Der ultimative Mountainbike-Satteltest: Komfort, Leistung und die besten Modelle im Vergleich

Wer wünscht es sich nicht: Drauf auf das Bike und los geht der Fahrspaß, egal wie lange die Tour auch dauert! Der Schmerz oder das Taubheitsgefühl am Hinterteil kann aber selbst die herrlichste Fahrradtour verderben. Dies kann aber viele Ursachen haben. Entweder ist der Sattel zu weich oder er passt einfach nicht zum eigenen Körperbau.

Um einen besseren Überblick zu erhalten, erläutern wir die Ursachen von Problemen, bieten Lösungsansätze und beleuchten die Merkmale eines „passenden“ Sattels. Gleich mal eines vorweg: Nach Angaben des Urologen und Sportmediziners Dr. med. Stefan Staudte erleben etwa 90 Prozent der Radfahrer Taubheitsgefühle im Genitalbereich, aber zum Glück haben nur etwa vier Prozent ernsthafte Probleme damit. Trotz alledem sollte man folgende Punkte in Betracht ziehen, damit die Bike-Tour zur Wohlfühltour wird.

Die Anatomie des Beckens und die Bedeutung der Sitzposition

Beim Radfahren ist es wichtig, auf die Anatomie des Beckens zu achten. Viele Radfahrer klagen oft über Beschwerden im Gesäßbereich, die von empfindlichen Sitzknochen ausgehen können. Es ist ratsam, die Druckempfindlichkeit durch kurze und regelmäßige Fahrten zu Beginn der Saison zu trainieren. Die Knochen nehmen durch das Sitzen keinen Schaden, daher sollte das Körpergewicht vor allem auf ihnen ruhen. Der Abstand der Sitzknochen am Sattel variiert je nach Sitzposition. Bei aufrechter Sitzposition als Trekkingradfahrer rotiert das Becken nach hinten.

Die richtige Sattelbreite: Ein entscheidender Faktor

Die Breite des Fahrradsattels ist sehr wichtig. Wenn er zu breit ist, können die seitlichen Kanten an den Innenseiten der Oberschenkel scheuern und Druckstellen verursachen. Das kann dazu führen, dass der Biker unbeabsichtigt nach vorne rutscht. Ist der Sattel zu schmal, wird zu viel Druck auf die Weichteile und den Bereich zwischen den Oberschenkeln ausgeübt, wo wichtige Blut- und Nervenbahnen verlaufen, die gequetscht werden können. Leider reagiert dieser Bereich relativ unempfindlich gegenüber Überlastung, was langfristig zu ernsthaften Problemen und Schäden führen kann.

Spezielle Sättel für verschiedene Geschlechter

Speziell für verschiedene Geschlechter konzipierte Sättel sind in der Bike-Industrie immer noch umstritten. Einige Hersteller wie Contec, Ergon und Terry bieten in unserem Test sowohl Herren- als auch Damenmodelle an. Für eine große Auswahl an Sattelbreiten präsentieren sich Bontrager, SQlab und Velo mit jeweils vier verschiedenen Breiten. Jeder Sattel wird einzeln im Detail unter die Lupe genommen.

Lösungsansätze bei Druckschmerzen und Hautirritationen

Auch hier gibt es Lösungen, wenn durch das lange Sitzen weiterhin Druckschmerzen oder Hautirritationen an der Tagesordnung sind. Mit beispielsweise einem regelmäßigen Wechseln der Sitzposition durch Aufstehen oder Pausen, kommt mehr Frischluft an den Sitzbereich. Dies verhindert, dass feuchtes und warmes Sitzklima entsteht. Zudem ist eine Radhose mehr als nur ratsam, da diese den Schweiß im Sitzpolster ideal abtransportiert und durch ihr meist antibakteriell und atmungsaktives Material eine hohe Luftzirkulation ermöglicht. Geschmacksache sind Sitzcremes. Zudem sollte man auf eine korrekte Sitzposition achten.

Die korrekte Sitzposition und professionelle Hilfe

Höhe, Winkel und Position des Sattels können das Sitzerlebnis stark beeinträchtigen. Bestenfalls sollten Sättel immer waagrecht montiert werden. Hierzu haben wir einen kleinen Workshop auf Seite 44 erstellt. Leider führt aber auch eine zu hohe Sitzposition zu seitlichen Bewegungen des Beckens über dem Sattel, wodurch das Hin und Her zu Hautirritationen und Reibstellen führen kann. Sollten weiterhin Probleme im Sitzbereich bestehen, wird empfohlen, ein Fahrradfachgeschäft aufzusuchen, denn oft bieten diese professionelle Bike-Fittings an. Dort werden untere anderen die Sitzknochen vermessen, der passende Sattel ausgewählt, die Einstellung und die Sitzposition überprüft und bei Bedarf optimiert.

Die Bedeutung der Sattelqualität und des Härtegrads

Kaum hat man den Fokus auf den Fahrradsattel gelegt, wird er erst mal untersucht. Nicht mit den Augen, sondern durch das Drücken des Polsters. Hier kommt oft die Aussage: „Oh, der ist aber angenehm weich!“ Aber ist das dann auch der perfekte Sattel für mich? Im Grunde genommen kommt es immer darauf an, wie oft und wie lange man auf dem Bike unterwegs ist. Wenn man sein Rad ab und an für spontane Fahrten in die Stadt oder nur zum Bäcker nutzt, spielen die Sattelqualität, Härtegrad und Breite eine untergeordnete Rolle. Fährt man aber regelmäßig in die Arbeit und geht ab und an auf Tages- sowie Mehrtagestouren, spürt man sofort, ob der Sattel dem Sitzfleisch guttut.

Dadurch wird der Druck auch auf den weniger empfindlichen, aber problematischeren Damm- und Schambereich übertragen, wodurch Blut- und Nervenbahnen gequetscht werden können. Somit fühlen sich weiche Polster anfangs angenehmer an, führen aber langfristig eher zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen und anderen Beschwerden.

Sättel mit Aussparungen und Active Technologie

Egal ob der Sattel ein Loch in der Mitte besitzt, oder der Entlastungskanal mittig vertieft angebracht ist, dieses Feature ermöglich es, den sensiblen Dammbereich zu entlasten. Bei dem Sattelloch ist zu beachten, dass diese Öffnung unter Umständen Grund für eine Verschmutzung der Hose ist und im Winter ein eher unangenehmes Kältegefühl im Sitzbereich erzeugt. Spannend bei den Testrunden war, dass durch die Active Technologie von SQlab mittels eines Hebels die Flexibilität der beweglichen Sattelschale verändert werden kann. Hierbei sitzt man fest im Sattel, wobei das Becken nach links und rechts mehr Spielraum bekommt. Diese Funktion dient dazu, die Lendenwirbelsäule zu mobilisieren und soll Rückenschmerzen vorbeugen.

Weitere wichtige Aspekte bei der Sattelwahl und -montage

Das Obermaterial aller im Test gefahrenen Sättel schützen vor Regen und Schmutz und lassen sich gut abwischen. Bei der Montage der Sättel ist es wichtig, die Anweisungen zu beachten. Sie sollten nicht über die maximalen Markierungen hinaus angebracht werden. Den größten Verstellbereich im Test besitzen Bontrager, Ergon und SQlab. Immer mehr Marken bieten zudem Adaptermöglichkeiten für Werkzeuge, Lichter oder Satteltaschen über Clipsysteme an, wie es beispielsweise bei Selle Royal der Fall ist.

Für E-Biker im Speziellen werden Sättel für noch mehr Komfort optimiert, insbesondere mit einem teilweise höher gezogenen Heck, um das Rutschen bei Bergaufpassagen zu verhindern. Ganz besonders optisch auffällig sind Sättel, wie der SQlab, mit einem Stufen-Design. Hierbei wird der Druck unter dem Schambeinbogen zusätzlich reduziert.

Nachhaltigkeit und Stabilität

Auch bei Sätteln wird „grün“ gedacht: Selle Italia setzt auf einen automatisierten Prozess zur Herstellung hochwertiger Fahrradsättel, ohne auf umweltschädliche Klebstoffe und Polyurethane zurückzugreifen, um die CO2-Emissionen zu minimieren. Aber auch hohe Stabilität bei geringem Gewicht ist möglich.

Testmethoden und Bewertung

Um ein eindeutiges Ergebnis der zu testenden Sättel zu erhalten, haben wir zum einen die Sättel mittels Druckmessfolie im Labor gefahren. Um die Grafiken besser zu deuten, gibt es folgende Eckpunkte zu beachten: Der schwarze Bereich ist ohne Sitzdruck. Danach steigt der Druck mit den Farben Weiß, Grau, Blau, Grün, Gelb und Rot an. Somit sind Sättel mit einem druckfreien Mittelareal zu bevorzugen, da diese eine deutliche Aussparung im Damm- und Prostatabereich besitzen. Dies trägt wiederum dazu bei, dass einem der Sitzbereich nicht taub wird. Zum anderen wurden die 23 Testsättel auch auf Tour getestet.

Da der Fahreindruck eines Sattels sehr wichtig ist, hat dieser mit 45 Prozent den größten Einfluss im Testergebnis, wobei die Druckverteilung aus ergonomischer Sicht auch sehr relevant mit 35 Prozent bewertet wurde. Die Verstellbarkeit des Sattelgestells trägt mit 10% zum Test-Ergebnis bei.

Die besten Mountainbike-Sättel im Vergleich

Ein guter MTB-Sattel macht den Unterschied: Wer lange Touren fährt oder technisch anspruchsvolle Trails meistert, merkt schnell, wie wichtig die richtige Sitzposition ist. Ein passender Sattel verhindert Druckstellen und sorgt für Komfort, auch auf rauem Terrain. Preislich starten einfache Modelle bei rund 20 €, während Top-Sättel bis zu 160 € kosten können.

So wurde getestet

Wie fühlt sich ein Sattel nach 120 Minuten ohne Polsterhose an? Entstehen Druckstellen oder Taubheitsgefühle? Unser Test zeigte, welche Modelle auch auf langen Touren bequem bleiben. Auf Trails war entscheidend, ob der Sattel Halt gibt oder behindert. Wir prüften zudem, wie gut Stöße abgefedert werden und ob die Montage problemlos gelingt.

Testsieger: Ergon SMC Core

Der Ergon SMC Core überzeugte als bester MTB-Sattel und sicherte sich den Testsieg. Die hochwertige Verarbeitung, die spürbare Entlastungszone und die gute Stoßdämpfung machten ihn zum komfortabelsten Modell. Selbst nach 120 Minuten blieb das Sitzgefühl angenehm. Das Active-System ließ sich nicht testen, wodurch die erhoffte Flexibilität fehlte. Dennoch überzeugten die breite Sitzfläche und die spürbare Entlastung im Dammbereich. Für lange Fahrten ist er eine interessante Wahl, wenn die tauschbaren Elastomere leichter zu verbauen wären.

Ausstattungs-Tipp: Youngdo Fahrradsattel

Der Youngdo 832080125 setzte auf eine weiche Polsterung, war aber schwerer als die anderen Modelle. Die Montage war aufwendiger, da die mitgelieferte Sattelaufnahme entfernt werden musste. Ohne Federung fehlte es an zusätzlicher Stoßabsorption. Für Fahrer, die eine gefederte Sattel-Sattelstützen-Kombination suchen, könnte das Modell interessant sein - für einen schnellen Satteltausch ist es weniger geeignet.

Sqlab 610 M-d Active im Test

Der Sqlab 610 M-D Active fällt direkt durch seine Stufensattelform mit breiter Sitzfläche auf. Diese soll den Druck auf empfindliche Bereiche verringern und das Gewicht gleichmäßiger verteilen. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck, ohne sichtbare Materialfehler oder unsaubere Nähte. Das Active-System erlaubt eine seitliche Bewegung des Sattels, um die natürliche Beckenbewegung beim Treten zu unterstützen. Dies kann die Wirbelsäule entlasten und für ein angenehmeres Fahrgefühl sorgen. Die Bewegung wird über einen Elastomer-Dämpfer gesteuert, der in die Verbindung zwischen Schale und Gestell eingesetzt ist.

Youngdo Fahrradsattel im Test

Der Youngdo 832080125 wird mit einer eigenen Sattelaufnahme und Federdämpfern geliefert, was ihn von klassischen MTB-Sätteln unterscheidet. Um ihn am Testbike zu nutzen, musste jedoch die vorhandene Aufnahme entfernt werden, da ein direkter mit den anderen Modellen sonst nicht möglich gewesen wäre. Die beiden Federdämpfer an der Unterseite bestehen aus Metall und sollen Unebenheiten spürbar abfedern. Die Konstruktion wirkt stabil, keine losen oder wackeligen Teile waren erkennbar.

Wie die richtige Sattelgröße und -form ermitteln?

Die Formel für den richtigen Sattel ist im Grunde simpel: Auf die optimale Druckverteilung kommt es an. Die Suche nach dem passenden Modell sollte daher mit dem Ermitteln der richtigen Sattelbreite bzw. dem Ausmessen des Sitzknochenabstands beginnen. Dies kann mit Hilfe von Wellpappe geschehen, präzisere Ergebnisse liefert der örtliche Händler mittels Druckfolie oder Sensoren.

Mit dem Ermitteln des Sitzknochenabstands ist bereits die halbe Etappe auf dem Weg zum richtigen Sattelmodell geschafft. Alles Weitere bestimmt die Sitzposition. Faustregel: Ist der Oberkörper stark nach vorne geneigt, kann das Sattelheck ruhig etwas schmaler sein. Die Sattelnase sollte in diesem Fall etwas breiter ausfallen, da sich der Auflagepunkt in Richtung Schambein verlagert. Auch eine leicht nach unten geneigte Nase kann das Sitzgefühl bei sportlicher Sitzhaltung verbessern. Bei aufrechter Position verhält es sich genau umgekehrt.

Tipp: Anbieter wie SQ-Lab oder Ergon stellen auf ihren Webseiten auch Sattelfinder zur Verfügung. SQ Lab bietet seine Modelle sogar in bis zu fünf verschiedenen Größenausführungen an. Auf eine ausgiebige Probefahrt ist jedoch unumgänglich - am besten ohne gepolsterte Bikehose. Von Blindkäufen im Netzhandel raten wir dringend ab.

Was bringen MTB-Sättel mit Aussparungen im Genitalbereich?

Um das Schambein zu entlasten, besitzen heute viele Sättel Aussparungen. Manche Experten halten davon herzlich wenig und beklagen häufig, dass das Schambein zwar geschont wird, die Ränder der Aussparungen dafür umso mehr Druck ausüben und sich letzten Endes genau der gegenteilige Effekt einstellt.

Schmerzfaktoren und Ursachen für Beschwerden beim Fahrradfahren

Ob Schmerzen, gereizte Haut oder ein Taubheitsgefühl im Gesäßbereich - die Ursachen für Beschwerden beim Fahrradfahren können mit einem falschen Sattel oder der falschen Satteleinstellung zusammenhängen. Auf welche Faktoren du bei deinem Fahrradsattel achten solltest, erläutern wir in diesem Beitrag.

Ursachen für wunde Stellen sind eine zu starke Reibung und Bakterien, die sich in dem feuchten Milieu dank Schweiß und Wärme leicht vermehren können - und so zu Entzündungen der gereizten Hautpartien führen. Pickel und Pusteln sind meistens die Folge. Im schlimmsten Fall können allerdings auch Abszesse entstehen, die dann einer gezielten medizinischen Behandlung bedürfen.

Darüber hinaus kann ein falscher Sattel durch eine falsche Belastung auch zu Durchblutungsstörungen und Taubheitsgefühle im Intim- und Sitzbereich führen - Beschwerden, die den Fahrspaß stark mindern. Daher ist es sinnvoll die Ursachen zu ermitteln.

  • Der Sattel ist falsch eingestellt
  • Der Sattel ist zu weich
  • Der Sattel hat die falsche Breite
  • Mein Bike hat die falsche Sattelform

Damen- & Herrensattel - wie unterscheiden sie sich in ihrer Form?

Die Abweichungen zwischen der männlichen und weiblichen Anatomie können den Unterschied bei der Sattelwahl machen- entscheidend bleibt in erster Linie aber der Sitzknochenabstand. Dessen Varianz kann von Person zu Person bis zu 7 cm betragen. Dabei gibt es eine allgemeine Tendenz, bei der Frauen einen eher breiteren Abstand haben als Männer. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Schambeinwölbung bei einer Frau tiefer abgesenkt ist als der Dammbereich des Mannes.

Aufgrund der anatomischen Unterschiede wirkt sich ein zu schmaler Sattel bei einer Frau stärker auf den Schambereich aus als bei einem Mann.

Welcher Sattel passt zu meinem Fahrradtypen?

Der größte Unterschied bei Sätteln besteht zwischen einem Sattel für Zeitfahrräder und einem Sattel für Hollandräder. Sie unterscheiden sich von allen Sätteln am meisten in Form, Sitzhaltung (Druckbereich) und der Sattelhärte.

  • Sättel für Rennräder und Time Trial Bikes
  • Sättel für Mountainbikes
  • Sättel für Trekkingräder
  • Sättel für City-Bikes und Hollandräder

Gibt es spezielle Fahrradsättel für Übergewichtige?

Es gibt Sättel für Personen mit höherem Gewicht. Und das aus gutem Grund: Die Belastung auf das Fahrrad ist beim Fahren über Unebenheiten deutlich höher als bei einer leichteren Person. Wird das Bike die Komponenten oder der Sattel zu sehr beansprucht und überbelastet, kann es in Folge zu Verformungen und Brüchen beim Material kommen - die im schlimmsten Fall auch zu Unfällen führen können.

Ein stabileres Rad mit entsprechender Sattelstütze und einen hierfür ausgelegten Sattel, kann eine höhere Belastung aushalten. Material und Dämpfungseigenschaften, sind auch für das erhöhte Gewicht ausgelegt und erfüllen ihre Funktion auch bei einer höheren Belastung. Dies führt zu mehr Fahrsicherheit und Komfort.

Die richtige Sattelbreite am MTB

Dein Sattel und Dein Hinterteil sollten zueinander passen, dann klappts auch mit dem Fahrkomfort. Der wichtigste und am einfachsten zu bestimmende Parameter, um einen bequemen Sattel fürs MTB zu finden, ist die richtige Sattelbreite. Ist der Sattel zu schmal, liegen die Sitzknochen nicht optimal auf der Sitzfläche auf und Schmerzen oder Taubheitsgefühle sind oft die Folge. Ist der Sattel zu breit, reibt er an den Oberschenkeln und/oder Du rutschst beim Treten ständig nach vorne.

Die richtige Sattelform

Der schwierigste Faktor beim Finden eines bequemen MTB-Sattels ist wohl die richtige Form. Je nach Herstellerkonzept unterscheidet sie sich in verschiedenen Aspekten: in der Ansicht von oben, von der Seite und von vorne. Allen Konzepten gemein ist das Ziel, den besten (individuellen) Kompromiss aus Komfort, Druckverteilung und Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.

Die Aussparung in der Sattelmitte

Ein Sattel mit einer Aussparung in der Sattelmitte, also einer Vertiefung im Polster oder einem Loch durch Schale und Polster, dient der Druckentlastung empfindlicher Körperregionen. Ein Sattel mit Aussparung ist übrigens nicht direkt - wie es „früher" oft war - ein Damensattel, auch Herren können von einem MTB-Sattel mit Aussparung profitieren.

Brauchen Frauen andere MTB-Sättel als Männer?

Je nach Hersteller fällt die Antwort unterschiedlich aus. Je sportlicher und gestreckter Deine Sitzposition, desto weniger Polsterung sollte Dein MTB-Sattel haben: Ist der Sattel zu dick und zu weich gepolstert, sinkst Du tief in den Sattel ein, sodass Nervenbahnen und Blutgefäße gereizt beziehungsweise eingeschränkt werden.

Materialien und Konstruktion

Carbon ermöglichen die Konstruktion leichterer Sattel-Rails, das Material ist allerdings recht teuer. Stahl hingegen ist robust und preisgünstig, bricht aber beim Gewicht keine Rekorde. Titan oder Aluminiumlegierungen liegen in Bezug auf Preis und Gewicht zwischen Carbon und Stahl.

Die Sattelschale ist das Herzstück eines Sattels, die zwischen den Rails und der Polsterung beziehungsweise dem Obermaterial liegt. Die Schale bildet das Fundament und ist je nach Auslegung entweder sehr steif oder gezielt flexibel.

Die meisten MTB-Sättel kommen mit Kunstleder, Polyester oder Mikrofaser-Materialien. Sie sind robust und pflegeleicht. Grundsätzlich gilt: Je glatter die Oberfläche, desto leichter die Reinigung. Und je rauer die Oberfläche, desto weniger rutschst Du.

E-Mountainbike-Sättel

Viele tourenorientierten E-Mountainbiker:innen haben eine niedrigere Sitzhöhe, sitzen aufrechter und leiten die Kraft anders ins Pedal ein als Fahrer:innen von nicht-motorisierten Bikes. Es lastet also tendenziell mehr Druck auf den Sitzknochen. Breitere Sättel mit stärkerer Polsterung sind daher sinnvoll.

Die richtige Satteleinstellung

Die richtige Satteleinstellung am Mountainbike ist essenziell. Der beste MTB-Sattel bringt nichts, wenn Neigung oder Höhe nicht passen. Die persönlichen Vorlieben spielen hier genauso eine Rolle wie der Einsatzzweck und die weitere Einstellung des MTBs.

Die Geschichte des Fahrradsattels

Als dann 1817 Karl Drais seine Laufmaschine erfand - noch ohne Pedalen - sollten die Nutzer ebenfalls einen Sitzplatz gestellt bekommen. Die Ausdünnung war in der Breite notwendig, wurde aber erst nach und nach immer mehr forciert. Am Anfang galt das Rad als eine Art Cruiser, die sportliche Bedeutung kam später. Dank Tretkurbelantrieb von 1861 wurde der Grundstock für das moderne sichere Fahrrad 1885 gelegt. Und mit diesen Meilensteinen wechselten Materialien, Federung und Form entsprechend der technischen Entwicklung. 1905 wurde es durch die Kettenschaltung an Steigungen und auf unebenem Terrain einfacher für die Radfahrer, aber erst 1981 kam das Mountainbike auf den Markt.

Tipps zur Montage und Pflege

  • Innensechskantschlüssel oder Gabelschlüssel in entsprechender Größe zurechtlegen.
  • Schrauben der Sattelklemme entfernen.
  • Einfetten von Klemme und Unterlegscheiben (Achtung! Für Carbon extra Montagepaste).
  • MTB Sattel einschieben und mittels Schrauben festziehen (Gewinde nicht zu fest anziehen) (alternativ Kloben in Kerze stecken, es muss einrasten).
  • Bei nur einer Schraube die Klemmschale um 90 Grad drehen, Sattel auf untere Schale setzen.
  • Ausrichten des Sattels (waagerecht per Wasserwaage).
  • Auf Streben achten - Klemme darf nicht über Markierung herausragen.
  • Testfahrt und notfalls Ausrichtungsoptimierung.

Einmal pro Woche bis einmal im Monat reinigen (kommt auf Fahrweise an). Kunststoff mit sauberem Lappen und warmem Wasser säubern. Leder bedarf neben Wasser (kein starkes Reiben) auch Trocknungsphase. Sattel aus Leder verlangen nach spezieller Lederpflege. Trocknung nicht in unmittelbarer Sonne. Spülmittel oder Oberflächenreiniger für schweren Verschmutzungsgrad. Keine Scheuermittel oder Chemikalien verwenden.

Häufige Fragen zum MTB-Sattel

Brauchen Frauen einen geschlechtsspezifischen Sattel?

Ja. Dies hängt klar von der individuellen Anatomie ab. Am besten setzt man sich auf eine Wellpappe auf einen Stuhl. Es empfiehlt sich ein Hohlkreuz bei der Übung. Wenn man sich auf die Zehenspitzen stellt, sollte es noch deutlicher werden. Folglich erhält man beim Aufstehen zwei Abdrücke.

Warum tut der Damm nach dem Fahren weh?

Dies kann mehrere Ursachen haben. Zum einen kann es an der allgemeinen Satteleinstellung liegen. Höhe und Ausrichtung wirken sich gerade bei intensiven und langfristigen Fahrten mehr und mehr auf die Körperhaltung aus. Tatsächlich ist dies der häufigste Grund für ein als unangenehm bezeichnetes Fahrgefühl. Wenn mehr Körperfläche auf dem MTB Sattel aufliegt, potenziert es die Belastung auf sensible Stellen, das macht sich bemerkbar.

Was tun, wenn der Sattel zu hart ist?

Normalerweise sind speziell in den ersten 5 bis 6 Ausfahrten die Muskeln und Sehnen durch die neue Härte des MTB Sattels etwas gereizt. Dann sollte sich das legen. Als Erstes sollte der Sattel mit der Wasserwaage ausgerichtet werden. An der Sattelstütze lassen sich dafür Schrauben lösen und entsprechend neigen. Danach geht es an die Einstellung der Höhe. Dazu misst man die Schrittlänge vom Fuß bis zum Schritt und multipliziert den Wert um 0,885.

Testergebnisse im Überblick

Es ist schon ein Hochgefühl, wenn man den passenden Sattel für sich gefunden hat. Unser Testergebnis kann hierbei eine Entscheidungshilfe sein. Im Punkt Preis-Leistung hatten in diesem Test unter 23 Modellen die Hersteller Acid und Wittkop die Nasen vorne. Am Ende wurden zwei Testsieger gekürt. Bontrager für den sportlichen Radfahrer mit einer straffen Polsterung und SQlab für Trekking-Biker, der mit einem hochwertigen Fahrkomfort punktet.

Insgesamt haben wir 24 MTB-Sattel ausgiebig getestet. Die Preisspanne reichte von 10 bis ca. 200 Euro. Der SQlab 611 Ergowave ist unser Testsieger. Er bietet nahezu alles, was man von einem MTB-Sattel erwarten kann. Er ist straff, aber dennoch sehr komfortabel, und mit dem breiten und tiefen Dip verhindert er ein Taubheitsgefühl im Dammbereich. Die breite und flache Sattelnase unterstützt dies noch zusätzlich. Das robuste und leicht strukturierte Obermaterial erhöht die Lebensdauer und Fahrkontrolle und sogar das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Modell Beschreibung Preis (ca.)
Ergon SMC Core Testsieger, hochwertige Verarbeitung, gute Stoßdämpfung ab 130,00 €
Sqlab 610 M-D Active Stufensattelform, breite Sitzfläche, Active-System ab 109,00 €
Youngdo Fahrradsattel Weiche Polsterung, Federdämpfer, eigene Sattelaufnahme -
SQlab 611 Ergowave Testsieger, straff, komfortabel, breiter Dip ca. 200 €

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