BMW Motorrad GT 800 Technische Daten: Ein Sporttourer im Detail

Die BMW GT 800 ist ein sportlicher Mittelklasse-Tourer, der sowohl für zügige Anreisen auf der Autobahn als auch für kurvenreiche Passstraßen geeignet ist. Ein direkter Nachfolger im Segment der sportlichen Mittelklasse-Tourer wurde von BMW nicht vorgestellt, was die GT 800 zu einem besonderen Modell macht.

Technische Details

Der Motor der GT 800 ist ein wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor mit zwei obenliegenden, kettengetriebenen Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder. Die Einspritzung hat einen Durchmesser von 46 mm. Der Motor leistet nominal 90 PS (66 kW) bei 8000 U/min. Auf dem Prüfstand erreichte die Testmaschine sogar 94 PS bei 8400 U/min. Ab 3000 Umdrehungen schiebt der Motor die 213 Kilogramm schwere BMW energisch voran. Ab 6000 Umdrehungen entwickelt der Auspuffsound einen imposanten Klang.

Das Fahrwerk wurde überarbeitet, unter anderem mit einer neuen Hinterradschwinge und geänderter Federbeinaufnahme. Serienmäßig ist ABS an Bord, optional sind ASC (Automatic Stability Control) und ESA (Electronic Suspension Adjustment) erhältlich. Das Fahrwerk bietet eine gute Balance zwischen Komfort und Sportlichkeit. Die Handlichkeit der GT ist okay, aber nicht überragend. Gerade in Wechselkurven wirkt sie ein wenig steif um die Hüfte. Dafür liegt die BMW jederzeit bockstabil auf dem Asphalt und lässt sich auch nicht von Schlaglöchern oder Querfugen aus der Ruhe bringen. Bei beherzter Fahrweise fühlt sich die GT deutlich besser an, dann passt die aktive Körperhaltung eher zum Fahrstil.

Die Sitzposition wird durch tiefer montierte Fußrasten und einen höher positionierten Lenker tourenfreundlicher ausgelegt. Der Kniewinkel ist noch immer deutlich auf schnelle und dynamische Fahrt ausgelegt, auch wenn die Rasten gegenüber der Vorgängerin um je einen Zentimeter nach vorn und unten gewandert sind. An den Enden ist der Lenker sogar ein wenig Richtung Fahrer gekröpft, was ihm eine sportliche Note verleiht. Die zulässige Zuladung beträgt 207 kg.

Das Cockpit kombiniert analoge Rundinstrumente mit einem LC-Display für Bordcomputerfunktionen. Die LCD-Anzeige ist nun einteilig. Der Board-Computer hat umfangreiche Infos parat. Eine 12V-Bordsteckdose gehört zur Serienausstattung. Optional bietet BMW Heizgriffe, Hauptständer, Kofferhalter, Topcase und einen Komfortsitz an.

Der Sekundärantrieb erfolgt über einen Riemen. Das kann man mögen oder auch nicht, wartungs- und putzfreundlicher ist er in jedem Fall.

Ausstattung und Optionen

  • Serienmäßig: ABS
  • Optional:
    • ASC (Automatic Stability Control)
    • ESA (Electronic Suspension Adjustment)
    • Heizgriffe
    • Hauptständer
    • Kofferhalter
    • Topcase
    • Komfortsitz

Modelljahr-Updates

Baujahr 2017 - Umstellung auf Euro 4

Zum Modelljahr 2017 erfolgte die Anpassung an die Euro-4-Abgasnorm. Die Motorleistung blieb laut BMW unverändert. Die Abgasanlage wurde überarbeitet, unter anderem durch einen neuen Katalysator. Die Bedienelemente am Lenker wurden modernisiert. Die Farbvarianten wurden reduziert.

Die verfügbaren Ausstattungspakete - Komfortpaket und Sicherheitspaket - blieben bestehen. Technische Komponenten wie Motor, Fahrwerk und Elektronik wurden nicht modifiziert.

Im Modelljahr 2020 endete die Produktion.

Fahreigenschaften

Die GT harmonierte gut mit dem Metzeler Z8 Reifen, sowohl im Nassen als auch im Trockenen. Kein unerwartetes Abkippen in die Kurve, kein Aufstellmoment, satte Rückmeldung auch bei großer Schräglage. Eine gute Wahl!

Das Getriebe schaltet exakt, will aber mit etwas Nachdruck über den Ganghebel bedient werden. Trotz reichlich Drehmoment muss in sehr kurvigem Geläuf viel geschaltet werden - die Übersetzung ist mit einer theoretischen Höchstgeschwindigkeit von etwa 230 km/h sehr lang gewählt - und auch Lastwechsel sind deutlich spürbar. Wie schon bei der Vorgängerin nervt darüber hinaus der serienmäßige Lenkungsdämpfer mit einer zu straffen Abstimmung, womit eine langsame Geradeausfahrt mitunter zum Eiertanz werden kann.

Die neue, etwas breiter geformte Verkleidung und das höhere Windschild leisten hinsichtlich des Wind- und Wetterschutzes ganze Arbeit.

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