Breezer Fahrräder im Test: Eine umfassende Bewertung

Die Marke Breezer ist eng mit der Erfindung des Mountainbikes verbunden. Joe Breeze gründete im Jahr 1977 die Marke "Breezer", um Fahrräder für Jedermann herzustellen. Heute mischt sich das klassische Rahmendesign mit den modernen Anforderungen eines Gravelbikes.

Breezer Inversion X Comp im Detail

Das Breezer Inversion ist in unterschiedlichen Versionen erhältlich: mit anderer Geometrie als Sportmodell mit Carbongabel und schmaleren Reifen wie als Alltagsrad mit Licht und Schutzblechen. Wir haben’s natürlich andersherum gemacht und dabei erstmal die Gewichtsangabe des Herstellers unterboten. 12,6 Kilo wiegt das 56er Inversion ohne Pedale, auf der Homepage stehen 12,78 Kilo. Rahmen und Gabel sind extrem solide ausgeführt, wobei an ersterem das Verstärkungsblech untrem Unterrohr ausfällt. Doch leicht will das Inversion gar nicht sein, und die potenziellen Käufer/innen dürften an diesem Aspekt auch wenig Interesse haben.

Anbaumöglichkeiten und Design

Neben seiner Solidität punktet das Stahlrad mit zahllosen Anbaumöglichkeiten, die es zur perfekten Ausgangsbasis für ein Reise- oder Alltagsrad machen. Die Montage von Schutzblechen wurde ebenso bedacht wie die Führung eines Dynamokabels und die Nutzung einer Lenkertasche - für diesen Fall ist das Steuerrohr großflächig mit einer Schutzfolie versehen.

Fahreigenschaften und Komfort

Ist das Breezer Inversion X Comp also ein eher behäbiges Tourenbike? Nicht so ganz, denn seine Sitzgeometrie ist mit kurzem Stack und langem Reach ausgesprochen sportlich, wobei der kurze Vorbau und die Spacer unter diesem die Sache entschärfen. Mit langem Radstand und flachem Lenkwinkel ist das Breezer eher auf Laufruhe abgestimmt, träge wirkt es aber nicht. Natürlich hemmt das Gewicht den Vortrieb etwas - doch das merkt man vor allem im Wiegetritt, wenn man das Zwölf-Kilo-Rad unter sich hin und her bewegt.

Komponenten und Preis

Zum Tourenfahren passt die Komplettierung mit Shimano GRX 600/400 in der 2×10-Variante. Die Komponenten funktionieren gut, wobei das Zehnfach-Getriebe etwas in die Jahre gekommen ist: Zwar ist der Gesamtumfang der Schaltung mit 46/30 Zähnen vorne und 11-34er Kranz ziemlich groß, die Abstufung dabei aber nicht sehr fein. Das ist okay für ruhiges Tempo; wer das Rad sportlich nutzen will, dürfte sich eher 1×12 wünschen, was Breezer aber leider nicht anbietet. Die eher einfache Gruppe ist natürlich auch für den recht günstigen Preis verantwortlich, der auf dem Niveau anderer Fachhandelsmarken liegt. Anderswo bekommt man für diese Summe freilich ein ähnlich konzipiertes Alu-Gravelbike mit 2×12-Getriebe. Die meisten 2.000-Euro-Gravelbikes dürften außerdem zwei bis zweieinhalb Kilo leichter sein.

Breezer Radar X Pro: Ein Gravelbike für Abenteuer

Das Resultat: das Radar X Pro. Wir haben das Bike über einige staubige Pisten gejagt.Joe Breeze gilt als einer der Urväter des Mountainbikes. Und man kann sich den Breezer-Gründer gut vorstellen, wie er mit dem Radar X Pro die Trails am kalifornischen Mount Tamalpais unsicher macht.Viel klassischer als das Rad mit dem schlanken Stahlrahmen und den breiten Reifen kann ein Gravelbike kaum aussehen. Kein Wunder, dass es gemischte Reaktionen hervorruft. Einige Testfahrer liebten es, andere kamen weniger damit klar. Ob "Cadillac" oder "Monster Truck", kein Bike im Test hatte mehr Spitznamen.

Ausstattung und Gewicht

Kein Zweifel auch: Dieses Rad ist schwer. Breezer kombiniert den Stahlrahmen mit recht günstigen, aber robusten Teilen wie Alu-Felgen von WTB oder Shimanos mechanischer GRX-Schaltgruppe in der Version mit 1 × 11 Gängen. Die zusätzlichen Kilos auf den Hüften spürt man, klar, wenn es bergauf geht. Dank 38er-Kettenblatt vorn und 42er-Ritzel hinten erklimmt das Bike trotzdem jeden Anstieg.

Geländetauglichkeit und Bikepacking

Voll in seinem Element ist das Radar, wenn die Schotterwege rauer werden. Dann ist es in Sachendank der breiten Reifen klar im Vorteil. Noch mehr Spaß macht das Radar, wenn’s dabei bergab geht. Richtig ausspielen kann das Radar X Pro seine Stärken im Bikepacking-Einsatz. Dafür kombiniert es eine entspannte Sitzgeometrie mit zahllosen Montagepunkten. Mit Blick auf das Systemgewicht inklusive Gepäck und dem Menschen im Sattel fallen dann auch die Pfunde weniger ins Gewicht.

Breezer Thunder: Ein Hardtail mit Retro-Charme

Mountainbiker kennen Breezer. Joe Breeze war einer der Gründungsväter des Mountainbikes. Breezer stand für Rahmenbau, Innovation, pure Optik oder aufwändige Handmade­Lackierungen. Diese Gene sind spürbar, wenn man ein modernes Breezer sieht und fährt.

Design und Details

Das Breezer Thunder sticht optisch sofort aus der Testgruppe der Einsteiger-Hardtails heraus. Aber nicht nur der schön verarbeitete Stahlrahmen, sondern auch Details lassen uns neugierig werden auf den Exoten. Mit seinem hochwertig verarbeiteten Stahlrahmen und der formschön passenden Starrgabel nimmt das Hardtail Breezer Thunder eine Exotenrolle in diesem Test mit Bikes bis 1799 Euro ein. Besonders die tadellose Lackierung und die funktionellen Details fielen uns sofort ins Auge.

Fahreigenschaften und Geometrie

Im Sattel sitzend gefällt uns auf Anhieb die gelungene, ausgewogene Geometrie. Man sitzt zentral im Bike und hat durch das stimmige Cockpit eine sehr gute Kontrolle. Sobald der Trail rauer wird, kann das Breezer Thunder allerdings nicht über die fehlende Federgabel hinwegtäuschen, auch wenn es auf richtig breiten Reifen und Felgen rollt. Wer mit dem Thunder einen Sprint lanciert oder das Stahl-Hardtail in den Bunnyhop ziehen will, erlebt sein blaues Wunder: Mit Pedalen überschreitet das robuste Arbeitstier die 16-Kilo-Marke.

Ausstattung und Bikepacking-Eignung

Dafür ist das Thunder mit unzähligen Gewinden und Schrauben ausgestattet, an denen sich ein ganzes Arsenal an unterschiedlichsten Taschen fürs Bikepacking anbringen lässt. Außen liegende Züge erleichtern die Wartung. Unzählige Befestigungsmöglichkeiten sprechen Bikepacker an.

Fazit zum Breezer Thunder

Das schön verarbeitete Breezer Thunder geht eigene Wege und entzieht sich dem sportiven Anspruch. Auch wenn die Geometrie absolut überzeugt, setzen Starrgabel und Gewicht enge Grenzen.

Technische Daten und Noten Breezer Thunder

Herstellerangaben
Preis 1649 Euro erhältlich im Fachhandel
Material / Größen Stahl / 17/ 19 / 20,5" / (getestet in 19”, 47 cm)
Messwerte
Gewicht o. Ped. / Rahmen 15,79 kg / 3627 g
Gewicht Laufräder 5886 g
Rahmensteifigkeit (absol. / STW) 65 N/mm; 17,9 N/mm/kg
Ausstattung
Gabel Breezer-Starrgabel
Federweg 0 mm
Kurbeln / Schaltung Shimano MT 510, Deore / Deore
Übersetzung, Bandbreite / Lenkerbreite 1 x 12, 510 % / 780 mm
Bremsanlage / Disc (vo. / hi.) Shimano 501 / 180/160 mm
Sattelstütze / Sitzkomfort Kindshock Rage / 5,3 mm
Laufräder / Reifen k. A. Naben; WTB ST i30-Felgen / WTB Vigilante 29 x 2,5
BIKE-Testurteil* befriedigend - 140 von 250 Punkten

Erfahrungen mit dem Breezer Beltway 11+

Ich bin umgestiegen. Seit gut einem halben Jahr fahre ich Riemen. Nach Jahrzehnten auf Fahrrädern mit Kette habe ich mir endlich ein Trekkingbike für den Alltag mit Riemenantrieb zugelegt. Ja, endlich. Schon lange nervt mich die Ölmatsche an der Kette, die sich aus Schmiermittel in Kombination mit dem Staub der Waldwege ergibt. Jetzt habe ich die ersten 2.000 km auf meinem Breezer Beltway 11+ hinter mir.

Design und Alltagstauglichkeit

Ein Fahrrad für den Alltag braucht bei mir ein gewisses Design-Niveau. Bei meinem lokalen Fahrradladen stolperte ich dann über das Breezer-Rad. Das Design sprach mich auf den ersten Blick an. Die Marke, die 1974 von Joe Breezer in Kalifornien gegründet wurde, gehört zu den ganz frühen Mountainbike-Marken und hat bis heute einen unglaublichen Erfahrungsschatz gesammelt. Ich mag das Design mit matten, dunkelgrauen Lack, geformten Rohren und aufgebrachten kontrastierenden Details. Rahmengeometrie und sicheres Fahrverhalten durch hohe Rahmensteifigkeit passen perfekt. Das Fahrrad vermittelt ein sicheres Gefühl auf verschiedensten Untergründen.

Schaltung und Fahrverhalten

Auf meinem täglichen Weg überwinde ich 200 Höhenmeter. Die höchste Steigung liegt bei ca. 8 %. Mir war klar, dass die Alfine 11-Gang in der Entfaltung nicht an die üblichen 27 oder 30 Gänge der Kettenschaltung heranreicht. In den großen Gängen passt das perfekt. Bei Gefälle lässt sich locker bis fast 50 km/h mittreten. Bergauf ist das eingeschränkter. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass eine Pedalumdrehung im kleinsten bzw. größten Gang der Alfine 11 mit den 28-Zoll-Laufrädern in 2,50 m bis 9,40 m Strecke umgesetzt wird. Für die 8 % Steigung, die meinen Kreislauf morgens in Schwung bringen, reicht das gut aus. Die Alfine schaltet sauber. Schnelles Runterschalten funktioniert nur eingeschränkt, da mit einem Schaltungshub nur zwei Gänge geschaltet werden.

Riemenantrieb

Ehrlich gesagt war ich auf den ersten 100 km nicht wirklich von meinem neuen Rad überzeugt. Der Riemen selbst hat mehr Widerstand als eine gut gepflegte Kette, was insbesondere am Anfang deutlich zu spüren war. Nach einer gewissen Strecke legte sich das und ist heute wenig zu spüren. Mein Gates-Riemen läuft jetzt sein 2.000 km problemlos. Der Riemen ist ein geschlossener Ring und nötigt den Rahmenbauer dazu, den Rahmen im Bereich des Hinterrads so zu konstruieren, dass man ihn öffnen kann.

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