Im April 2012 erwarb die Audi AG die Ducati Motor Holding S.p.A. zu Bologna. Doch warum passte Ducati zu Audi?
Man kann mehrere Gründe dafür finden, einen nennt Audi selbst: Der Motorradhersteller verfüge über "großes Know-how bei Hochleistungsmotoren und im Leichtbau und gehört zu den ertragsstärksten Zweiradherstellern weltweit". Zudem unterhält Ducati ein Werk in Thailand, was sich noch als wertvoll erweisen könnte.
So wie das Image von Ducati: Der Motorradhersteller wird zur zweiten Supersportmarke neben Lamborghini, dessen Geschicke nun von Audi geleitet werden. Sogar räumlich liegen die italienischen Marken beieinander: Ducati seit seiner Gründung 1926 in Bologna und Lamborghini in Sant’Agata Bolognese nicht weit davon.
Der Vergleich zum Audi-Spaceframe mag ein wenig konstruiert sein, doch die Rahmenbauweise hier wie dort ist immerhin eine Parallele, die trefflich ins Bild passt.
Globalisierung und Strategie
"Wir müssen die Chancen, die sich durch die Globalisierung für Audi bieten, nutzen", sagt der Audi-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch. Und "wir glauben, dass Audi der beste Partner ist, um den bereits erfolgreich eingeleiteten Globalisierungsprozess fortzusetzen", sagt Investindustrial-Chef Andrea Bonomi. Der Finanzinvestor hatte Ducati 2005 übernommen und freut sich nun über mutmaßlich 860 Millionen Euro, die der Motorradhersteller laut dpa gekostet haben soll.
Es geht aber nicht nur um Globalisierung: Wie Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung anmerkte, biete der Erwerb von Ducati dem Volkswagen-Konzern die Möglichkeit, über eine langfristige Strategie das Zweirad-Geschäft aufzubauen. Der Konzern schafft damit Möglichkeiten, die BMW von Hause aus hat und die auch beispielsweise Daimler offenkundig verfolgt, wenn auch bisher nur unter dem Dach der Marke Smart.
Zweiräder im Aufwind
Zweiräder könnten ein Revival erleben, weil sie in Zeiten steigender Spritpreise eine günstige Möglichkeit bieten, den Individualverkehr aufrecht zu erhalten.
Ducati: Mehr als nur Fortbewegung
Ducati fahren war schon immer mehr als Fortbewegung. Leidenschaft, Emotion, Faszination, dafür steht die Marke, dafür geben alte Männer viel Geld aus.
Piëch ist gerade 75 Jahre alt geworden oder jung genug geblieben, sich zum Geburtstag einen Wunschtraum zu erfüllen. Nun muss niemand mehr fremdgehen, wer zwischen Audi oder Ducati zu wählen vermag.
Ducati: Eine Marke mit Geschichte
Auch wenn die kleine Firma 2011 mit 42.000 verkauften Bikes (4176 in Deutschland) knapp eine halbe Milliarde Rekordumsatz machte - signifikant gehören zur Historie der 1926 von den Gebrüdern Adriano, Bruno und Marcello Cavalieri Ducati gegründeten Radio-Bauteile-Firma manche Havarien. Es waren aber auch schon mal bloß 150 Leutchen, die, teils monatelang ohne Lohn, die Krisen überleben halfen. 1945 wurde Ducati verstaatlicht.
Nach der Spaltung in die Ducati Energia und Ducati Meccanica wurden vom ersten Viertakter namens Cucciolo (Hündchen) mit sage und schreibe 48 Kubik und einem PS um 1950 etwa 200.000 Exemplare verkauft. 1969 erfand der bis heute als Heiliger verehrte Ingenere Fabio die Desmodromik.
Ducati im Rennsport
Ducatis Mythos sind die legendären Erfolge der Ducati Corse Racing-Truppe. Dazu krönte Casey Stoner mit dem Gewinn der Moto-GP-WM 2007 die kleine Motorradschmiede zum triumphalen David gegenüber den japanischen Goliaths Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha.
Modelle und Mythos
Welche Modelle es auch sind, ihr Authentizitätssiegel ist der 90-Grad-V-Desmo-Motor. Ducati, das ist Anmut, Grazie und Speed. Das geht bei der seit 1993 als Dauerseller zeitlosen Monster an und hört bei der jüngsten Superbike-Rakete, die mit Sportauspuff und Steuerungs-Chip mehr als 200 PS hat, nicht auf.
VW legt Ducati-Verkauf auf Eis
Der Volkswagen-Konzern legt nach Reuters-Informationen den 1,5 Milliarden Euro schweren Verkauf der Motorradtochter Ducati auf Eis. Gründe seien Widerstand des deutschen Betriebsrats und interne Unstimmigkeiten über die Strategie, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag.
Piëch und Ducati: Eine Leidenschaft
Inzwischen fährt Piëch längst Ducati - und dass er sich pünktlich zu seinem 75. Geburtstag kein neues Motorrad kauft, sondern mit Ducati gleich einen ganzen Hersteller, ist keine Überraschung: Schon seit Jahren stehen die Italiener auf der Einkaufsliste des VW-Patriarchen. Es gehe bei all dem nicht unbedingt um das, was betriebswirtschaftlich notwendig und finanziell lukrativ ist, sagen Branchenanalysten. Sondern um das neue Spielzeug eines Mannes, der schon viele Marken gekauft hat.
Synergien und Zukunftsperspektiven
VW könnte vor allem dann von Ducati profitieren, wenn man dort die Produktpalette ausweitet. Kompaktere, kleinere Maschinen, E-Roller für die Stadt könnten gebaut werden. BMW arbeitet längst an allen möglichen Plänen - auch eng verzahnt mit dem elektrischen Leichtbau-Auto i3, das 2013 an den Start gehen soll.
Finanzielle Aspekte
Die Traditionsschmiede Ducati, lange Jahre ein Sanierungsfall, gehört zu 70 Prozent dem Finanzinvestor Investindustrial und steht nach harten Sparrunden und Umbauten längst wieder oben. 2011 war das beste Jahr in der fast 90-jährigen Geschichte des Unternehmen: 480 Millionen Umsatz machten die Italiener im vergangenen Jahr; der Gewinn lag bei 110 Millionen Euro. 42.000 Motorräder wurden verkauft.
| Jahr | Umsatz (Millionen Euro) | Operativer Gewinn (Millionen Euro) | Verkaufte Motorräder |
|---|---|---|---|
| 2011 | 480 | 110 | 42.000 |
| 2016 | 731 | ca. 100 | N/A |
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