Hersteller wollen in wenigen Jahren die Straßen mit selbstfahrenden Autos erobern. Peter Schwarzenbauer, BMW-Vorstandsmitglied, hält jedoch nicht viel von selbstfahrenden Motorrädern. Schwarzenbauer sagte der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX: "Das kann ich mir ehrlich gesagt ganz schwer vorstellen. Da muss man ja auch irgendwann die Frage stellen, warum man denn überhaupt ein Motorrad hat."
Der japanische Hersteller Yamaha hatte kürzlich gegenüber der "Financial Times" angekündigt, in die Entwicklung selbstfahrender Maschinen zu investieren. In der Autoindustrie gehört das Autonome Fahren derzeit zu den wichtigsten Branchentrends. Das Ziel bei Yamaha sei zwar kein komplett fahrerloses Motorrad, hatte das Blatt berichtet. Im Zweifel wolle Yamaha aber nicht von Konkurrenten abgehängt werden.
Schwarzenbauer, der bei BMW unter anderem die Motorradsparte leitet, hält dieses Szenario für unrealistisch: "Ich kann mir ja viel vorstellen im Leben, aber Autonomes Fahren beim Motorrad, da komme ich gedanklich nicht hin." Einzelne Elemente des autonomen Fahrens, die Motorräder sicher machen könnten, begrüße er dagegen eindeutig.
BMW Motorrad Definition CE 04
Mit dem BMW Motorrad Definition CE 04 zeigt die Marke die seriennahe Weiterentwicklung der 2017 präsentierten vernetzten Elektro-Studie „BMW Motorrad Concept Link“. Mit dem Fahrzeug sind die Bayern darauf aus, das Scooter-Segment neu zu definieren. Die Sparte BMW Motorrad bietet seit 2013 den Elektro-Roller C evolution in Serie an. Das BMW Motorrad Definition CE 04 gibt laut den Entwicklern einen konkreten Ausblick, wie ein „zeitnahes“ neues Serienfahrzeug mit E-Antrieb aussehen kann.
Alexander Buckan, Leiter Fahrzeugdesign BMW Motorrad, erklärt: „Wir haben es geschafft, viele innovative Elemente und Details des Konzepts in die Serie zu übertragen. Denn die technischen Gegebenheiten des E-Antriebs - wie der flache Energiespeicher im Unterboden und der kompakte Antrieb - geben uns die Möglichkeit, ein Design zu gestalten, das sich von der überlieferten Formensprache klar differenziert und auf den ersten Blick eine neue, urbane Ästhetik definiert.“ Die neue Architektur hat zu einer optischen Revolution geführt und viele neue Design-Themen hervorgebracht.
Optisch bricht das BMW Motorrad Definition CE 04 mit dem Erscheinungsbild von bisher bekannten Scootern. Die flache Batterie im Unterboden eröffne dabei neue Freiheiten, wie beispielsweise die seitlich aufklappbare und beleuchtete Stauraumlösung, die dem Fahrer mit einem seitlichen Fach einfachen Zugang zu Helm und Co ermöglicht, so BMW.
Buckan betont: „Ein Scooter ist kein Fun-Bike, mit dem man bei schönem Wetter in die Berge fährt, sondern ein praktisches Alltagsfahrzeug für die Fahrt von Zuhause ins Büro oder dem Treffen am Abend mit Freunden - einfach ein Fahrzeug für jeden Tag in der Stadt.“ Für die Auslegung von Antrieb und Energiespeicher haben wir uns daher intensiv mit den Nutzungsverhältnissen beschäftigt: Die urbane Zielgruppe fährt vor allem kurze Strecken von ca. 12 km pro Tag. Langstreckenkomfort ist daher weniger wichtig, vielmehr eine variable Ergonomie und eine einfache Zugänglichkeit. So konnten wir eine schwebende Sitzbank realisieren, über die man selbst von hinten bequem auf das Fahrzeug gleiten kann. Der Fahrer ist durch sein Smartphone über das BMW Motorrad Definition CE 04 mit der Umwelt verbunden. Ein 10,25 Zoll großes Display, das bis dato Größte im Scooter-Segment, dient als Schnittstelle zwischen digitaler und analoger Welt.
Auch bei der Fahrerausstattung sind die Designer neue Wege gegangen: „Wir wollen Produkte entwickeln, mit denen man problemlos vom Fahrzeug absteigen und sich durch seinen Alltag bewegen kann.
Autonomes Fahren als Testplattform
Anlässlich des BMW Motorrad Techday 2018 wurde vergangene Woche das erste autonom fahrende Motorrad von BMW Motorrad vorgestellt. Auf dem BMW Group Testgelände im südfranzösischen Miramas drehte eine BMW R 1200 GS wie von Geisterhand gesteuert ihre Runden vor den Journalisten.
Die BMW R 1200 GS fährt autonom. Dass autonomes Fahren nicht nur etwas für Autos ist, stellt BMW unter Beweis. Die Motorradsparte der Münchner ließ die Reiseenduro R 1200 GS mehrere Runden autonom fahren. Wer jetzt meint, dass BMW auch bei den Zweirädern das autonome Fahren anstrebt, irrt. Für die BMW-Entwickler heißt das, dass mit dem Prototypen eines autonom fahrenden Motorrads Wissen darüber gesammelt werden soll, wie Gefahrensituationen entstehen und wie man auf sie am besten reagiert.
Die Automatisierung ist dabei ein Teil Deiner Motorradsicherheit. Das selbstfahrende Motorrad ist ein Prototyp, den wir einer breiten Öffentlichkeit auf der Consumer Electronic Show 2019 (CES) in Las Vegas vorgestellt haben - jene Messe, die den Ausblick auf die kommenden Techniktrends liefert. Allerdings forcieren wir mit dem Versuchsträger nicht das autonome Fahren als solches: Wir messen und sammeln mit dem Prototypen Daten, um Fahrdynamik-Regelsysteme weiterentwickeln zu können.
Ziel ist, dass dynamische Kontrollprogramme frühzeitig Gefahrensituationen detektieren und den Fahrer damit beispielsweise an Kreuzungen, beim Abbiegen oder beim schnellen Abbremsen unterstützen können.
Innovative Technologien und Fahrerassistenzsysteme
Neben der autonomen Technik in der R 1200 GS stellten die Münchner in Miramas auch leuchtstarke Motorradscheinwerfer von Kurvenlicht bis Laser-Scheinwerfern vor. Insbesondere stand aber auch das Thema Digitalisierung im Fokus.
BMW Motorrad arbeitet intensiv daran, dass Motorräder bei der Mobilität der Zukunft nicht vergessen werden. Vor allem die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander (V2V-Kommunikation) durch digitale Vernetzung steht dabei im Vordergrund. Insofern forscht BMW Motorrad derzeit an intelligenten Fahrerassistenzsystemen, die zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr und mehr Komfort für den Motorradfahrer führen sollen. Zum Beispiel ein Intersection Movement Assist: Das Auto erhält ein Warnsignal beim Heranfahren einer Kreuzung, sollte es sich auf Kollisionskurs mit einem Motorrad befinden. Ein anderer elektronischer Helfer könnte künftig Emergency Electronic Brake Lights heißen: Muss ein Motorrad plötzlich stark bremsen, hinter dem beispielsweise ein Bus oder Transporter fährt und insofern die Sicht auf nachfolgende Autos versperrt, erhalten jene Fahrzeuge eine Warnung.
Stillstand kennen wir nicht und unser Blick ist immer weit nach vorne gerichtet. Damit Dein individuelles Fahrerlebnis heute wie morgen so sicher und komfortabel wie möglich ist. Unsere Innovationen stellen wir in den Entwicklungszentren, auf Teststrecken und Versuchsarealen in langen Testreihen unter anspruchsvollsten Bedingungen auf die Probe. Für besonders intensive Erprobungsfahrten steht uns das Testgelände Autodrome de Miramas in Südfrankreich zur Verfügung - ein rund 473 Hektar große Areal mit verschiedensten Versuchsstrecken auf einer Gesamtlänge von mehr als 50 Kilometer. Autobahn, Rennstrecke, Nassfahrt oder harter Offroad-Einsatz: In Miramas simulieren wir alle erdenklichen Fahrszenarien, testen jährlich 140 BMW Motorräder, setzten sie den härtesten Bedingungen aus und legen rund 2,5 Millionen Kilometer auf ihnen zurück. Wir denken ständig weiter und entwickeln neue Lösungen, Innovationen und Technologien. Wir machen uns permanent Gedanken, wie wir das Motorradfahren noch sicherer machen können und Deinen Fahrspaß zugleich erhöhen.
Materialinnovationen
Additive Manufacturing steht noch ganz am Anfang. Schon jetzt ist aber für uns klar: Das Potenzial ist enorm. Insbesondere beim Erstellen von Prototypen spielen aus einem 3D-Drucker gefertigte Teile eine wichtige Rolle. Und bereits heute können für Dich manche Komponenten und Ersatzteile rasch und kostengünstig hergestellt werden - ohne lange Wartezeiten. Ziele sind außerdem die Massenindividualisierung von auswählbaren und konfigurierbaren Parts. Damit Du Dein Fahrzeug noch persönlicher gestalten kannst. Spannend ist die Frage, welche Teile künftig in die Serie gehen. Denn mit einer Halterung für die Verdeckabdeckung des BMW i8 Roadster hat die Serienproduktion durch ein 3D-Druckverfahren bereits Einzug gehalten.
Spätestens seit Einführung der BMW HP4 RACE ist klar, dass die Serienproduktion von Karbon möglich ist und die Benchmark in Sachen Leichtbau erreicht hat. Die Vorteile sind jedoch nicht nur das geringere Gewicht der Karbonfaser gegenüber herkömmlichen Materialien - insbesondere der Rahmen besticht mit seiner Quer-, Biegung- und Torsionssteifigkeit. Bei den Rädern sind die geringen Kreiselkräfte ein Plus. Bis es zur Serienreife kommt, erfolgen aufwendige Härtetest und eine Dauererprobung. Beim Bordsteintest der Karbonräder haben unsere Entwickler einen Schaden erzwungen und bewiesen, dass Weiterfahren mit dem Motorrad dennoch möglich ist. Auf dem Prüfstand simulierten die Tester eindrucksvoll das Wirken von verschiedenen Kräften, gaben den Karbonrädern einen radialen Schlag oder ahmten Wheelies auf dem Prüfstand nach. Salzsprühnebel und Klimawechseltest gehörten ebenso zu den Testreihen wie auch der Bremsentest unter besonders hoher Hitzeentwicklung. Wir testen alle Extremsituationen und denkbaren Szenarien durch. Die beste Eigenschaft von Carbon: Seine Überlegenheit. Mit der Steifigkeit von Aluminium und der Festigkeit von Stahl. Und definiert damit neue Maßstäbe für den gesamten Fahrzeugbau. Denn die Carbon-Helmschale wird im aufwändigen Prepreg-Verfahren hergestellt und ermöglicht 25 % Gewichtsersparnis gegenüber konventionellen Verfahren.
BMW R 1250 GS und Fahrerlebnis
Mit der neuen BMW R 1250 GS erlebst Du den neuen Boxer jetzt noch direkter. Mit eindrucksvoller Wucht treibt Dich die neue GS ins nächste Abenteuer: Die Hubraumerhöhung auf 1250 ccm und 136 PS bringt Dir mehr Performance - das maximale Drehmoment liegt bei 143 Nm. In den unteren Drehzahlen gibt sich der Antrieb spürbar geschmeidig und läuft komplett ruckfrei. Grund dafür ist die variable Nockenwellensteuerung BMW ShiftCam, das Herzstück und die technologische Innovation des neu entwickelten Boxermotors. Zugleich haben wir die Emissions- und Verbrauchswerte verringert. Mit der Sonderausstattung Connectivity bist Du vollständig vernetzt und hast jederzeit Zugriff auf die Informationen, die Du brauchst. Die Kombination aus 6,5 Zoll TFT-Display und Multi-Controller am Lenker ermöglicht Dir, Deine Features intuitiv zu steuern. Egal, ob Du einfach per Pfeilnavigation mit der BMW Motorrad Connected App durch die Stadt kommen, beim Fahren telefonieren oder den passenden Song hören willst - dank Connectivity kannst Du Dich ganz auf die Straße konzentrieren und hast alle wichtigen Daten im Blick.
Mit ABS Pro kann in Notsituationen sicherer verzögert werden. Die Aufstellneigung des Motorrads in Schräglage wird auf ein Minimum reduziert. So bleibt das Motorrad selbst bei abrupten Bremsmanövern in der Kurve beherrschbar.
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