Es regnete nicht nur gefühlt die ganze Zeit - auch statistisch waren die Monate Juni, Juli und August die regenreichsten seit zehn Jahren. Wer ausgiebige Touren unternahm und nach einem vielversprechenden Frühjahr weiter fleißig Kilometer sammelte, der war entweder hart im Nehmen oder verfügte am Rad über: Schutzbleche. Nun steht die Hochsaison fürs Radeln bei unwirtlichem Wetter an - höchste Zeit für unseren Test von je vier Modellen zur Fest- und Schnellmontage.
Wozu dient das Schutzblech am Fahrrad?
Fahren Sie durch Pfützen oder auf einer regennassen Straße, verhindert das Schutzblech, dass Sie von Wasser und Matsch durchnässt werden. Schutzbleche sind also vor allem beim Fahrradfahren im Regen sinnvoll.
Muss ein Fahrrad über ein Schutzblech verfügen?
Laut Gesetzgeber gehören Schutzbleche nicht zur vorgeschriebenen Ausstattung für ein verkehrssicheres Fahrrad. In den Paragraphen 63 bis 67 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) sind alle Ausrüstungsgegenstände aufgeführt, die ein verkehrssicheres Fahrrad aufweisen muss. Dort ist von einem Fahrrad-Schutzblech nicht die Rede.
Lassen sich Schutzbleche nachrüsten?
Fast jedes Fahrrad kann mit Schutzblechen ergänzt werden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Belche mit dem Rad kompatibel sind. Einem Mountainbike (MTB) fehlt ein Schutzblech üblicherweise, wenn Sie es im Laden kaufen. Wenn MTB-Fahrer über Geländepisten fahren, werden sie sowieso häufig schmutzig, weshalb ein Schutzblech hier eher wenig helfen würde. Dafür bringt ein solches Blech mehr Gewicht mit sich und es besteht bei abenteuerlichen Cross-Strecken die Gefahr, dass diese leicht brechen.
Meistens fehlt ein Schutzblech auch beim Rennrad. Wenn es in erster Linie darum geht, möglichst hohe Geschwindigkeiten mit dem Rad zu erreichen, muss es leicht und windschlüpfrig gebaut sein. Hier würde ein Schutzblech für unnötiges Gewicht und zusätzlichen Luftwiderstand sorgen.
Welche Schutzblech-Art ist die richtige für mein Rad?
MTB, Rennrad oder Citybike - jedes Fahrrad besitzt unterschiedliche Eigenschaften, die sich auf die Auswahl des geeigneten Schutzblechs auswirken. Welche Geometrie hat dein Fahrrad? Sind bereits Vorbohrungen oder Aufnahmen für Schutzbleche vorhanden?
Für einen optimalen Spritzschutz ist es wichtig, dass die Größe des Schutzbleches zur Laufradgröße passt. Die Breite sollte 1 Zentimeter größer sein als der Reifen (an jeder Seite ca.
Du möchtest das Schutzblech bei gutem Wetter einfach und schnell abmontieren können - ohne Werkzeug? Dann kommen Radschützer zum Einsatz, die mit Gummi- oder Klettstraps befestigt und nicht verschraubt werden.
Hier gibt es nicht viele Optionen: Felgen- oder Scheibenbremse. Doch Vorsicht: einige Schutzbleche sind nicht für beide Arten von Bremse geeignet.
Durch Schutzbleche wird dein Fahrrad vielleicht nicht schöner, dafür aber das Fahren. Manche Schutzbleche integrieren sich perfekt am Fahrrad, so dass Bike und Blech eine Einheit bilden - im Kampf gegen Wasser und Schlamm.
Tipp: Der OrangeStore von SKS GERMANY schlägt euch je nach Radkategorie, Einsatzbereich, Laufradgröße, Reifenbreite und Material das passende Schutzblech vor.
Feste Schutzbleche und Steckschutzbleche
Du hast die Auswahl zwischen zwei Arten von Schutzblechen. Für die klassischen geschraubten Schutzblechen muss der Rahmen deines Rads die entsprechenden Vorrichtungen haben. Geschraubte Schutzbleche sind in der Regel dauerhaft und stabil am Rad montiert.
Steckschutzbleche hingegen passen an so gut wie jeden Rad und lassen sich bei Bedarf schnell an dein Racebike, Trekkingrad oder MTB montiert und auch wieder abnehmen.
Einige Schutzbleche werden fest an den Gabeln der Räder verschraubt. Dadurch besteht keine Gefahr, dass diese sich bei der Fahrt plötzlich lösen können. Ein Steckschutzblech hingegen wird nicht fest am Rad montiert, sondern bei Bedarf nur aufgesteckt.
Materialien von Fahrrad-Schutzblechen
Viele Schutzbleche sind aus Metallen wie Aluminium oder Stahl hergestellt. Sie können sich aber auch ein Schutzblech aus Holz selber bauen, indem Sie mehrere Sperrholzschichten in gebogenem Zustand aufeinander leimen.
Kaum Unterschiede gibt es hinsichtlich des Materials: Kunststoff ist Trumpf. Einzig Specialized verwendet bei seinem Testsieger-Set wärmebehandeltes Aluminium. Carbon-Modelle wie die Flexi-Carbon für 170 Euro, die wir in TOUR 11/2019 testeten, sind teuer und sehr selten.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Wenn Sie ein geeignetes Fahrrad-Schutzblech suchen, sollten Sie darauf achten, dass es etwas breiter als die Reifen ist, weil nur so Schmutz und Wasser abgefangen werden können, welcher von den Reifen aufgewirbelt wird. Generell sollte der Spritzschutz an jeder Seite ungefähr 3 Millimeter breiter sein als der Reifen.
Ein Schutzblech mit U-Profil kann sich teilweise um den Reifen legen und den Fahrer so noch besser schützen. Benötigen Sie ein Schutzblech für Mountainbike oder Rennrad, so können Sie ein Set aus Vorder- und Hinterblech erwerben, was je nach Ausführung und Material zwischen 15 und 50 Euro kostet.
Bei einem Fahrrad-Schutzblech kann die Befestigung meistens über Gewindeösen erfolgen, die an den Radgabeln zu finden sind. Dort können Sie das Blech festschrauben. Bei Rennrädern und MTBs fehlen diese Ösen jedoch meist, weshalb Sie in diesem Fall Schutzbleche suchen sollten, die sich auch ohne Schrauben und Ösen montieren lassen.
Wenn Sie einen Spritzschutz an Ihr MTB anbringen wollen, sollten Sie darauf achten, dass der Abstand zwischen Blech und Reifen groß genug ist. Generell wird hierbei ein Zentimeter als Richtwert angegeben.
Montage-Tipps für Rennrad-Schutzbleche
Keine Eile, bitte: Die Montage fester Schutzbleche am Rennrad braucht Zeit, weil oft individuelle Anpassungen erforderlich sind. Aber auch der Anbau von Steckblechen zur gelegentlichen Nutzung will vorbereitet sein.
Richtige Breite der Schutzbleche
Als Faustformel für die passende Breite eines Schutzbleches empfiehlt sich an beiden Rändern je ein halber Zentimeter Überstand. Für 28-Millimeter-Pneus sollte das Schutzblech demnach rund 38 Millimeter breit sein. Gleichzeitig müssen Sie darauf achten, dass die Schmutzfänger noch durch die Streben beziehungsweise Gabel passen.
Abstand halten
Die Schutzbleche sollten mindestens einen Zentimeter Abstand vom Reifen haben, vor allem bei grobstolligem Profil, damit aufgewirbelte oder im Profil steckende Steine sich nicht verklemmen können.
Befestigungspunkte überprüfen
Vor dem Kauf von passenden Schutzblechen sollten Sie Ihr Rennrad hinsichtlich möglicher Befestigungspunkte unter die Lupe nehmen. Vor allem Gravelbikes verfügen inzwischen zwar über entsprechende Montageösen, die aber nicht zwingend an der richtigen Stelle sitzen.
Schutzfolie verwenden
Bei vielen Schmutzfängern zur Schnellmontage zählt eine Schutzfolie zum Lieferumfang. Diese sollten Sie zwischen Schutzblech und Rahmen/Gabel anbringen, um den Lack zu schonen.
Passendes Werkzeug
Insbesondere bei Festmontage-Schutzblechen sollten Sie daran denken, dass die Streben möglicherweise mit einem Bolzenschneider oder einer kleinen Eisensäge gekürzt werden müssen.
Vorsicht bei der Anpassung
Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie die Streben erst kürzen, nachdem die Schutzbleche endgültig montiert sind und Sie den Reifenfreigang überprüft haben. Andernfalls lassen sich diese möglicherweise nicht mehr am Rahmen befestigen. Um sich an den scharfen Enden nicht zu schneiden, können Sie diese mit Kunststoffkappen abdecken.
Weitere Tipps zu Rennrad-Schutzblechen:
- Schellen zum Nachrüsten: Befinden sich an Ihrem Rennrad keine Befestigungsösen, können Sie den Rahmen mit speziellen Schellen nachrüsten. Messen Sie vor dem Kauf unbedingt die Rohrdurchmesser.
- Spritzschutz verlängern: Um den Nässeschutz am Vorderrad zusätzlich zu erhöhen, können Sie sich selbst einen Spritzlappen basteln. Hierfür eignet sich beispielsweise ein alter Reifen. Markieren Sie die notwendigen Löcher, falten Sie den Reifen an der markierten Stelle über Kreuz und schneiden Sie die Ecke ab. Abschließend befestigen Sie den Lappen mit Kabelbindern am Schutzblech. Der Schützer sollte rund zehn Zentimeter über dem Boden enden.
Test-Fazit zu den Rennrad-Schutzblechen
Steckbleche sind in der Regel schnell montiert und leicht, eignen sich aber eher für gelegentlichen Einsatz bei Nässe. Wer unabhängig von der Wettervorhersage Rad fahren will, sollte zu fest montierten Blechen greifen. Mit den Besten bleiben Rücken und Füße auch bei längeren Regenfahrten trocken. Die Montage kann allerdings zur Geduldsprobe werden. Wichtig vor dem Kauf: Befestigungspunkte am Rad checken!
Getestete Rennrad-Schutzbleche zur Festmontage
Alle fest zu montierenden Schutzbleche aus unserem Test schützen gut bis sehr gut vor Nässe. Am besten gelingt das den Specialized Dry-Tech Fender - kein Schutzblech-Set umschließt die Laufräder auf größerem Umfang als das der US-Amerikaner. Dadurch schützt man nicht nur die eigenen Füße und den Rücken zuverlässig, beim Windschattenfahren behält auch der Hintermann den nötigen Durchblick.
Die robusten Aluminium-Bleche sind mit 80 Euro aber auch die mit Abstand teuersten Modelle im Test. Das in drei Größen erhältliche Set bietet Platz für bis zu 55 Millimeter breite Reifen - damit eignet es sich auch für Gravelbikes. Knapp dahinter reihen sich die ebenfalls in drei Varianten erhältlichen Bontrager NCS ein. Mit mehr als 600 Gramm sind diese zwar das schwerste Set im Test, doch darauf sollte man bei Schutzblechen nicht allzu großen Wert legen, sie bleiben ja in der Regel nicht dauerhaft am Rad.
Die schlechteste Gesamtnote bei den festen Schutzblechen geht an die Procraft Rainbow. Sie haben uns bei der Montage am meisten Geduld abverlangt. Zwar mussten wir auch bei den Schmutzfängern von Bontrager und SKS zum Bolzenschneider greifen, um die Streben zu kürzen, bei Procraft erwiesen sie sich allerdings als besonders widerspenstig. Außerdem sind die Kanten der Schützer kaum gerundet, der Kunststoff ist insgesamt sehr weich. Hier punkten die tadellos verarbeiteten SKS Bluemels Shiny 35. In Sachen Sicherheit bieten die Schützer von Procraft und SKS einen Auslösemechanismus: Verfängt sich ein Zweig zwischen Schutzblech und Rad, entkoppeln sich die Streben, damit das Rad nicht blockiert. Den Schmutzfängern der beiden US-amerikanischen Hersteller fehlt diese Lösung.
Tabelle: Getestete Rennrad-Schutzbleche zur Festmontage
| Modell | Preis | Breite (Millimeter) | Gewicht (Gramm) | Fazit |
|---|---|---|---|---|
| Bontrager: NCS | 50-60 Euro | 25, 35, 45 | 617 | Die glänzenden Kunststoff-Bleche lassen sich relativ schnell montieren, die Streben können einfach angepasst werden. Schwerstes Set im Test. |
| Procraft: Rainbow | 36 Euro | 35, 45, 50 | 454 | Bei der Montage ist auch wegen der knapp gehaltenen Anleitung Geduld gefragt. Ist das glänzende Kunststoff-Set dann aber am Rad angebracht, erfüllt es seinen Zweck und schützt vor Spritzwasser. |
| SKS: Bluemels Shiny 35 Black Set | 26 Euro | 28 | 474 | Tadellos verarbeitet, mit Sicherheits-Clip zum Lösen der Streben. Kritikpunkt: Die Strebenlänge am hinteren Schützer war bei der Montage am Testrad weitgehend ausgereizt. |
| Specialized: Dry-Tech Fender | 80 Euro | 35, 42, 55 | 595 | Der Testsieger schmiegt sich weit um den Reifen und bietet einen exzellenten Spritzschutz. hochwertig verarbeitet. Vergleichsweise schwer und relativ teuer. |
Getestete Rennrad-Schutzbleche zur schnellen Montage
Im Gegensatz zu den festmontierten Schutzblechen muss man bei den Schnellmontage-Modellen kleinere Abstriche beim Nässeschutz in Kauf nehmen. Am besten schneiden hier die SKS Speedrocker ab, die Reifen bis zu 42 Millimeter umschließen und laut Herstellerangaben speziell für Gravelbikes entwickelt wurden.
Auch die BBB SlimGuard halten einen trocken - allerdings mit Einschränkungen. Der Grund: Die Schmutzfänger passen ausschließlich an Felgenbremsen-Räder mit einfachem Bremsbolzen, sind nur für Reifen bis maximal 28 Millimeter geeignet und benötigen genügend Freiraum zwischen Sitzrohr und Reifen.
Bei unserem Testmodell, einem älteren Scott Foil, war das nicht der Fall. Aus diesem Grund mussten wir auf das steckbare Teilstück zwischen Sitzstreben und Sitzrohr verzichten - und wurden entsprechend an den Füßen nass. Nur bedingt empfehlenswert sind die - nur einzeln erhältlichen - Gravelhugger von Mudhugger. Das hintere Blech schützt aufgrund der Befestigung an den Sitzstreben nur Po und Rücken. Füße und Antrieb bekommen ordentlich Spritzwasser und Dreck ab - außer man ist zum Improvisieren bereit und verlängert das Schutzblech selbst.
Die Befestigung mit Gummiringen und Kabelbindern ist simpel, dafür geht sie am schnellsten. Besser gefiel uns die Befestigung der Crud Roadracer MK3. Dank eines äußerst stabilen und klebbaren Klettverschlusssystems lässt sich das Schutzblech-Set an nahezu jeder Rahmenform anbringen und mühelos ausrichten. Leider wirkt der Kunststoff billig und ist vergleichsweise weich. Mit 248 Gramm sind die Roadracer dafür das leichteste Set im Test.
Tabelle: Getestete Rennrad-Schutzbleche zur Schnellmontage
| Modell | Preis | Breite (Millimeter) | Gewicht (Gramm) | Fazit |
|---|---|---|---|---|
| BBB: SlimGuard | 50 Euro | 28 | 365 | Die schmalsten Schutzbleche im Test lassen sich nur an Bremsbolzen und Schnellspannachse anbringen. Bei Aero-Rennern muss man auf das Steckblech zwischen Sitzstrebe und Sitzrohr wegen des fehlenden Freiraums verzichten. |
| Crud: Roadracer MK3 | 40 Euro | 38 | 248 | Das lange vordere Schutzblech schützt gut vor Nässe, das assymetrische hintere hält den Antrieb relativ trocken und sauber. Abzüge gibt es wegen des Materials, der Kunststoff wirkt billig und ist vergleichsweise weich. |
| Mudhugger: Gravelhugger Front & Rear | 56 Euro | 50 | 262 | Bis zu 50 Millimeter breite Schlappen haben unter den Kunststoff-Blechen Platz; wenig Nässeschutz, vor allem hinten, weil das Schutzblech nur bis zu den Sitzstreben reicht. Sehr einfach zu montieren. |
| SKS: Speedrocker | 50 Euro | 42 | 415 | Empfehlung vor allem für Gravelbikes. Vielfältig einstellbar, guter Spritzschutz. Vergleichsweise schwer. |
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