Braucht man Winterreifen für Motorräder?

Gehören Sie zu den Motorradfahrern, die ganzjährig mit dem Bike unterwegs sind, dann kommen Sie um das Thema Winterreifen und Winterreifenpflicht nicht herum. Informieren Sie sich nachfolgend, ob und für wen eine Motorrad-Winterreifenpflicht besteht, und warum Sie in der kalten Jahreszeit grundsätzlich auf Nummer Sicher gehen sollten.

Winterreifenpflicht für Motorräder: Gibt es sie wirklich?

Für LKW-Fahrer und Autofahrer ist die Sache relativ klar geregelt: Pkw-Reifen müssen bei winterlichen Verhältnissen mit dem sogenannten Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit mittig platzierter Schneeflocke) gekennzeichnet sein, um der situativen Winterreifenpflicht nachzukommen. Motorräder, Roller und Mopeds sind bis auf weiteres von dieser Winterreifenpflicht entbunden.

Der Grund liegt vor allem darin, dass es kaum wintertaugliche Motorradreifen mit dem benötigten Profil und speziellen Gummimischungen gibt. Eine Ausnahme bildet beispielsweise der Metzeler Feelfree Wintec, wobei es sich explizit um Rollerreifen mit mehr Grip auf Schnee oder Glatteis handelt.

Motorradreifen mit dem Alpine-Symbol stehen für Motorräder grundsätzlich nicht zur Verfügung. Der Grund liegt darin, dass Tests entsprechender ECE-Regelung 117 für Motorrad-Winterreifen im Gegensatz zur Bereifung für Ihr Auto nicht möglich sind.

Gibt es eine Winterreifenpflicht für Motorräder in Deutschland?

In Deutschland besteht keine generelle Winterreifenpflicht für Motorräder. Dennoch ist bei winterlichen Bedingungen eine geeignete Bereifung laut StVO Pflicht.

Für Autos und auch Motorräder gibt es seit dem Jahr 2010 in Deutschland eine "situative Winterreifenpflicht". Diese ist in § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrsordnung (StVO) festgehalten und besagt, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen geeignete Winterreifen auf allen Fahrzeugen genutzt werden müssen. Aber: Seit 2017 müssen einspurige Kraftfahrzeuge keine speziellen Winterreifen mehr anschaffen. Theoretisch dürfen alle Motorradreifen also auch im Winter genutzt werden.

Bei Eis und Schnee dürfen Sie allerdings nur mit maximal 50 km/h fahren.

Zur Sicherheit von Motorrad Winterreifen

Geht es um die Winterreifenpflicht für das Auto, ist die Rede von der sogenannten O bis O Empfehlung als Faustformel. Winterreifen werden je nach Region von Oktober bis Ostern empfohlen. Aufgrund dessen, dass für Motorräder, Roller und Mopeds oftmals keine passenden Winterreifen auf dem Markt zur Verfügung stehen, kann diese nicht eingehalten werden.

Aus Fachkreisen ist zu hören, dass Sie, bei Schnee und Glatteis auf der Fahrbahn möglichst auf den Ausflug verzichten sollten. Das oberste Motto lautet: Eigenverantwortung und Selbstschutz.

Vorteile von Winterreifen für Motorräder:

  • Mehr Grip bei Schnee, Eis und nasser Fahrbahn
  • Kürzerer Bremsweg bei niedrigen Temperaturen
  • Bessere Fahrstabilität bei winterlichen Bedingungen

Tipps für sicheres Fahren im Winter:

Nachfolgend einige Tipps, wie Sie durch eigene Achtsamkeit mit Ihrem Motorrad, Roller oder Moped gut durch den Herbst und Winter kommen:

  • Auf die Beschaffenheit der Fahrbahn achten: In den Morgenstunden kann es zur Bildung von Raureif und Nässe kommen. Im Herbst kommt heruntergefallenes Laub hinzu, das den Untergrund schnell rutschig macht.
  • Sichtbehinderung durch die tiefstehende Sonne: Fahren Sie vorausschauend, da Sie durch andere Fahrer und Verkehrsteilnehmer mit einem Kraftfahrzeug oder Lkw leichter übersehen werden können.
  • Die Motorradkleidung an die Jahreszeit anpassen: Da die Temperaturen im Winter empfindlich sinken können, sollten Sie einen wasserdichten Kombi durch Funktionsunterwäsche ergänzen.

Letztlich entscheiden Sie als Fahrer selbst, ob Sie Ihr Motorrad über den Winter hinweg lieber in der Garage lassen oder doch die eine oder andere Tour wagen. Aus gesetzlicher Sicht ist das, wie bereits erwähnt, bei guten Wetterverhältnissen unproblematisch. Auf trockenen Straßen haben Ihre normalen Motorradreifen genügend Grip, um Sie sicher ans Ziel zu bringen.

Die passenden Winterreifen fürs Motorrad finden

Wie auch bei Autoreifen gibt es eine Motorradreifen-Kennung mit verschiedenen Angaben. Entsprechende Informationen finden Sie gut sichtbar aufgedruckt auf den Reifenflanken.

Auch wenn es keine Winterreifenpflicht für Motorrad, Roller und Co. gibt, sollten Sie auf geeignete Reifen für Schnee und Eis zurückgreifen, um im Winter sicher unterwegs zu sein. Die Bereifung spielt bei winterlichen Straßenverhältnissen eine entscheidende Rolle, wenn es um Traktion, Bremswirkung und Beschleunigung sowie das Kurvenverhalten geht.

Winterreifen für Motorräder verfügen zwar nicht über das Alpine-Symbol (wie PKW-Reifen), weisen aber dennoch entscheidende Unterschiede zu Sommerreifen auf: Sie bestehen aus einer speziellen Gummimischung, welche auch bei niedrigen Temperaturen weich und flexibel bleibt. Zudem zeichnet sich das Profil der Motorrad Winterreifen durch engmaschigere und tiefere Rillen aus. Das ermöglicht einen verbesserten Grip auf der vereisten oder verschneiten Fahrbahn.

Auch wenn es viele nicht wissen, aber es gibt Motorradreifen für den Winter. Je nach Land und Wetterlage können Winterreifen auch beim Motorrad gesetzlich vorgeschrieben sein.

Schon seit einiger Zeit gilt in Deutschland eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Das heißt bei winterlichen Straßenverhältnissen muss auch mit Winterreifen gefahren werden. Seit 01.06.2017 ist jedoch eine Änderung in Kraft. Motorisierte Krankenfahrstühle und Einspurfahrzeuge wurden von der situativen Winterreifenpflicht befreit. Das heißt Roller, Mofas, und Motorräder dürfen ab sofort auch bei Schnee, Schneematsch oder vereisten Straßen mit ihrer normalen Bereifung fahren ohne den Verlust des Versicherungsschutzes oder eine Strafe zu riskieren. Aber Achtung! Einfach mal so eine Spritztour unternehmen darf man streng genommen nicht! Es handelt sich hierbei um Ausnahmefahrten, wenn man beispielsweise keine Möglichkeit hat ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen. Möchte man eine Motorradtour nur zum Spaß unternehmen, so benötigst du auch fürs Motorrad Winterreifen bzw. wintertaugliche Motorradreifen um überhaupt fahren zu dürfen.

Wintertaugliche Reifen erkennst du dabei immer an der M+S Kennzeichnung. Diese waren in Deutschland gesetzlich für winterliche Bedingungen bis zum Jahr 2018 zugelassen. Richtige Winterreifen tragen jedoch zusätzlich das Alpine Sonderzeichen (Berg + Schneeflocke / 3PMSF). Bis zum 1. Ab dem 1. Reifen, die vor dem 1. Januar 2018 produziert wurden, dürfen noch bis Sept.

Wer bei Eis und Schnee mit dem motorisierten Zweirad unterwegs sein möchte, muss vor Fahrantritt prüfen, ob die Fahrt erforderlich ist oder ob man das Ziel nicht mit anderen Verkehrsmitteln erreichen kann. Es muss ein Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug von mindestens der Hälfte der gefahrenen Geschwindigkeit in Meter eingehalten.

Generell sollten Tourenfahrer, Ganzjahrespendler und Rollerfahrer nicht auf wintertaugliche Bereifung verzichten. Viele M+S Motorradreifen funktionieren auch bei kälteren Bedingungen recht gut, da diese für das Ganzjahrestouring entwickelt wurden.

Generell gibt es in Deutschland aktuell keine Winterreifenpflicht für das Motorrad. Von unnötigen Fahrten bei Eis und Schnee sollte aber abgesehen werden, da man sich hier rechtlich in einer Grauzone bewegt. Der Ausfahrt im goldenen Oktober, November oder Dezember bei guten Wetterbedingungen steht aber generell nichts im Wege. Hier ist es aber die Vernunft, welche jeden Motorradfahrer freiwillig angepasste Bereifung (z.B. Touringreifen für kalte Tage mit M+S) aufziehen lassen sollte.

Empfehlungen für Motorrad Winterreifen

Hier sind einige Empfehlungen für Winterreifen für Motorräder:

  • Heidenau K66 Silica: Ein echter Winterreifen für Extrembedingungen, aber im Sommer nicht zu empfehlen.
  • Heidenau K 73 Silica: Bietet guten Grip bei kälteren Temperaturen, jedoch temperaturabhängig.
  • Michelin City Grip Winter: Mehr Sicherheit für Rollerfahrer im Winter mit gutem Grip auf verschiedenen Fahrbahnen.

Zudem sollten Sie Ihren Fahrstil anpassen, starken Einschlag in Kurven vermeiden und nicht ruckartig beschleunigen oder abbremsen.

Bußgelder bei Verstößen

Der Fahrer wird im Regelfall mit einem Bußgeld von 60 bzw. 80 € bestraft. Je nachdem ob auch eine Behinderung des Straßenverkehrs stattgefunden hat. Zusätzlich gibt es einen Punkt in Flensburg. Sollte in den Fahrzeugpapieren ein anderer Halter eingetragen sein, bekommt auch dieser eine Strafe von 75 €.

Winterreifenpflicht im Ausland

Deutschland ist nicht das einzige Land, indem der Gesetzgeber eine situative Winterreifenpflicht vorschreibt. Auch Österreich verpflichtet Autofahrer dazu, bei winterlichen Verhältnissen M+S-Reifen aufzuziehen. Hier gilt sogar offiziell ein Zeitraum: Vom 1. November bis zum 15. In der Schweiz existieren solche Vorschriften hingegen nicht, sodass auch bei winterlichen Verhältnissen keine Winterreifenpflicht besteht.

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