Viel Zeit, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, blieb Axel Witsel nicht. Keine zwei Stunden nachdem der belgische Nationalspieler das Hotel Quellenhof betrat, bestieg er ein Fahrrad und radelte gemeinsam mit den Kollegen zum Stadion Ri-Au, wo das erste Training auf dem Plan stand.
Schon dabei war Witsel eine der auffälligsten Figuren der Gruppe: Der Fahrradhelm passte nicht so recht auf die an einen Afro-Look erinnernde Frisur des belgischen Nationalspielers. Kurz darauf drehte er dann die ersten Runden um den Platz - ohne Helm.
Der junge Herr auf dem Foto ist nicht etwa das abschreckende Beispiel für einen Fahrradfahrer mit unsachgemäßer Kopfschutzbedeckung. Vielmehr handelt es sich bei diesem eitlen, um den Sitz seiner Frisur besorgten Fratz um den Promi-Neuzugang beim Fußballerstligisten Borussia Dortmund: Axel Witsel.
Ein Transfercoup für Borussia Dortmund
„Wir sind sehr froh, Axel Witsel zu verpflichten und freuen uns, dass er sich für Borussia Dortmund entschieden hat“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc, der trotz einer langen Anbahnungsphase des Transfers erst am Montagnachmittag Vollzug melden konnte.
Mit dem defensiven Mittelfeldspieler selbst waren die Borussen zwar schon länger klar, doch erwiesen sich die Verhandlungen mit dem chinesischen Erstligisten Tianjin Quanjian als äußerst zäh. Die Chinesen versuchten eine Ausstiegsklausel, die im Vertrag zwischen Tianjin und Witsel festgeschrieben war, für ungültig zu erklären. Am Ende bestätigte sich jedoch die Rechtsposition der Dortmunder.
„Witsel hatte am Sonntag fristgerecht von der in seinem Arbeitsvertrag verankerten Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht“, schrieb der BVB in der offiziellen Pressemitteilung. Die Dortmunder werden nun die festgeschriebene Ablöse von 20 Millionen Euro nach China überweisen. Der Transfer soll innerhalb der kommenden Tage noch formal über das Online-Transfersystem der Fifa (Fifa TMS) abgewickelt werden.
Die Erwartungen an Witsel
„Axel ist ein Spieler mit großer internationaler Erfahrung, der alle Fähigkeiten mitbringt, um das zentrale BVB-Mittelfeld zu prägen: taktisches Verständnis, Zweikampfstärke, Tempo, Kreativität und Mentalität“, sagte Zorc. Witsel (29), der gemeinsam mit dem Dänen Thomas Delaney (26) dafür sorgen soll, dass das defensive Mittelfeld des Bundesliga-Vierten zukünftig deutlich kompakter wirken soll.
Er steht damit in der Tradition früherer kampfstarker Mittelfeldspieler wie Sebastian Kehl und Sven Bender. Zugleich ist Witsel auch der Wunschspieler des neuen Dortmunder Trainers Lucien Favre.
Witsel, der in 96 Länderspielen neun Tore für Belgien erzielt hat und vor seiner Zeit in China bei Standard Lüttich, Benfica Lissabon sowie Zenit St. Petersburg gespielt hatte, freut sich auf die Herausforderung in der Bundesliga. „Nach der WM war es mein Ziel, aus China zurück nach Europa zu wechseln“, sagte er: „Ich bin total happy und auch stolz, bald für den BVB spielen zu dürfen. Nach unseren ersten Gesprächen musste ich nicht mehr lange überlegen, denn Borussia Dortmund ist für mich einer der besten Klubs auf dem Kontinent.“
Witsel ist er erste erfahrene internationale Topspieler, den die Dortmunder seit vielen Jahren verpflichtet haben. Er markierte deshalb auch eine Abwehr von der bisherigen Transferpolitik: Die Dortmunder wollten mehr nur auf junge Talente setzen. Die Verpflichtung Witsels, der eine Schlüsselrolle in der Mannschaft des neuen Trainers Lucien Favre einnimmt, war zudem ein besonders kompliziertes Geschäft.
Erst am Sonntagabend verdichteten sich Hinweise, dass es tatsächlich gelingen wird: Der belgische Nationalspieler wird Dortmunder, das bestätigten die Westfalen am Montag. Da stieß Witsel in Bad Ragaz zu seiner neuen Mannschaft.
Vertragsdetails
Der 29-Jährige kostet den BVB 20 Millionen Euro Ablöse, der defensive Mittelspieler unterschrieb einen Vertrag bis 2022. Der größte Streitpunkt war bis zuletzt, ob die im Vertrag zwischen Witsel und den Chinesen festgeschriebene Ausstiegsklausel aktuell gültig ist oder nicht.
Mit dem Spieler, der sich während der erfolgreichen WM-Endrunde mit der belgischen Nationalmannschaft in den Fokus gespielt hatte, waren sich die Dortmunder schon länger einig, berichtete die „Bild“. Dem Vernehmen nach kassiert Witsel zukünftig etwa 7,5 Millionen Euro pro Jahr.
Witsel, der bei der belgischen Nationalmannschaft den starken Offensivindividualisten wie Eden Hazard, Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku mit Entschlossenheit und Zweikampfhärte den Rücken freigehalten hat, ist der Wunschspieler von Favre und der Dortmunder Vereinsführung.
„Wir benötigen zwingend noch zwei bis drei Spieler, die extreme Siegermentalität ausstrahlen, die gierig sind und auch mal bisschen böse werden können“, hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits im Frühjahr erklärt.
Mögliches Debüt und Konkurrenzdruck
Möglicherweise wird Witsel bereits am Dienstag, wenn ein Testspiel in St. Gallen gegen den SSC Neapel ansteht, sein Debüt im Dress der Schwarz-Gelben feiern. Das erste Pflichtspiel steht in zwei Wochen an: In der ersten Runde des DFB-Pokals heißt der Gegner Greuther Fürth.
Durch die Verpflichtung von Witsel erhöht sich auch der Druck auf Nuri Sahin und Sebastian Rode, deren Perspektiven im defensiven Mittelfeld der Dortmunder kaum noch gegeben scheinen.
Witsels Haarpracht im Fokus
Witsel fällt auf, weil er betont anders ist, nicht angsteinflößend wirken möchte wie die übrigen Stadiongladiatoren. Sein unkonventioneller Auftritt ist eine Hommage an seine karibische Herkunft väterlicherseits. Gleichzeitig zitiert er mit dem Afro einen legendären Lockenkopf des Weltfußballs, den Witsel als Vorbild nennt: Diego Maradona.
Und dass bei so viel Sorge ums Aussehen kein Platz mehr für einen korrekt sitzenden Fahrradhelm ist, erklärt sich nun von selbst.
Betont anders Der 29-jährige Belgier hat einen dermaßen schön akkurat geschnittenen Haarpuschel, dass bei seinem Anblick Glatzenträger und Landschaftsgärtner sofort vor Neid erblassen und Boney-M.-Fans in Wallung geraten. Dazu die himmelblauen Augen. Und dieses engelsgleiche Lächeln.
Man kann gar nicht glauben, dass dieser Rasen-Hippie mit der Pusteblumen-Frisur vor einigen Jahren für eines der brutalsten Fouls der jüngeren belgischen Fußballgeschichte über Monate medial an den Pranger gestellt wurde.
Anders als die meisten stilbewussten Fußballspieler seiner Klasse trägt Axel Witsel keine ausrasierten Schläfen mit der üblichen Beton-Tolle.
Axel Witsel war schon vor seinem Wechsel nach Dortmund für seine Haarpracht bekannt. Im Trainingslager vor der Saison machte der Belgier mit seiner Mähne eine ganz besondere Figur unter dem Fahrradhelm.
Ob das meine echte Haarfarbe ist? Der Weltmeister lief schon beim PSG-Ligaspiel in Straßburg mit neuem Look auf. Ob er sich hier mit Referee Antony Gautier über Frisuren unterhält?
Kontroverse um Witsel-Perücken
Der BVB verkauft nun Perücken von Axel Witsel - das gefällt nicht allen Fans. Jetzt melden sich die Hardcore-Ultra-Fans zu Wort.
Brisant: Das Plakat hing in unmittelbarer Nähe der Ultragruppe „The Unity“. Klare Ansage der Hardcore-Fans an ihren Verein. Der verkauft in seinem Fanshop Witsel-Perücken, Stückpreis 9,95 Euro.
Noch kein halbes Jahr ist Axel Witsel beim BVB - doch der 30-Jährige hat sich bereits in die Herzen vieler Fans gespielt. Der Grund: Der Belgier gibt Vollgas und ist abseits des Platzes ein ziemlich cooler Zeitgenosse. Das zeigt auch ein neuer Clip, den Borussia Dortmund ins Netz gestellt hat.
Wir sehen Axel Witsel in einem Auto durch Dortmund fahren. Dem 1,88 Meter großen Modellathleten begegnen zahlreiche Leute - mit derselben, auffälligen Frisur. Axel Witsel trägt bekanntlich einen Afro - und den verkauft der BVB jetzt in seinem Fanshop. Kostenpunkt für die sogenannte Spieltagsperücke: 9,95 Euro.
Das schmeckt nicht allen BVB-Fans, einige sind stinksauer. Ein User schreibt: „Sorry, ist Euch das nicht selbst etwas peinlich?“ Ein anderer Borusse meint: „Die Idee ist peinlich und unreflektiert. Einfach nur daneben.“ Und ein Fan schimpft: „Nehmt bitte diesen Mist aus dem Netz!“
Fahrradhelme: Schutz oder Stilbruch?
Mit einem Fahrradhelm macht man selten eine gute Figur: Weder als halbnacktes Model in der Kampagne des Verkehrsministeriums noch als Fußball-Profi wie der Dortmunder Axel Witsel.
Die sexistisch-dämliche Kampagne in Unterwäsche war der verzweifelte Versuch, ein unbeliebtes Radler-Accessoire populär zu machen. Damit ist Scheuer erst einmal gescheitert - anders als beim Hinauszögern eines Abbiege-Assistenten für Lkws, der Radlerleben retten kann, und beim Verschieben einer ernsthaften Verkehrswende, was vorzüglich klappt, weshalb Kritiker ihn schon "Verkehrtminister" nennen.
Und die allermeisten Modelle sehen wirklich scheiße aus - nicht nur im Fall des Dortmunder Fußball-Profis Axel Witsel, dessen Frisur einfach zu voluminös für einen Kopfschutz ist, wie Fotos zeigen.
Die meisten Deutschen halten den Helm auch für unbequem, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsinstituts YouGov zeigt.
Axel Witsel hinter Alexander Isak. Die Fans des BVB sollten hoffen, dass der Belgier die Defensive besser schützt, als sein Fahrradhelm den Kopf. Für den nächsten Ausflug auf dem Drahtesel sollte der Verein dem Neuzugang ein deutlich größeres Modell zur Verfügung stellen.
Tabelle: Axel Witsels Karriere in Kürze
| Station | Zeitraum | Bemerkenswertes |
|---|---|---|
| Standard Lüttich | Vor China | Ausbildung |
| Benfica Lissabon | Vor China | - |
| Zenit St. Petersburg | 2012-2017 | Ablöse 40 Mio Euro |
| Tianjin Quanjian | - | Wechsel wegen des Geldes |
| Borussia Dortmund | Ab 2018 | Vertrag bis 2022 |
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