Bontrager Race Laufräder im Test: Ein umfassender Überblick

Die Welt der Laufräder ist komplex und vielfältig. Insbesondere im Bereich der Race-Laufräder gibt es zahlreiche Optionen, die alle darauf abzielen, die Performance zu verbessern. Bontrager, die Komponenten-Marke von Trek Bikes, hat in diesem Segment einige interessante Modelle im Angebot. Dieser Artikel wirft einen detaillierten Blick auf verschiedene Bontrager Race Laufräder, darunter die Aeolus RSL und die Kovee-Reihe.

Dauerhaltbarkeit von Laufrädern: Ein wichtiger Aspekt

Eingerissene Felgen und gebrochene Speichen sind typische Langzeitschäden an modernen Systemlaufrädern. Ein Dauerhaltbarkeitstest, wie er in TOUR 7/2013 durchgeführt wurde, vergleicht Mittelklasse-Modelle mit Aluminium-Felgen führender Hersteller und liefert aufschlussreiche Ergebnisse. Leserzuschriften nach dem Test bestätigen die Bedeutung dieser Tests.

Besonders leichte Felgen sowie wenige Speichen mit hoher Spannung können zwar die messbaren technischen Eigenschaften wie Gewicht, Steifigkeit, Beschleunigung und Aerodynamik verbessern, aber sie können auch eine problematische Kombination darstellen, wenn es um die Dauerhaltbarkeit geht. Im ersten TOUR-Dauertest von 16 Modellen mit Alu-Felgen wiesen zwei Laufradsätze von Easton und das Shimano WH-RS 61 (Felgenrisse an den Speichenlöchern bis hin zu ausgerissenen Speichen) sowie das Ksyrium-SLS-Laufrad von Mavic (gebrochene Aluminiumspeiche) Schäden auf.

Bontrager Kovee: Cross-Country-Laufräder für 2023

Bontrager hat die Cross-Country-Laufräder der Kovee-Reihe für 2023 komplett überarbeitet. Die neu designten Carbon-Felgen mit jetzt 29 Millimeter Innenweite bauen flacher, was Material und somit Gewicht spart. Das flachere Felgenprofil soll Fahrbahnunebenheiten nachgiebiger abfedern können, was den Komfort erhöht. Die jetzt weiter auseinander liegenden Felgenhörner sind zusätzlich verstärkt, was die Pannenanfälligkeit gegen Durchschläge reduziert und die Haltbarkeit der Felge steigert.

Die neuen Bontrager Kovee RSL sind mit 1199 Gramm die bisher leichtesten MTB-Laufräder der Firmengeschichte, die aber auch mit knapp 2500 Euro ordentlich zu Buche schlagen. Das günstigste Mitglied der neuen Kovee-Carbon-Laufradfamilie wiegt zwar 386 Gramm mehr, kostet aber weniger als die Hälfte.

Und dass die Kovee-RSL-Carbon-Laufräder in erster Linie für Topzeiten auf der Rennstrecke gut sind, haben bereits die Vorgängerversionen im Zusammenspiel mit dem Trek Supercaliber bewiesen: Jolanda Neff holte damit Gold bei Olympia in Tokio, ihre Teamkollegin Evie Richards die XC-Weltmeisterschaft 2021. Die neuen Race-Laufräder sollen noch schneller sein.

Neben dem Topmodell RSL 30 umfasst die 2023er-Kovee-Familie zwei weitere Carbon-Laufradsätze, die allesamt mit demselben Felgendesign und Boost-Standard in 29 Zoll angeboten werden. Ebenfalls gemeinsam haben sie die lebenslange Garantie für Erstbesitzer und die fehlende Gewichtsbeschränkung für Fahrer.

Durch unterschiedlich wenig Materialeinsatz bei den Felgen sowie verschiedene Naben und Speichen kommen die ab sofort erhältlichen Kovee-Carbon-Laufräder auf Gewichte von 1585 bis 1199 Gramm und Preise zwischen 950 und 2500 Euro pro Satz.

Bontrager Aeolus RSL: Aero-Laufräder der nächsten Generation

Drei neue Aero-Laufräder stellt der US-Hersteller Bontrager vor: die Aeolus RSL. Sie wurden komplett neu entwickelt und sind die Nachfolger der XXX-Laufräder von Trek. Die neuen Modelle besitzen Felgenhöhen von 51, 62 oder 75 Millimetern. Sie erweitern damit das Aeolus-RSL-Portfolio, die leichten 37-Millimeter-Modelle waren bereits zuvor erhältlich. Am Aeolus RSL sorgt die Felgeninnenweite von 23 Millimetern - am Aeolus RSL 37 sind es 21 Millimeter - für einen aerodynamisch optimierten Übergang zum Reifen. Dieses Design soll es ermöglichen, einen geringeren Reifendruck zu fahren, welcher mehr Komfort bieten kann.

Alle Aeolus RSL-Laufräder sind aus dem von Trek bewährten OCLV-Carbon gefertigt. Dieses soll für eine hohe Steifigkeit und ein sehr geringes Gewicht sorgen. Der komplette Laufradsatz des RSL 37 wiegt nach Herstellerangaben 1325 Gramm. Die neuen RSL 51 wiegen 1410 Gramm, das Modell mit 62 Millimetern Felgenhöhe 1520 Gramm. Die Profis des WorldTour-Teams Trek-Segafredo waren an der Entwicklung der Laufräder beteiligt.

Die Laufräder wurden ausschließlich für den Gebrauch mit Scheibenbremsen hergestellt und sind ab Werk Tubeless Ready montiert. Als weiteres Modell wird der Aeolus-Pro-Laufradsatz angeboten.

Preisübersicht

  • Aeolus Pro 51: 599 Euro für das Vorderrad, 699 Euro für das Hinterrad
  • Aeolus RSL: 1099 Euro für das Vorderrad, 1299 Euro für das Hinterrad

Bontrager Aeolus Comp 5 TLR: Aerodynamik zum günstigen Preis

Der aerodynamische Alu-Carbon-Radsatz macht mit seinem relativ günstigen Preis auf sich aufmerksam. Wer einen aerodynamisch optimierten, leichten Radsatz sein eigen nennen möchte, muss in der Regel tief in die Tasche greifen. Verbundfelgen bieten hier eine kostengünstigere Alternative, bei der der Carbon-Anteil lediglich eine Verkleidung darstellt, welche die aerodynamischen Eigenschaften optimieren soll.

Der Aeolus Comp 5 TLR basiert auf dem bewährten Bontrager Race TLR. Der stabile, günstige Alu-Radsatz, wiegt an die 1.750 Gramm - angesichts der echten 1.940 Gramm des Aeolus (VR 810/HR 1.130 g zzgl. Felgenband usw.) kann man also von 100 Gramm pro Laufrad sprechen, die in die bessere Aerodynamik investiert werden. Zusätzlich ist der Radsatz natürlich mit Flachspeichen aufgebaut, wogegen der Race TLR (wie sein Nachfolger Paradigm TLR) mit konventionellen Rundspeichen versehen ist.

Der Übergang zwischen Alu-Felge und Carbon-Verkleidung ist kaum spürbar, der Spalt zwischen den zwei Materialien extrem schmal. Bontrager liefert zweierlei Felgenband mit und stattet den Radsatz mit einem entsprechenden Felgenbett aus. Mit regulärem Tubeles-Felgenband ist jedoch alles ganz einfach: Der Conti 5000 TL dichtet sofort und dauerhaft ab und lässt sich später leicht von der Felge ziehen.

Bei leichtem Wind erweisen sich die Bontrager-Räder als angenehm neutral und verhalten sich unauffällig, wenn sich durch eine Straßenbiegung die relative Windrichtung ändert. Auch bei hohem Tempo bergab zerrt der Fahrtwind nicht merklich stärker an den Felgen.

Test: Bontrager Aeolus RSL 51 TLR im Detail

Mit klassischem und edlem Look präsentiert Trek Performance-Laufräder, die ganz vorn mitspielen sollen. Mit 2.599 € pro Satz liegen die Bontrager Aeolus RSL 51 etwas unter dem Durchschnitt der getesteten Laufräder. Mit 1.425 g (ohne Freilauf) liegen die Räder etwas über dem Durchschnitt. Doch für ein Laufrad mit 50 mm hohen Felgen kann sich das Gewicht sehen lassen.

Die Felge stammt dagegen komplett aus dem Hause Trek. Mit 24 mm Maulweite, 31 mm Felgenbreite und einer gemessenen Tiefe von 52 mm stimmen zumindest die Eckdaten mit dem aktuellen Trend zu breiteren Felgen überein. Im Gegensatz zu den meisten Aero-Felgen sind die Bontrager Aeolus RSL 51 weniger bauchig und erinnern eher an spitz zulaufende Modelle der vergangenen Jahre. Auch in Sachen Garantie zeigt sich Bontrager spendabel, neben einer lebenslangen Garantie für Erstkäufer gibt es ein zweijähriges Loyalitätsprogramm.

Das äußerst ruhige und berechenbare Fahrverhalten wird durch ein perfektes Level an Compliance ergänzt. Trotzdem ist der klare Race-Charakter zu erkennen. Am Berg zeigt sich allerdings das etwas erhöhte Gewicht. Allrounder mit viel Aero-Performance? Zumindest was die Felgenform angeht, sind wir skeptisch, und so ist auch die Performance im Praxistest der Laufräder etwas unterdurchschnittlich.

Die Ergebnisse aus dem Windkanal bestätigen diesen Eindruck. Überraschend ist allerdings die Performance bei geringen Gierwinkeln bis etwa 5°. Hier schlägt der Bontrager Aeolus RSL 51 teilweise sogar den Testsieger Syncros Capital SL Aero. Doch darüber hinaus bricht die Performance schnell ein und vor allem bei den so wichtigen mittleren Gierwinkeln um 10°.

Bontrager stellt mit den Aeolus RSL 51 einen richtig guten Allrounder auf die Räder. Compliance und Fahrgefühl sind ein perfekter Kompromiss für alles zwischen langer Trainingsfahrt und Renneinsatz. Direktheit im Antritt und ein hohes Maß an Sicherheit machen die Räder zu einem Laufrad für jede Bedingung.

Carbon- und Aerolaufräder im Test: Ein umfassender Vergleich

Tiefe Carbonlaufräder am neuen Rennrad - und dank perfekter Felgen- und Reifenkombination auch noch schneller? Kaum ein anderes Update verspricht so viel wie ein Satz begehrter Laufräder. Wir hatten die elf spannendsten und einzigartigsten Modelle im Laufrad-Test, waren auf der lokalen Feierabendrunde und fernen Anstiegen unterwegs und haben die Räder auf Herz und Nieren getestet.

Im Laufrad-Test sind alle großen und wichtigen Hersteller vertreten. Treu dem GRAN FONDO Motto haben wir die begehrtesten und vielversprechendsten sowie Mythen-umrankte Laufräder am Start. Wir testen Laufräder im „Allround”-Segment, heißt: Räder mit Aero-Anspruch, aber ohne das Gewicht zu vernachlässigen.

Um die Unterschiede im Handling und Fahrgefühl bestimmen zu können, haben wir unter einer Vielzahl an Bedingungen getestet, waren in Südschweden auf der Suche nach den windigsten Crosswind-Passagen, haben in der Provence den Mont Ventoux erklommen und um unser Office herum den heimischen Schwarzwald unsicher gemacht. Im Back-to-back-Testing haben wir innerhalb kurzer Zeit alle Laufräder mit gleicher Bereifung, auf gleicher Strecke und mit vergleichbaren Wetterbedingungen getestet.

Eine Kombination aus Compliance und Steifigkeit, die aber auch stark von individuellen Präferenzen abhängt. Denn je steifer ein Rad desto präziser, aber eben auch unverzeihender fährt sich das Bike.

Für unseren Test messen wir zwischen +/- 20°, mit Messpunkten alle 2,5°. Zu sehen sind die gemessenen Gierwinkel auf der y-Achse und die gemessenen Cx*A-Werte auf der x-Achse. Dadurch ergibt sich ein Verlauf der Aero-Leistung über die gemessenen Winkel hinweg.

Zum Vergleich hatten wir ein Einsteiger-Alu-Laufrad im Windkanal, und im Schnitt lagen die Performance-Laufräder über 12 Watt weiter vorn. Laufräder mit gemischten Tiefen liegen knapp darüber. Roval und Reserve setzen an Front und Heck auf verschieden profilierte Felgen mit unterschiedlicher Tiefe. Dabei ist der Gedanke, die Anfälligkeit für Seitenwind an der sensiblen Front zu minimieren und mit einem tiefen Hinterrad für gesteigerte Effizienz und einen höheren Segeleffekt zu sorgen.

Eine weitere Überraschung ist die sehr gute Performance der Bontrager Aeolus RSL 51 TLR. Denn trotz etwas veraltet wirkender Felgengeometrie funktioniert die Aerodynamik weit besser als bei der Konkurrenz mit gleicher Felgenhöhe. Der Laufrad-Testsieger Syncros Capital SL Aero kann auf ganzer Linie überzeugen.

Fazit

Die Welt der Bontrager Race Laufräder ist vielfältig und bietet sowohl für den ambitionierten Rennradfahrer als auch für den Mountainbike-Enthusiasten passende Optionen. Von den aerodynamisch optimierten Aeolus RSL Modellen bis zu den leichten und robusten Kovee Laufrädern gibt es für jeden Bedarf das richtige Produkt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung und die Einbeziehung von Profisportlern in den Entwicklungsprozess tragen dazu bei, dass Bontrager Laufräder stets auf dem neuesten Stand der Technik sind.

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