Breite Fahrradlenker: Vorteile und Nachteile

Der Fahrradlenker ist ein entscheidendes Bauteil, das nicht nur die Steuerung des Fahrrads ermöglicht, sondern auch maßgeblich die Sitzposition des Fahrers beeinflusst. Für jeden Fahrradtyp gibt es einen passenden Lenker.

Lenkerformen und ihre Eigenschaften

Es gibt viele verschiedene Formen der Standardlenker. MTB-Lenker haben eine gerade Form und sind breiter als Standardlenker. Die Breite erstreckt sich über 500 - 700 mm. Dadurch sind sie auf anspruchsvolle Anforderungen im Gelände optimal ausgelegt.

Mountainbikelenker bestehen aus Aluminium oder Carbon. Rennradlenker sind Multipositionslenker und gestatten mehrere Griffpositionen. Dabei wird neben einer ergonomischen Griffhaltung viel Wert auf aerodynamische Sitzpositionen gelegt.

So kann der Fahrer seine Körperfläche möglichst gering halten und den Widerstand verringern. Multipositionslenker erlauben mehrere Griffhaltungen.

Die Breite des Lenkers: Ein entscheidender Faktor

Die Breite eines Fahrradlenkers lässt sich ungefähr von der Schulterbreite des Fahrers ableiten. Ein Fahrradlenker sollte in der Regel nicht schmaler als die Schulterbreite sein.

Früher waren MTB-Lenker selten breiter als 600 mm. Doch die Industrie und Biker da draußen haben dazugelernt, so sind wir heute bei durchschnittlich 720 bis 760 mm breiten Lenkern angelangt. Aber Lenker um die 700 Millimeter sind aktuell Standard, vom Race-Hardtail bis zum All Mountain. Das ist gut so. Schließlich ist der Lenker der Hebel, auf dem sich der Biker abstützt und über den man die Lenkimpulse auf das Rad überträgt.

Ein Mountainbike-Lenker von Newman hat mittlerweile alle Lenker eine 31,8 mm Klemmung. Zusätzlich hat der Flatbar 8° Backsweep.

Vorteile breiter Lenker

  • Breite Lenker sind vor allem in technischem Gelände von Vorteil.
  • Denn die Breite bringt Sicherheit und Kontrolle für Anfänger genauso wie für fortgeschrittene Fahrer mit guter Fahrtechnik.
  • Es fährt sich einfach ruhiger und reagiert genauer auf Lenkbewegungen.

Nachteile breiter Lenker

  • Nur bei recht engen Downhill durch dichten Wald kann es Sinn machen, ein wenig schmaler zu gehen.
  • Zu breite Lenker werden unhandlich und erfordern mehr Körpereinsatz als sinnvoll.
  • Außerdem verursachen zu breite Lenker oftmals Schmerzen in den Handgelenken, da diese eben zu stark abgeknickt werden.

Wie breit soll mein MTB-Lenker sein?

Die Breite des Lenkers sollte auch auf die Statur des Fahrers angepasst sein. D.h. man sollte den Lenker anhand der eigenen Schulterbreite wählen. So breit, damit die Handgelenke beim Greifen nicht einknicken.

Das andere Extrem sind zu schmale MTB-Lenker. Sie engen den Brustbereich ein und verhindern, dass man komplett frei durchatmen kann. Zudem leidet die Bike-Kontrolle im technischen Gelände mit zu schmalen Lenkstangen.

Aber auch zierliche Frauen kommen oft mit Lenkern ab 680 mm bestens zurecht. Darum unser Tipp: Im Zweifelsfall einen etwas breiteren Lenker nehmen und verschiedene Griffweiten in Ruhe ausprobieren. Kürzen kann man den Lenker meistens immer noch.

Vor allem in technischem Gelände und bei guter Fahrtechnik wird oft zu breiteren Lenkern gegriffen. Deshalb gilt oft: Umso mehr Federweg das Bike, desto breiter der Lenker.

Die ideale Lenkerbreite errechnet sich aus der Schulterbreite plus, der zweifachen Handbreite. Ein zu breiter Lenker kann zu Schmerzen in den Handgelenken führen, da diese abgeknickt werden. Ein zu schmaler Lenker hingegen verhindert das freie Durchatmen und ist ebenso nicht von Vorteil.

Tabelle: Richtwerte für die Lenkerbreite

Fahrradtyp Übliche Lenkerbreite (mm)
Citybike 500-600
Trekkingbike 580+
Mountainbike 720-760 (oder breiter)
Rennrad 380-440

Rise & Backsweep: wichtige Kennzahlen von MTB-Lenkern

Lenker unterscheiden sich in ihrer Form und den Biegungen doch stark. Als Backsweep bezeichnet man die Biegung nach hinten. Diese Rückbiegung wirkt sich auf die Sitzposition aus und ist Geschmackssache.

Als Rise bezeichnet man die Erhöhung der Lenkerenden im Verhältnis zum Vorbau. Lenker mit mehr „Rise“ platzieren die Hände nach oben. Riserbars sind sehr populär und es gibt sie in allen erdenklichen Erhöhungen. Vor allem Enduro-Biker schwören oft auf MTB-Lenker mit viel Rise.

Flatbars sind dagegen bei sportlichen Bikern hoch im Kurs. Vor allem bei 29-Zoll-Bikes machen sie Sinn, um die Front und das Cockpit möglichst tief zu halten.

Weitere Aspekte bei der Lenkerwahl

Am Lenker werden in der Regel die Griffe, Bremshebel, Schalthebel, Klingel oder das Display angebracht.

Da auf dem Lenker eine hohe Belastung liegt, sollte dieser regelmäßig ausgewechselt werden. Zwar sind die meisten Lenker an der Lenkerklemmung verstärkt, da dort das größte Drehmoment herrscht, dennoch sollte ein regelmäßiger Austausch stattfinden. Auch nach Stürzen sollte der Lenker unbedingt kontrolliert und gegebenenfalls, je nach Schaden, ausgetauscht werden. Dabei ist zu beachten, dass Lenker und Vorbau aus demselben Material bestehen sollten.

Ein korrekt eingestellter Lenker beeinflusst die Sitzposition des Fahrers. Rücken, Nacken und Handgelenke werden geschont und das Fahrrad kann sicher im Gelände bewegt werden.

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