Motorradfahren und Lederbekleidung gehören zusammen. Dieser Bericht teilt die Erfahrungen, die in den letzten drei Monaten unter verschiedenen Wetterbedingungen gesammelt wurden.
Erste Erfahrungen auf der Rennstrecke
Als Redakteur kommt man nicht drum herum, erste Erfahrungen auf der Rennstrecke zu sammeln. Das vollnarbige Rindsleder der Berik Flexius Lederjacke mit einer Lederdopplung an Ellbogen und Schultern vermittelte ein beruhigendes Gefühl, sollte es doch zu unverhofftem Bodenkontakt kommen. Zudem verfügt die Jacke über integrierte Protektoren an Schultern und Ellenbogen, mit denen man auch im Fall des Falles gut geschützt ist.
Nach einigen Turns in der grünen Gruppe am Pannioniaring und Flüssigkeitsverlust hatte ich mich in die Mittagspause gerettet. So gut durchlüftet (Mesh Innenfutter!) die Kluft bei den Runden am Track auch war, sobald ich kurz in der Boxengasse bzw. im Fahrerlager stand, musste ich raus aus dem Leder. Als ich nach dem Essen wieder in die Hose schlüpfen wollte, gelang mir das leider fast nicht, da meine Unterschenkel leicht verschwitzt waren und dadurch am Innenfutter der Hose kleben blieb. Also nächstes Mal dran denken, trotz der abartigen Temperaturen eine atmungsaktive Unterhose anzuziehen! Die Abriebfestigkeit der Knieschleifer konnte ich (noch) nicht testen, aber dazu wird es eventuell nächstes Jahr kommen.
In Summe waren meine Erfahrungen mit Passform und Material des Leders durchaus positiv, wenngleich man sich bei diesen Temperaturen natürlich in Badehose am wohlsten fühlen würde.
Tourentauglichkeit
Nach 350km im Sattel - meine Route führte mich von Wr. Neustadt aus über Semmering, Niederalpl und weiter durch die Steiermark nach Faak am See - kann ich der Bekleidung auch ein ausreichendes Maß an Tourentauglichkeit attestieren. Die eingearbeiteten Leder-Stretch-Panele sorgen für ausreichend Bewegungsfreiheit an Beinen und Armen. Nach längerer Fahrt drückte die Naht neben dem Reißverschluss der Misle Lederhose auf meine Wade, da der Motorradstiefel im Schaft zu eng geschlossen war. Als ich den Verschluss des Stiefels etwas lockerte war das Problem behoben. Auch die Kombination Jacke, T-Shirt und Handschuhe erwies sich als suboptimal. Das Ende der Jackenärmel ist etwas härter gearbeitet, dadurch scheuerte meine Haut am Handgelenk der Gashand leicht auf. Die Jacke liegt hier direkt am Arm auf und von außen wird durch den Klettverschluss des Handschuhs zusätzlich Druck ausgeübt. Als ich bei einer anderen Gelegenheit ein Longsleeve-Shirt trug, trat das Problem nicht auf.
Zum Komfort von Jacke und Hose kann ich aber selbst unter diesen Bedingungen nichts Negatives sagen. Das Leder war angenehm zu tragen und ist bis zur Heimreise am nächsten Tag auch wieder trocken geworden. Dennoch ist Motorradfahren in einem Gewitter einer dieser Fehler, die man nicht selbst machen muss.
Regenfahrt
In Kärnten angekommen verschlechterte sich das Wetter leider zunehmend. Am nächsten Tag auf der Anfahrt zur European Bike Week hatte ich noch halbwegs trockenes Wetter. Nachdem ich meine Fotos geschossen hatte, überraschte mich ein leichter Schauer auf der halbstündigen Heimfahrt zum Quartier. Da ich meine Überziehhose und -jacke im Hotel gelassen hatte, musste das Leder zeigen, was es kann. Um es kurz zu machen: Ich bin trocken angekommen, auch an den Stellen an denen das Stretchgewebe für Bewegungsfreiheit und Luftzufuhr sorgt, wurde ich nicht nass.
Straßentraining
Da bei 1000PS der Großteil der Produktionen auf öffentlichen Straßen stattfindet, kommt man als Redakteur auch in den Genuss eines Straßentrainings beim Guru höchstpersönlich. Dank Wetterbericht hatte ich mich, so glaubte ich jedenfalls, gut auf Regen vorbereitet. Regengewand über die Lederjacke und -hose geworfen, stellte ich mich dem feuchten Liesachtal. Was sich in den folgenden Stunden abspielte muss ich euch leider vorenthalten, da ich für jugendfreie Sprache ansonsten nicht garantieren kann.
Tour durch Österreich
Auch auf der viertägigen, über 1300km langen Tour durch Österreich erwiesen sich die Berik Flexius Motorradlederjacke und die Misle Motorradlederhose als treue Begleiter. Mittlerweile hatte ich genau im Kopf welche Kombination aus Jacke, Handschuhen, Hose und Stiefel ich wählen muss, um mich rundum wohlzufühlen.
Im Fall unserer Sonnenaufgangstour auf den Großglockner bedeutete das die herausnehmbare Thermoweste einzuhängen, um so für eisige Temperaturen gerüstet zu sein. Auf der Edelweißspitze, mit 2570 Metern Seehöhe die höchste Stelle der Großglockner Hochalpenstraße, war ich bei sechs Grad Außentemperatur und noch ohne Sonne, sehr dankbar über die zusätzliche Schicht. Als wir dann am späteren Vormittag im sonnigen Italien Rast machten, reichten wenige Handgriffe um die Innenweste zu entfernen und sie im Topcase der GS zu verstauen. Durch dieses System ist die Flexiusjacke in einem breiten Temperaturfenster einsetzbar und somit während der gesamten Saison die richtige Wahl.
Fazit
Summa summarum kann ich sowohl für die Flexius Motorradlederjacke, als auch für die die Misle Motorradlederhose von Berik meine Empfehlung aussprechen. Gut belüftet um heiße Tage und rasch adaptierbar um kältere Tage am Motorrad angenehm zu überstehen. Kurze, nicht zu starke Regenfälle stellen den Träger vor keinerlei Probleme und auch unter einer entsprechenden Regenhaut, macht die Lederbekleidung eine gute Figur. Beim Einsatz auf der Rennstrecke vermitteln das hochwertige Leder und die integrierten Protektoren ein sicheres Gefühl. Das Um und Auf ist eine sorgfältige Abstimmung der gesamten Motorradbekleidung aufeinander - probieren geht hier eindeutig über studieren!
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