern?

Erschütterungen, die direkt aufs Gelenk einwirken sind natürlich problematisch. Bei den feinen Vibrationen auf einer frisch hergerichteten Skipiste mit kleinen Rinnen beginnen Arthrose-Patienten zum Beispiel oft zu merken, dass etwas im Knie nicht stimmt. Muskeln sind die Stoßdämpfer im Bewegungssystem. Mit einer optimal trainierten Muskulatur ist viel mehr möglich. Je leistungsfähiger sie ist, desto besser können Erschütterungen verarbeitet werden. Problematisch wird es, wenn der Körper es nicht schafft die Muskelspannung richtig einzustellen, weil die Muskulatur zu steif oder nicht in der Balance ist. Ich würde jedem, der von Arthrose betroffen und im Gelände unterwegs ist, empfehlen, sich ein Fully zuzulegen, auf dem er bequem sitzt.

Radfahren auf einem Spezialfahrrad mit Kniearthrose

Radfahren verursacht bei Menschen mit Kniearthrose in der Regel am wenigsten Gelenkschmerzen. Sie sind dann aktiv, ohne Ihr Kniegelenk zu belasten. Wenn Sie Rad fahren, müssen Ihre Beine Ihr Gewicht nicht tragen. Ein Spezialfahrrad ist eine gute Option, wenn Sie nicht mit einem normalen Zweirad fahren können.

Van Raam verfügt über mehrere speziell angepasste Fahrräder, die für Menschen mit einer Behinderung geeignet sind. Die Spezialgebiete von Van Raam sind Dreiräder, Elektromobil Dreiräder, Tandems, parallel Tandems, Rollstuhlfahrräder, Transportfahrräder und Fahrräder mit niedrigem Einstieg bzw. Komfortfahrräder. Bei den meisten Van Raam-Fahrrädern ist eine Tretunterstützung möglich.

Angepasste Van-Raam-Fahrräder:

  • Dreiräder: Für Personen, die nicht mehr auf einem gängigen Fahrrad fahren können.
  • Rollstuhlfahrräder: Zum Transport von Rollstuhlfahrern mit dem Fahrrad.
  • Tandems: Um das Radfahren gemeinsam zu genießen.
  • Parallel Tandems: Ermöglichen gute Sicht und Unterhaltung durch nebeneinanderliegende Sitzpositionen.
  • Tiefeinsteiger Rad: Ermöglicht das Abstellen beider Beine auf dem Boden, ohne vom Sattel absteigen zu müssen.
  • Elektromobil-Dreirad: Für Menschen mit unbeständiger Kondition oder wechselnder Energie.
  • Transportfahrräder: Für Kinder oder Erwachsene, die nicht alleine am Verkehr teilnehmen können oder wollen.

Wenn Sie bei Kniearthrose radfahren möchten, ist ein maßgefertigtes Fahrrad die Lösung. Bei (Knie-)Arthrose kann es schwierig sein, zu bestimmen, welches Fahrrad am besten zu Ihnen passt. Um dies herauszufinden, bietet Van Raam die Möglichkeit, eine Probefahrt mit einem Spezialrad zu machen. Im Ausstellungsraum von Van Raam in Varsseveld können Sie nach Terminvereinbarung Hilfe von einem technischen Berater erhalten. Nicht in der Lage, Van Raam zu besuchen? Bei einigen Händlern ist es auch möglich, eine Probefahrt zu machen, bitte wenden Sie sich an einen Händler in Ihrer Nähe.

Kundenerfahrungen

Radfahren bei Arthrose im Knie auf einem Dreirad

Monique ist 58 Jahre alt und kommt aus Den Haag. Sie hat Kniearthrose in beiden Knien und trägt derzeit zwei Zahnspangen. Monique hat eine sehr positive Einstellung, liebt Katzen und Spaziergänge am Strand. In ihrem neuesten Blog schreibt sie über ihr Dreirad mit Pedalunterstützung.

Im Oktober 2016 durfte Monique ihr Van Raam Midi-Dreirad mit Pedalunterstützung in der Sanitätshaus abholen. "Da stand mein schönes neues Transportmittel glänzend da. Ich war so froh, dass ich das Sattelüberzug mitgebracht hatte!" Weil sie seit Jahren nicht mehr Fahrrad gefahren war und um die Sattelschmerzen zu lindern, hatte sie sich einen Sattelbezug gekauft.

"Das große Fahrradabenteuer konnte beginnen, und meine erste Heimfahrt von der Pflegewerkstatt verlief fantastisch. Es tat meinen Knien nicht weh, und in diesem Moment fühlte ich große Freiheit und Dankbarkeit, dieses schöne Fahrrad der Gemeinde zu benutzen. Am nächsten Tag spürte ich zwar einen gesunden Muskelkater, aber das machte Sinn, das ist eine ganz neue Belastung. Denn obwohl es eine Stütze darauf gibt, muss man wirklich in die Pedale treten. Falls Sie sich für dieses Fahrrad interessieren, mein Fahrrad stammt von Van Raam, Spezialist für angepasste Fahrräder."

Radfahren mit Kniearthrose auf einem Tiefeinsteiger Rad

Eva Richards aus Südwales hat ein Van Raam Balance-Tiefeinsteiger Rad. Eva hat eine schwere Arthrose in beiden Knien, und Radfahren auf einem normalen Zweirad ist nicht möglich. Nach einigen Online-Recherchen landete sie bei Van Raam und kam von Südwales nach Varsseveld für eine Testfahrt.

Schließlich bestellte sie das Fahrrad bei einem örtlichen Händler, der auch den Service und die Garantie übernahm.

Eva radelt auf einem grünen Balance Tiefeinsteiger Rad. "Ich habe bemerkt, wie gut ich Fahrrad fahren kann, wenn man ein wenig rückwärts sitzt."

Weitere Informationen

Das Fortschreiten der Arthrose kann durch regelmäßige Bewegung vermindert werden. Ärzte und Physiotherapeuten raten Menschen mit Osteoarthritis häufig zum Radfahren. Dadurch werden die Muskeln, Sehnen und Bänder gestärkt und Ihr Zustand verbessert.

Radfahren bei Hüftarthrose

Bei einer Arthrose in der Hüfte (abgenutzte Hüfte) ist der Knorpel zwischen Oberschenkelknochen und Beckenschale abgenutzt oder sogar verschwunden. Radfahren kann helfen, das Fortschreiten der Hüftgelenksarthrose zu verlangsamen.

Ein orthopädisches Fahrrad von Van Raam

Van Raam hat mehrere orthopädische Fahrräder für Menschen im Programm, die nicht mehr auf einem normalen Fahrrad fahren können. Welche Fahrräder das sind und welche Vorteile sie bieten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Radfahren trotz chronischer Schulterprobleme

Schulterprobleme sind sehr ärgerlich und können verschiedene Ursachen haben. Es bedeutet jedoch nicht immer, dass es nicht mehr möglich ist, mit Schulterproblemen zu fahren.

Kniebeugen?

Radfahren schont die Gelenke und hält das Knie trotz Kniearthrose beweglich. Sport und Bewegung bei Kniearthrose wird von vielen Patienten aufgrund ihrer starken Knieschmerzen häufig vermieden. Doch diese Strategie führt auf Dauer sogar zu einem Voranschreiten des Knorpelschadens. Bei Arthrose im Knie (Gonarthrose) empfehlen orthopädische Kniespezialisten schonende Sportarten mit viel Bewegung und wenig Gewichtsbelastung. Plötzliche Beschleunigungen und Start-Stopp-Bewegungen sind eher schädlich für das Kniegelenk.

Weitere Tipps für das Radfahren mit Arthrose

  • Regelmäßig trainieren: Den besten Effekt für die Gelenke erreicht man, wenn man regelmäßig trainiert, also mindestens dreimal in der Woche oder 30 Minuten jeden Tag.
  • Nicht übertreiben: Anfänger sollten mit kürzeren Touren beginnen und dann langsam steigern.
  • Die richtige Trittfrequenz: Die ideale Trittfrequenz liegt bei 80 bis 100 Pedalumdrehungen pro Minute. Deshalb sollte man auch eher in niedrigen Gängen fahren.
  • Bei Hand- oder Fingerarthrose: Wer unter Hand- oder Fingerarthrose leidet, sollte eine Schaltung wählen, die in den Griff integriert ist, eine so genannte Griffgangschaltung.
  • Bei akuten Schmerzen: Bei akuten Schmerzen sollte man keinen Sport betreiben.

Radfahren trotz Knie- und Rückenschmerzen

Die Natur genießen und mit Bewegung etwas für die Gesundheit tun? Dafür ist Fahrrad fahren die ideale Sportart. Ob mit dem E-Bike oder klassisch mit Trekkingrad oder Mountainbike: Rad fahren bringt dich in Schwung und sorgt für gute Laune. Sogar bei Rücken- oder Knieschmerzen kannst du dich aufs Fahrrad schwingen und losradeln - wenn du ein paar wesentliche Dinge beachtest.

Gesundheitliche Vorteile des Radfahrens

  • Herz-Kreislauf-Training
  • Stärkung der Bein- und Rückenmuskulatur
  • Verringerung des Risikos von Venenleiden, Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck und Osteoporose
  • Positiver Effekt auf die Psyche

E-Bikes bei Kniebeschwerden

Mit einem E-Bike kannst du die Belastung selbst bestimmen und kontrollieren. Gerade bergauf oder in der Stadt, wo viel gebremst und wieder angefahren werden muss, kann der Puls kurz nach oben schnellen. Durch die Unterstützung ist dann eine gleichbleibend moderate Belastung möglich, und du stößt nicht gleich an deine Grenzen.

E-Bikes gelten zudem als gelenkschonender. Wer Kniebeschwerden hat und das Knie nicht so stark belasten kann, ist mit einem E-Bike gut beraten. Denn hier kann die Intensität durch die Unterstützung entsprechend gesteuert werden, und es muss mit weniger Druck in die Pedale getreten werden.

Radfahren und Knieschmerzen

Rad fahren gilt generell als gelenkschonend. Besonders die Knie werden im Vergleich zu anderen Sportarten weniger belastet. Das erscheint vielleicht im ersten Moment widersprüchlich, schließlich muss man beim Radfahren doch Kraft auf die Pedale ausüben.

Allerdings lastet das Körpergewicht hauptsächlich auf dem Sattel, sodass beim Treten in die Pedale nicht so viel Druck auf den Kniegelenken lastet wie etwa beim Joggen. Durch die Bewegung in einer festen Bahn kann das Knie zudem nicht so leicht verdrehen wie etwa beim Gehen. Durch die moderate Belastung und die gleichmäßige Bewegung werden die Gelenke und Knorpel zudem besser mit Nährstoffen versorgt, und die Bildung von Gelenkschmiere wird gefördert.

Das richtige Equipment

Neben dem Rad selbst ist eine Sache ein absolutes Muss: der Helm. Steige nie ohne Kopfschutz aufs Fahrrad! Wenn du kleinere Touren am Wochenende planst, ist noch das folgende Equipment eine Überlegung wert:

  • Radhose
  • Fahrradbrille
  • Fahrradhandschuhe
  • Kompression
  • Bandage

Kniescheibenarthrose (Retropatellararthrose)

Als Kniescheibenarthrose oder auch Retropatellararthrose bezeichnet man Verschleißerscheinungen an der Kniescheibe sowie am Kniescheibengleitlager. Dies kann im Rahmen einer generalisierten Kniearthrose oder aber auch isoliert auftreten. Sie tritt in aller Regel in der Altersgruppe über 50 Jahren auf.

Ursachen

Die Ursachen für eine Kniescheibenarthrose sind vielfältig. Typische Risikofaktoren sind zum Beispiel vorangegangene Verletzungen wie Brüche der Kniescheibe, Kniescheibenverrenkungen und Kreuzbandverletzungen, aber auch Fehlformen von Kniescheibe und korrespondierender Oberschenkelgleitrinne (femorale Gleitrinne). Eine Rolle in der Entstehung spielen auch Fehlpositionen der Kniescheibe wie Hochstand, Tiefstand und Verlagerung nach außen. Eine weitere Ursache kann eine Muskelschwäche in den Oberschenkel- und Hüftmuskeln sein.

Symptome und Verlauf

Die betroffenen Patientinnen und Patienten klagen häufig über Beschwerden neben oder hinter der Kniescheibe, die zum Teil bis in die Kniekehle spürbar sind. Es werden Geräusche wahrgenommen bzw. ein Reiben hinter der Kniescheibe verspürt, betont beim Gehen auf der Treppe oder im unebenen Gelände. Im fortgeschrittenen Stadium ist dann das Gehen auf der Treppe schmerzbedingt maximal eingeschränkt. Das Gehen in der Ebene ist, anders als bei der Arthrose im Kniehauptgelenk, häufig gut möglich. Auch gilt die Regel, wonach Radfahren gut für das Knie sei, bei einer Arthrose im Femuropatellargelenk oft nicht, da beim Radfahren dieser Gelenkanteil besonders belastet wird.

Therapie

Im Einzelnen müssen Bewegungseinschränkungen des Kniegelenkes für die Streckung beseitigt werden, da sonst das Kniescheibengelenk noch stärker belastet wird. Das Training der Oberschenkelmuskeln ist wichtig, muss aber dosiert erfolgen, da sonst eine Beschwerdezunahme auftreten kann. Hier sind vor allem isometrische Übungen strecknah günstig, während Übungen mit hoher Belastung und in tiefer Hocke eher vermieden werden sollten. Dies ist als Eigenübung möglich, im Einzelfall muss eine physiotherapeutische Anleitung und Unterstützung erfolgen. Nach eigener Erfahrung ist auch die Dehnung der vorderen Oberschenkel- und Hüftmuskeln zur Entlastung des Kniescheibengelenkes hilfreich.

Richtiges Radfahren bei Arthrose

Radfahren ist, abhängig davon wie es betrieben wird sehr günstig oder auch sehr ungünstig für den Bewegungsapparat, insbesondere für die Kniegelenke.

Der Knorpel benötigt also einen häufigen Wechsel von - nach Möglichkeit nicht zu hoher - Belastung und Entlastung. Dafür ist - ich spreche vor allem vom Kniegelenk - Radfahren ideal.

Aus diesen Vorgaben ergibt sich das „richtige“ Radfahren. Richtige Rahmenform und -größe und richtige Einstellung von Sattel und Lenker sollten selbstverständlich sein. Fragen Sie Ihren Fahrradhändler und lassen Sie Ihr Rad einstellen. Klickpedale und entsprechende Radlschuhe sind unumgänglich. Klickpedale können auf jedes Fahrrad und jeden Heimtrainer montiert werden.

Weitere Tipps für richtiges Radfahren

  • Je höher die Trittfrequenz um so häufiger kann der Knorpel „atmen“ bzw. frische Gelenkflüssigkeit saugen.
  • Wichtig ist dazu, dass Sie Ziehen, also das Pedal bewusst von unten nach oben bewegen und sich auf diesen Teil der Bewegung konzentrieren.
  • Ab 5 Minuten Fahrdauer ist ein Trainingseffekt nachweisbar.
  • Jedenfalls in möglichst regelmäßigen Abständen, also nicht eine Woche fünf Mal und dann eine Woche gar nicht. Ideal ist einmal tägliches Training, und seien es nur 5 Minuten. Die Regelmäßigkeit ist viel wichtiger als die Dauer der Übungseinheit.

Krankheitsbilder bei denen ich richtiges Radfahren besonders empfehle

  • Chondropathia patellae
  • Knorpelschaden
  • Meniskusschaden
  • Z.n. Meniskusresektion
  • Gonarthrose (Arthrose des Kniegelenkes, Verschleißerkrankung des Kniegelenkes)
  • Ansatztendinose der Patellarsehne
  • Ansatztendinose der Quadrizepssehne
  • Kreuzbandruptur VKB Ruptur ( Kreuzbandriß)
  • Patellafehlgleiten

Spezialfahrräder für Radfahren mit Arthrose

Van Raam ist ein Hersteller von Spezialfahrrädern. Diese angepassten Fahrräder eignen sich für Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung nicht (oder nicht mehr) auf einem normalen Fahrrad fahren können. vanRaams angepasste Fahrräder könnten für Menschen mit Arthrose geeignet sein.

Van Raam Modelle:

  • Dreiräder
  • Rollstuhlfahrräder
  • Tandems
  • Parallel Tandems
  • Tiefeinsteiger Rad
  • Elektromobil-Dreirad
  • Transportfahrräder

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine Form von Rheuma und eine Erkrankung von Knorpel und Knochen in Ihren Gelenken, bei der der Knorpel dünner wird oder manchmal sogar ganz verschwindet. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, wie z.B. Morgensteifigkeit, sind die Hauptsymptome.

Radfahren mit Kniearthrose

Fast die Hälfte der Menschen in den Niederlanden mit Arthrose leidet an Kniearthrose. Bei einer Arthrose des Knies verändert sich der Knorpel im Kniegelenk. Die Symptome sind Schmerzen und Steifheit im Knie. Die Steifheit wird besonders dann empfunden, wenn sich jemand nach langem Sitzen oder Liegen wieder zu bewegen beginnt. Es gibt Perioden, in denen die Schmerzen schlimmer sind, und Perioden, in denen die Schmerzen geringer sind.

Bei Kniearthrose ist es wichtig, sich regelmäßig zu bewegen, aber nicht zu belasten.

Radfahren führt bei Menschen mit Kniearthrose in der Regel zu den geringsten Gelenkschmerzen. Sie sind dann aktiv, ohne Ihr Kniegelenk zu belasten. Wenn Sie Rad fahren, müssen Ihre Beine Ihr Gewicht nicht tragen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0