Kleinste Dosen können eine große Wirkung entfachen. So, wie der Wirkstoff Sildenafil, besser bekannt als Viagra, potenzschwachen Männern das Liebesleben versüßt, ähnlich stark wirkt sich die perfekte Reifenrezeptur auf das Erlebnis Mountainbiken aus. In der richtigen Zusammensetzung verschmelzen Rohstoffe, wie Kautschuk, Ruß, Silica oder Kreide, zu extrem schnellen oder besonders griffigen Gummimischungen. Gepaart mit der perfekten Strukturierung der Oberfläche können Reifen die Performance drastisch steigern. Eine Art Potenzmittel fürs Gelände.
Um herauszufinden, welcher von 18 Reifen (neun Reifen-Kombis) das Zeug hat, den Fahrspaß auf das nächste Level zu heben, müssen sich alle Kandidaten im Labor und auf dem Trail beweisen.
Testbedingungen und Anforderungen
Für maximale Chancengleichheit haben wir bei allen Herstellern im Test die ihrer Meinung nach beste Reifenwahl für den All-Mountain-Einsatz bestellt. Damit beschränkt sich der Einsatzbereich auf alpine Trails oder anspruchsvolle Touren im Mittelgebirge. Ein gutes Rollverhalten gehört also ebenso zum gelungenen Gesamtkonzept wie Grip und Pannenschutz.
Um diesen Anforderungen an Fullys mit 150 bis 160 Millimetern Federweg gerecht zu werden, schicken alle Hersteller Mischbereifungen ins Rennen. Von großzügigem Negativprofil über scharfkantige Stollen bis hin zu weicheren Gummimischungen geben die Firmen alles, um dem Vorderrad bessere Führungsqualitäten und maximalen Grip zu verleihen. Damit auf langen Anstiegen die Schweißausbrüche möglichst minimal bleiben, rollt der Hinterreifen dank niedrigerem Profil oder härterem Gummi bei fast allen Kandidaten besser als vorn.
BIKE-Tester Stefan Frey injiziert unseren Testreifen keine Pharmaka. Er überprüft nur, ob alle Kandidaten den Einheitsluftdruck von 1,2 Bar vorn und 1,4 Bar hinten erfüllen.
Labortestergebnisse
Die Labordaten hat unsere Test- und Technikabteilung im Prüflabor des Reifenherstellers Schwalbe ermittelt.
Ausnahme Schwalbe: Die Reichshofener setzen an Heck und Front mit dem Nobby Nic auf das gleiche Profil-Design. Lediglich das weichere Addix-Soft-Compound schaltet am Vorderreifen mehr Traktion frei. Dennoch übernimmt der Branchen-Riese beim Rollwiderstand die Führung. Gerade mal 18 Watt verzehrt der Nobby Nic mit der härteren Speedgrip-Mischung auf dem Prüfstand. Der Vorderreifen erzielt ähnlich gute Werte. Das Doppel von Onza landet mit seiner Kombi knapp dahinter und baut nebenbei mit dem 823 Gramm leichten Porcupine auch den leichtesten Reifen im Test. Doch obwohl die anderen Teilnehmer mit Mischbereifungen den gleichen Ansatz verfolgen, sind die Unterschiede beim Rollwiderstand erstaunlich groß.
So rollt der Kenda Hellkat mit 49,2 Watt als schwerfälligster Schlappen mehr als doppelt so zäh wie die Spitzenkandidaten. Specialized und WTB siedeln sich mit ihren Vorderreifen ebenfalls über der 40-Watt-Marke an.
Praxistest
Der Praxistest der Reifen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Petrus. Denn erst bei widrigen Bedingungen, wenn der Wettergott die Böden weich und schmierig macht, offenbaren sich die wesentlichen Unterschiede zwischen den Kandidaten.
Die grobzahnigen Modelle von Kenda, Specialized und WTB plustern sich regelrecht auf den Felgen auf. Besonders an den Vorderreifen schüren hohe Stollen und viel Negativ-Profil große Hoffnung auf ein beeindruckendes Grip-Erlebnis. Rein optisch stecken wir auch die tief verkraterten Laufflächen von Maxxis und Continental in diese Liga. Nach zahlreichen Runden auf unserem Testparcours können wir sagen: Kenda und Maxxis halten, was ihr Profil verspricht. Traktion pur und Kurvenhalt vom Feinsten. Diese Reifen befähigen All Mountain Bikes für den Enduro-Einsatz. Zudem macht der Kenda Hellkat sein extrem hohes Gewicht mit ausgezeichnetem Durchschlagschutz wieder wett. Specialized landet in Sachen Fahrverhalten knapp dahinter. Nach den anfangs hohen Erwartungen an Continental und WTB stellt sich im Gelände dagegen schnell Ernüchterung ein.
Wieso das? Offenes Profil, dicke Stollen, all das spricht eigentlich für Grip en masse. Doch wie wir bereits im ersten Teil des Reifentests (BIKE 8/22) bei den Down-Country-Modellen erkannt haben, entscheidet in erster Linie die Gummimischung über die Performance eines Reifens. Der Kryptotal kommt mit Contis härtestem Endurance-Compound. Das beschert ihm trotz des starken Profils nur mäßig Punkte in hartem Gelände. Dafür zählt der Reifen beim Rollverhalten mit zu den besten.
Das Sildenafil-Generikum für All Mountains mischt nach dem Praxis-Showdown aber eindeutig Onza. Egal, ob bei Nässe, in tiefem Geläuf, beim Bremsen oder im Antritt - die Paarung aus Ibex und Porcupine legt ein konstant hohes Grip-Niveau an den Tag. Gepaart mit dem erstklassigen Rollverhalten bringt das Allround-Duo das Beste in jedem All Mountain zum Vorschein.
Weitere getestete Reifen im Überblick
Insgesamt haben wir 18 Mountainbike-Mäntel ausgiebig getestet. Preislich lagen alle zwischen rund 20 und 60 Euro.
Continental Cross King Protection TR 29 x 2,3"
- Testergebnis: Sehr gut (Kauftipp Gewicht)
- Fazit: Auf losen, tieferen Böden ist der Cross King eine Macht, auch sein Kurvengrip ist klasse. Beim Pannenschutz insgesamt auf den vorderen Rängen anzutreffen, sind sein Gewicht und der Rollwiderstand top. Wie auch sein Bruder Race King ist die weiche Karkasse komfortabel.
Continental Race King Protection TR 29 x 2,2"
- Testergebnis: Sehr gut (Kauftipp Gewicht)
- Fazit: Selbst auf tiefem Untergrund rollt der leichte und schmale Race King schnell und mit viel Traktion. In Kurven bleibt das Gripniveau des Klassikers stets berechenbar und stabil. Gegen Durchstiche ist er gut gewappnet, Schlusslicht dafür beim Durchschlagschutz.
Goodyear Peak Ultimate Dynamic TC 29 x 2,35"
- Testergebnis: Gut
- Fazit: Der fein profilierte Peak liegt überwiegend im Mittelfeld der Laborergebnisse, der Durchschlagschutz ist allerdings nur mäßig. On Trail schwächelt er trotz des gelungenen Profils: Die Traktion reißt früher ab. Das Feedback ist teilweise zu undefiniert.
Goodyear Peak SL Race Dynamic TC 29 x 2,4"
- Testergebnis: Gut
- Fazit: Der schnittige US-Reifen ist spürbar auf (trockene) Rennstrecken ausgelegt: Er ist recht leicht und rollt gut. Nur auf härterem Untergrund bietet er gute Hinterradtraktion. In Kurven verliert er schneller und abrupter den Seitenhalt. Pannensicherheit? Ausbaufähig!
Kenda Booster Pro SCT 29 x 2,4"
- Testergebnis: Gut
- Fazit: Auf harten, trockenen Böden begeistert der Booster mit gutem, meist definierbarem Grip. Bei rutschigeren Verhältnissen sowie bei Nässe vermittelt er weniger Vertrauen. Die Linienwahl setzt er nur zögerlich um. Auf den Prüfständen solide, durchschnittliche Werte.
Kenda Rush Pro SCT 29 x 2,35"
- Testergebnis: Gut
- Fazit: Der relativ neue Rush ist ein typischer Semislick: Er bietet knackigen Vortrieb und ist eher leicht zu fahren. In Kurven ist Vorsicht geboten: Naturgemäß endet die Haftgrenze recht früh, auch Wurzeln und Nässe mag er weniger. Die Defekthexe hat eher leichtes Spiel.
Maxxis Ikon Exo Maxx Speed 29 x 2,4" WT
- Testergebnis: Sehr gut
- Fazit: Als Allrounder begeistert der Ikon seit Jahren, bei Nässe und Trockenheit haftet er solide und stets berechenbar. Beim Rollwiderstand zeigt der schwere Reifen noch gute Werte, der Durchschlagschutz ist hervorragend, beim Durchstichtest ist er durchschnittlich.
Maxxis Aspen Exo Maxx Speed 29 x 2,4" WT
- Testergebnis: Sehr gut
- Fazit: Der breite, bauchige Aspen beißt trotz seines dünnen Profils gut zu, trockene Trails surft er zügig ab. Bei nassen und rutschigen Bedingungen ist jedoch Vorsicht geboten, da er früh an Grip verliert. Mittlerer Rollwiderstand, eher schwer. Sehr gut in der Pannensicherheit.
Michelin Force XC2 Racing Line 29 x 2,25"
- Testergebnis: Gut
- Fazit: Auf trockenem, losem Untergrund kann der relativ leichte Force mit weichem Gummi gut greifen. Nasser Boden liegt ihm deutlich weniger. Im Grenzbereich neigt er zu Nervosität. Schwächer in der Pannensicherheit. Vergleichsweise schlechter Rollwiderstand.
Michelin Jet XC2 Racing Line 29 x 2,35"
- Testergebnis: Gut
- Fazit: Der breite Franzose zeigt in der Praxis ein enges Einsatzspektrum: Er verhält sich im Gelände tückischer, der Grip ist begrenzter, die unnachgiebige Karkasse sorgt für ein strafferes Fahrverhalten. Nur gut im Durchstich- und Rowi-Test, dafür hohe Snakebite-Resistenz.
Pirelli Scorpion XC M ProWall Smartgrip Classic 29 x 2,4"
- Testergebnis: Sehr gut (Kauftipp Allround)
- Fazit: Der schwere XC M hat grobe Schulterstollen, die in Kurven kräftig zupacken. Insgesamt ist das GripNiveau sehr hoch, der Reifen lädt zum Gasgeben ein, allerdings ist der Rollwiderstand höher als bei der Konkurrenz. Sehr gute Pannenschutzwerte.
Pirelli Scorpion XC RC ProWall Smartgrip Classic 29 x 2,4"
- Testergebnis: Sehr gut (Kauftipp Allround)
- Fazit: Obwohl vergleichsweise „zahnlos“, generiert der RC viel Grip am Heck, das klebrige Gummi greift an Wurzeln beherzt zu. An trockenen Tagen auch vorne sehr gut. Der Italo-Pneu rollt gut, die Pannenschutzwerte liegen im Mittelfeld (Durchstich) und auf Top-Niveau (Stichtest).
Schwalbe Racing Ray Super Race Speed 29 x 2,35"
- Testergebnis: Überragend (Testsieger)
- Fazit: Als grip- und traktionsstarker Vorderradreifen hat sich der Ray einen Namen gemacht: Er sprintet zügig vorwärts und ist dabei noch passabel leicht. Das Handling ist sehr gutmütig, auch auf Wurzeln. Sehr gut in Sachen Durchschlag, top im Durchstichtest.
Schwalbe Rick XC Pro Speed 29 x 2,4"
- Testergebnis: Sehr gut (Testsieger)
- Fazit: Der neue Topsportler von Schwalbe ist kein Leichtgewicht, überzeugt aber mit Seitenhalt in Kurven - und das nicht nur bei Trockenheit. Erbringt viel Traktion mit, beim Anfahren wie beim Bremsen. Beim Pannenschutz liegt er im sehr guten Bereich.
Specialized Fast Trak Control T5 2Bliss 29 x 2,35"
- Testergebnis: Sehr gut (Tipp Preis-/Leistung)
- Fazit: Auch wenn der Fast Trak im Matsch gut greift und Traktion erzeugt, im Trockenen ist er besser. Sowohl in der Praxis als auch im Labor rollt er noch sehr gut ab, ist gegen Durchschläge bestens geschützt. Bei Durchstich und Kurvenstabilität setzt die weiche Karkasse Grenzen
Specialized Renegade Control T5 2Bliss 29 x 2,35"
- Testergebnis: Sehr gut (Tipp Preis-/Leistung)
- Fazit: Der eher leichte und flexible Renegade überrascht mit einem subjektiv klebrigen Gummi, der hervorragend auf Wurzeln und Steinen greift. Der Vortrieb leidet darunter kaum. In Kurven ist er instabiler und weniger resistent gegen Schäden. Preislich sehr attraktiv.
Die Wahl des richtigen Reifens
Die Wahl des richtigen Mountainbike-Reifens entscheidet über Fahrspaß oder Frust auf dem Trail. Je nach Disziplin, Bike oder Vorliebe des Bikers gibt es eine Vielzahl von Mänteln, die auf die Felge montiert werden können.
Die Reifen sollten je nach Einsatzbereich einen guten Rollwiderstand oder maximalen Grip liefern, pannensicher oder sehr leicht sein. So stellt zum Beispiel ein Enduro- oder All-Mountain-Biker im alpinen Gelände sicherlich andere Anforderungen an den Reifen als ein Cross Country Racer im Rennen.
Es gibt keinen perfekten Reifen, der für alle Biker gleichermaßen passt. Stattdessen wollen wir euch erklären, auf was ihr in Zukunft achten müsst, welche Unterschiede es gibt und was ihr von gewissen Anpassungen - wie dem Luftdruck oder der Karkasse - erwarten könnt. Zudem erklären wir euch die unterschiedlichen Philosophien der Hersteller und deren - teils sehr verwirrenden - Produktpaletten, damit ihr in Zukunft die perfekte Wahl für eure Reifen treffen könnt.
Zusätzliche Aspekte bei der Reifenwahl
Viele moderne MTB-Reifen sowie -Felgen sind für den Tubeless-Einsatz vorgesehen. Die Vorteile von tubeless montierten Reifen liegen auf der Hand: weniger Gewicht, mehr Grip, geringerer Rollwiderstand und höherer Pannenschutz.
Der richtige Luftdruck im Reifen ist essenziell: Zu viel davon und ihr könnt euch von Komfort und Grip verabschieden. Bei einem zu geringen Luftdruck sind ein unpräzises, schwammiges Fahrverhalten und Defekte vorprogrammiert.
Prinzipiell gilt: Die Reifenbreite muss zur Felgenweite passen. Ein breiterer Reifen hat eine größere Aufstandsfläche und kann so mehr Grip generieren. Zudem kann das erhöhte Volumen den Pannenschutz und den Komfort erhöhen. Mit Reifen, die breiter als 2,6” sind, haben sportlich-aggressive Fahrer in Kurven aber oft mit negativen Effekten zu kämpfen: Das Fahrverhalten wird schwammig und unpräzise, wodurch sich enge Linien oft nicht mehr halten lassen.
Das Gewicht eurer Reifen solltet ihr nicht unterschätzen: Der Reifensatz alleine, ohne Tubeless-Milch und Co., trägt mit etwa 2,5 kg zum Gesamtgewicht eures Bikes bei. Das kommt zwar einer gefüllten großen Trinkblase gleich, dennoch wirkt sich das Gewicht des Reifens deutlich spürbarer auf die Fahrperformance aus.
Die Karkasse
Die Karkasse bildet so etwas wie das Rückgrat des Reifens und ist mit der wichtigste Faktor, auf den ihr bei der Wahl eurer Reifen achten solltet. Sie verleiht ihm seine Rundung und beeinflusst maßgeblich die Dämpfung, die Kurvenstabilität und den Pannenschutz. Sie beeinflusst aber auch den Rollwiderstand und vor allem das Gewicht des Reifens.
MTB Reifen im Test: Die besten Modelle im Vergleich
Schwalbe Hans Dampf
- Vielseitig und bissig
- Starker Grip und überraschend gutes Rollverhalten
- Ideal für All-Mountain- und Enduro-Fans
Continental Kryptotal-Fr Trail Endurance und Continental Kryptotal-Re Downhill Soft
- Ausgezeichnete Allrounder
- Guter Rollwiderstand und ausgezeichneter Grip auf fast jedem Untergrund
- Geeignet für nahezu jede Bikedisziplin
Maxxis Aggressor Exo TR Dual
- Vielseitiger Mountainbike-Reifen mit Charakter
- Gute Rolleigenschaften und guter Grip auf nahezu jedem Untergrund
- Optimaler Allrounder für ausgedehnte All-Mountain- und Enduro-Touren
So haben wir getestet
Für unseren Back-to-Back-Test waren wir - wie oben erwähnt - im uns sehr gut bekannten Bikepark Kronplatz. Hier gibt es einen wilden Mix an Trails - von großen Jump-Trails mit dicken Anliegern und hohen Kompressionen bis hin zu steilen, verblockten und engen Passagen. Zudem lassen sich mehr als 1.000 Trail-Tiefenmeter am Stück sammeln, um dann mit einer schnellen Gondel wieder an den Start zu gelangen. Auch der Boden des Bikeparks war für uns ein wichtiger Faktor, denn er verändert sich selbst bei extrem trockenen oder feuchten Bedingungen nur gering und schafft so durchweg konstante Testbedingungen.
Zusätzlich konnten wir mehrere Tage lang das renommierte Labor von Schwalbe in Beschlag nehmen, um alle Reifen unter standardisierten Bedingungen zu testen. Dort haben wir nicht nur alle Modelle gewogen und vermessen, sondern auch Tests zum Rollwiderstand, Durchschlagschutz und zur Pannenanfälligkeit durchgeführt, um unsere Test-Eindrücke vom Trail zu untermauern.
Labortests im Detail
Labor-Durchschlagtest
Ein 19 kg schwerer Stahl-Keil wird auf die Lauffläche des Reifens (zwischen die Stollen) ausgerichtet, auf eine definierte Höhe angehoben und anschließend fallen gelassen. Der Versuch wird mit steigender Fallhöhe so lange wiederholt, bis sich ein Defekt des mit 1,5 bar gefüllten Reifens einstellt. Im Anschluss wird der Reifen geflickt und der Versuch um eine halbe Radumdrehung versetzt erneut durchgeführt. Im Endergebnis wird dann die aus den zwei Durchgängen gemittelte maximale Fallhöhe (in mm) angegeben, die der Reifen ohne Defekt überstanden hat. Diese lag im Durchschnitt bei 465,3 mm.
Labor-Durchstichtest
Ein Prüfkörper wird mit steigender Krafteinwirkung auf den Reifen gedrückt, bis dieser durchstochen wurde. Gemessen wird die maximale mittlere Kraft in N, die für den Durchstich notwendig war. Der Test wird mit einem 1,5-mm-Stumpf sowie einem 5-mm-Meißel an der Lauffläche durchgeführt, mit dem 5-mm -Meißel zusätzlich an der Seitenwand der Reifen. Insgesamt drei Durchstiche werden provoziert, jeweils dreimal an unterschiedlichen Positionen und daraus ein Mittelwert der maximalen Kräfte berechnet. Der Test geht ohne Luftdruck vonstatten, d.h.
Labor-Rollwiderstandsmessung
Jeder Reifen wird auf einer 30 mm breiten Test-Felge montiert, auf 1,5 bar Reifendruck aufgepumpt und mit einer Radlast von 50 kg belastet, während er auf einer Stahlrolle abrollt. Dabei wird die benötigte Leistung in Watt gemessen, die es braucht, um den Reifen mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h anzutreiben. Je mehr Leistung benötigt wird, desto schwerer rollt der Reifen. Das durchschnittliche Ergebnis des Testfelds liegt bei 44,3 Watt.
Praxis-Rollwiderstandsmessung
Hier haben wir ausgewählte Reifen auf unserem Pivot Trailcat LT mit standardisierten Felgen montiert und Testfahrten sowohl auf Asphalt als auch auf einem Schotterweg durchgeführt. Dabei wurden alle Reifen - wie auch im Labor - auf 1,5 bar Reifendruck aufgepumpt und lediglich der Hinterreifen wurde gewechselt. Mithilfe von Wattmess-Pedalen sind wir mit einer konstanten Leistung von 250 Watt ein ausgewähltes Uphill-Segment gefahren und haben dabei die Zeit gemessen, die wir dafür benötigt haben.
Pannenschutz-Wertung
Für unsere „Pannenschutz-Wertung“ haben wir die Werte vom Durchschlag- und Durchstichtest miteinander verrechnet. Dabei sind der Durchschlagtest zu 60 % und der Durchstichtest zu 40 % eingeflossen. Beim Durchstichtest haben wir zudem die Einstiche mit dem 5-mm-Meißel doppelt so stark gewertet wie den mit dem 1,5-mm-Objekt, da letzteres sehr selten auf dem Trail vorkommt und meist die Tubeless-Milch in der Lage ist, den Defekt abzudichten.
Verwandte Beiträge:
- Beste Sporttourer Reifen für Motorräder: Test & Vergleich 2024
- Bester Motorradreifen Test: Top Ergebnisse, Expertenberatung & günstiger Preisvergleich
- Die besten MTB-Reifen für Asphalt und Gelände – Ultimativer Test & Kaufberatung
- Der ultimative Rennradreifen-Test: So findest du den perfekten Reifen für maximale Geschwindigkeit und Haltbarkeit!
- Kinder auf dem Motorrad mitnehmen: Alle Regeln und Sicherheitstipps für Beifahrer
- Fahrrad als Deko im Garten: 10 geniale Ideen für ein stylishes zweites Leben!
Kommentar schreiben