Die Zukunft der E-Bikes: Selbstfahrende Funktionen und Innovationen

Was beim Pkw seit Jahrzehnten gängig ist, präsentiert sich beim E-Bike als eine brandheiße Entwicklung: die vollautomatische Schaltung. Es ist ja nicht so, dass wir es mit einer Revolution zu tun hätten. Eine erste vollautomatische Gangschaltung am Fahrrad debütierte schon 2011.

Vollautomatische Schaltungen: Ein Komfortgewinn für E-Bikes

2020 kam mit weit größerer Übersetzungsbandbreite die stufenlose Enviolo Automatiq auf den Markt. Schließlich muss die Kette laufen, um von Ritzel zu Ritzel zu gleiten. Damit galt es, ein Problem zu lösen: Wie beispielsweise bei Bremsmanövern in einen niedrigeren Gang wechseln, wenn die Pedale ruhen? Und jetzt legt E-Bike-Markführer Bosch mit eShift nach, gemeinsam entwickelt mit dem Komponentenhersteller Tektro. Wir haben uns auf den Sattel des KTM Macina Kapoho Master ABS geschwungen. Es ist das erste Modell am Markt mit eShift.

KTM Macina Kapoho Master ABS: Ein Testbericht

Der Einsatzzweck: Alexander Hob, Marketing-Leiter bei KTM Fahrrad im österreichischen Mattighofen sagt, das Bike bediene eine „breite Zielgruppe - vom gemütlichen Tourenfahrer bis hin zum sportlich ambitionierten Trail-Piloten.“ Durch die automatische Schaltfunktion sei das Modell für Kunden, „die noch konzentrierter den Trail bespaßen“ wollten. Auf relativ ebenem Terrain schaffen wir damit etwa 120 Kilometer, selbst bei kühlen Außentemperaturen. Komfort und Traktion erhöht das Fully dank Federgabel und Hinterbaudämpfer vom Zulieferer Fox - mit je 160 Millimetern Federweg.

Als Vortriebshilfe werkelt zwischen den Knöcheln ein Performance Line CX von Bosch. Der Mittelmotor hat 85 Newtonmeter Maximaldrehmoment und einen Output von bis zu 600 Watt. Die kontinuierliche Dauerleistung von gesetzlich vorgegebenen 250 Watt übersteigt der Bosch-Motor damit nicht.

Neben dem Motor zapft auch die Automatik den E-Bike-Akku an. Das Schaltwerk sei direkt über ein Kabel mit dem Bosch eBike-System verbunden, sagt Tamara Winograd, Leiterin Marketing und Kommunikation bei Bosch eBike Systems. Neigt sich der Stromvorrat und wird die Versorgung für den Antrieb gekappt, wird die Restenergie im Akku für den Betrieb Schaltung weiter genutzt. So muss man zwar ohne Unterstützung weiter radeln, kann für eine gewisse Zeit aber noch die Gänge wechseln.

Wie funktioniert die automatische Schaltung?

Hauptmerkmal aber ist das automatische Schalten: Das System analysiere „zahlreiche Sensorsignale“, um vorherzusagen, wann der Fahrer oder die Fahrerin schalten möchte, sagt Winograd. Außer der Geschwindigkeit sind dabei vor allem das „Fahrerdrehmoment an der Kurbel“, also wie stark in die Pedale getreten wird, sowie die Trittfrequenz, wichtig. Diese kann über Bedieneinheit und Display oder eine Bosch-App auf die individuell bevorzugten Umdrehungen voreingestellt werden.

Der Fahreindruck: Wir sind auf ebenem Grund ohne große Steigungen unterwegs. In unserem Fall sind 70 Umdrehungen voreingestellt. Und ja, unabhängig vom Tempo gelingt es dem Algorithmus diese Kadenz mit Abweichungen im Toleranzbereich zu halten.

Im Anfahrtsgang - auch er lässt sich voreinstellen, wir haben den vierten gewählt - geht es los. Und sobald sich ein natürliches Verlangen nach einer höheren Übersetzung einstellt, agiert das eShift-System auch schon zirpend mit einem Gangwechsel.

Doch auch für die Person im Sattel unerwartet agiert die Automatik bisweilen, etwa dann, wenn man mehr Druck in die Kurbel gibt und händisch selbst nicht geschaltet hätte. Ab einer gewissen Pedalkraft würden Gangwechsel zwar unterdrückt, sagt Winograd. Doch das System ist nicht so sensibel eingestellt, als dass in dynamischen Fahrsituationen die Kette der 12-Gang-Schaltung nicht doch mal krachend auf das benachbarte Zahnrad wechselt.

In dynamischen Fahrsituationen könne es vorkommen, dass der Gangwechsel hör- oder spürbar ist, räumt Winograd ein. eShift sei aber „darauf optimiert, Ritzel und Kette langfristig zu schonen und deren Haltbarkeit zu verlängern.“ Ein geplantes Softwareupdate werde das Schaltverhalten in anspruchsvollen Situationen nochmals harmonisieren.

Beeindruckend funktioniert jedenfalls die eingangs erwähnte Problemlösung: Sobald man das KTM mit einem höheren Gang ausrollen lässt, und einen Blick zwischen die ruhenden Radlerknöchel riskiert, sieht man dort wie von Zauberhand das Kettenblatt rotieren und hört das Schaltwerk der 12-Gang-TRP arbeiten, wie es je nach Tempo mehrere oder auch nur einen Gang runterschaltet.

Leider aber ist der Algorithmus in seinen Fähigkeiten begrenzt. An Steigungen kommt es regelmäßig vor, dass die Automatik nicht reagiert und man in einem zu hohen Gang am Berg verzweifelt - sofern man über den Ganghebel rechts am Lenker nicht ruckzuck händisch nachsteuert - denn überstimmen lässt sich das System jederzeit. An sanfteren Hügeln, die kein blitzschnelles Schalten verlangen, bewährt sich eShift aber schon.

Der Algorithmus arbeitet derzeit noch „situativ“, also rein reaktiv, erläutert Winograd. Aber das System wird laufend fortentwickelt. In der Zukunft könnten unter anderem Daten zu Steigung, Untergrund und Fahrdynamik genutzt werden, um die Schaltperformance weiter anzupassen.

Weitere Merkmale des KTM Macina Kapoho Master ABS

Weitere Bauteile, Zubehör, Peripherie: Mit mindestens zwei weiteren Merkmalen sticht das KTM hervor. Zum einen arbeiten die hydraulischen Scheibenbremsen von Magura mit am MTB standesgemäßen vier Kolben und großen Bremsscheiben mit einem kleinen schwarzen Kästchen an der Gabel zusammen: ein Antiblockiersystem (ABS).

Das ABS funktioniert auch auf eher rutschigem Grund wie Matsch oder Schnee verlässlich. Nicht ansatzweise lässt sich selbst bei beherztem Griff in den Bremshebel für vorn das Hinterrad zum Abheben provozieren. Zumindest bremsbedingte Überschläge erscheinen unmöglich.

Zudem ist ein „ConnectModule“ verbaut, also GPS-Technologie mit SIM-Karte und Bewegungssensoren. In Verbindung mit einem im Anschluss an die ersten zwölf Monate kostenpflichtigen Abo kann per App der Standort des Fahrrads bestimmt und ein Diebstahlalarm genutzt werden, der dank eigener Stromversorgung auch bei entnommenem E-Bike-Akku funktioniert.

Der Preis: Mit 7.399 Euro ist das fett ausgestattete KTM Marina Kapo Master ABS kein Schnäppchen. Doch Bosch rechnet mit Skalierungseffekten, so dass eShift künftig auch an E-Bikes für 3.000 bis 3.500 Euro zu haben sein wird.

Auch bei Trekking- und Urban-Bikes sieht Winograd „großes Potenzial“. Von KTM selbst gibt es auch günstigere MTBs mit eShift, darunter das Kapo Master ohne ABS.

Doch Bosch rechtfertigt den Schritt und die Entwicklung der Technik zunächst am Mountainbike: Man wolle da aktiv sein, wo die Anforderungen besonders hoch sind. „Wenn wir hier die bestmögliche Performance erreichen, profitieren auch andere Segmente davon“, sagt Winograd.

„Das MTB-Segment hat eine starke Strahlkraft auf weitere eBike-Kategorien.“ Grundlegend jedenfalls beeindruckt eShift, und man darf sich auf den Komfortgewinn freuen, den die Technik für City-E-Bikes und Co. bringen wird.

Autonomes Fahren beim E-Bike: Das Ono Eaasy System

Autonomes Fahren ist beim Auto schon lange im Gespräch, das erste E-Bike könnte bald ebenfalls zumindest teilweise selbstständig über die Straßen rollen. Der Cargobike Hersteller Ono arbeitet aktuell im Endspurt an einem Lastenrad, das autonom fahren kann.

Nicht häufig bringt ein Lastenrad so viele Parteien an einen Tisch wie das Projekt Eaasy System des Cargo-Bike-Herstellers Ono. Neben der etablierten Marke für Heavy-Duty-Lastenräder sind am Eaasy System kreative Köpfe der Uni Magdeburg, erfahrene Entwickler von FusionSystems sowie der Fahrzeugkomponenten-Zulieferer IAI GmbH beteiligt. Auch Tom Assmann, Vorsitzender des Radlogistikverbands, ist mit an Bord.

So viel Beteiligung verspricht eine kleine Revolution am Markt - und genau das erhoffen sich die Entwickler schon bis Anfang 2025 auf die Beine zu stellen. Das neue Cargoy E-Bike von Ono soll dann in der Lage sein, Kurieren autonom zu folgen und damit jede Menge Zeit bei Lieferdiensten einzusparen. Aufsteigen braucht der Lieferant nur noch für längere Wege.

Funktionsweise und Vorteile des Ono Eaasy Systems

Für jede praktische Lösung braucht es ein Problem. Beim Ono Eaasy System ist dies ganz klar der zeit- und damit kostspielige Zusatzaufwand durch Leerwege von Paketzustellern. Doch einige Herausforderungen setzen sich weiter im kleinen Maße fort. Kuriere müssen weiterhin absteigen, den Ständer aufstellen, die letzten Meter zur Haustür laufen und sich dann wieder auf das Rad schwingen - nur, um wenige Meter weiter erneut zu halten. Genau das soll das revolutionäre Bike von Ono schon jetzt können.

Das Lastenrad kann wie ein herkömmliches E-Bike gefahren werden - oder es folgt dem Lieferanten eigenständig auf seinem Weg. Als „kontaktlose Schiebehilfe“ bezeichnen die Köpfe hinter dem Eaasy System die Funktion, durch die das Cargo-E-Bike neben oder hinter dem Lieferanten fährt und dabei Hindernisse und Personen selbstständig erkennen und davor abbremsen kann. Die lästigen Leerwege bei Lieferungen können dadurch gespart, bzw. verkürzt werden.

Laut Modellrechnungen könnte das Ono Eaasy Project seinen Nutzern 20 Prozent Zeit einsparen. Gerade beim dichten Zeitplan der Lieferdienste kann dies eine enorme Effizienzsteigerung bedeuten.

Obwohl die Fortschritte des Projekts bereits vorgestellt wurden, stehen die Tests in der Praxis noch aus. Dass es sich bei dem Ono Eaasy Project jedoch tatsächlich um ein mögliches Modell für ein Serienprodukt handeln könnte, zeigt der aktuelle Fortschritt des Entwicklungs-Teams.

E-Bikes und Pedelecs: Eine Begriffsklärung

Elektrofahrräder boomen: Der Zweirad-Industrie-Verband zählte 2020 mehr als 5,4 Millionen E-Bikes und Pedelecs in Deutschland. Allein 2019 wurden etwa 1,36 Millionen von ihnen verkauft. Das heißt: Jedes dritte neu gekaufte Rad im Land setzt inzwischen auf Elektroantrieb. Allerdings ist Elektrofahrrad nicht gleich Elektrofahrrad. Hier erfahren Sie, worin sich die Modelle unterscheiden.

Die meisten Menschen in Deutschland sagen E-Bike, wenn sie von ihrem Elektrofahrrad sprechen. Der Begriff ist streng genommen allerdings irreführend. Nur bei fünf Prozent der in Deutschland verkauften Strom-Fahrräder handelt es sich tatsächlich um E-Bikes: Diese gelten verkehrsrechtlich als Kleinkrafträder, weil sie auch ohne Unterstützung von Körperkraft schneller als sechs Kilometer pro Stunde, nämlich mit bis zu 25 Kilometern pro Stunde, fahren können. Sie fallen also in dieselbe Kategorie wie beispielsweise ein Mofa und dürfen erst ab einem Alter von 16 Jahren benutzt werden. Mit ihnen auf Fahrradwegen zu fahren ist nur dann erlaubt, wenn unterhalb des runden blauen Fahrradwegschildes ein weiteres, rechteckiges weißes Schild angebracht ist, das dort auch Mofas freie Fahrt gewährt.

Alle E-Bike-Modelle sind mit einem bis zu 500 Watt starken Motor ausgerüstet und besitzen einen Antrieb per Knopfdruck oder Schalthebel. Sie erfordern also keinerlei Investition von Körperkraft, um auf einer ebenen Fläche voranzukommen. Tritt man zusätzlich in die Pedale, lässt sich die Höchstgeschwindigkeit steigern. Weil es sich bei E-Bikes um verhältnismäßig leistungsstarke und selbstfahrende Zweiräder handelt, braucht der Besitzer eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen für sein Gefährt.

Das Pedelec: Unterstützung durch Körperkraft

Etwa 95 Prozent der in Deutschland verkauften Elektrofahrräder sind Pedelecs, sie gelten dem Verkehrsrecht nach als Fahrrad. Dieses Strom-Fahrrad braucht den kräftigen Tritt in die Pedale. Anders als beim E-Bike kann der Fahrer eines Pedelecs auch komplett auf die Unterstützung durch den Elektromotor verzichten und sich nur mithilfe der eigenen Muskelkraft fortbewegen. Ein Pedelec ohne Strom zu fahren ist also problemlos möglich. Setzt man doch auf Unterstützung, besitzen Pedelecs einen bis zu 250 Watt starken Motor, der dem Rad zusätzlichen Schwung verleiht. So erreicht es eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 Kilometern pro Stunde.

Manche Pedelec-Modelle brechen zumindest ein wenig mit der Regel des Antriebs nur durch Körperkraft: Sie verfügen über eine sogenannte Anfahr- oder Schiebehilfe, die es ihren Fahrern ermöglicht, auf einer ebenen Fläche auch ohne zusätzliche Pedalkraft eine Geschwindigkeit von bis zu sechs Kilometern pro Stunde zu erreichen. Will man diese Geschwindigkeit erhöhen, führt aber kein Weg mehr am Tritt in die Pedale vorbei.

Beim Pedelec haben Fahrer die Wahl: Sie können ihr Rad mit und ohne die Unterstützung des Elektromotors fahren.

Das S-Pedelec: Schnell und Versicherungspflichtig

Es gibt spezielle Modelle von Pedelecs, die vor allem auf Geschwindigkeit angelegt sind. Anstelle des üblichen 250-Watt-Motors besitzen sie die doppelte Leistungskraft: 500 Watt. Das ermöglicht ihren Fahrern eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern pro Stunde. Genau wie E-Bikes zählen diese Speed-Pedelecs (S-Pedelecs) zu den Kleinkrafträdern und brauchen ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis, beispielsweise einen Auto-Führerschein oder eine Mofa-Prüfbescheinigung (Fahrerlaubnis der Klasse AM). Um sie auf öffentlichen Wegen und Straßen benutzen zu dürfen, muss man mindestens 16 Jahre alt sein.

Obschon sowohl E-Bikes als auch S-Pedelecs auf einen Motor mit bis zu 500 Watt Leistung setzen, gibt es Unterschiede zwischen ihnen. Wie bei allen Pedelecs ist auch ein S-Pedelec auf den Einsatz von Körperkraft angewiesen. Das heißt, um die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen, gilt auch bei ihnen das Motto: treten, treten, treten! Ein E-Bike hingegen ermöglicht auf ebener Strecke dasselbe Ergebnis, aber ohne einen einzigen Tritt.

E-Bike mit Gasgriff: Funktionsweise und Rechtslage

Ein E-Bike mit Gasgriff (auch: Gasdrehgriff) ist ein Elektrofahrrad, das ohne zu Treten beschleunigen kann. ACHTUNG: Die Begriffe E-Bike und Pedelec werden oftmals vermischt. Meistens, wenn man "E-Bike" benutzt, ist das Pedelec gemeint. Wenn man wortwörtlich ein E-Bike bis 45 km/h meint, nennt man es S-Pedelec.

Der Gasdrehgriff funktioniert vom Prinzip her wie beim Motorrad: Mit dem Drehgriff kannst du die Leistung stufenlos von 0-100% bestimmen und beim Loslassen sorgt eine Rückholfeder dafür, dass der Griff von selbst in die Ausgangsstellung zurückspringt. Bei unseren E-Bikes kann diese Funktion per Knopfdruck an- und ausgeschaltet werden.

Mit einem Gasdrehgriff an deinem E-Bike musst du gar nicht mehr in die Pedale treten, um voranzukommen. Besonders für Menschen mit Behinderungen ist dies hilfreich, denn das Rad beschleunigt wie ein Mofa per Daumengas. Damit du nicht losdüst, wenn du mal aus Versehen an den Hebel kommen, kannst du diese Funktion per Knopfdruck deaktivieren. Erst bei erneutem Drücken des Knopfes aktiviert sich die Gasgriff-Funktion. Während der Benutzung des Gasgriffes musst du nicht in die Pedale treten, damit der Motor unterstützt. Bei Pedelecs (25 km/h) liegt die maximale Geschwindigkeit für den Gasgriff bei 20 km/h. Um die 25 km/h zu erreichen, musst du für die restlichen 5 km/h in die Pedale deines E-Bikes treten. Bei S-Pedelecs (45 km/h) brauchst du zwar eine Mofa-Bescheinigung, kannst dafür bis zu 45 km/h fahren, ohne in die Pedale zu treten.

Rechtslage für Pedelecs, Elektro-Leichtmofas und S-Pedelecs

Rechtslage Pedelecs (E-Bike bis 25 km/h):

  • Laut § 1 Abs. 3 StVG gilt ein Pedelec als ein Fahrrad
  • Maximale Tretunterstützung bis 25 km/h; Anschiebehilfe ist erlaubt
  • Maximal 250W Nenndauerleistung
  • Keine Führerscheinpflicht
  • Keine Zulassungspflicht
  • Keine Helmpflicht
  • Mit Gasgriff/ Gashebel: Mofa-Bescheinigung benötigt (sonst Gasgriff nur auf Privatgelände nutzbar)
  • Radwegpflicht
  • Kinderanhänger sind erlaubt

Rechtslage Elektro-Leichtmofa (Elektrogefährt bis 20 km/h)

  • Gilt rechtlich als Kleinkraftrad oder Mofa
  • Mofaprüfschein oder Führerschein benötigt
  • Zusätzliche Versicherung wird benötigt
  • Helmpflicht
  • Keine Radwegpflicht

Rechtslage S-Pedelec (E-Bike bis 45 km/h)

  • Maximale Unterstützung bis 45 km/h
  • Mindestalter: 15 oder 16 Jahre (je nach Bundesland)
  • Führerschein: Mindestens Berechtigung zum Fahren eines Kleinkraftrads nötig (Führerscheinklasse AM oder B)
  • Kennzeichnungspflicht: Haftpflichtversicherung inkl. Kennzeichen
  • Helmpflicht
  • Mit Gasgriff/ Gashebel: Mofa-Bescheinigung benötigt
  • Permanent mit Licht fahren
  • Radweg: Niemals

Weiterer Hinweis: Die Verwendung des Gashebels beim Pedelec ist in Verbindung mit dem öffentlichen Straßenverkehr illegal, allerdings kann man sich auf Privatgelände austoben.

E-Bikes für mehr Sicherheit

Bekanntlich hat der E-Bike-Boom auch seine negativen Seiten. So beispielsweise die erhöhte Anzahl von Unfällen. Je mehr E-Bikes unterwegs sind, desto höher natürlich auch die Unfallzahlen. E-Bikes sind allerdings für alle Generationen eine große Erleichterung im Alltag. Damit Senioren in Zukunft noch sicherer auf zwei Rädern fahren können, arbeiten Forscher nun an einem stabilisierten E-Bike.

Die Vision: Selbstfahrende E-Bikes für die Zukunft

Selbstfahrende Autos sind bereits in aller Munde, doch auch beim E-Bike gibt es ähnliche Vorstöße. Was als Projekt eines einzelnen Hobbyforschers trotz aller Genialität noch ein wenig holprig wirkte, sieht bei einem Forschungsprojekt der TU Delft in den Niederlanden nun ganz anders aus.

Den Forschern ist es gelungen, das E-Bike ab einer Geschwindigkeit von 4 km/h zu stabilisieren. Die Herausforderung ist beim E-Bike jedoch wesentlich höher. Mit einem Segway kippt man nach vorne oder hinten, die Bewegungen der Räder können das leicht ausgleichen.

Dass ein solches Unterfangen höchst komplex ist, zeigt das Video der TU Delft. Der Prototyp von Gazelle wirkt sehr klobig und etwas unförmig - doch er funktioniert. In einem nächsten Schritt gilt es nun, das Design anzupassen. So soll der Sturz als eine der wichtigsten Unfallursachen in der Zukunft keine Rolle mehr spielen.

Schließlich gibt es bei einem Fahrrad im Gegensatz zum Auto beispielsweise keine Stabilität. Denn für die Stabilität sorgt beim Radfahren der Fahrer selbst durch die Verlagerungen des Gewichts und die Gegenbewegungen. Mit dem System der Tüftler aus den Niederlanden erfolgt eine Analyse der Lage des E-Bikes sowie das aktive Eingreifen des Systems, falls es notwendig ist. Zum Einsatz kommt ein sogenanntes Gyroskop. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das genau mitteilt, wie es um die Neigung in allen Raumachsen bestellt ist.

Zudem erfolgt die Messung der Beschleunigung des Elektrorades. Am Gabelschaft erfolgt die Montage eines Motors. Dieser greift bei Geschwindigkeiten von über vier Stundenkilometern ein, wenn das Rad in eine instabile Lage gerät. Zudem lenkt das Vorderrad automatisch dagegen. Moment handelt es sich jedoch nur um einen Prototypen. Noch ist die eingesetzte Elektronik nämlich zu groß für ein serienreifes E-Bike, das in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Hersteller Gazelle entstehen könnte. Allerdings soll es möglich sein, die Bauteile stark zu verkleinern.

CO₂-Bilanz von E-Bikes

Egal, ob mit Stromantrieb oder ohne: Fahrräder belasten die Umwelt erheblich geringer als Autos mit Verbrennermotoren. Sie verursachen keinerlei Abgase und liefern damit einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Städten. Experten schätzen, dass sich in Ballungsgebieten bis zu 30 Prozent des PKW-Verkehrs auf zwei Räder umsatteln ließen. Denn bis zu 50 Prozent aller Autofahrten in Großstädten dienen Fahrten von weniger als fünf Kilometern Länge. Das sind Strecken, auf denen das Fahrrad sogar als schnellstes Verkehrsmittel glänzt. Dank der Antriebsunterstützung bei E-Bike und Pedelec sind dabei Steigungen kein Problem mehr und niemand muss verschwitzt am Ziel ankommen.

Insbesondere die Herstellung der Lithium-Ionen-Akkus macht sich in der Umweltbilanz eines Elektrofahrrads negativ bemerkbar, denn hier fallen CO₂-Emissionen an. Wer allerdings zugunsten des E-Rads auf sein Auto verzichtet, gleicht diese Belastung schnell wieder aus: Setze man die bei der Herstellung und Entsorgung von E-Rad-Akkus anfallenden Treibhausgase ins Verhältnis zu den eingesparten PKW-Kilometern, schreibt das Umweltbundesamt, „sind bereits nach 100 E-Rad-Kilometern die CO₂-Emissionen des Akkus ausgeglichen.“

Noch besser ist die Umweltbilanz von Elektrofahrrädern, wenn sie mit Ökostrom geladen werden: Auf diese Weise lässt sich ihr CO₂-Abdruck auf ein Minimum reduzieren.

Tabelle: Gegenüberstellung von E-Bike, Pedelec und S-Pedelec

Merkmal E-Bike Pedelec S-Pedelec
Motorleistung Bis zu 500 Watt Bis zu 250 Watt Bis zu 500 Watt
Max. Geschwindigkeit Bis zu 25 km/h (ohne Treten) Bis zu 25 km/h (mit Treten) Bis zu 45 km/h (mit Treten)
Führerschein Ja (Kleinkraftrad) Nein Ja (Kleinkraftrad)
Versicherung Ja Nein Ja
Helmpflicht Nein Nein Ja
Radwegnutzung Eingeschränkt Ja Nein
Tretunterstützung Nein (fährt auch ohne Treten) Ja (nur mit Treten) Ja (nur mit Treten)

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