Die Frage, welches Fahrzeug das Richtige für das eigene Kleinkind ist, stellen sich viele Eltern. Soll es ein Bobby Car oder doch lieber ein Laufrad sein? Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile, und die Wahl hängt oft vom Alter und dem Entwicklungsstand des Kindes ab.
Bobby Car: Der Klassiker für die Kleinsten
Der Klassiker unter den Rutschautos ist das „Bobby Car“, das sich inzwischen seit über 40 Jahren bewährt hat. Das erste eigene Auto können die Kleinsten schon „fahren“, wenn die Krabbelphase vorbei ist und das Kind mit den ersten Schritten beginnt. Natürlich muss auch eine gewisse Körpergröße erreicht sein, damit die kleinen Rennfahrer mit den Füßen komplett auf den Boden kommen. Bei einer Sitzhöhe von rund 20 cm (Bobby Car) sollte das aber bei den meisten über Einjährigen immer klappen.
Rutschautofahren schult bei kleinen Kindern die Grobmotorik. Um vorwärts zu kommen, nimmt man für die Bewegung der Beine Schwung mit dem ganzen Oberkörper. So werden große Muskelgruppen, vor allem die der Beine und des Rückens, beansprucht. Zusätzlich trainieren die Kleinen die Koordination, da neben der Fortbewegung durch den Beinanschub auch noch gelenkt wird - zumindest versuchen das auch schon die „Fahranfänger“. Bis die Lenkung und das Fahren gemeinsam funktionieren, müssen die Kinder allerdings ein wenig üben.
Das Bobby Car ist ein robustes und kippsicheres Fahrzeug - also das beste Einstiegsmodell für die ganz Kleinen. Anfangsalter: zwischen 12. und 18. Lebensmonat. Tipp: Fährt dein Kind auch draußen und entwickelt es sich zu einem Rutschauto-Profi, ziehe ihm unbedingt festes, aber nicht gerade das beste Schuhwerk an. Denn das Hinterherschleifen der Füße halten die wenigsten Kinderschuhe lange aus.
Für alle, denen das Design des klassischen Bobby Cars nicht zusagt, gibt es mit dem Big Bobby Car Neo nun eine Alternative. Den bekannten Hartplastikkörper, die guten Rolleigenschaften und ein Rutschauto ohne jeden Schickschnack - all das bekommen Sie bei unserem Testsieger. Neu sind auch die Reifen. Statt mit glattem Profil sind sie jetzt mit einer Prägung versehen. Für die Schotterpiste mit ganz feinen Steinen könnte das vielleicht ein Problem sein und kleine Steinchen oder Matsch drin hängen bleiben. Für die heimischen vier Wände jedoch ist diese Neuerung perfekt, denn diese Reifen sind so schön leise. Das freut lärmempfindliche Elternohren. Die Hupe gibt das berühmt-charakteristische Geräusch von sich, klemmte im Vergleich zu anderen Modellen erfreulicherweise nicht ein.
Ein weiteres Erstfahrzeug: Der Sitzroller
Ein weiteres Erstfahrzeug ist der so genannte Sitzroller. Man könnte ihn als eine Art Kombination aus Rutschauto und Laufrad bezeichnen. Das Kind macht die gleichen Bewegungen wie auf einem Bobby Car, sitzt dabei allerdings höher, so dass es mehr an ein Laufrad erinnert (die richtige Größe ist hier also sehr entscheidend). Im Gegensatz zum Laufrad hat ein Sitzroller aber immer vier Räder, um den Kleinsten genügend Sicherheit zu bieten. Wie beim Bobby Car fördert auch dieses Erstfahrzeug die Grobmotorik und Koordination und trainiert vor allem Bein- und Rückenmuskulatur.
Das Lenken ist mit einem Sitzroller etwas leichter, da es die Richtung direkt über den Lenker und nicht über ein Lenkrad steuern kann. Der Sitzroller ist auch eine erste, ganz leichte Anforderung für das Gleichgewicht, da er nicht so kippsicher ist und das Kind in Kurven oder bei schnellerem Tempo mit dem eigenen Körper ein eventuelles Kippen ausgleichen muss. Anfangsalter: zwischen 12. und 18. Lebensmonat.
Laufrad: Fördert Gleichgewicht und Koordination
Um ein Laufrad fahren zu können, müssen Kinder schon über bestimmte motorische und koordinative Fähigkeiten verfügen: Sie müssen sicher laufen und stehen und somit ihr Gleichgewicht halten können. Außerdem sollte die Auge-Hand-Koordination sich weiter herausgebildet haben, damit sie das Laufrad mit dem Lenker gut steuern können. Ganz wichtig ist auch, dass eine entsprechende Schrittlänge erreicht ist, um sicher auf dem Laufrad zu sitzen und mit den Füßen gut auf den Boden zu kommen. Die kleinsten Laufräder (10 Zoll) liegen ca. bei einer Schrittlänge von 30 cm.
Bringt Ihr Kind diese Voraussetzungen mit, kann es losgehen. Oft beginnen die Kleinen damit, nicht auf dem Sattel zu sitzen, sondern das Laufrad zwischen den Beinen zu schieben. Denn die größte Herausforderung des Laufradfahrens ist das Gleichgewicht zu halten. Selbstverständlich werden auch hier wieder sämtliche Muskeln beansprucht und die Kinder lernen fließende Bewegungsabläufe. Aber vor allem Gleichgewicht und Koordination (Lenken, Gasgeben, Bremsen) sowie die Reaktionsfähigkeit (Hindernisse Umkurven, schnelles Bremsen) werden durch das Laufradfahren ganz besonders gefördert.
Schritt für Schritt können die Kinder entscheiden, wie lange sie die Füße auf dem Boden lassen bzw. wie oft sie Bodenkontakt haben oder ob sie mit Schwung die Füße schon einige Zeit in der Luft halten können. Schneller als man denkt, sind sie dann kleine Laufrad-Profis und flitzen durch die Gegend. Letzteres sorgt übrigens auch dafür, dass die Kinder ein Gefühl für Geschwindigkeit bekommen. Anfangsalter: ab ca. 2 Jahren.
Wichtig: Setze deinem Kind gleich beim ersten Versuch einen Fahrradhelm auf, damit das zur Selbstverständlichkeit wird. Denn kleine Laufradfahrer können schnell werden und sollten immer durch einen Helm geschützt sein. Obwohl man denken könnte, dass Kinder zuerst Dreirad und dann Laufrad fahren können, ist es meist genau andersherum.
Denn um sich mit dem Dreirad fortzubewegen, bedarf es einer gewissen Kraft in den Beinen und einer spezielle Koordination für die runden Bewegungen des Tretens sowie des parallelen Lenkens. Manche Kinder lernen es früher, das Gleichgewicht auf dem Laufrad zu halten, schaffen dafür aber noch nicht die anspruchsvollen, fließenden Tretbewegungen, die man beim Dreiradfahren benötigt.
Dreirad und Roller: Weitere Optionen für die Entwicklung
Wie schon beim Laufrad werden auch hier allgemeine Koordination und Muskelkraft geschult und gestärkt. Am meisten jedoch von allen Erstfahrzeugen trainiert dieses Fahrzeug die Beinmuskulatur. Deshalb ist es auch wesentlich leichter für die Kids, die Eltern mit dem Laufrad beim Spaziergang zu begleiten als mit dem Dreirad, bei dem durch das Treten viel schneller Ermüdungserscheinungen in den Beinen auftreten. Anfangsalter: ab ca. 2 Jahren. Tipp: Optimal wäre es, wenn Kinder die Möglichkeit bekommen, Drei- und Laufrad zu lernen. Auf dem Dreirad lenken und treten sie, auf dem Laufrad entwickeln sie einen Sinn für das Gleichgewicht - beides gemeinsam sind die besten Voraussetzungen für das spätere Fahrradfahren.
Ebenfalls eine perfekte Vorübung für das spätere Fahrradfahren ist das Rollerfahren. Eine ganze Zeit lang war der klassische Tretroller in Vergessenheit geraten. Inzwischen sieht man immer häufiger wieder Kinder, die mit dem Roller durch die Gegend düsen. Und das ist auch gut so. Denn viele Experten empfehlen: erst Roller, dann Fahrrad. Der Tretroller fördert den Gleichgewichtssinn, die Reaktionsfähigkeit sowie die Körperkontrolle und trainiert die Fähigkeit, Standbein und Spielbein zu wechseln. Inzwischen gibt es Ausführungen, die nicht nur über zwei Räder bzw. Reifen, sondern über drei verfügen (wahlweise zwei vorne oder zwei hinten). So können sogar schon Kinder vor dem dritten Lebensjahr Roller fahren, ohne dass sie sofort umkippen. Das schult das Gleichgewicht und lässt sie bald auf die klassische Variante mit zwei Rädern umsteigen. Wichtig beim Roller ist, dass das Kind eine gewisse Größe hat und nicht nur gerade so über den Lenker gucken kann. Anfangsalter: Mini-Variante mit dreifacher Bereifung ab ca. 2,5 Jahren, klassische Variante ab ca.
Vom Laufrad zum Fahrrad: Der nächste Schritt
Da die Grobmotorik erst mit fünf Jahren vollständig ausgereift ist, raten einige Experten dazu, erst zu diesem Zeitpunkt mit dem Radfahren zu beginnen. Die Realität sieht allerdings anders aus. Viele Kinder steigen schon vor dem vierten Lebensjahr aufs Fahrrad um, weil sie zuvor auf Laufrad, Dreirad und/oder Roller echte Fahrexperten geworden sind. Nur, wenn Kinder ihr Gleichgewicht schon optimal halten können, wenn sie über genügend Beinkraft zum Treten der Pedale verfügen, ihre Koordination gut ausgereift ist und sie eine gewisse Körpergröße besitzen, können erste Fahrversuche auf dem Rad stattfinden: Eine elterliche Hand am Sattel oder Gepäckträger und dann heißt es neben dem Fahrrad herlaufen - und das so lange, bis das Kind einigermaßen sicher ist. Anfangs ist das meist eine wackelige Angelegenheit und auch das Lenken fällt den Kids bei der großen Konzentration auf das Gleichgewicht schwerer als auf den bisherigen Fahrzeugen.
Doch dann geht es meist schnell und schon fahren die Kleinen alleine. Übe mit deinen Kindern zunächst nur auf ruhigen Spazierwegen, in Parks oder ähnlich verkehrsberuhigten Orten, damit die Ablenkung nicht zu groß ist und keine Gefahren durch Autos und Co. lauern. Um die Fahrsicherheit zu stärken, testet gemeinsam Schotterwege oder baut einen Parcours aus PET-Flaschen, die dein Kind dann umkurven muss. Anfangsalter: zwischen 3 und 6 Jahren. Tipp: Von Stützrädern raten Experten ab! Kippen die Kids von der einen zur anderen Seite und werden jedes Mal von den Stützen aufgefangen, können sie nicht lernen, ihr Gleichgewicht zu halten. Warte lieber, bis dein Kind die notwendigen motorischen Fähigkeiten besitzt und lasse es bis dahin gerne länger Laufrad oder Roller fahren.
Achtung: Zwischen Radfahren und dem sicheren Bewegen im Straßenverkehr liegen Welten. Auch wenn Kindergartenkinder sehr wohl motorisch in der Lage sind, ein Fahrrad zu fahren, haben sie noch keinen Überblick im Straßenverkehr und können (gefährliche) Situationen nicht einschätzen. Lassen Sie Ihr Kind frühestens ab dem sechsten Lebensjahr Stück für Stück und nur unter Aufsicht am Straßenverkehr teilnehmen. Das Radfahren ohne elterliche Aufsicht empfiehlt die Polizei erst ab der 4. Klasse.
Bobby Car vs. Puky: Ein Vergleich
Du weißt nicht, welches Rutschfahrzeug Du für Dein Kind kaufen sollst - Bobby Car oder Puky Rutschrad? Hier liste ich Dir die wichtigsten Infos auf. So findest Du heraus, ob ein Bobby Car oder ein Puky besser zu Deinem Kind und zu Deinen Ansprüchen passt. Weil es von Puky zwei verschiedene Rutschräder für Kleinkinder gibt, habe ich beide Modelle für Dich untersucht. Auch die zwei verschiedenen Bobby Car Typen habe ich verglichen.
| New Bobby Car | Bobby Car Classic | Puky „Pukylino“ | Puky „Wutsch“ | |
|---|---|---|---|---|
| Altersempfehlung | 1 - 5 Jahre | 1 - 5 Jahre | 1 - 3 Jahre | 1,5 - 3 Jahre |
| Zusätzliche Voraussetzungen | - | - | ab 75 cm Körpergröße Kind muss mit Hilfe stehen und laufen können (Laufanfänger) | ab 80 cm Körpergröße Kind muss ohne Hilfe stehen und laufen können |
| Maße | Länge: 57 cm Breite: 30 cm Höhe: 39 cm | Länge: 58 cm Breite: 30 cm Höhe: 38 cm | Länge: 51 cm Breite: 26 cm Sitzhöhe: 22 cm | Länge: 58 cm Breite: 28 cm Sitzhöhe: 24 cm |
| Gewicht | 3,4 kg | 2,9 kg | 2,7 kg | 2,8 kg |
| Für draußen geeignet? | ✔ | ✔ | ✖ | ✔ |
| Maximalgewicht des Kindes | 50 kg | 50 kg | 20 kg | 20 kg |
| Preis (UVP) | 44,95 Euro | 34, 95 Euro | 39,99 Euro | 49,99 Euro |
Preislich spielen diese Fahrzeuge für Kleinkinder in der selben Liga. Die Anforderungen an die motorischen Fähigkeiten sind allerdings recht unterschiedlich. Ein klarer Vorteil des Bobby Car: Dein Kind kann es ganze zwei Jahre länger nutzen.
Sowohl mit einem Rutschauto wie dem Bobby Car als auch mit einem Rutschrad trainiert Dein Kleinkind seine motorischen Fähigkeiten. Mit beiden Fahrzeugen macht ein altersgerecht entwickeltes Kind ab ca. 12 Monaten erste Erfahrungen mit dem Auf- und Absteigen, Lenken und Abstoßen. Auch die Bewegungen der Beine in gleicher oder gegenläufiger Richtung kann es mit einem Bobby Car und auch mit einem Rutschrad üben.
Um die Balance des Kindes zu schulen, eignet sich ein Rutschrad allerdings deutlich besser, weil der Schwerpunkt höher liegt. Der Gleichgewichtssinn ist hier wesentlich stärker gefordert als auf dem Bobby Car. Deshalb ist ein Rutschrad die ideale Vorstufe des Laufrads. Insbesondere die Pendelachse des Puky Modells „Wutsch“ hilft dem Kind, sich auf das Laufrad fahren und das spätere Fahrradfahren vorzubereiten. Auch der Lenker ähnelt dem eines Lauf- bzw. Fahrrads. Der Sitz des Puky „Wutsch“ ist ergonomisch geformt.
Weil das Bobby Car mit seiner Sitzmulde einen tiefen Schwerpunkt hat, sitzt Dein Kind hier sicherer. Bei Rutschrädern ist die Kippgefahr um ein Vielfaches höher, eben weil der Gleichgewichtssinn sonst nicht so gut geschult werden könnte. Deshalb musst Du Dein Kind beim Rutschrad fahren wahrscheinlich noch besser beaufstichtigen. Wenn Dein Kind auf dem Bobby Car sitzt, ist die Kippgefahr äußerst gering. Da unser Sohn allerdings auch gerne demonstriert, wie gut er auf dem Sitz des Bobby Car freihändig stehen kann, ist auch hier besondere Vorsicht geboten. Kippt wegen dem tiefen Sitz nicht so leicht um: Das „New Bobby Car“
Egal, für welches Fahrzeug Du Dich entscheidest - ich kann Dir aus eigener Erfahrung nur ans Herz legen, Dein Kind nie in der Nähe von ungesicherten Treppen damit fahren zu lassen. Wenn Du in einer mehrstöckigen Wohnung lebst, solltest Du immer Treppenschutzgitter verwenden. Lass Dein Kind mit keinem der Fahrzeuge unbeaufsichtigt fahren.
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