Motorradbekleidung: Arten, Materialien und Sicherheitsstandards

Sicherheit ist käuflich - mit der richtigen Motorradkleidung. Doch die ist nicht leicht zu finden. Die richtige Motorrad-Schutzkleidung und der korrekte Helm können Leben retten und verhindern, dass im Fall eines Unfalls Ansprüche gekürzt werden. ADAC Fahrzeugtechnik und Clubjuristen klären auf, worauf es ankommt.

Textil oder Leder?

Der Siegeszug der Textilkombis scheint unaufhaltsam: Sie sind leicht, bequem, relativ wetterfest und haben ein hohes Sicherheitsniveau erreicht. Doch selbst hochwertigstes Kunstfaser-Gewebe erreichte bei ADAC Prüfungen nicht die Abriebfestigkeit eines guten Leders.

Ein weiteres Argument spricht für Leder: Bei gut anliegenden Lederkombis sitzen die eingearbeiteten Protektoren zuverlässiger an ihrem Einsatzort als in den meist weiter geschnittenen Textilanzügen.

Und was ist mit dem Hitzestau im Sommer? Perforierungen und "Cool Leather", das dank Spezialbehandlung die Sonnenstrahlung abweist, sollen hier helfen. Weiterer Trend: Hydrophobiertes (wasserabweisendes) Leder in Verbindung mit innen aufgebrachter Funktionsmembran (z.B. GoreTex). Das hält auch längeren Regengüssen stand. Übrigens: Bei strammem Dauerregen ist eine gute Regen-Überziehkombi immer noch die dichteste aller Lösungen.

Schutzpolster und Protektoren

Den Namen "Protektor" dürfen streng genommen nur Schutzpolster tragen, die nach der europäischen Norm 1621-1, -2 und -3 geprüft sind. Beworben werden diese Protektoren als "CE-geprüfte Protektoren". Ihre Aufgabe: Beim Sturz die Aufprallenergie aufnehmen, auf eine größere Fläche verteilen und das Durchschlagen spitzer Gegenstände vermeiden. Ganz einfach: Je dicker ein Protektor ist und je größer die Fläche, die er abdeckt, desto höher die Sicherheit bei einem Unfall.

Gut ausgerüstete Kombis müssen dabei keineswegs unbequem sein. Immer häufiger kommen Hightech-(PU-)Schaumstoffe zum Einsatz, die beim Tragen flexibel sind und sich erst beim Aufprall verhärten.

Vorsicht vor dünnen Rückenprotektoren in zweiteiligen Low-Cost-Kombis: Sie sind nicht selten aus billigem Schaumstoff gefertigt und decken wichtige Bereiche der unteren Wirbelsäule gar nicht ab. Hier hilft nur eines: Diese Pseudo-Schützer entfernen und einen separaten, hochwertigen Rückenprotektor unter der Kombi-Jacke tragen! Und wo sollte ein sicherer Motorradanzug Protektoren haben? Am besten an Schulter, Ellenbogen, Rücken, Hüfte, Gesäß, Knie, Schienbein und Fußknöchel.

Tipps zur Anprobe

Absolutes Muss: kompetente Beratung und kein Zeitdruck! Ein guter Verkäufer muss erkennen, was der Kunde wirklich benötigt, welcher Fahrertyp er ist, welche Schutzkleidung für ihn sinnvoll ist. Unbedingt mehrere Anzüge - und das stets auch auf dem Motorrad - anprobieren. Dabei kontrollieren: Drücken Falten in den Kniekehlen oder im Beckenbereich?

Dann ein prüfender Blick auf Reißverschlüsse und Nähte: Sind sie stabil? Grundsätzlich gilt: Viele Nähte, viele Schwachstellen! Bei Textilanzügen lohnt ein Blick auf herausnehmbare Protektoren: Tragen sie das CE-Zeichen? Weiter wichtig: Sitzt die Textilkombi noch gut, wenn das Innenfutter entfernt ist? Und passt unter das Leder-Outfit noch wärmende Funktionskleidung?

Bußgeld bei nicht geeignetem Helm

Ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro droht, wenn während der Fahrt kein oder kein geeigneter Schutzhelm getragen wird. Die aktuelle Version ist die Norm ECE-R 22.06, mit der seit 2022 geprüft wird. Mittlerweile dürfen keine Helme mehr mit der früheren Norm ECE 22.05 produziert werden.

Außerdem ist in vielen europäischen Reiseländern diese Norm ohnehin zwingend und wer ohne einen so gekennzeichneten Helm fährt, dem drohen hohe Bußgelder oder sogar Einziehung seines Motorrades! Man sollte also darauf achten, dass der Helm in jedem Fall einen entsprechenden Aufnäher im Helmfutter oder auf dem Kinnband hat.

Unfall ohne Schutzkleidung

Obwohl gesetzlich - anders als bei der Helmpflicht - das Tragen von Motorradschutzkleidung nicht vorgeschrieben ist, ist in der Rechtsprechung eine Tendenz zu beobachten, schuldlos geschädigten Motorradfahrern wegen des Nichttragens von Schutzkleidung Ansprüche zu kürzen.

So hat das OLG Brandenburg (Az.: 12 U 29/09) einem Motorradfahrer das beantragte Schmerzensgeld nicht in vollem Umfang zugestanden, weil es meinte, der Motorradfahrer habe zur Schwere seiner Verletzungen selbst mit beigetragen. Nach Auffassung des Gerichts ist ein Mitverschulden des Verletzten auch dann anzunehmen, wenn "er diejenige Sorgfalt außer Acht lässt, die ein ordentlicher und verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens anzuwenden pflegt". Daher ist es nur konsequent, dem Verletzten kein so hohes Schmerzensgeld zu bezahlen wie er erhalten würde, wenn er mit Schutzkleidung unterwegs gewesen wäre.

Beschädigung von Motorradbekleidung

Nach einem Motorradunfall ergeben sich für den Geschädigten immer wieder Probleme bei der Frage, in welchem Umfang ein beschädigter Sturzhelm oder beschädigte Kleidung zu ersetzen ist.

Fest steht, dass der Motorradfahrer nach einem unverschuldeten Unfall Anspruch auf Schadensersatz hat. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Zustand hergestellt werden muss, der vor dem Unfall bestand. Da eine Reparatur des Helmes oder der Kleidung praktisch nicht möglich ist, ist der Motorradfahrer darauf beschränkt, einen Ersatz zu beschaffen. Aus diesem Grund geht es sehr oft um die Frage, ob der Motorradfahrer sich bei der Berechnung des Schadensersatzanspruchs einen so genannten Abzug "neu für alt" entgegenhalten lassen muss.

Das Oberlandesgericht Celle (Az.: 14 U 293/01) entschied, dass ein Abzug vorzunehmen ist. Dabei ging das Gericht davon aus, dass die übliche Nutzungsdauer der Schutzbekleidung und des Helmes 8 Jahre betrage und je nach Alter ein prozentualer Abschlag vorzunehmen sei.

Mit einem Urteil entschied das Oberlandesgericht München (Az.: 10 U 2581/13), dass ein solcher Abzug nicht zulässig ist, "da ein kontinuierlicher Wertverlust durch Altern einerseits und eine Vermögensmehrung des Geschädigten bei Neuanschaffung andererseits nicht eintritt, da die Schutzkleidung eines Motorradfahrers (einschließlich des Kradhelms) ausschließlich der Sicherheit dient".

Motorradkleidung in der Fahrschule

Früher musste der Bewerber bei Prüfungen der Klassen A, A1, A2 und AM geeignete Motorradschutzkleidung, bestehend aus einem passenden Motorradhelm, Motorradhandschuhen, einer eng anliegenden Motorradjacke, einem Rückenprotektor (falls nicht in Motorradjacke integriert), einer Motorradhose und Motorradstiefeln mit ausreichendem Knöchelschutz tragen. Diese Pflicht gibt es nicht mehr.

Die Bedeutung von Funktionalität und Sicherheit

Auch wenn Farben, Inschriften und Stil das Erste sind, was uns an der Kleidung auffällt, sollten sie bei der Wahl der Motorradbekleidung nicht eine so große Rolle spielen. Motorradbekleidung ist nicht nur eine Frage der Mode. Sie ist ein wichtiges Sicherheitselement beim Motorradfahren. Bei Motorradbekleidung spielt nicht nur das Aussehen eine Rolle, sondern auch die Funktionalität.

Du solltest sie so wählen, dass sie mit verschiedenen Wetterbedingungen zurechtkommt. Falls du eine Fahrt im Regen planst, solltest du dich für Kleidung aus wasserdichtem Material entscheiden, um dich vor Nässe und Kälte zu schützen. Bei der Auswahl der Kleidung solltest du nicht an der Qualität sparen, denn das kann sich auf die Haltbarkeit und die Wirksamkeit des Schutzes vor Verletzungen auswirken. Die Investition in qualitativ hochwertige Kleidung ist ein wesentlicher Faktor für Sicherheit und Komfort beim Motorradfahren.

Motorradjacken: Ein Muss für jeden Fahrer

Motorradjacke ist eine Schicht, auf die ein Motorradfahrer bei jedem Wetter und bei jeder Art von Fahrt nicht verzichten darf. Eine der wichtigsten Ausstattungen, die eine Jacke haben sollte, sind reflektierende Elemente. Die wichtigste Frage bei der Auswahl einer Jacke ist, aus welchem Material sie bestehen soll. Jede sollte über Schulter - und Ellbogenschützer verfügen.

Ob du eine kurze Fahrt zur Arbeit oder eine längere Reise unternimmst, vergiss niemals den Rückenschutz, den du in das entsprechende Fach in der Jacke legst. Achte darauf, dass die in der Jacke enthaltenen Schützer dem erforderlichen Schutzniveau entsprechen (Level 1 - Basisschutz oder Level 2 - höherer Schutz). Die Jacke sollte über CE-Protektoren verfügen, die für Europa homologiert sind.

Die Lederjacke wird vor allem von Fahrern von Cruisern, Sport- und Rennmotorrädern geschätzt. Denke daran, dass das Leder dazu neigt, sich etwas zu dehnen. Häufig passt dir eine Jacke, die eine Nummer kleiner ist als du normalerweise trägst, besser. Die Jacke sollte die Bewegungsfreiheit nicht einschränken, aber auch bei einer dünnen Basisschicht gut sitzen. Die Textiljacke ist für das Fahren von Motorrollern, Cross-Motorrädern und Enduros geeignet.

Für kalte Tage braucht man lange, gefütterte Motorradjacken. Sie verfügen in der Regel über ein Thermofutter, das bei verschiedenen Temperaturschwankungen variabel ist. Wenn du in den Wintermonaten unterwegs bist, solltest du über Thermounterwäsche - Funktionsunterwäsche - nachdenken, die dir den nötigen Komfort bietet und dich nicht nur trocken, sondern auch warmhält. Funktionsunterwäsche leitet den Schweiß ab, und Thermounterwäsche hält dich warm. Sie ist antiallergisch und bakterienabweisend.

Motorradkombis: Einteilig oder Zweiteilig?

Es gibt Fahrer, die einteilige oder zweiteilige Motorradkombis bevorzugen. Ein einteiliger Motorradkombi ist eine Verbindung von oberer und unterer Schicht. Das macht ihn hochfunktionell und atmungsaktiv, abriebfest und leicht zu tragen. Er ist mit allen wichtigen Schutzteilen ausgestattet. Das einteilige Kombi ist äußerst widerstandsfähig und bequem.

Bei zweiteiligen Kombis ist die Jacke mit einem Reißverschluss an der Hose befestigt. Der Nachteil von Lederoveralls ist ihre Wetterbeständigkeit. Der große Vorteil von Lederkombis ist der besondere Schutz der Stellen, die bei einem Unfall besonders stark strapaziert werden. So verfügen sie über extra Protektoren an den Knien, den Ellenbogen und dem Hüftbereich. Bei den meisten Unfällen mit dem Motorrad rutscht der Fahrer über den Asphalt. Damit es dabei nicht zu Schürfverletzungen kommt, sind Motorrad Lederkombis aus speziellem und sehr strapazierfähigem Leder hergestellt.

Motorradhosen: Sicherheit und Komfort

Bei der Auswahl von Motorradhosen spielt neben dem Fahrstil auch die Art des Motorrads eine wichtige Rolle. Die Denim-Hosen sehen wie klassische Jeans aus, sind aber mit Sicherheitsmerkmalen angereichert. Wenn du lange Stunden und Tage auf deinem Motorrad verbringst, bei jedem Wetter fährst und sowohl im Winter als auch im Sommer problemlos unterwegs bist, brauchst du eine Hose, die vielseitig verwendbar ist. Solche Hosen sind meist aus Textil und haben nicht nur schützende, sondern auch wasserfeste Eigenschaften.

Wenn du Enduro und Motocross magst, ist dein Fahrstil wahrscheinlich eher geländegängig und aggressiv. Du brauchst eine Hose, die deine Bewegungsfreiheit nicht einschränkt, sich leicht anpassen lässt und sehr widerstandsfähig ist. Ist dir ein entspannter Fahrstil lieber? Wähle eine Lederhose oder eine Denim-Hose.

Motorradhandschuhe: Schutz und Gefühl

Motorradhandschuhe sollten perfekt an den Händen sitzen. Sie halten die Hände trocken und bieten Schutz bei einem Unfall. Neben der Schutzfunktion besteht eine wichtige Aufgabe von Handschuhen darin, deine Hände vor Feuchtigkeit zu schützen, atmungsaktiv zu sein und dir ein gutes Tragegefühl zu geben.

Winterhandschuhe sind aus widerstandsfähigen Materialien gefertigt, die Regen und Frost widerstehen können. Bei fingerlosen Handschuhen liegen die Finger frei und sie haben nur im Bereich der Handfläche schützende Elemente. Sie sind besonders für den Sommer geeignet. Da sie nicht die ganze Hand schützen, sind sie auch nicht für lange Fahrten geeignet. Die kurzen Handschuhe schützen alle Finger und Handflächen, enden aber am Handgelenk.

Wenn du eher im Rennstil fährst oder eine längere Tour vorhast, solltest du lange Handschuhe wählen. Sie schützen deine Finger, Handflächen und Handgelenke. Auch wenn Handschuhe bis vor kurzem nur aus Leder hergestellt wurden, wurden mit der Einführung neuer Materialien textile Werkstoffe bei der Herstellung bevorzugt. Handschuhe aus Textil sind wasserdicht und günstiger.

Motorradstiefel: Schutz für die Füße

Motorradstiefel sind nicht zu unterschätzen. Ihre Aufgabe ist es, dich vor Steinen, Ästen, Wasser und all den Gefahren zu schützen, die dich beim Fahren erwischen können. Bei der Wahl Ihrer Schuhgröße solltest du bedenken, dass du auch ein Paar dicke Socken brauchen wirst, wenn du in den Wintermonaten unterwegs sein wirst.

Wenn du dich nicht zwischen hohen Motorradstiefeln oder Stiefeln entscheiden kannst, solltest du bedenken, dass hohe Stiefel deine Beine besser schützen. Stiefel aus dickem Leder schützen den Fuß besser als Stiefel aus Textil. Allerdings ist Textilmaterial atmungsaktiver. Die Stiefel haben eine unterschiedliche Anzahl von Schutzelementen und Befestigungsarten. Dazu gehören: Gurte, Clips, Schützer oder Bindungen.

Motorradstiefel sind in der Regel aus Leder gefertigt. Diese sind in der Regel dick genug - sie bieten idealen Schutz vor Abnutzung. Auf jeden Fall solltest du nach Stiefeln mit rutschfesten Sohlen greifen. Das wirkt sich nicht nur auf deine Sicherheit aus, sondern auch auf den Halt der Schuhe auf dem Untergrund. Die Stiefel sollten regelmäßig gepflegt werden.

Wenn du in der Stadt unterwegs bist, dich aber auch zu Fuß fortbewegen willst, sind City-Motorradstiefel die ideale Wahl. Falls du auf schnelle, aber kürzere Fahrten stehst, solltest du zu einem Paar sportlicher Motorradstiefel greifen. Sie sind durch mehrere Schutzelemente - am Knöchel und an der Ferse - geschützt, aber sie sind auch wasserdicht und in der Regel atmungsaktiv.

Enduro-Motorradstiefel sind hoch, stark, stabiler, haben eine hohe Sohle und sind in der Regel mit hochwertigen Schützern ausgestattet. Sie reichen bis zu den Knien und sind für adrenalingeladene und aggressivere Fahrten außerhalb der klassischen Straßen geeignet. Für längere Reisen solltest du nach bequemen Moto-Reisestiefeln greifen. Diese verfügen in der Regel über verstärkte Einsätze an kritischen Stellen wie Knöcheln, Zehen und Fersen.

Funktionsunterwäsche: Komfort unter der Schutzkleidung

Von Funktionsunterwäsche ist dann die Rede, wenn sie besonders im Winter vor Kälte schützt und im Sommer Feuchtigkeit vom Körper wegtransportiert. Über die Unterwäsche sollte jeder Motorradfahrer natürlich die passende Schutzausrüstung tragen, ob sie aus einer Hose und Jacke oder einer Kombi besteht - spielt keine Rolle.

Die Funktionalität der Lederbekleidung hat sich weiterentwickelt und verbessert. Die Lederbekleidung hält selbst starkem Regen stand und trocken. Auf der Rennstrecke wird meist Motorradbekleidung verwendet, die aus Känguruleder besteht. Bei Straßenbekleidung wird eher Rindsleder getragen. Motorradlederbekleidung gilt als abriebfest, besonders anschmiegsam und langlebig. Mit dem Leder verbundene Klimamembranen sorgen zudem für Atmungsaktivität.

Textilbekleidung: Bequem und vielseitig

Textilbekleidung erfreut sich bei Motorradfahrern immer grösserer Beliebtheit, da sie sehr bequem, luftig, alltagstauglich und meist günstiger als Lederbekleidung ist. Materialien wie Kevlar oder Cordura werden oft verwendet und sind besonders reissfest. Integrierte Protektoren sorgen für die nötige Sicherheit beim Fahren und spezielle Membranen (z. B. Gore-Tex) machen die Motorradbekleidung wasserdicht und zugleich atmungsaktiv.

Motorradbekleidung aus Textil hat aufgrund des herausnehmbaren Innenfutters einen großen Einsatzbereich. Die Textilbekleidung ist auch hautfreundlicher als die Lederbekleidung. Die verwendeten Materialien sind atmungsaktiver und die Reissverschlüsse im Außenfutter sorgen für genügend Luftzufuhr. Wenn Du an heißen Sommertagen mit Deinem Bike rumcruisen möchtest, empfehlen wir Dir auf Textilkleidung zu setzen.

Worauf Du beim Kauf achten solltest

Wenn Du bei uns im Shop dabei bist, die richtige Motorradbekleidung für Deine nächste Tour zuzulegen, gilt unbedingt einiges zu beachten. Die Motorradkleidung sollte Dich natürlich nicht nur während der Fahrt schützen, sondern muss dabei auch bequem sein. Denn wenn Dein Outfit schlecht sitzt, minimiert es auch den Fahrspaß. Es ist wichtig bei der Anprobe Deiner Motorradbekleidung für ausreichend Bewegungsfreiheit zu sorgen, sodass unter der Bekleidung noch genug Platz für Deine Funktionswäsche vorhanden ist.

Wenn Du beispielsweise eine Lederkombi anprobierst, beachte, dass in den sogenannten Bewegungszonen die Textil-Stretch-Einsätze für mehr Beweglichkeit und Atmungsaktivität beim Fahren sorgen. Wir empfehlen zu Deiner Kombi einen passenden Rückenprotektor zu kaufen, den Du ganz einfach unter Deiner Kombi tragen kannst, falls nicht einer bereits integriert ist. Ein Nierengurt schützt vor Unterkühlung sowie Überbelastung beim Fahren und hat sogar eine gewisse Stützfunktion.

Bei den Ärmeln einer Motorradjacke ist die Länge immer entscheidend, denn wenn Du Deine Ellenbogen anwinkelst, muss der Bund bis über das Handgelenk reichen und sich problemlos verschließen lassen. Selbstverständlich müssen die Hosenbeine ebenfalls die richtige Länge haben. Deshalb ziehe am besten Deine Motorradstiefel und Motorradhandschuhe bei der Anprobe mit an. Bei sportlichen Rennoutfits muss der Halsabschluss Deiner Motorradjacke ausreichend verstellbar sein, da bei der gebeugten Haltung auf Sportmaschinen sonst der Kragen drückt.

Bei Motorradstiefeln bzw. Schuhen sollte der Schaft immer über die Knöchel reichen, um Schutz und guten Halt zu gewährleisten. Motorradkleidung muss Dir Schutz bieten und so konzipiert sein, dass die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird. Wenn Du nun auf einer Rennstrecke fährst, benötigst Du einen anderen Schutz als auf der Straße oder dem Gelände. Deshalb unterscheidet die Normenreihe EN 17092 1-6 insgesamt fünf Schutzklassen für Motorradkleidung und beschreibt grundlegende Leistungsanforderungen für jede Schutzklasse.

Sicherheits- und Schutzstandards

Motorradbekleidung wird seit ein paar Jahren nach 5 Schutzstandards zertifiziert. Mithilfe der fünf Klassen, dargestellt durch die Buchstaben AAA, AA, A, B und C, können sich Käufer und Käuferinnen einen schnellen Überblick verschaffen, was die Klamotte leisten kann: C steht für reinen Aufprallschutz, B für reinen Abriebschutz und A für beides zusammen - geprüft und zertifiziert nach der Euro-Norm EN 17092-2 (bis 6): 2020.

Beim kombinierten Abrieb-/Aufprallschutz ist Klasse A quasi die Freizeitklamotte, die den höchsten Tragekomfort bietet, allerdings auch die niedrigste Schutzstufe. Bei den Klassen AA und AAA kehrt sich das Verhältnis entsprechend um, vom Protektoren-bewährten Touring-Textilanzug bis hin zur reinen Protektoren-Rennkombi.

Bisher war eine CE-Kennzeichnung ausreichend, um Ware in Umlauf bringen zu dürfen.

Materialien in der Motorradbekleidung

Motorradbekleidung spielt eine entscheidende Rolle für die Sicherheit und den Komfort von Motorradfahrern. In dieser Übersicht widmen wir uns den verschiedenen Materialien, aus denen Motorradbekleidung hergestellt wird.

  • Aramid: Eine synthetische Faser, die für ihre hohe Festigkeit und Hitzebeständigkeit bekannt ist. Wird häufig verwendet, um Bereiche mit hohem Risiko für Abrieb bei Stürzen zu verstärken.
  • Armalith®: Ein hochmodernes Textilmaterial, das eine Kombination aus ultrahochmolekularem Polyethylen (UHMWPE) und traditionellen Textilfasern wie Baumwolle ist. Bietet einen hohen Grad an Abriebfestigkeit und Rissbeständigkeit.
  • Cordura®: Eine bekannte Marke für robuste, langlebige Stoffe, die häufig in der Herstellung von Motorradbekleidung verwendet werden. Bietet effektiven Schutz vor Abschürfungen bei einem Sturz.
  • Coolmax®: Eine Marke für Hochleistungsgewebe, die vor allem für ihre Feuchtigkeitsableitung und atmungsaktiven Eigenschaften bekannt ist. Hilft, den Fahrer auch bei längerer Fahrt oder in wärmeren Klimazonen kühl und trocken zu halten.
  • Corium+® Platinum: Eine fortschrittliche Materialtechnologie, die speziell für Motorradbekleidung entwickelt wurde. Bietet verbesserte Abriebfestigkeit, Flexibilität, Komfort, Wasserresistenz und Atmungsaktivität.
  • D3O®: Ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von fortschrittlichen, flexiblen Schutzmaterialien spezialisiert hat. Bietet eine hohe Stoßdämpfung und Schutzwirkung, ohne dabei sperrig oder unflexibel zu sein.
  • Dynatec: Ein weiteres hochleistungsfähiges Material, das häufig in der Herstellung von Motorradbekleidung verwendet wird. Es wurde von der Schweizer Firma Schoeller® Textiles entwickelt. Dynatec ist bekannt für seine außergewöhnliche Abriebfestigkeit, Reißfestigkeit und Strapazierfähigkeit.
  • Dyneema®: Eine extrem starke und leichte Faser, die für ihre hohe Zugfestigkeit und Haltbarkeit bekannt ist. Wird oft verwendet, um Kleidung wie Jeans oder Jacken zu verstärken, ohne dass sie schwer oder steif wird.
  • Gore-Tex®: Eine bekannte Marke für wasserdichte, winddichte und atmungsaktive Membranen und Textilien, die in einer Vielzahl von Outdoor- und Sportbekleidung verwendet werden.
  • Kevlar®: Eine hitzebeständige und starke synthetische Faser, die von DuPont in den 1960er Jahren entwickelt wurde. Wird häufig in Schutzkleidung wie Jacken, Hosen und Handschuhen verwendet, um Fahrer vor Verletzungen durch Stürze und Rutschen zu schützen.
  • Lycra®: Eine eingetragene Marke für eine elastische Faser, die auch als Elasthan bekannt ist. Motorradbekleidung profitiert ebenfalls von Lycra®, insbesondere in Bereichen, in denen Flexibilität und Bewegungsfreiheit wichtig sind.

Zusätzlich werden oft reflektierende Materialien und Isolationsmaterialien verwendet, um die Sichtbarkeit und den Komfort des Fahrers zu erhöhen.

Schutzklassen für Motorradbekleidung

Die Normenreihe EN 17092 1-6 unterscheidet insgesamt fünf Schutzklassen für Motorradkleidung:

Schutzklasse Schutz
AAA Höchster Schutz (z.B. Rennkombi)
AA Hoher Schutz (z.B. Touring-Textilanzug)
A Grundlegender Schutz (z.B. Freizeitkleidung)
B Reiner Abriebschutz
C Reiner Aufprallschutz

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