Bernt Spiegel: Die Einheit von Mensch und Maschine auf dem Motorrad

Nur wenn Mensch und Maschine eine Einheit bilden, fährt man schnell, sicher und vor allem gut Motorrad. Doch das, was so spielerisch-leicht aussieht, ist in Wirklichkeit eine höchst komplexe Angelegenheit, die ein unglaublich hohes Maß an Koordination, Konzentration und Anpassungsfähigkeit erfordert. Bernt Spiegel zeigt, wie man dieses Ziel erreicht und beschreibt außerdem die Grundlagen der Fahrphysik, wie man ein perfektes Fahrertraining aufbaut und seine Fähigkeiten im Sattel realistisch einschätzt.

Der Grandseigneur der deutschen Motorradszene bedarf mit seinem Grundlagenwerk über die Einheit von Fahrer und Maschine eigentlich keiner besonderen Vorstellung.

Bernt Spiegel, Psychologe, Marktforscher, Hochschullehrer und zugleich (bis ins hohe Alter) engagierter Motorradfahrer, hat mit seinem Grundlagenwerk Maßstäbe für die Beherrschung des Motorrades gesetzt.

Prof. Dr. Bernt Spiegel, München, ist Verhaltensforscher und der Senior unter den Instruktoren des MOTORRAD-Perfektionstrainings auf dem Nürburgring - von dem auch Profis noch verdammt viel lernen können.

Für Fahranfänger wie für Altgediente bleibt das Buch mit seinen Tipps, Anleitungen und Erläuterungen ein unentbehrlicher Begleiter in der Fahrpraxis. Besonders dann, wenn diese durch längere Pausen (gleich welcher Art) unterbrochen war.

Empfehlungen und Ergänzungen zur Lektüre

Tote Zeiten, wenn die Maschine abgedeckt in der Garage harrt, nähren die Passion des Motorradfahrens. Was mache ich dann? Schrauben und Fachsimpeln sind die Klassiker. Zur Überbrückung gehört aber auch der Griff ins Bücherregal.

An interessanten Themen zur Lektüre fehlt es nicht: Motorradtechnik, Motorradreisen, der Kosmos von Mensch und Motorrad und vieles mehr. Wie finde ich ein Buch, das ich noch nicht kenne, aber gerne einmal lesen würde? Empfehlungen können hilfreich sein.

Meine Wortmeldung hierzu soll es nicht bei dem banalen Internet-Hinweis belassen: „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch.“ Deshalb habe ich einige Titel aus der Motorrad-Literatur herausgesucht, die ich jedem interessierten Motorradfahrer guten Gewissens empfehlen kann.

Buchempfehlungen im Überblick

  • Spiegel, Bernt: Die obere Hälfte des Motorrads : Über die Einheit von Fahrer und Maschine. Motorbuch, 2015. -ISBN 978-3-613-03775-5.
  • Coyne, Philip ; Foundation, Police: Motorcycle Roadcraft : The Police Rider’s Handbook. Norwich: TSO, 2013. -ISBN 978-0-117-08188-8.
  • Code, Keith: Der richtige Dreh. Ulm: Motorbuch-Verlag, 2009. -ISBN 978-3-613-03056-5.
  • Koch, Werner ; Wilbers, Benny: Neue Fahrwerkstechnik im Detail. Wilbers Products, 2001. -ISBN 978-3-929-53417-7.
  • Pierson, Melissa Holbrook: The Perfect Vehicle: What It Is About Motorcycles. New York: W. W. Norton & Company, 2011. -ISBN 978-0-393-07836-7.
  • Fulton, Robert Edison: One Man Caravan. Osceola: Motorbooks, 2016. -ISBN 978-0-760-35330-1.
  • Znoj, Hansjörg: Die Psychologie des Motorrads : zur Wechselwirkung von Mensch und Maschine. Bern: Huber, 2011. -ISBN 978-3-456-84895-2.
  • Pirsig, Robert M.: Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten: Roman. Berlin: S. Fischer Verlag, 2013. -ISBN 978-3-104-02848-4.

Weitere Aspekte und Meinungen

Das Ausbildungshandbuch für die britische Motorradpolizei füllt eine Lücke, die dem deutschen Leser und Motorradfahrer nach Durcharbeitung der 12 klar gegliederten, eindringlich geschriebenen Kapitel erst so recht bewußt wird.

Ein Autorenteam aus Psychologen (die auch auf der Insel zu den besten Motorrad-Autoren gehören), Motorradprofis und Polizeipraktikern trimmt in unaufgeregter Weise den Polizeibeamten von der Fahrschule bis zum harten Einsatz mit dem Motorrad.

Wohltuend ist die klare, unterkühlte Sprache, die das Wort „Geschwindigkeit“ auf der Strecke meidet zu Gunsten von Weisungen wie „make good progress“ oder „consider overtaking briskly“.

Keith Code ist wohl eine der schillerndsten Figuren der Motorradszene. Rennfahrer, Gründer der California Superbike School, Fahrsicherheitstrainer für das US Marine Corps, Alkohol, Scientology und noch mehr.

Seine Erfahrungen hat er in mehreren Büchern zusammengefaßt, die nicht nur für die Rennstrecke einen erheblichen Wert besitzen. Handhabung und Nutzung der Streckencharakteristik, Selbstbeobachtung beim Fahren, simultane Analyse des eigenen Handelns, Fahren als integrales Zusammenwirken koordinierter Handlungen, Fokus auf die einfachen Dinge, die viele falsch machen.

In keinem anderen Bereich der Motorradtechnik kann man so schnell so viele Fehler machen wie beim Fahrwerk. Mit direkt spürbaren Folgen für Komfort und Sicherheit. Daß sich viele nicht recht an diesen hochsensiblen Bereich herantrauen, schon gar nicht ohne sachkundigen Beistand, ist deshalb allzu verständlich.

Der Leser erfährt von Fahrwerkskonzepten über die Mechanik des Federbeins bis hin zu Abstimmungsmöglichkeiten und Optimierung von Geometrie und Schwerpunkt lückenlos alles, was seinen Wissensdurst stillt und seiner Maschine „Beine macht“.

Am Ende hat er nicht nur einen neuen Blick für seine Maschine sondern entwickelt auch ein völlig neues Fahrgefühl.

Merkwürdigerweise sind es neben den Ingenieuren vor allem die Psychologen, die sich am intensivsten mit dem Thema Mensch und Motorrad auseinandersetzen. In diese Reihe fügt sich auch der Berner Professor für klinische Psychologie Hansjörg Znoj, wenn er die Frage untersucht: Wie beeinflusst und gestaltet das Motorrad als ‚Gegenstand‘ die Wahrnehmung, das Handeln, die Motivation des Einzelnen?

Um diese Frage zu beantworten, kreist er sie von verschiedenen Seiten ein: Motorrad - Fahrer - Hersteller - Kontrolle/Entgrenzung - Umfeld - Fahrfreude.

Man braucht dieses Buch nicht in einem Zug zu lesen, um Gewinn davon zu haben.

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