BMW Motorrad Modelle 2000: Eine Übersicht

BMW-Motorrad blickt auf eine 90-jährige Geschichte zurück. Ist von Motorrädern aus Deutschland die Rede, fällt Dir mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal die Marke BMW ein. Denn schließlich sind die BMW Motorrad Modelle die einzigen, die heute mit der Konkurrenz aus Fernost, Italien und Amerika auf dem Markt mithalten können. Immerhin bringt es die Marke in Europa auf einen Marktanteil von rund 12 Prozent, was durchaus beachtlich ist, vor dem Hintergrund, dass BMW der einzige deutsche Motorrad-Hersteller ist, der hubraumstarke Motorräder in Großserie herstellt.

Historischer Hintergrund

Schon früh ging man bei BMW ganz eigene Wege der Konstruktion. Die wenigsten Deutschen wissen, dass die renommierten Bayerischen Motoren Werke schon länger Motorräder herstellen als die heute international ebenfalls zu den Premium-Marken gehörenden Automobile. Schon im Jahr 1923 liefen bei BMW die ersten Serien-Motorräder vom Band - und damit ganze 5 Jahre vor dem ersten Auto, das erst 1928 folgte. Zwei Jahre später gesellte sich die R39 Baureihe zur R32. Sie verfügte, ebenfalls typisch für BMW, über einen stehend eingebauten Einzylinder-Motor mit Kardanantrieb.

Auf diese Baureihen stützte sich nahezu vierzig Jahre lang der Erfolg der Motorräder aus dem Hause BMW. Ab 1955 beispielsweise wurde die Geradwegfederung von der sogenannten Vollschwinge abgelöst. Dies sorgte bei gleichzeitige Änderung des Kardanantriebs dafür, dass die Motorräder von BWM bei Lastwechseln nicht um ihre Querachse kippen. Stattdessen heben oder senken sie sich komplett. BMW kombinierte Boxermotor und Kardanantrieb. Ab 1966 wurden bei BMW nur noch Zweizylinder-Motorräder gebaut.

Zu dieser Zeit gingen die Verkaufszahlen von Motorrädern in Deutschland stark zurück, da sich immer mehr Menschen für die neu aufkommenden kompakten Automobile entschieden, welche mittlerweile auch für untere Einkommensklassen erschwinglich waren. BMW war der einzige deutsche Motorradhersteller, der diesen Umbruch mehr oder weniger unbeschadet überstand. Aber es gab auch Tiefen in der Geschichte von BMW Motorrad. Ende der 1960er Jahre drängten die Japaner mit ihren neu entwickelten Vierzylinder-Motoren auf den Markt, die einerseits mehr Leistung und Hubraum zur Verfügung stellten und andererseits deutlich weniger Wartungsaufwand erforderten als die Motoren von BMW.

Aber nur, um sich rund 10 Jahre später, nämlich 1980, mit einem echten Paukenschlag zurückzumelden. Die BMW R80 G/S war die allererste Enduro mit Mehrzylindermotor und hakte in den Enduro-Trend ein, welchen die Yamaha XT500 ausgelöst hatte. Zunächst wurde das Modell skeptisch betrachtet, da der Einsatz eines Kardanantriebs und eines schweren Mehrzylindermotors im Gelände von vielen als nicht angemessen und praktikabel erachtet wurde.

Innovationen der 1980er und 1990er Jahre

In den 1980er Jahren kam es bei BMW zu einigen Neuerungen. Die in diesen Jahren produzierten BMW Motorrad Modelle warteten mit einigen Überraschungen und echten Innovationen auf. So nutzte zum Beispiel die K100 einen Vierzylinder-Reihenmotor, der nicht wie üblich quer, sondern längs eingebaut war und deren Gitterrahmen auf dem tragenden Motor- und Getriebeblock aufsetzte. Auch wurden Motoren mit Benzineinspritzung entwickelt, die zu dieser Zeit als besonders fortschrittlich galten. Weitere Innovationen folgte.

Das Jahr 2000: Neue Wege und Modelle

In der Folge zeichneten sich die Neuvorstellungen von BMW sowohl durch eigenständige Konstruktionen als auch durch die Anpassung der eigenen Modelle an die von japanischen Motorrädern gewohnten Merkmale aus. So lancierte BMW im Jahr 2000 zum Beispiel den C1. Hierbei handelt es sich um einen überdachten Motorroller, auf dem die Fahrer zwar keinen Helm tragen, dafür jedoch einen Gurt anlegen müssen.

Die BMW F 650 GS

Mit den Modellen F 650 GS und F 650 Dakar überträgt BMW im Jahr 2000 das Endurokonzept erfolgreich auf die Einzylindermodelle. Die Nachfolgerin der F 650 orientiert sich optisch an ihrer großen Schwester, der R 1150 GS, und ist als erstes Einzylindermotorrad mit einer digitalen Motorelektronik und geregeltem Katalysator ausgestattet.

Bei der Leserwahl zum "Motorrad des Jahres 2001" der Zeitschrift "MOTORRAD" war BMW wie schon 1999 und 2000 die mit Abstand erfolgreichste Marke. So vergab jetzt eine international besetzte Experten-Jury den "red dot: best of the best award" des Design Zentrums Nordrhein Westfalen in Essen als Auszeichnung für höchste Design-Qualität an die BMW F 650 GS.

Weitere Entwicklungen und Modelle

Als Ergänzung der K-Baureihe zwischen K 1200 LT und K 1200 RS ist die K 1200 GT ein Motorrad für Fahrer, die maximale Agilität und Dynamik mit hoher Reisetauglichkeit verknüpfen wollen. Mit der Einführung der neuen R 1200 GS im Oktober 2003 führt BMW Motorrad die damals fast 30-jährige Erfolgsgeschichte der GS in eine neue Ära. Mit einem deutlich dynamischeren Motor mit fast 15 PS mehr aber über 30 Kilogramm Gewichtsersparnis setzt diese GS einen Meilenstein im Segment der beliebten Reise-Enduros.

Sie führt die neue Boxer-Baureihe erfolgreich ein, wird 2005 mit der Vorstellung der R 1200 GS Adventure erweitert und setzt sich schnell an die Spitze der Verkaufscharts. Seitdem hält sie die Position des meistverkauften Motorrades der Welt (Verkäufe weltweit über 600 ccm).

Die Modellreihen im Überblick

Viele Buchstaben verwirren bei den Typenbezeichnungen von BMW nicht selten den Betrachter. Der Buchstabe vor der Hubraum-Angabe steht immer für die Baureihe, soviel ist klar. Doch daran schließen sich weitere Buchstaben oder Buchstaben-Kombinationen an. GS zum Beispiel steht für "Gelände/Straße", während RT "Reise/Tourer" bedeutet. LT wiederum heißt "Luxus/Tourer" und "S" bedeutet schlicht "Sport".

Während bis zur Einführung der K-Reihe alle Motorräder von BMW mit der Bezeichnung R versehen waren steht die Reihe heute für Motorräder, die von luft- und öl- bzw. flüssigkeitsgekühlten Zweizylinder Boxermotoren und einer Kardanwelle angetrieben werden. Auch die Motorräder der K-Reihe werden mittels Kardanwelle angetrieben, allerdings kommt bei diesen Modellen derzeit ein wassergekühlter Reihen-Sechszylinder-Motor zum Einsatz, der 1649 ccm Hubraum zur Verfügung stellt.

Die S-Reihe verfügt anders als die beiden vorgenannten Reihen über einen Ketten-Endantrieb. Als Motor kommt bei diesen Modellen ein wassergekühlter Reihen-Vierzylinder zum Einsatz, der bei den aktuellen Modellen einen Hubraum von 999 ccm hat. Alle Modelle der F-Reihe von BMW werden von einem wassergekühlten Zweizylinder-Viertaktmotor angetrieben. Er stellt 798 ccm Hubraum zur Verfügung und wird im Auftrag von BMW bei Rotax gefertigt. Die F-Reihe stellt bei BMW Motorrad die "Mittelklasse" dar.

Die Motorräder werden auch als Behördenfahrzeuge produziert. Hierbei handelt es sich um die "Einsteiger-Klasse" von BMW mit Motoren, die über 313 ccm Hubraum verfügen. Als Nakes Bikes und Enduros werden Sie von einem wassergekühlten Einzylinder-Motor angetrieben. Diese Reihe besteht aus Maxi-Scootern und Elektro Rollern und bezeichnet damit die Roller Sparte von BMW Motorrad.

Die K-Baureihe: Ein Neuanfang

Etliche neue Modelle und technische Innovationen sorgen bei BMW Motorrad für Wachstum: die neue K-Baureihe geht jetzt mit einem quer eingebauten Motor an den Start; und die neu entwickelte F-Modellreihe befeuert das Segment der Mittelklasse-Maschinen. 1983 legte BMW mit der K-Baureihe seine ersten Vierzylindermodelle auf. Kernstück dieser Modellreihe war das „Compact Drive System“ mit dem längs und liegend eingebauten Motor. Gut zwei Jahrzehnte später, zur Intermot 2004, präsentierte BMW mit der K 1200 S seinen ersten quer eingebauten Vierzylindermotor.

167 PS (123 kW) sind ein Vorstoß in eine neue Leistungsdimension für BMW Motorrad. Das geringe Gewicht von 81,3 kg des um 55 Grad nach vorne geneigten Motors (inklusive Kupplung und Getriebe) lässt aufhorchen. Nach erfolgreicher Markteinführung der K 1200 S folgt 2005 mit der K 1200 R das bis dahin stärkste „Naked Bike“ der Welt, das auch das Basismodell für den BMW PowerCup ist.

BMW S 1000 RR - Superbike made in Germany

Denn umso besser treffen die Weißblauen bei der richtig sportlichen Zielgruppe ins Schwarze. Mit der S 1000 RR. Dabei handelt es sich - bisher kaum vorstellbar bei BMW - um ein Superbike nach jahrzehntelang bewährter japanischer Bauart. Also mit Reihenvierzylinder-Motor im Aluminium-Brückenrahmen, mit konventionellen Radaufhängungen und Endantrieb per Kette. Die 193 PS Werksangabe zur ersten Version sind imposant und obendrein tiefgestapelt.

Sensationellerweise gelingt es den Bayerischen Motoren Werken mit der Doppel-R ab 2009 auf Anhieb, die 200-PS-Marke am Prüfstand zu knacken. So schwimmt BMW im Haifischbecken der Superbikes nicht nur mit, sondern sogar noch schneller als die etablierte Konkurrenz.

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