In der Welt der Motorräder sind Motorschäden ein gefürchtetes Thema. Besonders bei Premiummarken wie BMW Motorrad, bei denen hohe Qualitätsstandards erwartet werden, sorgen solche Vorfälle für Aufsehen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Ursachen für Motorschäden bei BMW Motorrädern, insbesondere im Zusammenhang mit Rückrufaktionen und Service-Aktionen.
Rückruf der BMW R 1300 GS wegen Problemen mit Pleuel-Schrauben
Anfang 2024 wurde bekannt, dass es bei der neuen BMW R 1300 GS ein Problem mit der Verschraubung der Pleuel im neuen Boxer-Motor gibt. Im Februar 2024 informierte BMW über den unmittelbar bevorstehenden Motor-Tausch bei einem Dauertest-Fahrzeug. Wenige Wochen zuvor hatte ein Test-Fahrzeug desselben Typs ebenfalls plötzlich angefangen zu qualmen.
Grund für den Motor-Tausch sind die Pleuel, deren korrekte Verschraubung im Motorrad-Werk Berlin-Spandau nicht zweifelsfrei dokumentiert worden war. Anstatt die schwer zugängliche Verschraubung an den Pleuellagern und Hubzapfen der Kurbelwelle mit sehr großem Aufwand in der Werkstatt zu überprüfen, ist BMW dazu übergegangen, komplette Motoren zu tauschen.
Pragmatische Entscheidung zum Motor-Tausch
Nach Abwägung des Zeitaufwands ist diese Entscheidung pragmatisch und plausibel. Der Motor-Tausch dauert nach Werksangaben "einen halben Tag", das Zerlegen des Motors und das anschließende Zusammenbauen würden deutlich mehr Werkstatt-Zeit in Anspruch nehmen. Bei bereits genutzten Fahrzeugen ist der komplette Motor-Tausch zudem als Vorsichtsmaßnahme wegen möglicherweise bereits eingetretenen Schäden an den Pleuellagern einzuordnen.
Laut Werk sind "nur" 52 neue Boxer-Motoren vom unsicheren Pleuelschrauben-Status betroffen und dank maschineller Dokumentation im Werk eindeutig zuzuordnen. Betreffende Fahrzeuge, die bereits ausgeliefert wurden, sollen zeitnah zum Motor-Tausch in die Vertragswerkstatt.
"Service-Aktion" statt Rückruf
BMW betont, es handle sich hierbei nicht um einen amtlichen Rückruf, sondern um eine freiwillige "Service-Aktion". Akut sicherheitsrelevant ist dieses "Thema" nicht, ein gegebenenfalls drohender Motorschaden würde sich wohl mit auffälligen Klacker-Geräuschen ankündigen.
Weitere Ursachen für Motorschäden bei BMW Motorrad
Neben den Problemen mit den Pleuel-Schrauben gibt es auch andere Ursachen für Motorschäden bei BMW Motorrädern. Einige Beispiele sind:
- Ventilprobleme: Bei internen Langzeittests von Serienmotoren wurden unterschiedlich geweitete Ventilführungen nach 100.000 Kilometern Laufleistung festgestellt. Anfang 2020 waren einige der verbauten Titanventile am Schaft rauer geliefert worden als gefordert, was auf Dauer einen höheren Verschleiß der Ventilführungen bedingt. In Folge dessen tauscht BMW freiwillig an betroffenen Maschinen die Zylinderköpfe aus.
- Probleme mit Zylinderkopfschrauben: Bei den getauschten Zylinderköpfen hätten die Schrauben der Schlepphebelwelle noch mit dem korrekten Anzugmoment nachgezogen werden müssen. Das unterblieb in einigen Fällen. Die drei betroffenen Schrauben können sich während des Betriebs lockern und einen Ölverlust verursachen, der im schlimmsten Falle zum Sturz führen kann.
- Verschlissene Ventilführungen: Bei Motoren, die zwischen Januar und Mai 2020 gebaut wurden, kann eines oder mehrere der Titanventile über eine hohe Laufleistung höheren Verschleiß bedingen.
Fallbeispiele von Motorschäden
Im Folgenden werden einige Fallbeispiele von Motorschäden bei verschiedenen BMW Motorrad Modellen aufgeführt:
- BMW F 650 GS: Ein Besitzer einer F 650 GS hatte eine Woche nach dem Kauf nach der zweiten kleinen Ausfahrt einen Motorschaden. Das Motorrad ging während der Fahrt aus und ließ sich nur widerwillig starten. Die Diagnose lautete Kurbelwelle fest oder Kurbellwellenlagerschaden.
- BMW R nineT: Ein Fahrer einer R nineT Baujahr 2017 erlitt auf der Autobahn einen kapitalen Motorschaden. Die Werkstatt behauptete, er wäre ohne Öl gefahren, obwohl der Auspuff eine dicke Rußschicht aufwies.
- BMW R 18: Ein Besitzer einer R 18 hatte beim Beschleunigen einen Schlag im Motor und das Hinterrad blockierte kurzzeitig. Das Motorrad sprang später nicht mehr an.
- BMW R 1200 RT: Bei einer R 1200 RT gab es bei ca. 70.000 km einen Motorschaden, bei dem der rechte Zylinder betroffen war. Es wurde ein Stück vom Kolben abgebrochen.
Tabelle: Übersicht über Motorschäden und mögliche Ursachen
| Modell | Mögliche Ursache |
|---|---|
| BMW R 1300 GS | Fehlerhafte Verschraubung der Pleuel |
| BMW S 1000 RR | Defekte Kolbenringe |
| BMW F 650 GS | Kurbelwelle fest oder Kurbellwellenlagerschaden |
| BMW R nineT | Ölmangel, defekter Kolbenring |
| BMW R 18 | Unbekannt, Blockade des Hinterrads |
| BMW R 1200 RT | Kolbenbruch |
| BMW S 1000 RR | Verschlissene Ventilführungen |
Diese Tabelle gibt einen Überblick über verschiedene BMW Motorrad Modelle und mögliche Ursachen für Motorschäden. Es ist wichtig zu beachten, dass dies nur Beispiele sind und die tatsächliche Ursache im Einzelfall variieren kann.
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