Die faszinierende Geschichte von BMW Motorrad

Echte Leidenschaften entwickeln sich früh und sind dann echt, wenn sie Bestand halten.

Die Anfänge einer Leidenschaft

Freunden Moutainbike zu fahren und aus heutiger Sicht vieleicht auch waghalsigen Wegen und Pfaden Herausforderungen zu suchen, war der Grundstein für meine Leidenschaft für´s Offroadfahren. In dieser Zeit - als jugendlicher 80er´le Rollerfahrer - blätterte ich in einem Motorradkatalog meines Bruders.

Einem Januar Mitte der ´90er Jahre ging es dann los, über die aktuelle Etappe der DAKAR-Rallye ausgestrahlt wurde, sofort fester Termin - und das über Jahre.

Eine BMW R 100 GS Paris-Dakar war sie und hat unbeschreiblich gut gefallen!

Ich begann zu arbeiten und zu sparen und habe es tatsächlich geschafft, mir zu meinem 18. Geburtstag eine gebrauchte BMW R100 GS kaufen zu können! Keine Paris-Dakar, aber mein erster kleiner Traum war erfüllt.

Die Lästerei meiner gleichaltrigen Kumpels über das "Rentner-Bike" hab ich locker ertragen, ich war stolz!

Die DAKAR-Rallye habe ich nach wie vor verfolgt. Die Fahrer waren für mich Helden, die Rallye ein Abenteuer.

Inspiration durch die Rallye Paris-Dakar

1999 gab es eine Sondersendung zu 20 Jahren Rallye Paris-Dakar. Ich sah Gaston Rahier auf seiner HPN BMW und war begeistert. Von dem Motorrad und den Erfolgen, die Rahier auf der GS erreicht hatte. Ein Traum von einem Rallyemotorrad!

Und BMW war wieder mit einem von HPN aufgebauten Boxer mit dabei, diesmal mit einem neuen 4V-Motor und kraftvoll-elegantem Design. Ein neuer Traum war in mir geboren - ich wollte irgendwann einmal so eine gigantische GS fahren. Hoch, breit, stark. Ideal für Abenteuerreisen und ja, ich geb´s zu, auch für die Blicke an der Eisdiele.

Erste Enduro-Erfahrungen

Im gleichen Jahr sprach ein Kamerad mich während der Offizierausbildung an. In seiner Heimat gibt es ein Enduro-Rennen. Ob das nicht was für mich wäre...

Ich habe mich dann spontan beim 2-Tage Enduro Bechthal mit meiner GS Basic in der Klasse Serienenduros angemeldet - und landete auch gleich im Finale, dem Abschluss-Motocross auf der Strecke in Bechthal. Das ganze hat mir nicht nur unheimlich viel Spaß gemacht, mir schlug auch eine enorme Begeisterung anderer Fahrer und Zuschauer entgegen, die sich an der 2V-GS erfreuten. Es war klar: damit mache ich weiter.

Nach und nach wurde ich immer besser. Ich lernte Eric kennen, der einen Teampartner für den ADAC-Enduro-Cup suchte. Wir wurden schnell Freunde und ich lernte und lerne immernoch sehr viel von ihm. Er fuhr eine von Herbert Gletter umgebaute GS.

Und irgendwann stellte ich fest, dass ich für das originale Fahrwerk meiner Basic zu schnell wurde. Es musste also etwas ähnliches wie Eric´s Gletter-GS her.

HPN war natürlich mein erster Gedanke - aber nach einem Besuch in Seibersdorf musste ich mir leider eingestehen, dass ich mir eine HPN nicht leisten konnte.

Der Eigenbau einer Traum-GS

Also begann ich, meine Basic nach dem Vorbild von HPN selbst umzubauen. Im nachhinein betrachtet war der Eigenbau auch nicht viel günstiger, da ich sehr viel Lehrgeld bezahlen musste. Entscheidender Vorteil aber war, dass ich dabei sehr viel über Motorradtechnik und Schrauberhandwerk gelernt habe.

Ach ja, da war ja noch der Traum von einer hohen, breiten und starken GS... also kam natürlich eine Gabel mit 300 mm Federweg rein und eine längere Schwinge aus der 1150 GS. Das Ergebnis kam meinem Traum schon recht nahe und sie fuhr sich excellent!

Und wieder war ich einen erfüllten Traum weiter. Immer wenn ich auf meiner mit Hilfe von Siggi Beck aus Neufra bei Sigmaringen selbstgebauten GS saß, kam in mir die Sehnsucht nach der nächsten Übertragung der DAKAR-Rallye auf. Zumindest konnte ich mich schon ein bischen wie meine Rallye-Helden fühlen.

Die Träume gehen also weiter...

100 Jahre BMW Motorrad

1923 startete BMW die Produktion von Motorrädern, und 100 Jahre später sind die „Boxer aus Berlin“ stärker denn je. Schnell etablierte sich die neue Marke BMW mit der „R32“ im In- und Ausland. Privatfahrer wie Motorsportler schätzten die aufwendige wie robuste Konstruktion der Zweiräder aus München-Milbertshofen, die sich in zahllosen, wie prestigeträchtigen Siegen und Rekorden auf internationalem Parkett bemerkbar machen sollte.

Nach dem zweiten Weltkrieg musste sich BMW, zwischenzeitlich auch etablierter Automobilbauer, erneut umorientieren, aber die Motorräder blieben und waren wichtiger denn je, fand die deutsche Volksmotorisierung zu jener Zeit vor allem auf zwei Rädern statt.

Aber es sind vor allem die zahlreichen Innovationen, Hochwertigkeit, Motorsport-Erfolge und ein Gespür dafür, was der Markt will, die die „Bayern aus Berlin“ fest in der Weltmarktspitze und in den Herzen der Motorradfans etablieren.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0