Soll es hauptsächlich bergauf gehen oder lieber nur bergab? Oder beides gleichermaßen? Am liebsten viel Airtime bei riesigen Sprüngen? Oder besser eine gute Kurvenlage bei entspannten Flowtrails?
Mountainbike-Typen im Test
Die Auswahl des richtigen Mountainbikes hängt stark von den persönlichen Vorlieben und dem bevorzugten Terrain ab. Im Folgenden werden verschiedene Mountainbike-Typen vorgestellt, um die Entscheidung zu erleichtern.
Cross-Country & Marathon
Die Cross-Country-Bikes (XC) sind leichte, steife Hardtails mit recht gestreckter Sitzposition. Die Marathonräder sind für lange Touren mit gleichen Anteilen von Up- & Downhill-Strecken geeignet. Bei den Reifen überwiegt der 29-Zoll-Durchmesser.
Einsatzbereich: Die XC-Bikes sind perfekt für kürzere Touren auf Forstwegen oder als Allround-Bikes. Die Marathonräder sind für lange Touren mit gleichen Anteilen von Up- & Downhill-Strecken geeignet.
Vorteile: Sehr leichte Räder mit geringer technischer Wartung. XC-Bikes sind die schnellsten, wenn es bergauf geht.
Nachteile: Für steile Singletrails eher ungeeignet.
Preise: 500 bis 9000 Euro.
All-Mountain
All-Mountain-Fullys sind abfahrtsorientierter als Marathonbikes. Die Sitzposition ist aufrechter, der Lenker breiter für mehr Kontrolle bei der Abfahrt. Der Federweg beträgt meist 120-140 Millimeter, die Reifengröße variiert zwischen 27,5 und 29 Zoll. Automatisch absenkbare Sattelstützen mit Griff am Cockpit sind praktisch.
Einsatzbereich: Ein Bike für Tourenfahrer, die ihr Rad wirklich in den Bergen einsetzen - sowohl auf Singletrails als auch auf breiten Forstwegen, bergauf und bergab.
Vorteile: Sehr großes Einsatzspektrum und wie der Name sagt: Für alle Tourenvarianten ein guter Kompromiss.
Nachteile: Für stark abfahrtsorientierte Biker gibt es bessere Räder, z. B. Downhiller oder Enduro.
Enduro
Von der Rahmengeometrie ähnlich wie die All-Mountain-Bikes, allerdings ist die Sitzposition noch aufrechter und der Lenker breiter. Der Federweg der Gabel liegt bei 140-170 mm, die Reifengröße 27,5 Zoll, die Reifenstärke (Durchmesser) bei 2,4 bis 2,8 Inch.
Einsatzbereich: Für Tourenbiker, aber mit dem klaren Schwerpunkt auf Abfahrten und Singletrails. Die robusteren Enduro-Räder lassen sich auch gut im Bikepark einsetzen.
Vorteile: Rasantes und sicheres Abfahrtsfeeling auf allen Untergründen. Die Federungen schlucken auch höhere Stufen und Sprünge. Trotzdem sehr wendig für verwinkelte Trails und Abfahrten.
Nachteile: Reines Sportgerät, technisch aufwendig ausgestattet. Soll es akzeptabel bergauf fahren können, liegen die Preise schnell bei über 3000 Euro.
Zielgruppe: Fahrer, die das Abfahrtsadrenalin lieben und gern Gas geben, egal welcher Untergrund und wie steil das Gelände ist.
Downhiller
Markanter Blickfang ist die lange Federgabel (200 mm). Zudem ist die Gabel deutlich weiter nach vorne geneigt, was die Bikes stabiler und spurtreuer macht. Räder müssen enorm robust sein, um hohe Sprünge und harte Trails zu überstehen. Bei der Radgröße sind 27,5 Zoll Standard, teils werden aber auch die großen 29-Zoll-Räder verbaut.
Einsatzbereich: Das Revier der Downhill-Bikes sind die Bikeparks oder reine Downhillstrecken. Es wird fast ausschließlich im Stehen gefahren, um die Kontrolle zu behalten. Bergauf kann man nicht fahren.
Vorteile: Extrem robustes Rad für weite und hohe Sprünge, steile Abfahrten, auch über verblocktes Gelände und felsige, steile Passagen.
Nachteile: Sehr reduzierter Einsatzbereich, lässt sich quasi nicht normal fahren.
Elektro-Mountainbike
E-MTBs gibt es als Hardtails - meist Allround-Bikes - und als Fullys. Letztere in fast allen Kategorien, von Cross-Country bis Downhiller, um den Lift zu ersetzen. Der Mittelmotor direkt beim Tretlager hat sich durchgesetzt. Die Akkus sind im Rahmen integriert oder aufgesetzt. Die Akkuleistung liegt zwischen 400 und 650 Wattstunden, bis Tempo 25 km/h unterstützt der Motor. Je nach Steigungen und Unterstützungsstufe reicht eine Akkuladung 40 bis 120 km.
Einsatzbereich: Alle Berge, alle Steigungen, alle Abfahrten - die E-MTBs erweitern die Tourenmöglichkeiten deutlich und nehmen den Bergauffahrten den Schrecken - selbst für konditionell schwächere Fahrer.
Vorteile: Mit guter Planung (Akku-Ladestationen) lassen sich auch mehrtägige Alpenüberquerungen gut meistern.
Nachteile: Das Gewicht der Bikes ist höher (ca. 24 kg), Akkuleistungen sind sehr unterschiedlich.
Hardtail Boliden
Die meisten MTBs sind inzwischen Fullys, lediglich bei bergauf orientierten Cross-Country-Rädern findet man noch Hardtails. Die Vorteile der Hardtails: geringeres Gewicht und einfachere Wartung.
Denn jedes Federsystem bringt Gewicht und steht der „Je leichter, desto besser“-Maxime beim Radbau entgegen. Aber auch die Kraftübertragung auf das Hinterrad ist ohne Hinterradfederung meist besser.
Andererseits sind die Hardtails ruppiger, jede Baumwurzel, die man überfährt, wird ungefedert auf das Rad und damit den Fahrer übertragen.
Mountainbike-Test: die Fullys kommen!
Anders mit den Fullys, mit ihnen sind inzwischen Trails, Steigungen und Abfahrten befahrbar, die vor zehn Jahren noch als unfahrbar galten.
Ein gut gefedertes Bike, das stabil und satt in der Kurve liegt und sich einfacher lenken lässt, erhöht die Sicherheit. Man kann schwierige Passagen deutlich leichter bewältigen.
Aber: Jedes Bike ist nur so gut wie der Pilot, der darauf sitzt. Und deshalb gilt: Für eine rauschende Abfahrt ist nicht nur das Material verantwortlich.
Die Wahl des richtigen Antriebs
Früher waren bei MTBs zwei oder drei Kettenblätter vorne das Maß der Dinge. Heute kommt man mit einem Blatt aus. Die Auswahl der Kurbelkombination und die Ritzel am Hinterrad entscheiden darüber, ob man den passenden Berggang für jede Steigung findet.
Maßgeblich ist die sogenannte Entfaltung, die Strecke, die man mit einer Kurbelumdrehung zurücklegt.
Bei den angesagten 1x11-Schaltungen mit nur einem Kettenblatt und 11 Ritzeln hinten sind die Übersetzungsbandbreiten zwar geringer als bei zwei Kettenblättern, doch die Vorteile überwiegen: Die Kette springt nicht mehr so leicht ab, man benötigt fürs Kettenblatt kein Schaltwerk. Das spart Gewicht und Kosten.
Schnäppchen - von gestern aber nicht alt
Wer ein günstiges MTB sucht, wird am ehesten bei Modellen aus den vergangenen Jahren fündig. Scheibenbremsen sind inzwischen selbst bei diesen günstigen Rädern Standard.
Allerdings machen Fullys in diesem Preissegment meist wenig Sinn, sie bringen lediglich viel Gewicht, aber wenig Komfort.
Bei der Reifengröße kann man zwischen 26, 27,5 und 29 Zoll wählen.
All Mountain Bikes im Test
All Mountain Bikes mit 140 bis 150 mm Federweg zählen zu den beliebtesten Mountainbikes. Als Biker erhofft man sich von einem All Mountain, dass es den Sweetspot zwischen Tourentauglichkeit und exzellenten Abfahrtskünsten trifft.
Man will mit einem All Mountain Bike aus eigener Muskelkraft bergauf treten und es bergab richtig krachen lassen.
Entscheidend für die Definition eines All Mountains ist der Federweg an der Gabel. Die abfahrtsorientierten Bikes haben Rock Shox Lyrik oder Fox 36er Gabeln mit 150 mm Federweg.
Zentrale Bauteile
Die Federgabel ist ein zentrales Bauteil, das auch die Geometrie eines Bikes mit ihrer Einbauhöhe maßgeblich prägt. Die Federgabel ist mit dem Federweg, den sie zur Verfügung stellt, oft der begrenzende Faktor auf dem Trail. Die Federgabel ist (nach dem Rahmen) das teuerste Bauteil an einem Rad.
Während sich Reifen schnell mal tauschen lassen, werden für eine neue Federgabel schon mal 500-1000 € fällig. Auch Trailhardtails wie das Orbea Laufey haben 140 mm Federweg an der Gabel.
Weitere wichtige Aspekte
- Bremsen: Wer hier spart, spart am falschen Ende. Mit All Mountains will man den Trail genießen und vor allem auch lange Abfahrten ohne Arm-Pump durchstehen. Große Bremsscheiben (vorne 200, hinten 180 mm) sind der way to go.
- Fahrwerk: Wer es wirklich krachen lassen will und auch den regelmäßigen Besuch im Bikepark nicht ausschließt, der braucht eine Fox 36, oder Rock Shox Lyrik Gabel. Außerdem darf für lange Abfahrten ein Dämpfer mit Ausgleichsbehälter nicht fehlen.
- Reifen: Reifen machen Räder. Wer shreddern will, braucht nicht nur entsprechendes Profil, sondern auch den passenden Pannenschutz.
Geometrie und Laufräder
Bei den Geometrien hat sich der Markt gefunden. All Mountains pendeln sich bei Lenkwinkeln zwischen 64 und 65,5 Grad ein. Die überwiegende Mehrheit an Bikes rollt mittlerweile auf 29er-Laufrädern.
Wer mit dem etwas trägeren Charakter im Antritt und Handling nicht leben will, findet im All Mountain Sektor ein paar Exoten mit Mullet-Laufrädern.
Materialien im Vergleich
Während bei den Mainstream-Herstellern die Topmodelle immer noch aus Carbon sind, wächst eine Nische stetig weiter. Firmen wie Crossworx, Raaw oder auch Commencal machen Aluminium im High-End-Bereich wieder salonfähig.
Aluminium hat seine Vorzüge beim Thema Nachhaltigkeit, Robustheit und in der generellen Verarbeitung. Damit hat das Material im Highend-Bereich seine Berechtigung, trifft aber aktuell nur den Geschmack einer Nische.
Interessante Modelle im Überblick
Jedes dieser Bikes bringt einzigartige Eigenschaften und Stärken mit, die sowohl Einsteiger als auch erfahrene Fahrer ansprechen. Egal, ob du ein Bike für ausgedehnte Touren, zum Ballern oder den gelegentlichen Bikeparkbesuch suchst, in dieser Auswahl ist für jeden etwas dabei.
| Modell | Eigenschaften | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Cannondale Habit LT | Simpel gehalten, super Geometrie, robuste Ausstattung | Abfahrt |
| Canyon Spectral | Abfahrtslastig, wahlweise mit Mullet oder 29er Laufrädern, K.I.S. System | Touren und gelegentliche Bikeparkbesuche |
| Cube Stereo One44 | Leichtbau, sportliche Tourenfahrer | Flowtrails |
| Crossworx Lite 290 | Made in Germany, hochwertiges Alu | Vielseitig |
| Giant Trance X | Maestro Hinterbau | Trail |
| Orbea Occam | Hardtail, extravagantes Design, Staufach im Unterrohr | Alternative zum Fully |
| Propain Hugene | Eigenes Hinterbaukonzept, individuelle Ausstattungsoptionen, top Preis-Leistung | Vielseitig |
| Raaw Jibb | Stabiler Alu-Rahmen, moderne Geo | Bikepark Einsatz |
| Radon Slide Trail | Fully mit exzellenter Preis Leistung | Vielseitig |
| Santa Cruz 5010 | Partybike, Mullet Setup | Trails |
E-Mountainbike Trends für 2025
Die E-MTB-Welt steht vor krassen Veränderungen mit neuen Playern, neuen Technologien und Trends. Die große Frage ist, ob das alles nur ein Hype oder von Dauer ist?
Um das herauszufinden, wurden 30 heiße E-Mountainbikes getestet, Nerd-Daten geliefert, Entwicklungsempfehlungen für die Hersteller gegeben und klare Erkenntnisse gewonnen.
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