Das Mountainbike trägt seinen Namen mit gutem Grund: Es ist ein Rad für die Berge. Aber es muss ja nicht gleich eine kräftezehrende Alpenüberquerung sein.
Touren-Biken (Cross Country)
Eine der beliebtesten Disziplinen ist das Touren-Biken, auch bekannt als Cross Country. Touren von unterschiedlicher Länge und technischem Anspruch werden anhand von Karten, Tourenbeschreibungen oder GPS-Daten geplant und durchgeführt. Von einfachen Runden mit nur wenig Höhenunterschied bis zu hochalpinen Unternehmungen mit mehrstündigen Tragepassagen ist alles möglich.
Downhill/Bikepark
Die schnellste aller Mountainbikedisziplinen: Mit Fullys mit viel Federweg geht es ausschließlich bergab. Große Sprünge, extreme Passagen mit Wurzeln oder Felsen und hohes Tempo kennzeichnen diese Disziplin, die meist in extra angelegten Bikeparks - die unterschiedlich schwierige Strecken anbieten - ausgeübt wird. Der Aufstieg erfolgt zumeist durch Liftanlagen. Auch Mountainbike-Einsteiger können in Bikeparks auf einfachen Strecken ideal an ihrer Technik feilen.
Freestyle-Disziplinen
Beim Dirtjump geht es mehr ums Fliegen als ums Radeln. Über große Rampen aus Erdreich (Dirt) geht es in hohem Bogen durch die Luft. Pumptracks dagegen sind auch für "Normalbiker" geeignet und zudem ein großer Spaß sowie ein gutes Techniktraining: Über sanfte Erdhügel wird durch pumpende Bewegungen des gesamten Körpers Geschwindigkeit erzeugt, und so geht es im Idealfall ohne zu treten über den Rundkurs.
Bei der Wettkampfdisziplin Four Cross (4X) starten immer vier Biker gleichzeitig in einem mit Sprüngen und Steilkurven gespickten Parcours.
Mountainbike-Trails Schwierigkeitsgrade
Mit den nötigen technischen Fähigkeiten macht Mountainbiken erst richtig Spaß, die Gefahr zu stürzen wird zudem deutlich verringert. Die Schwierigkeit von Singletrails wird wie folgt eingeteilt:
- S 0: Singletrail, der keine besonderen Schwierigkeiten aufweist, z. B. flüssige Wald- und Wiesenwege auf griffigen Naturböden oder verfestigtem Schotter. Stufen, Felsen oder Wurzelpassagen sind nicht zu erwarten.
- S 1: Man muss bereits mit kleineren Hindernissen wie flachen Wurzeln und kleinen Steinen sowie vereinzelt mit Wasserrinnen rechnen. Der Untergrund kann teilweise auch nicht verfestigt sein. Das Gefälle beträgt maximal 40 %.
- S 2: Es muss mit größeren Wurzeln und Steinen gerechnet werden. Der Boden ist häufig nicht verfestigt. Stufen und flache Treppen sind zu erwarten.
- S 3: Verblockte Singletrails mit vielen größeren Felsbrocken und/oder Wurzelpassagen. Oft kommen hohe Stufen, Spitzkehren und knifflige Schrägfahrten vor. Häufig ist mit rutschigem Untergrund und losem Geröll zu rechnen.
- S 4: Sehr steile und stark verblockte Singletrails mit großen Felsbrocken und/oder anspruchsvollen Wurzelpassagen, dazwischen häufig loses Geröll.
- S 5: Blockartiges Gelände mit Gegenanstiegen, Geröllfeldern und Erdrutschen, ösenartigen Spitzkehren, mehreren hohen, direkt aufeinanderfolgenden Absätzen und Hindernissen wie umgefallenen Bäumen - alles oft in extremer Steilheit. Wenn überhaupt, ist wenig Auslauf bzw. Bremsweg vorhanden. Hindernisse müssen z. T.
Tourenvorschläge für sanftes Mountainbiken in Bayern
Radl-Spaß stellt sich auch auf weniger anspruchsvollen Strecken ein. Gerade in den Bayerischen Alpen gibt es lohnende Ziele, um auf gleichmäßig ansteigenden, gut zu fahrenden Forstwegen die Berge aus ganz neuen Perspektiven zu sehen.
Anstatt mörderischer Rampen, die wenn überhaupt nur im ersten Gang zu bezwingen sind, oder schmalen Trails, die reichlich Können erfordern, stellen wir fünf Touren vor, auf denen auch Mountainbike-Einsteiger ihre Freude haben. Zumindest wenn sie ein Mindestmaß an Kondition mitbringen.
Bayerische Voralpen: Bayralm
Für viele ist der Tegernsee beziehungsweise Kreuth der Auftakt einer mehrtägigen Transalp, für andere dagegen der Start für eine kurzweilige Mountainbiketour durch das sanft ansteigende Tal der Langen Au. Vorbei an der Schwaiger Alm, einer beliebten Einkehrstation, führt eine wunderbar zu fahrende Forststraße taleinwärts.
Etwas anstrengender wird es ab der wunderschön gelegenen Langenaualm, andererseits setzt man hier bereits zum Endspurt an. Kurz darauf erreicht man einen Sattel und damit den höchsten Punkt der Tour. Dennoch sollte man noch etwas weiterfahren, denn die inmitten ausgedehnter Almwiesen gelegene Bayralm (1040 m) ist nur wenige Minuten entfernt - und der kurze Gegenanstieg nach der Einkehr gut zu verkraften.
Zum Finale wartet eine kilometerlange Abfahrt, die Spaß macht. Wer Grenzen ausloten möchte, der wechselt unterhalb der Langenaualm auf den "Bike Trail Langenau". Der schmale, mit Wurzeln gespickte Trail führt weitgehend parallel zur Straße durch den Wald und erfordert viel Erfahrung und einen guten Gleichgewichtssinn.
- Ausgangspunkt: Kreuth, Parkplatz Nähe Batznhäusl (gebührenpflichtig)
- Distanz: 22 km
- Höhenunterschied: 340 m
Chiemgauer Alpen: Röthelmoosalm
Zwischen Ruhpolding, Hochfelln, Hochgern, Unterwössen und dem Weitsee liegt ein Mountainbikeparadies. Aus allen Himmelsrichtungen führen Forstwege hinauf zu den weiten Hochebenen von Röthel- und Eschelmoos. Ganz ohne Steigungen ist das Bikerevier nnicht zu erreichen, doch zwischen den Anstiegen gibt es immer wieder Flachstücke zum Verschnaufen und lange Strecken, auf denen man ganz gemütlich dahinrollt und die großartige Landschaft genießern kann.
Ein idealer Startpunkt für die Tour über das Eschelmoos zur Röthelmoosalm ist Urschlau (767 m) südwestlich von Ruhpolding, wobei man je nach Lust und Laune auch bereits in Ruhpolding starten kann. Die Straße führt anfangs flach entlang der Urschlauer Ache taleinwärts, ehe es anstrengend wird und man stetig bergauf fährt zur Hochebene von Eschelmoos (1073 m).
Dort wechselt man die Talseite und fährt im Auf und Ab, wobei das Ab eindeutig überwiegt, zur Röthelmoosalm (876 m) mit der bewirtschafteten Dandlalm (geöffnet von Mitte Mai bis Ende Oktober). Nach der verdienten Einkehr am Fuß der markanten Hörndlwand wartet zum Finale eine schöne Abfahrt entlang der Urschlauer Ache zurück zum Ausgangspunkt.
- Ausgangspunkt: Parkplatz Urschlau
- Distanz: 17,5 km
- Höhenunterschied: 475 m
Bayerische Voralpen: Schwarzentennalm
Ein Klassiker ist die gemütliche Bikerunde um den Hirschberg am Tegernsee. Eine lange Genusstour, die lediglich bei kurzen Anstiegen zwischen Wildbad Kreuth und Klamm sowie einem längeren Bergauf zur Schwarzentennalm anstrengend ist, ansonsten rollt man überaus entspannt durch die Bergwelt südlich des Tegernsees.
Die Tour startet in Bad Wiessee am Tegernsee und verläuft teilweise parallel zum Weißbach über Kreuth taleinwärts zum Parkplatz Klamm, wechselt dort die Talseite und führt abschnittsweise etwas anstrengend zum schönen Almgelände mit der bewirtschafteten Schwarzentennalm (1027 m).
Im Anschluss sind es noch ein paar Höhenmeter zum Scheitel der Tour, ehe es nur noch bergab geht. Zumindest wenn man der Straße entlang des Söllbachs folgt, auf der man nahezu ohne zu treten kilometerweit hinaus zum Ausgangspunkt rollt. Wer die Variante über den Bauer in der Au wählt (ist derzeit leider nicht bewirtschaftet), der muss noch einen kurzen Gegenanstieg in Kauf nehmen. Doch die Strecke über die sonnige Wiesenterrasse lohnt sich.
- Ausgangspunkt: Bad Wiessee, Parkplatz Söllbach (gebührenpflichtig)
- Distanz: 27 km
- Höhenunterschied: 340 m
Ammergauer Alpen: Um den Trauchberg
"Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht" - selten war das so wahr wie auf der Tour um den Trauchberg. Wer sich von Unternogg südwestlich von Bad Kohlgrub auf den Weg macht, kann kaum glauben, wie riesig das Waldgebiet zwischen Unterammergau und Halblech ist. Kilometerweit rollt man durch dichte Bergwälder, in die sich kein Wanderer verirrt - zu groß sind die Distanzen, zu uninteressant die Gipfel am Nordrand der Ammergauer Alpen. Doch für Mountainbiker sind die vielen Forstwege ideal. Und da zähe Steigungen die Ausnahme sind, ist die durchgehend beschilderte Trauchbergrunde auch für Bike-Neulinge perfekt geeignet. Allerdings sollten die eine gewisse Grundkondition mitbringen, denn auf knapp 40 Kilometern Länge summieren sich die Anstiege auf gut 600 Meter.
Die ersten Kilometer führt der Forstweg neben der sanft dahinfließenden, glasklaren Halbammer flach taleinwärts. Erst wenn man warmgefahren ist, kommen die ersten Steigungen, die allerdings immer wieder durch Flachstücke unterbrochen sind. Rund 300 Meter nach der Mardersteighütte zweigt rechts ein Fußweg ab, der über einen Bach zu einer parallel verlaufenden Forststraße führt und damit zum Start der ersten langen Abfahrt hinunter zum Blässlingmoos.
Von dort geht es flach, wenn auch stetig steigend entlang des Wassergrabens zur Wasserscheidhütte (1085 m), einer traumhaften Hochebene mit tollen Ausblicken. Der Übergang ist gleichzeitig der Beginn einer kilometerlangen Abfahrt hinaus nach Halblech. Hier ändert sich das Landschaftsbild: Über freie Wiesenflächen radelt man weiter nach Trauchgau und erreicht über die nach König Ludwig II. benannte Königsstraße wieder den Startpunkt.
- Ausgangspunkt: Wanderparkplatz westlich vom Forsthaus Unternogg
- Distanz: 37 km
- Höhenunterschied: 620 m
Allgäuer Alpen: Giebelhaus
Die Allgäuer Alpen mit ihren kilometerlangen, für den Autoverkehr gesperrten Täler sind perfekt für Mountainbiker, die ihr Glück nicht in knackigen Rampen suchen, sondern genussreich durch die Bergwelt radeln möchten. So wie das Ostrachtal bei Bad Hindelang, das über Hinterstein zum Giebelhaus zieht und Rennradler wie Mountainbiker gleichermaßen anzieht. Die Straße ist durchgehend asphaltiert und wird auch von dem regelmäßig fahrenden Wanderbus genutzt, der die vielen Ausflügler von Hinterstein zum Giebelhaus (1063 m) und damit zum Start zahlreicher Wandertouren bringt.
Als Ausgangspunkt eignet sich der große Parkplatz Säge vor dem Ortseingang von Hinterstein. Wer nach der gut zehn Kilometer langen Strecke, die gleichmäßig und nicht zu anstrengend bergauf führt, am Giebelhaus noch nicht ausgelastet ist, der fährt weiter ins Obertal, wo mit dem Engeratsgundhof, der Sennalpe Laufbichl und der Alpe Plättele gleich drei Einkehrmöglichkeiten warten (plus 4 km einfach, plus 280 Hm).
Mountainbike-Reviere in Deutschland
Doch auch in Deutschland lockt die ein oder andere Region mit Trails, die Mountainbiker-Herzen höher schlagen lassen. Wir stellen Euch im Folgenden 10 Mountainbike-Reviere quer durch Deutschland vor.
- Bikewald Spessart: Im Bikewald Spessart finden sich ausgeschilderte Strecken in drei Anforderungsstufen mit einer Gesamtlänge von 875 km.
- Fränkische Schweiz: Mit Gipfelhöhen von um die 500 Meter ist die Fränkische Schweiz in Bayern ein eher mittleres Mittelgebirge. Auf 10 ausgeschilderten Routen von 10 bis 42 Kilometer Länge können Mountainbiker sich ihren Weg durch die Fränkische Schweiz bahnen.
- MTB-Zentrum Heiligenstadt: Auf den drei Routen "Matzenstein", "Geisberg-Tour" und "Altenberg-Tour" wartet hier auf insgesamt 130 Kilometern Länge und 2.400 HöhenmeternBikespaß pur auf Euch. Das Bike-Revier ist zum Großteil anspruchsvoll!
- Eifel: Radwanderer fühlen sich seit jeher in der Eifel wohl. Auch Mountainbiker kommen hier voll auf ihre Kosten und können hier urige Dörfer, weite Aussichten und dichte Wälder entdecken.
- Westerwald: Der Westerwald st definitiv eine Region, in der Mountainbiker voll auf ihre Kosten kommen: flowige Trails, Strecken- oder gemütliche Rundtouren. Insgesamt rund 80 Kilometer sind im Nördlichen Westerwald durchgängig beschildert und laden zu Naturerlebnissen ein.
- Winterberg: Winterberg liegt im Sauerland und ist umgeben von den höchsten Bergen Westdeutschlands. Die Bike Arena Sauerland misst eine unglaubliche Länge von 1.700 km! Winterberg liegt inmitten dieser Bike-Strecke mit 600 km ausgewiesenen Radwegen.
- Ruhrgebiet: Das Mountainbiken im Ruhrgebiet gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Auf den Halden Hoheward und Hoppenbruch an der Stadtgrenze Herten/Recklinghausen ist es erlaubt!
- Zittauer Gebirge: Obwohl das Zittauer Gebirge nur eine Fläche von knapp 50 Quadratkilometer hat, hat es mit seinen vielgestaltigen Sandsteinbergen landschaftlich einiges zu bieten - nicht umsonst wird es auch "Singletrail-Paradies" genannt.
- Teutoburger Wald: Die für Mountainbiker wohl interessantesten Teile liegen vor allem bei Tecklenburg bis hin zu den Dörenther Klippen.
- Naturpark Solling-Vogler: Der Naturpark Solling-Vogler dehnt sich mit rund 54.000 Hektar aus. Analog zum Skifahren sind die Routen in blaue, rote und schwarze Routen unterteilt.
- Deister: Große Deister im Calenberger Bergland ist ein wahres Naturparadies: Alle erdenklichen Schattierungen der Farbe Grün, Vogelgezwitscher und Berge bis auf 405 Meter Höhe.
Flowtrails im Spessart
- Auf dem Flowtrail im Haseltal bei Bad Orb erwarten Dich drei Trails und ein Übungstrail mit über zehn Kilometern Strecke.
- Mountainbiker aus ganz Deutschland genießen landschaftlich herrliche Abfahrten durch den Spessartwald.
- Der naturbelassene Trail schlängelt sich mit mäßigem Gefälle, kleinen Gegenkurven und einer welligen Streckenführung unter Ausnutzung des natürlichen topographischen Geländes von der Wegscheide bis ins Haseltal.
- Unterschiedliche Fahrtechnikelemente aus Naturmaterialien sorgen für Abwechslung.
- Sanft geht es auf dem Flowtrail Bad Orb zu. Wie der Name schon sagt, setzt man hier auf das flüssige und kontrollierte Bikeerlebnis. Aber auch der Spaßfaktor kommt dabei nicht zu kurz.
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