Berchtesgadener Land: Mountainbike-Touren für jeden Schwierigkeitsgrad

Das Berchtesgadener Land ist ein wahres Paradies für Mountainbike-Enthusiasten. Umgeben von den majestätischen Alpen und dem Nationalpark Berchtesgaden bieten sich unzählige Möglichkeiten, die Natur auf zwei Rädern zu erkunden. Rund um Berchtesgaden gibt es schöne Mountainbike-Touren für alle Schwierigkeitsstufen. Der Watzmann und der Königssee, die Ausblicke auf das Steinerne Meer und die zahlreichen urigen Almen locken Wanderer und Bergsteiger schon seit langem in den südöstlichen Zipfel Bayerns. Seit einigen Jahren entdecken auch die Bergradler das Revier.

Ein unverkennbarer Gipfel, ein weltberühmtes Echo, im Winter als Skitourenparadies bekannt - ach ja, und Mountainbiken lässt es sich im Berchtesgadener Land wie der Teufel. Oder auch genüsslich wie im Himmel, je nach Fasson.

Aufgepasst: Ein deutlicher Teil der Berge rund um den Königssee gehört zum Nationalpark Berchtesgaden und ist für Mountainbiker tabu. Aber: Das Radfahren ist im Nationalpark nur auf den dafür freigegebenen Wegen erlaubt. Dies ist durch eine Verordnung geregelt und somit gesetzlich festgelegt! So werden sensible Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschützt und Ruhezonen erhalten. Außerdem sollen Sicherheitsrisiken und Konflikte mit Wandernden minimiert werden.

Der Nationalpark kann auf fast 50 km Wegen auf zwei Rädern erkundet werden. Die freigegebenen Wege sind im Gelände markiert und leicht an den weißen Schildern mit grüner Schrift/Symbolik zu erkennen. Hier sind die Tourenziele, die Entfernung und die entsprechenden Höhenmeter angegeben. Im Nationalpark Berchtesgaden werden Teilstrecken testweise für Fahrradfahrer freigegeben. Auf allen anderen Straßen und Wegen im Nationalpark ist das Radfahren weiterhin verboten. Übrigens: Auch auf den für den Radverkehr freigegebenen Wegen sind Wanderer unterwegs.

Bitte nehmt Rücksicht auf die anderen Nationalparkgäste, vielen Dank! Die offiziellen Radwege führen überwiegend über geschotterte Forststraßen, die Staatsstraße durch das Klausbachtal ist asphaltiert. Es handelt sich dabei um Wege, auf denen sich Wandernde, Radfahrende und Autos nicht in die Quere kommen. Aber Achtung: Auch auf den für Radfahrer freigegebenen Wegen sind Wanderer unterwegs und viele der Wege weisen steile Teilstücke auf. Bitte halten Sie sich an die Regeln und nehmen Sie Rücksicht auf die anderen Gäste.

Es versteht sich von selbst: Downhill, Singletrail und das Biken auf schmalen Bergwegen und Steigen sind verboten. In einem Nationalpark ist der Schutz der Natur das oberste Ziel. Und damit das funktioniert, benötigen wir Ihre Mithilfe! Bitte halten Sie sich zum Schutz von Gams, Murmeltier und Co.

Durch eine einfache Farbgebung, von grün bis rot, ist immer sofort die Schwierigkeit der aufgeschlagenen Tour zu erkennen. Das macht den Umgang noch leichter und intuitiver. Zusammen mit der kilometergenauen Routenbeschreibung und Darstellung auf Wanderkarten ist ein problemloses Befahren der jeweiligen Tour leicht möglich. Ebenso geben die Höhenprofi le genaue Auskunft über Anstiege und Abfahrten. Wichtige Informationen wie Charakteristik, Sehenswürdigkeiten, Einkehrmöglichkeiten, sowie viele Fotos ergänzen diesen Radführer.

Alle in diesem Radführer beschriebenen Touren wurden als GPS-Track aufgezeichnet und können über die Internetseite des Verlages bestellt und auf ein GPS-fähiges Gerät übertragen werden. Optional kann auch die Kartengrundlage digital erworben und danach direkt auf ein GPS Gerät gespeichert werden. Die Routen sind in fünf Schwierigkeitsgraden für Kondition und Fahrtechnik gekennzeichnet. Einige Biketouren mit schwierigen Trailabschni en wurden mit „S1“ „S2“ „S3“ klassifi ziert.

Wir haben vier Mountainbike-Touren herausgesucht, die Ihnen einen Einblick in die Vielfalt des Berchtesgadener Landes geben:

1. Ettenberger Wallfahrtskirche

Diese kurze, nette MTB-Runde zur Ettenberger Wallfahrtskirche lässt sich auch schon früh im Jahr unter die Reifen nehmen. Auch für weniger fitte Biker und Kinder ist diese leichte Tour locker zu schaffen. Stets auf befestigten Wegen, in der Regel asphaltiert, radelt man auf der Tour nach Ettenberg im Schatten des sagenumwobenen Untersberg. Angeblich soll Karl der Große in einer der zahlreichen Höhlen auf seine Auferstehung warten. Auch wenn sich die Zahl der verbrannten Kalorien in Grenzen hält, darf man doch nicht versäumen, beim Mesnerwirt einzukehren.

2. Kühroint-Alm

Erst kurbeln, dann Almgenuss: Die mittelschwere Mountainbike-Tour zur Kühroint-Alm ist schon ab Mai möglich. Den unvergesslichen Ausblick hinunter auf den Königssee nach nur gut zwölf Kilometern: Die mittelschwere MTB-Tour über Schönau hinauf zur Kührointalm liegt auf der Westseite des berühmten Echo-Sees und hat ein Highlight nach dem anderen auf Lager. Gestartet wird in Berchtesgaden am Bahnhof. Über den sogenannten Radstern West, der mit weißem Stern auf orangefarbenem Grund gekennzeichnet ist, geht es auf Asphalt nach Oberschönau und Hinterschönau bis zum Parkplatz Hammerstiel. Eine erste Gelegenheit für eine Pause bietet sich nach knapp neun Kilometern auf der Schapbachalm. In der urigen kleinen Hütte gibt es selbstgemachten Käse. Rund 400 Höhenmeter gilt es noch bis zum nächsten Einkehrschwung hinaufzukurbeln: Die Kührointalm liegt auf 1.420 Metern Höhe. Der Pächter Ralf Voss verwöhnt seine Gäste mit kulinarischen Leckerbissen wie zum Beispiel Rind vom Kederbacherlehen (Ramsau). Bis zur Achenkanzel und dem grandiosen Blick runter zum See ist es nicht weit (mit dem Bike bis zur Wendeplatte, dann geht es zu Fuß weiter).

3. Gotzenalm

Um zur Gotzenalm zu kommen, braucht man ordentlich Kondition. Watzmann-Blick und Einkehr entschädigen für die Anstrengung. Für die Fahrt zur Gotzenalm braucht es Kondition, fahrtechnisch ist die Tour nicht schwierig. Meist tritt man auf gut fahrbaren Forststraßen, doch teils recht steil bergauf. Los geht es wieder am Bahnhof Berchtesgaden. Zunächst wird der Ort Faselsberg, dann der Parkplatz Hinterbrand angepeilt. Eine erste Brotzeitpause sollte man an der Königsbachalm einplanen: zum einen, weil es da einfach urgemütlich ist, zum anderen, weil man auf dem folgenden Streckenabschnitt, insbesondere in den erbarmungslosen Kehren kurz vor der Gotzenalm-Hütte, so einige Körner lassen wird. Die „Manggai“ (Murmeltiere), die die Alm bevölkern, pfeifen laut zur Motivation. Zweite Pause verdient! Nach der Stärkung geht es zu Fuß in einer Viertelstunde zum Feuerpalfen, dem spektakulären Aussichtspunkt mit Blick auf Barthelmä und die berüchtigte Watzmann-Ostwand. Zurück geht’s auf dem gleichen Weg. Alternativ kann man übrigens auch vom großen Königssee-Parkplatz aus starten und über die Jennerbahn-Mittelstation zur Königsbachalm fahren.

4. Hoher Göll

In erster Linie ist diese Grenzgänger-Tour lang, doch auch fahrtechnisch warten einige spannende Situationen auf Mountainbiker, die den Hohen Göll umrunden wollen. Nach der Dokumentationsstelle auf dem Obersalzberg wird zunächst Richtung Scharitzkehlalm und Parkplatz Hinterbrand geradelt. Asphalt adé. Die nächsten drei Kilometer geht es recht gemütlich in Richtung See dahin, bis der fünf Kilometer lange Anstieg zum Stahlhaus die Ausdauer herausfordert. Der höchste Punkt ist erreicht. Wer noch keine Stärkung braucht, kann zwei knifflige Kilometer bis zur Unterjochalm fahren oder sein Bike schieben oder tragen. Bis zum tiefgrünen Bluntausee bei Golling geht es bergab. Das Baden im See ist leider verboten, doch die Füße kann, wer will, auch im kristallklaren Fischbach kühlen, der den See speist. Danach kann man Gas geben: Wieder auf Asphalt geht es über Kuchl, Hallein und Gmerk, über die Grenze auf dem Salinenradweg nach Oberau und erst am Ende wieder ein wenig bergauf zurück zum Obersalzberg.

Neben diesen Touren gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, das Berchtesgadener Land mit dem Mountainbike zu erkunden. Von sanften Hügelrouten bis hin zu anspruchsvollen Bergpfaden gibt es für jeden Geschmack etwas Passendes.

Ein weiteres beliebtes Ziel für Mountainbiker ist das Jennergebiet. Hier finden sich zahlreiche Mountainbikestrecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die sowohl Anfänger als auch erfahrene Biker herausfordern können. Der Aufstieg zum Gipfel des Jenners belohnt mit einer grandiosen Aussicht über das gesamte Tal.

Für Adrenalinfans gibt es in Berchtesgaden sogar Bikeparks wie den Rossfeld Bikepark oder den Götschen Bikepark. Hier können sich Freerider und Downhiller so richtig austoben und ihre Fähigkeiten auf speziell angelegten Strecken unter Beweis stellen.

Die beste Jahreszeit für MTB-Touren in Berchtesgaden ist von Frühling bis Herbst, wenn das Wetter angenehm mild ist und die Trails gut befahrbar sind. Im Winter hingegen sollten Mountainbiker vorsichtig sein, da Schnee und Eis die Wege rutschig machen können.

Insgesamt bietet Berchtesgaden eine Vielzahl von Möglichkeiten zum Mountainbiken. Von entspannten Touren entlang des Königssees bis hin zu actionreichen Abfahrten in den Bikeparks - hier kommt jeder Biker auf seine Kosten.

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