Base Layer Rennrad Test: So bleiben Sie warm und trocken auf dem Fahrrad

Das Unterhemd spielt eine Schlüsselrolle als erste Bekleidungsschicht beim Radfahren im Winter. Es schützt davor, dass Sie frieren oder durch übermäßiges Schwitzen und anschließendes Auskühlen unangenehm nass werden.

Materialien im Test: Merinowolle und Funktionsfaser

In unserem Test haben wir sowohl Herren- als auch Damenmodelle untersucht, die nicht aus traditioneller Baumwolle, sondern aus fortschrittlichen Materialien gefertigt sind. Baumwolle würde wahrscheinlich zu schnellem Wechsel zwischen Schwitzen und Frieren führen. Die getesteten Baselayer sind aus Kunstfasern wie Polypropylen, Polyester und Polyamiden, aus Merinowolle oder aus einer Kombination von synthetischen und natürlichen Fasern hergestellt.

Merinowolle: Die natürliche Alternative

Merinowolle werden ähnlich gute Eigenschaften nachgesagt, weshalb das Material seit ungefähr einem Jahrzehnt für Sport- und Outdoor-Equipment sehr angesagt ist. Zwar ist die Wolle etwas schwerer und auch nicht ganz so formstabil wie die besten Funktionsfasern. Dafür hat Merinowolle einen entscheidenden Vorteil: Sie stinkt nicht.

Ein Merino­shirt macht problemlos eine Arbeitswoche mit und muss zwischendurch nur gelüftet werden.

Funktionsfasern: Für intensive Einheiten

Hochentwickelte Funktionsfasern sind toll für Radsportler bei intensiven Einheiten. Schweiß wird von den dünnen Fasern schnell vom Körper weggeleitet, so kann sich die Feuchtigkeit nicht sammeln. Da Sportler bei ihren Einheiten selbst viel Wärme produzieren, isolieren die dünnen Shirts weniger gut als die Produkte aus Naturfasern.

Die Testkandidaten im Detail

Unser Baselayer-Check hat gezeigt, dass es - grob gesagt - zwei Konzepte gibt, die für Radfahrende in Frage kommen: Shirts für Sportliche und vielseitige Outdoor-Unterhemden. Radsport-Baselayer sind für die Position auf dem Rennrad geschnitten, mit einer verlängerten Rückenpartie und eng gefertigten Ärmeln. Überdies sollen sie direkt am Körper anliegen und sind für eine bessere Belüftung und Feuchtigkeitsabfuhr kons­truiert. Beispiele in unserem Testfeld sind die Baselayer von Agu, Castelli oder Gore.

Den sportlichen Unterhemden gegenüber stehen die Outdoor-Allrounder: Baselayer, die nicht speziell für Radsportler geschnitten sind, also ebenso gut zum Wandern oder Skifahren angezogen werden können. Sie sitzen meist etwas lockerer und passen besser zu einer aufrechten Sitzposition. Artilect, Bergans oder Löffler beispielsweise stellen solche vielseitig einsetzbaren Baselayer in unserem Test.

Falke Wool-Tech Light: Unser Kauftipp

Fazit: Mit dem Wool-Tech Light haben die Unterwäscheexperten von Falke mal wieder geliefert. Das Langarm-Shirt mit 55 Prozent Wollanteil ist - der Name lässt es vermuten - schön leicht und hält den Körper beim Sport im Winter dennoch ausgezeichnet warm. Auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch problemlos einsetzbar. Einzigartig im Test: Der Baselayer von Falke ist made in Germany. Mit nur 148 Gramm (Größe M) passt das müffelfreie Wool-Tech Light in jede Bikepacking-Tasche. Perfekt für die Reise, Sport im Winter oder den täglichen Weg zur Arbeit.

Weitere getestete Baselayer

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung weiterer getesteter Fahrrad-Baselayer:

  • Agu Winterday: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, könnte für Vielschwitzende bei höheren Temperaturen zu nass werden.
  • Alé Intimo Wool: Eng anliegende Passform für sportliches Radfahren, wärmt auch an kälteren Tagen gut.
  • Artilect Flatiron: Dickeres Shirt mit Reißverschluss zur Belüftung, eher für bequemes E-Citybike geeignet.
  • Bergans Inner Pure Longsleeve: Bequemer Woll-Baselayer mit Mesh-Öffnungen zur Belüftung, ideal auch für Radfahrer.
  • Castelli Flanders Warm LS: Für den Einsatz auf dem Rennrad ausgelegt, liegt sehr eng an und ist am Rücken etwas länger geschnitten.
  • DeMarchi Carezza: Überzeugt in den Punkten Preis-Leistung und Qualität gleichermaßen, besteht zu 100 Prozent aus Merinowolle.
  • Endura Baabaa: Legerer Schnitt, spricht Fahrerinnen und Fahrer der Mountainbikefraktion an, in vielen bunten Farben erhältlich.
  • Giro Chrono LS: Gute Wahl für alle, die sich im Winter viel bewegen, performt so, wie man es von Marken-Sportartikeln erwartet.
  • Gonso Peniche/Lissabon: Gelungenes und vergleichsweise günstiges Modell, das sich für Radfahrer aller Kategorien eignet.
  • Gore Thermoshirt: Eher etwas für Radsportler, Läufer oder Wintersportler, die sich mit hoher Intensität bewegen.
  • Löffler Transtex: Funktioniert einwandfrei bei Aktivitäten im mittleren Intensitätsbereich, ideal für Stop-and-go-Aktivitäten draußen.
  • Odlo Revelstoke: Funktioniert nicht nur hervorragend, das in modischen Farben erhältliche Shirt sieht auch super aus.
  • Q36.5: Performt an langen Wochenendtagen im Winter, an- und ausziehen sind relativ umständlich.
  • Skinfit: Immer eine gute Wahl, vielseitig einsetzbar und qualitativ hochwertig.
  • Woolpower Crewneck 200: Perfekt für E-Biker und alle, die draußen nicht so viel schwitzen, kann problemlos auch solo in der Freizeit getragen werden.

Kaufberatung: Fahrrad-Unterhemden

Grundsätzlich gilt: Je höher das Aktivitätsniveau, desto leichter darf der Baselayer auch im Winter sein und umso mehr kommen die Vorteile von Funktionsfasern zum Tragen. Wer entspannter unterwegs ist, womöglich sogar auf dem E-Bike nicht so sehr ins Schwitzen kommt, der fährt mit einem höheren Wollanteil im Baselayer besser. Für Vielfahrende sollte die nicht stinkende Marinowolle zumindest einen größeren Anteil im Baselayer haben. So vermeiden Sie häufige Waschgänge.

Das schont nicht nur die Umwelt und spart Energie, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Produkte.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Funktionsunterhemden

Was sind die Vorteile von Unterhemden aus Merinowolle?

Merinowolle, die von Merinoschafen gewonnen wird, ist eine Naturfaser. Auf der Haut fühlt sie sich weicher an als normale Schurwolle. Im Sommer wirkt das Material kühlend im Winter isoliert es die Wärme. Besonders beliebt ist Merinowolle im Outdoor- und Fahrradbereich, weil sie auch nach mehrmaligem Tragen nicht zu stinken anfängt. In der Regel reicht es aus, die Baselayer, Trikots oder T-Shirts nach der Aktivität gut zu lüften.

Ist Merinowolle besser als Funktionsfaser?

Unser Test hat gezeigt: Merinowolle kommt in puncto Atmungsaktivität und Schweißabtransport schon sehr nah an die besten Synthetikfasern heran. Ob Merinowolle besser als Funktionsfaser ist, lässt sich pauschal nicht sagen, hier kommt es auf die Qualität des Produkts und den Materialmix an. Im Vorteil ist Merinowolle bei der Alltagstauglichkeit, da sie auch nach mehrmaligem Tragen nicht so leicht zu stinken anfängt.

Welche Ärmel sind für Baselayer am besten?

Funktionsunterhemden gibt es ärmellos, mit kurzen Ärmeln (T-Shirt) oder als Langarm-Baselayer (von uns getestet). Im Sommer sind ärmellose Baselayer für den Einsatz unter dem Radtrikot die beste Wahl. Im Winter kommt es darauf an, wie warm ihre Radjacke ist, beziehungsweise wie empfindlich Sie auf Kälte reagieren. Bei einer gut isolierenden Radjacke kann ein Kurzarm-Baselayer bisweilen die bessere Option sein.

Wie sollte ich mich im Winter auf dem Fahrrad anziehen?

Mehr ist nicht zwangsläufig besser! Bedenken Sie, dass Sie beim Radeln warm werden. Egal ob zwei, drei oder gar vier Schichten: Beim Start sollten Ihnen etwas kühl sein, wenn Sie nach fünf Minuten auf "Betriebstemperatur" sind und dann nicht übermäßig zu schwitzen anfangen, haben Sie alles richtig gemacht.

Was ist die beste Bekleidung fürs E-Bike-Fahren im Winter?

Auf dem E-Bike kommen Sie weniger ins Schwitzen als auf dem Fahrrad und produzieren dementsprechend auch weniger Wärme. Hier können Sie sich mehr an Ihrer Winter-Alltagskleidung orientieren und müssen sich nicht so dünn anziehen wie auf dem Trekkingrad oder Gravelbike.

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