Belstaff Motorradhandschuhe im Test: Schutz und Komfort für jede Fahrt

Motorradfahren bedeutet Freiheit und Abenteuer, aber auch die Notwendigkeit, sich den Elementen zu stellen. Besonders die Hände sind Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert. Die richtigen Motorradhandschuhe sind daher entscheidend für Komfort und Sicherheit. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte von Motorradhandschuhen, insbesondere im Hinblick auf den Schutz vor Kälte und Nässe, und stellt einige empfehlenswerte Modelle vor.

Die Anfänge: Von der Wollmütze zum Schutzhelm

Früher, als die Motorräder noch maximal 10 PS Leistung hatten, war die Fahrerausrüstung erheblich anspruchsloser. Auf der Landstraße begnügte man sich oft mit "oben ohne" oder stülpte sich eine Wollmütze oder Schirmkappe über. Rennfahrer trugen einen Fliegerhelm, aber Kopfverletzungen auf der Piste oder im Straßengraben erkannte man recht bald. Etwas größeren Einfallsreichtum bewiesen die Engländer angesichts des ständig schlechten Wetters. Sie tränkten ihre Leinen- oder Lederhauben mit einer selbst gebrauten Mixtur aus Teer und Tran. Diese waren nicht nur wasserdicht, sondern hielten auch warm.

Anno 1924 kam Harry Grosberg, ein Pfiffikus mit einer Wachsschicht, auf den Markt und nannte sie "Belstaff". Sie waren auch atmungsaktiv und verfügten über einen passablen Tragekomfort. In den 1950er Jahren kamen Lederkappen in Mode, deren Außenschale aus verklebtem oder harzverstärktem Leinen- oder Papiermaterial bestand, im Volksmund auch als Pappmaché bezeichnet. Ab dem 1. Januar 1976 wurde in Deutschland die "Helmpflicht" eingeführt. Seitdem hat sich das Bild der Motorradfahrer grundlegend geändert.

Die Qual der Wahl: Leder oder Textil?

Wer lange Touren fährt, benötigt einen Handschuh, der ausreichend schützt und gleichzeitig Komfort bietet. An dieser Frage scheiden sich die Geister, und einen Königsweg gibt es nicht. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile.

Leder ist abriebfester und bietet bei entsprechender Dicke auch etwas Dämpfung. Jedoch saugt das Material ohne entsprechende Behandlung Nässe auf und trocknet langsam.Textil-Handschuhe punkten dagegen durch ihr geringes Gewicht und einen sehr guten Klimaschutz. Letzterer wird durch eingearbeitete Membrane wie Gore-Tex oder Sympatex erreicht. Auch die Bewegungsfreiheit ist im Vergleich zu einem Lederhandschuh höher.

Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Sturzzonen sowie die Innenhand verstärkt sind. Auf der Oberseite schützen Protektoren bei Stürzen oder Kollisionen mit Ästen, Felsen oder sonstigen Hindernissen. Je nach Modell sind diese aus verschiedenen Materialien gefertigt. Ausführungen aus Kunststoff oder Carbon sind sehr robust und schlagzäh, machen den Handschuh jedoch etwas steifer. Wenn man es komfortabler mag, sind Polster aus Leder oder Schaum die bessere Wahl.

Unterziehhandschuhe und Überziehhandschuhe: Die Tuning-Werkstatt für die Hände

Wer seine Lieblingshandschuhe nicht gleich ersetzen möchte, kann mit cleverem Zubehör die Fähigkeiten der Handschuhe erweitern. Hier kommen Unterziehhandschuhe und Überziehhandschuhe ins Spiel:

  • Unterziehhandschuhe (Liner): Sie sind die cleverste und flexibelste Methode, um die Wärmeleistung der Motorradhandschuhe zu steigern. Das Geheimnis liegt im Zwiebelprinzip, das jeder Outdoor-Sportler kennt. Jede zusätzliche Schicht Kleidung erzeugt ein Luftpolster zwischen den Lagen.
  • Überziehhandschuhe: Sie sind eine dünne, aber robuste und zu 100% wasserdichte Außenhülle, die man bei Bedarf einfach über die normalen Motorradhandschuhe zieht. Innerhalb von Sekunden macht man so aus jedem Sommer- oder Sporthandschuh ein wetterfestes Modell.

Materialien für Unterziehhandschuhe:

  • Seide: Dünn, leicht, geschmeidig, isoliert hervorragend, angenehmes Gefühl auf der Haut.
  • Merinowolle: Weich, kratzt nicht, thermoregulierende Eigenschaften, wärmt bei Kälte und kühlt bei Wärme, nimmt bis zu 30% des Eigengewichts an Feuchtigkeit auf.
  • Funktionsfasern (Polyester, Polypropylen): Exzellenter Feuchtigkeitstransport, halten die Hände trocken.
  • Winddichte Materialien (Windstopper®): Blockieren den eisigen Fahrtwind zu 100%.

Worauf man bei Überziehhandschuhen achten sollte:

  • Wasserdichte Außenmaterialien und versiegelte oder verschweißte Nähte.
  • Gummierte oder mit Silikon bedruckte Handinnenflächen für sicheren Griff am Lenker.
  • Weiter, elastischer Bund und eine große Öffnung für schnelles Anziehen.
  • Kleines Packmaß.

Empfehlenswerte Winter Motorradhandschuhe

Im Folgenden werden einige Winter Motorradhandschuhe vorgestellt, die im Test überzeugen konnten:

  • Revit: Dank der Gore-Tex Membran ist der Handschuh wasserdicht und dennoch atmungsaktiv. Sie bestehen vollständig aus Ziegenleder, welches außen mit einem abriebfesten Stretchgewebe bespannt sind.
  • Held Tonale: Gore-Tex Membran gegen die Feuchtigkeit von außen und für die Atmungsaktivität. Wärmen soll wie schon beim Revit ein 3M Thinsulate Futter und ein sogenanntes Thermoplush Fleece. Held spendiert dem Tonale einen ordentlichen Scheibenwischer aus Gummi.
  • Knox Storm: Im Falle eines Sturzes rühmt sich Knox mit ihrem Low Profile Scaphoid Protection System (SPS) an der Handinnenfläche. Eine atmungsaktive und wasserdichte Membran gibt es zusätzlich.
  • Rukka Frosto: Eine wasserdichte und atmungsaktive Membran (Gore-Tex) und Visierwischer (am linken Zeigefinger) klingen schon mal gut. Die doppelte Stuple ist beim Rukka Frosto besonders lang und soll Wind und Wasser abhalten.
  • Belstaff Hesketh: Von der Optik her ist der Belstaff Hesketh ein Favorit. Knöchel und Handballen sind mit Protektoren geschützt.

Die Nasse Wahrheit: Regenausrüstung für Motorradfahrer

Motorradfahrer sind extrem wetterfühlig. Zu den ältesten Formen des Regenschutzes gehört zweifelsohne die gewachste Baumwolljacke à la Belstaff oder Barbour. Zum Universalheilmittel gegen nasse Klamotten sollte jedoch die Regenkombi werden.

Worauf man beim Kauf einer Regenkombi achten sollte:

  • Wasserdichtigkeit.
  • Hoch genug gezogener Kragen.
  • Lang genug ausfallende Arm- und Beinabschlüsse.
  • Sorgfältig abgedichtete Nahtstellen.
  • Weit ausfallende Einstiegsöffnung mit ausreichend langem Latz.

Die Nasse Wahrheit über Heizgriffe:

Die Regentropfen, die auf Heizgriffen verdunsten, können als Wasserdampf durch die Klimamembrane in das Handschuhinnere dringen. An kalten Regentagen bleibt die Qual der Wahl: warme oder trockene Finger?

Tipps fürs richtige Verpacken im Regen

Nach zig Kilometern Dauerregen am Urlaubsort ankommen und feststellen, dass das Gepäck abgesoffen ist - ein Horrorszenario. Unsere Empfehlungen für den trockenen Transport auf zwei Rädern:

  • Gepäckrolle: Zweifellos erste Wahl und eine der sichersten Lösungen im Regen.
  • Hartschalen-Koffer: In der Regel dicht, aber Dichtungen prüfen und Kofferinhalt stets wasserdicht verpacken.
  • Tankrucksack: Empfindliches wie Kameras, Telefone und Geldbörsen in wasserdichte Packbeutel verstauen.

10 Anzugswerte für Regenfahrer

  1. Handschuhstulpen gehören unter die Ärmel, Hosenbeine über den Stiefel.
  2. Alle Klettverschlüsse im Stehen schließen.
  3. Innenfutter beim Trocknen nasser Textilklamotten herausnehmen.
  4. Funktionswäsche tragen.
  5. Das Visier justieren.
  6. Eine Lederkombi regelmäßig einfetten.
  7. Günstigster Nässeschutz sind schnöde Müllsäcke.
  8. Zu gummierten Überziehern für Stiefel und Handschuhe sollte nur im äußersten Notfall gegriffen werden.
  9. Beim Kauf von Regenkombis auf die Übergänge achten.
  10. Textilanzüge regelmäßig waschen und auf Weichspüler verzichten.
Empfohlene Winter Motorradhandschuhe
Marke Modell Besonderheiten
Revit Diverse Modelle Gore-Tex Membran, Ziegenleder, Stretchgewebe
Held Tonale Gore-Tex Membran, 3M Thinsulate Futter, Thermoplush Fleece, Scheibenwischer
Knox Storm Low Profile Scaphoid Protection System (SPS), atmungsaktive und wasserdichte Membran
Rukka Frosto Gore-Tex Membran, Visierwischer, lange Stuple ("Wasserschleuse")
Belstaff Hesketh Protektoren an Knöchel und Handballen

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