Hier möchte ich kurz aber fokussiert auf das Thema Motoröl eingehen und evtl. auch mit dem Gerücht aufräumen, dass ein Motoröl das 20,00 € der Liter kostet das Beste wäre, was dein Motor bekommen kann.
Grundlagen des Motoröls
Ein Motoröl besteht in erster Linie aus einem Grund- und einem Basisöl, diese bestimmen in Verbindung mit diversen Additiven die wesentlichen Eigenschaften des Öls wie z.B. Grundsätzlich wird jedes Motorenöl von mineralisch bis vollsynthetisch Legiert, das eine wenig das andere mehr. Diese Bestandteile werden dem Öl beigemischt um bestimmte Eigenschaften des Öls wie z.B. die Hochtemperatur-Eigenschaften zu verbessern, die Schmutzbindung (z.B. Partikel vom Abrieb der Kupplung) zu steigern oder die Notlaufeigenschaften des Öls bei Wartungsstau zu erhöhen.
Die Viskosität bestimmt das Fließverhalten eines Öls und wird unter anderem verschiedenen Normen eingeteilt wie z.B. die SAE-Norm um die bekannteste zu nennen. In den meisten Fällen wird euer Motorrad mit einem Mehrbereichsöl für Sommer- und Winterbetrieb befüllt, wie z.B. 10W40 (für Beta Xtrainer 300) oder 15W50 (für KTM EXC 250) was aber in diesen beiden Fällen nur als Getriebeöl eingesetzt wird.
Mineralisch, Teilsynthetisch oder Vollsynthetisch?
- Mineralisches Motoröl: wird aus Grund und Basisölen hergestellt, die direkt aus Erdöl gewonnen werden, kaum Additiviert wird und ist vor allem Günstig ist. Neigt jedoch zur Bildung von Ölschlamm, den man zum Teil ohne den Motor zu öffnen nicht vollständig entfernt bekommt. Sollte daher öfter gewechselt werden.
- Teilsynthetisches Motoröl: wird aus einer Mischung von Erdöl-Destillaten und synthetischen (künstlich hergestellten Ölen) hergestellt. Dieses Öl vereint einen relativ günstigen Preis mit meist guter Aufnahme von Schwebstoffen und bildet in den meisten Fällen keinen Ölschlamm. Je nach Additive kommen noch andere Eigenschaften hinzu.
- Vollsynthetisches Motoröl: wird rein aus künstlichen Grund- und Basisölen hergestellt, sein im Verhältnis hoher Preis ergibt sich aus der Forschung und Weiterentwicklung die investiert werden muss.
2-Takt-Öl im Detail
Der Grundlegende unterschied zwischen diesen beiden Ölen ist zum einen die Viskosität und zum anderen die Additive (Legierung) des 2-Takt-Öls, da dieses im Benzin leicht löslich sein und zudem noch im besten Fall rückstandsfrei verbrennen muss. Außerdem muss es das Pleuel Lager sowie das Kolbenlager des 2-Takt-Motors schmieren.
Mehr 2-Takt-Öl als im Handbuch angegeben ist eher Schädlich für den Motor, da das Öl nicht nahezu vollständig verbrennen kann und die Ölkohle sich dann am Auslasskanal und dem Kolben absetzt. Diese Ölkohle wenn abbricht und zwischen Zylinderwand und Kolben gerät, kommt es im schlimmsten Fall zum Motorschaden, zudem ist der Umwelt auch nichts Gutes damit getan.
Mit einem Mischverhältnis von 1,6 % oder 1 : 60 sind meines Wissens alle aktuellen Enduros angegeben. Ich selbst fahre auch alle meine 2-Takter mit diesem Mischverhältnis, unabhängig von Baujahr und Einsatzzweck. Am einfachsten ist die Mischung herzustellen indem man einen 20L Reservekanister füllt und exakt 330ml 2-Takt-Öl dazu gibt.
Natürlich spielt hier noch die Bedüsung, Luftdruck und Temperatur eine Rolle wie das Gemisch verbrennt.
Die Wahrheit über teure Motoröle
Grundsätzlich wäre das beste Motoröl für deine Enduro eines, dass man nicht zu wechseln braucht. Auch wenn man zu denken glaubt, ich kaufe ein Öl für 20,00 € der Liter und dass muss dann das Beste sein liegt man falsch. Gerade bei Marken, die einen hohen Bekanntheitsgrad haben, werden die, kosten für Werbung, Aufkleber, Verpackungs-Design, Banner und Rennteam-Sponsoring auf den Kunden umgemünzt.
Auch die Aufschrift „Racing“ hat nichts damit zu tun dass das Öl von Rennfahrern mitentwickelt wurde. Ein Öl wird ohnehin von Chemikern Entwickelt und ausgiebig vor dem Einsatz getestet, weil der Rennfahrer nur daran Interessiert ist das seine Maschine auch funktioniert und er eine gute Platzierung bekommt.
Empfehlungen und persönliche Erfahrungen
Abschließend kann man eigentlich nur sagen, wenn man sich mit der Viskosität nicht sicher ist, dass man sich am besten an die Vorgaben des Motorrad-Herstellers im Handbuch hält. Mineralisch würde ich persönlich nicht fahren da der günstige Preis mit dicker Pampe im Motor gestraft wird, ob Vollsynthetisch oder nur Teilsynthetisch sowie welche Öl-Marke, entscheidet dann das Bankkonto.
Ich habe mich zum Beispiel viel mit dem Thema Viskosität auseinandergesetzt, auch die verschiedensten Öle von so ziemlich allen Herstellern in meinen Motorrädern (KTM, Husaberg und GasGas) gefahren und bin dann für alle meine Motorräder egal ob Enduro, Supermoto oder Trial bei Addinol Vollsynthetisch 20W50 hängen geblieben.
Wenn Ihr Eure Wartungsintervalle einhaltet und entsprechend viele Betriebsstunden im Jahr zusammen bekommt, oder Ihr mehrere Motorräder besitzt, die ein Öl mit der annähernd gleichen Viskosität brauchen. Lohnt es sich immer zu einem Öl-Händler in der Nähe zu fahren und Euch ein Angebot über z.B. ein 20L Gebinde machen zu lassen.
Niemals solltet ihr es mit eurem Motorrad zu gut meinen und ein Longlife-Öl in den Motor füllen. Dieses Öl enthält ggf. Additive, die die Reibung so weit reduzieren, dass im schlimmsten Fall die Kupplung durchrutscht und ihr neue Reibscheiben benötigt. Somit wäre dies nicht das beste Motoröl für deine Enduro.
2-Takt-Öl Test & Vergleich: Die Besten im Überblick
Hier ist eine Übersicht der besten 2-Takt-Öle im Vergleich, basierend auf verschiedenen Tests und Bewertungen:
| Marke | Modell | Für Getrennt- | Gemischtschmierung | Für luftgekühlte | wassergekühlte Motoren | Note |
|---|---|---|---|---|
| Liqui Moly | 1189 | Ja | Ja | Ja | Ja | sehr gut |
| Liqui Moly | 1053 | Ja | Ja | Ja | Ja | sehr gut |
| Liqui Moly | 1052 | Ja | Ja | Ja | Ja | sehr gut |
| Oregon | O10-6366 | Nein | Ja | Ja | Nein | sehr gut |
| Castrol | POWER 1 | Ja | Ja | Ja | Ja | sehr gut |
| FUXTEC | FX-DO2T1000 | Ja | Ja | Ja | Ja | sehr gut |
| Dolmar | 980008112 | Nein | Ja | Ja | Ja | sehr gut |
| Rowe | 20030-173-03 | Ja | Ja | Ja | Ja | sehr gut |
| Oregon | O11-1140 | Ja | Ja | Ja | Ja | gut |
| Divinol | Ja | Ja | Ja | Ja | gut |
Detaillierte Bewertungen einiger Top-Produkte
- Liqui Moly 1189: Bietet effektiven Schutz und zuverlässige Schmierung für 2-Takt-Motoren.
- Liqui Moly 1053: Verfügt über hervorragende Schmiereigenschaften, wirkt reinigend und schützt die Zylinderwände vor Korrosion und Abnutzung.
- Oregon O11-1140: Reinigt die Zylinder, schützt vor Korrosion und reduziert den Verschleiß.
- Castrol Power1 2T: Bietet eine gute Leistung und eine stabile Schmierung für Zweitaktmotoren.
MOTORRAD Motorenöl Test SAE 10W-40
Die Aufgaben eines Motorenöls sind immer dieselben: Es muss schmieren, Kräfte übertragen, kühlen und abdichten. Nebenbei soll das Öl die bei der Verbrennung anfallenden ölunlöslichen Rückstände bis zum nächsten Ölwechsel in der Schwebe halten. Es muss Säuren neutralisieren, Wasser aufnehmen und vor Korrosion schützen. Dabei darf es nur wenig altern, nicht schäumen und muss bei allen Temperaturen fließfähig bleiben.
Die vom Motorradhersteller vorgeschriebene Viskosität ist immer das erste und alternativlose Auswahlkriterium. Dann sollte man auf die API-Klassifikation achten. API steht für das "American Petroleum Institute", das Motorenöle nach Buchstabenkombinationen klassifiziert. Der erste ist bei Ottomotoren immer ein S, der nachfolgende Buchstabe sollte mindestens ein G sein.
Für Motorradfahrer noch wichtiger ist aber die (auf der API-Einteilung aufbauende) -JASO-Klassifikation. JASO steht für "Japan Automobile Standards Organization", und auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, geht es dabei ganz konkret um die Ansprüche von Motorradmotoren, wenn JASO MA (oder MA1 bzw. MA2) auf der Öldose steht. Dann ist nämlich sichergestellt, dass das Öl mit den in Motorradmotoren üblichen Ölbadkupplungen klarkommt.
Weitere Empfehlungen und Tipps
- Castrol Grand Prix S: Top-Qualität zum (Castrol-)Kampfpreis.
- Castrol Power 1 4T: Ein Top-Öl, nicht ganz so günstig.
- Motul 5000 4T: Ein sehr gutes, unauffälliges Öl zum akzeptablen Preis.
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