Der Tank und die Kraftstoffzufuhr sind ebenso wichtige wie unterschätzte Bauteile. Das merkt man leider erst bei einem Defekt. Auch wenn der Pflegeaufwand gering ist, sollte man sich regelmäßig darum kümmern.
Materialien und Konstruktion von Motorradtanks
Der Tank besteht bei den meisten Motorrädern aus Stahl, seltener aus Aluminium oder Kunststoff, vereinzelt auch aus Karbon.
Probleme durch moderne Benzinsorten
Die Verwendung von neuen Benzin-Sorten (E 5-/E 10-Benzin) seit 2012 führt vermehrt zu Schäden an Tank und Kraftstoffsystem. Bereits nach wenigen Monaten kann sich das Benzin zersetzen und aggressive Bestandteile (u. a. Essig- und Ameisensäure) bilden. Viele Tank-Hersteller verwenden aus diesem Grund seit 2014 auch keine Beschichtungen mehr.
Vorbeugende Maßnahmen bei längeren Standzeiten
Bei Motorrädern mit ihren ohnehin oft längeren Standzeiten kommt zusätzlich die Zwangsentlüftung des Tanks hinzu, die diesen Prozess noch beschleunigt. Wird die Maschine nicht regelmäßig gefahren, drohen ohne entsprechende Vorsorge Schäden im gesamten System. Rostende Tanks, verharzte oder oxidierte Vergaser, aber auch kaputte Dichtungen und Defekte an innen liegenden Benzinpumpen sowie verstopfte Ventile können die Folge sein.
Beim Tankstopp vor einer längeren Stilllegung sollte man daher den Tank nicht nur randvoll machen, sondern auch möglichst hochwertiges Benzin tanken (Ultimate, V-Power etc.) sowie anschließend die Tankbelüftung möglichst dicht verschließen. Auch die Zugabe eines Benzinstabilisators ist empfehlenswert. Bei Vergasermodellen unbedingt die Schwimmerkammer leeren. Alu- und Kunststofftanks sollten hingegen in entleertem Zustand pausieren.
Schutz des Tanks
Ein Tank prägt wesentlich das Erscheinungsbild der Maschine, häufig ist er sogar das Schmuckstück des Motorrads und wird auch gern durch eine entsprechende Lackierung oder einen schicken (Retro-)Tankdeckel verschönert. Doch selbst kleine Rutscher oder Umkipper führen schnell zu Dellen oder Lackschäden, die sich vom Hobby-Schrauber nur selten gut beheben lassen.
Enduros schützen den Bereich daher auch meist mit hochgezogenen Sturzbügeln. Auf großer Urlaubstour lässt sich ein Tank prima mit speziellen Lackschutzfolien schützen, deren faltenfreies Anbringen aber ein bisschen Fingerspitzengefühl erfordert. Einmal aufgebracht, halten sie rund zwei Jahre und können jederzeit einfach wieder abgezogen werden.
Noch effektiver sind spezielle Schutzhauben, praktisch vor allem in Verbindung mit einem Tankrucksack. Ein optisch und technisch intakter Tank (ohne Korrosion) ist auch ein wichtiger Aspekt beim Gebrauchtkauf, denn ein makelloser Ersatz ist oft nicht nur schwer zu beschaffen, sondern auch teuer.
Inspektion des Tankinneren
Eine Inspektion des Tankinneren per Lämpchen und Spiegel gibt zumindest einen ersten Eindruck vom Zustand, allerdings sitzt der Rost fast immer ganz unten und ist schlecht zu erkennen. Sollte ein Tank korrodiert sein, ist das eine Aufgabe für den Profi, vor allem, wenn es um eine dauerhafte Versiegelung geht.
Vergaser vs. Einspritzung
Bis Ende der 1990er-Jahre waren Motorräder meist mit Vergasern ausgerüstet, und der Kraftstoff gelangte ohne Pumpe nur dank der Fallhöhe zur Gasfabrik. Dazu musste der Tank aber unbedingt höher als die Schwimmerkammern liegen. Tankentlüftung, Benzinhahn und Kraftstoffleitungen ergänzten das simple System.
Ein Nachteil dieser Konstruktion war die Reduzierung des Benzindrucks bei abnehmendem Tankvolumen und damit verbunden ein leichtes Absinken des Benzinstands in der Schwimmerkammer. Immer leistungsstärkere Motoren mit einem aufwendigen Ventiltrieb und schräg angestellten Vergasern wurden auch immer größer und höher.
Da die Tanks nun zum Teil tiefer als die Vergaser lagen, verwendeten die Hersteller kleine und leichte Benzinpumpen, die mit relativ geringem Druck arbeiteten und für ein gleichbleibendes Niveau in der Schwimmerkammer sorgten. Bei modernen Motoren mit Einspritzanlage ist eine Benzin-Druckpumpe Standard.
Motorrad-Tank abbauen/abmontieren
Der Abbau eines Tanks ist je nach Bauart des Bikes unterschiedlich aufwendig. Bei vielen Naked Bikes reicht es meist, nach der Demontage der Sitzbank eine oder zwei Schrauben zu lösen sowie die Seitendeckel zu entfernen, bevor man den Tank dann abheben/abziehen kann. Schwieriger ist da schon eher das Entfernen bzw. das Aufstecken der verschiedenen Schläuche (Benzinleitung, Überlaufschlauch etc.), die sich oft unter dem Tank befinden und häufig schlecht zugänglich sind.
Grundsätzlich sollte man vor einer Demontage möglichst viel Benzin ablassen, damit der Tank nicht so schwer ist. Da eine Tank-Demontage für viele Wartungsarbeiten und auch im Falle einer Panne unverzichtbar ist, sollte man das Ganze üben und das dafür benötigte Bordwerkzeug mitführen.
Bei meinen Maschinen habe ich die Befestigung mithilfe eines Scharniers so umgebaut, dass ich den zu 2/3 entleerten Tank einfach nach hinten klappen kann. Das ist praktisch bei Wartungsarbeiten, und dank einer Benzinleitungs-Verlängerung sind so auch Arbeiten bei laufendem Motor (z. B. Vergaser-Synchronisation) unproblematisch.
Die Standard-Benzinleitungen aus benzinresistentem Gummi sind mit Klemmschellen gegen Abrutschen gesichert. Die Gummi-Leitungen haben zwei Nachteile: Zum einen sind sie fast immer schwarz, sodass man nicht erkennt, ob überhaupt Sprit aus dem Tank kommt. Außerdem härten sie meist nach einiger Zeit aus und lassen sich nur schwer abziehen.
Abhilfe bringen Schnellverbinder (möglichst in der robusten Metall-Version), die sich in Sekundenschnelle ab- und anstecken lassen. Bei Vergaser-Motorrädern kann man außerdem einen zusätzlichen durchsichtigen Benzinfilter montieren.
Fehlerquellen
Tankentlüftung
Jeder Tank benötigt natürlich auch eine Tankentlüftung, und die ist durchaus tricky. Ist sie nämlich defekt, sinkt der Benzindruck so weit ab, dass die Schwimmerkammern nur noch minimal befüllt werden, was zu Startschwierigkeiten und im schlimmsten Fall sogar zu Motorschäden führen kann. Ein Zischen beim Öffnen des Tankdeckels ist ein eindeutiges Signal. Meist liegt es an einer Verstopfung, die sich durch Ausblasen leicht beheben lässt.
Benzinpumpe
Eine weitere Fehlerquelle kann auch die Benzinpumpe sein. Eine simple Förderpumpe macht selten Probleme, und falls doch, liegt es häufig an den Kontakten bzw. der Elektrik. Ein Motorrad mit moderner Einspritzanlage verfügt dagegen über eine sogenannte Benzin-Druckpumpe, die meist im Tank sitzt und den Kraftstoff mit 3 - 8 Bar Druck über eine stabile, gewebeverstärkte Leitung zu den Einspritzdüsen pumpt.
Nach dem Einschalten der Zündung ist oft ein leises Summen zu hören, das beim Erreichen des notwendigen Einspritzdrucks sofort aufhört. Neben Defekten an der Pumpe kann ein Versagen auch an einer zu geringen Bordspannung liegen (schwache Batterie). Der Arbeitsdruck reicht dann für den Startvorgang nicht aus, obwohl der Motor vom Anlasser durchgedreht wird.
Vergaser, Benzinhahn, Filter
Benzinhähne werden zwar seltener, weil zunehmend mehr Motorräder eine Einspritzung und Benzinpumpe haben, aber es gibt einen immer noch sehr hohen Altbestand an Motorrädern, deren Motoren mit Vergasern bestückt sind. Der Benzinhahn befindet sich unten am Tank und wird per Hand umgestellt. In der einfachsten Version verfügt er über die Stellungen ON, OFF und Reserve. Manche Maschinen haben bei tief heruntergezogenen Tanks sogar zwei Hähne.
Nach dem Abstellen des Motors sollte der Hahn immer geschlossen werden, sonst besteht unter Umständen die Gefahr, dass der Vergaser überläuft, Sprit austritt oder im schlimmsten Fall sogar in den Motor läuft.
Zum Benzinhahn gehört auch ein Filter, der verhindern soll, dass Verunreinigungen aus dem Tank in den Vergaser gelangen. Zur Kontrolle bzw. Reinigung des Filters muss allerdings meist der Tank geleert und der Hahn demontiert werden. Bei der Gelegenheit kann man gleich prüfen, ob Dreck oder Rost im Tank ist.
Der Hahn ist entweder mit einer Überwurfmutter oder mit Schrauben befestigt. Nach der Demontage lässt sich der aufgesetzte Benzinfilter aus einem feinen Nylon- oder Metall-Rohrsieb leicht abnehmen, vorsichtig reinigen und anschließend mit neuer Dichtung wieder einbauen. Es gibt auch eine einfachere Version, bei der sich der Filter ohne Demontage des Hahns nach dem Abschrauben des unteren Teils reinigen lässt.
Motorräder mit Unterdruck-Benzinhahn
Viele Motorräder haben auch einen Unterdruck-Benzinhahn, erkennbar an einer Unterdruckdose und den Stellungen ON, PRI und Reserve. Er gibt den Benzindurchfluss nur bei drehendem Motor (auch durch Kick-/E-Starter) frei. Herrscht im Ansaugstutzen ein Unterdruck, öffnet sich eine Membran, und Benzin gelangt in die Schwimmerkammer.
Wird der Motor abgeschaltet, verschließt die Membran wieder den Benzindurchfluss. Um den Unterdruck zu messen, ist zwischen Ansaugstutzen und Benzinhahn ein dünner Gummischlauch eingebaut, der fest auf den Anschlussstellen sitzen muss und nicht beschädigt oder porös sein darf.
Bei der PRI-Stellung ist der Benzinhahn dauerhaft offen, die Membran wird quasi umgangen. Diese Position benutzt man, wenn der Benzinstand in der Schwimmerkammer nach längerer Standzeit durch Verdunstung abgesunken ist. Der Motor braucht dann einige Zeit, bis er läuft, weil das Benzin erst nachlaufen und die Schwimmerkammer füllen muss. Mithilfe der PRI-Stellung geht das schneller. Nach dem Startvorgang aber unbedingt wieder in die ON-Position stellen.
Zur Prüfung der Unterdruckfunktion zieht man den Unterdruckschlauch am Ansaugstutzen und den Benzinzulaufschlauch am Hahn ab, steckt einen passenden Schlauch auf, dessen offenes Ende man in ein geeignetes Gefäß führt. Wenn man am Ende des Unterdruckschlauchs saugt, muss sich der Benzinhahn öffnen und Benzin aus dem Tank auslaufen.
Typische Defekte am Benzinhahn sind Undichtigkeiten, verstopfte Filter oder eine defekte Membran bzw. ein defekter Schlauch bei der Unterdruck-Version.
Zusatzkanister und Notfallreserven
Manchmal würde eine kleine Benzinreserve Biker vor einer drohenden Zwangspause retten. Genau wie der Fuelfriend Minikanister, der seinem Namen alle Ehre macht und auf dem Trockenen sitzenden Bikern aus der Klemme hilft.
Die kleinen Zusatztanks aus Polyethylen mit hoher Dichte (HDPE) werden von Hünersdorff, Europas Marktführer bei Kraftstoffkanistern, gefertigt, liegen gut in der Hand und machen durch den massiven Kunststoff einen wertigen Eindruck. Die Kanister überzeugen im Praxistest. Beruhigend: Die Kanister halten absolut dicht.
Fuelfriend Benzinkanister im Detail
Zum Tanken kommt ein normaler Rüssel oder ein Einfüllsystem zum Einsatz, das senkrecht auf den Tank gedrückt wird. Besonders Letzteres überzeugt auf ganzer Linie, funktioniert tadellos und garantiert ein Nachfüllen ohne Kleckern. Stutzen und Kanister können anschließend separat verschlossen und transportiert werden, wodurch auch dabei kein Benzinrest austritt.
Für den Transport von Öl werden Versionen mit verschließbarem oder integriertem Füllrohr angeboten. Das Kanister-Sortiment umfasst die Größen 0,5 Liter, ein Liter, 1,5 Liter und zwei Liter und funktioniert zuverlässig. Besonders die kleinste Version hat es uns angetan und findet als praktische Notfallreserve Platz in fast jedem Motorrad.
Zu haben sind die Kanister in den Größen: 0,5 Liter, 1 Liter, 1,5 Liter und 2 Liter.
Weitere Optionen für Zusatzkanister
- Touratech-Koffer: Halterung für einen 2l-Kanister montiert. Gibt es aber auch in der 3l-Ausführung.
- Camel ADV: Bietet große Zusatztanks an.
Der 3 Liter Zusatzkanister mit normaler Öffnung (Zapfpistolen geeignet) bietet die Möglichkeit benötigte Flüssigkeiten wie Benzin oder auch Diesel sicher zu transportieren. Der Kanister hat eine Zulassung als Benzinkanister. Bei kindersicherem VerschlussBei der Verwendung als Benzinkanister auf sichere Befestigung ausserhalb von sturzgefährdeten Bereichen am Motorrad achten! Wir empfehlen die Verwendung unserer Kanisteraufnahmen für unsere Koffersysteme.
Lässt sich universal an Aluminiumkoffern montieren!
Custom-Tanks
Der Tank hat nicht nur die Aufgabe als Kraftstoffbehälter zu dienen, sondern ist ein wichtiges Stilelement im gesamten Design des Motorrades. Der individuelle Aufbau eines Motorrades erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Besitzer. Genauso kann auch ein komplett neues Produkt entstehen, welches aus kommerzielem Interesse angeregt wird.
Beispiele für Custom-Tanks
- Aluminiumtank (BMW): Hat ein Volumen von ca. 19 Liter.
- Paris-Dakar Tank: Nachbau des original Paris-Dakar Tanks mit einem Volumen von 26 Liter. Der Tank ist in drei Kammern unterteilt um die Bewegung des Benzins zu verringern.
- Alutank für die Magna: In zwei Auführungen lieferbar, mit 22 und 26 Liter Tankvolumen.
Ich habe den Classic Tank für die Verwendung an der Bellagio soweit modifiziert, das er unter Weiterverwendung der Airbox und der serienmäßigen Sitzbank montiert werden kann. Tankvolumen ist ca. 22 Liter groß.
Der Tank kostet inkl. Politur, Ausgleichleitung, verschweißter Flansch für die Pumpen und Filteraufnahme, Anschlussfittings und Schnellkupplung 998,-€.
Das Tankvolumen beträgt 16 Liter. Der Tank kostet 1390,- € .
25 Liter Aluminium Tourentank. Die original Benzinstandanzeige und der Benzinhahn werden weiterverwendet. Der Tank kostet ohne Tankverschluss 1300,-€.
Preise und Versand
Alle auf meiner Internetseite aufgeführten Preise sind Endverbraucherpreise in Euro und inkl. der derzeit verlangten 19% Mwst. Die Versendung der Ware erfolgt auschließlich auf Gefahr und Rechnung des Bestellers. Die Ware ist auf dem Versandweg versichert. Die Kosten sind in den Versandkosten erhalten. Sie bitte Ihre vollständige Anschrift mit Telefonnummer an. Die gelieferte Ware bleibt bis zur vollständigen Bezahlung mein Eigentum. Die Ware ist, sofern nicht anders vereinbart, per Nachnahme zahlbar. Fracht, Verpackung und Transportversicherung werden extra berechnet.
Garantie und Gewährleistung
Die Tanks sind von Hand gefertigte Einzelstücke. Der Kunde muss die Ware sofort nach Erhalt auf Mängel kontrollieren. Vorhandene Mängel müssen innerhalb von 10 Tagen (Rechnungsdatum) schriftlich oder telefonisch gemeldet werden.
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