Brünn Motorrad Rennstrecke: Informationen für Motorsportfans

Die MotoGP Strecke ist immer eine Reise wert. Mit mehr als siebzigjähriger Tradition, sichert der Stadt Brno eine bedeutende Position in der Welt des Motorsports. Traumhaft bezeichnet die Anlage in Tschechien wohl am treffensten!

Seit 1930 haben die weltberühmtesten Fahrer an GP Events in Brünn teilgenommen. Bis 1982 fuhr man durch Dörfer und die westlichen Stadtteile auf der Straße, die nach dem ersten tschechoslowakischen Präsidenten T.G. Masaryk benannt wurde.

In den achtziger Jahren wurde eine neue Rennstrecke gebaut, die die Formel 1 nach Tschechien locken sollte. Im Jahr 1987 war Brünn Gastgeber für den tschechischen FIM Grand Prix. Bei Fans und Fahrern ist die Strecke gleichermaßen beliebt. Den Zuschauern bietet die neue Strecke, die in einer natürlichen Senkung gebaut wurde, exzellente Sicht.

Das Automotodrom Brno ist eine der landschaftlich schönsten Strecken am Rande eines Waldgebietes, gekennzeichnet durch die Breite der Strecke und Bergauf- und Bergabpassagen. Die Strecke ist herrlich in die Landschaft integriert, der Streckenverlauf ist gekennzeichnet durch die Breite der Strecke und Bergauf- und Bergabpassagen. Aufgrund der Breite der Rennstrecke (15m) gilt Brno gemeinhin als die "Autobahn" unter den Rennstrecken. Durch die vielen Vollgasanteile der Strecke ist Brno sehr schnell.

Die Strecke bietet Steigungen bis zu 8 Prozent. Der tiefste Punkt liegt 70 Meter tiefer als die Boxenanlage. Es ist einfach ein Traum die 5400 Meter unter die Räder zu nehmen. Die Kiesbetten und Auslaufzonen sind sehr gross.

Die Boxenanlage und das Fahrerlager sind erst wenige Jahre alt und in einem gepflegten Zustand Brno ist fester Bestandteil des Moto-GP-Kalenders. Somit sind alle Paramater bezüglich Sicherheit und Infrastruktur erfüllt.

Anfahrt und Unterkunft

Die Rennstrecke liegt, wenn Du aus Prag die Autobahn entlang kommst circa 20 Kilometer vor Brünn in einem Waldstück. Du fährst die Abfahrt Ostravacice ab und an der ersten Einmündung weiter halb links. Nach circa 200 Meter links abbiegen (am blauen Einkaufsmarkt). Diese Straße führt dann unter der Autobahn hindurch und dann bergauf am Hotel „Motorsport“ vorbei.

Das Hotel Admiral liegt in der Umgebung der Rennstrecke Brünn in angenehmer Umgebung. Das Hotel Admiral hat ein breites Angebot von Erholung. Es gibt 20 Zimmer mit max. 50 Betten, 1 Appartement. Das Hotel liegt auf der Anfahrtsstraße zur Rennstrecke in einer Serpentinenkurve.

Das 4 Sterne Hotel Crlik liegt ca. 7 km entfernt von der Rennstrecke in einem beschaulichen Dorf und ist das älteste Gebäude im Ort. Es gibt einen Tenniscourt sowie sehr gute Parkmöglichkeiten.

Motorradtraining in Brünn

Motorradtraining Brno 15.-17. In Zusammenarbeit mit Spee Racing veranstalten wir wie jedes Jahr auf dem Automotodrom Brno (Brünn) - der Masaryk-Ring eine 3-tages Veranstaltung. Ein MUSS für jeden Hobbyracer. Für dieses Event haben wir leider nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmerplätze.

Geschichte des Masaryk-Rings

Der Masaryk Ring von Brünn hat eine alte Tradition im Rennsport und ursprünglich fanden die Rennen auf einem Straßenkurs in der Nähe des heutigen permanenten Rundkurses statt. Ab 1930 fanden zwischen der heutigen Strecke und der Stadt Brünn auf einem 29 Kilometer langen Kurs auf dafür abgesperrten Straßen statt. Zunehmend stärkere Sicherheits-Bestimmungen führten nach dem 2. Weltkrieg zu einer auf 17,8 Km verkürzten Strecke.

Für den ersten Automobil GP im Jahr 1949 fanden sich rund 400 Tausend Zuschauer ein. Ein Jahr später wurde der Große Preis für Motorräder zum ersten Mal auf dem Masaryk Ring ausgetragen. Das Rennen zählte damals nicht zur Weltmeisterschaft, war aber bereits international besetzt und fand in den 50-er Jahren regelmäßig statt.

Motorrad WM von 1965 bis 1982

Auf einer auf 13,9 km verkürzten und dafür umgebauten Strecke fand 1965 der erste WM-Lauf zum GP von Brünn statt. Gefahren wurde damals in den Klassen bis 125 cm³, 250 cm³, 350 cm³ und der Königsklasse bis 500 cm³. Auf die Durchführung der 50 cm³ Kategorien wurde, wie auch an einigen weiteren Veranstaltungsorten, in Tschechien verzichtet.

Zur Saison 1975 wurde die als gefährlich geltende Strecke nochmals auf 10,925 Km gekürzt. Der Masaryk-Ring blieb bis 1982 fixer Bestandteil im WM-Kalender. In den Jahren 1970, 1971 und 1978 bis 1982 wurde auf den 500 cm³ GP verzichtet.

Zwischen 1985 und 1987 wurde in einem Waldstück nahe der Ortschaft Ostrovačice eine neue, permanente Rennstrecke gebaut. Seit der Eröffnung findet hier seit 1987 der GP der damaligen Tschechoslowakei und heutigen Tschechischen Republik statt.

Der Rundkurs misst 5.403 Kilometer und verfügt über 6 Links- und 8 Rechtskurven. Der Höhenunterschied ist mit 73.63 Metern von der tiefsten Stelle bis zur höchstgelegenen relativ groß. Die längste Gerade misst nur gerade 636 Meter und wenig überraschend hält mit Marc Marquez der aktuelle Dominator der MotoGP den absoluten Rundenrekord mit 1:54.596. Rekordsieger auf dem Masaryk-Ring ist jedoch immer noch Altmeister Valentino Rossi mit 5 Siegen und damit einem Vorsprung von deren 2 auf Marquez.

Besucherzahlen und Infrastruktur

Der Masaryk-Ring ist eine der wenigen Strecken mit konstant über 200-Tausend Zuschauern. Sämtliche Zahlen sind jeweils über alle 3 Tage am GP-Wochenende kumuliert gerechnet.

Kommt dazu, dass sich für Rennstreckenbesucher seit damals so gut wie nichts verbessert hat. Sanitäre Einrichtungen gibt es zu wenig und die meisten Wege und Durchgänge sollten dringend verbreitert und verbessert werden. Im Infield herrscht regelmäßig am Rennsonntag in den Pausen ein riesiges Chaos und es gibt vielerorts kaum ein Durchkommen (wir reden von zu Fuß). Die Verpflegung ist mangelhaft und für lokale Verhältnisse viel zu teuer.

Investiert wurde für den Komfort der Zuschauer und Medienwelt so gut wie gar nie. Die meisten Wege sind nach wie vor viel zu schmal für das jeweilige Zuschaueraufkommen und die in zu kleiner Zahl vorhandenen sanitären Einrichtungen sind völlig ungenügend und am GP-Wochenende absolut unzumutbar. Im Vergleich mit den meisten anderen Strecken in Europa ist auch das Verpflegungs-Angebot absolut ungenügend.

Historische Rennmomente

Am 25. Juli 1965 fand in Brünn in der damaligen Tschechoslowakei mit dem GP Brno der seit dem 2. Weltkrieg 1. Lauf zur Straßenweltmeisterschaft für Motorräder statt. Es war die erste Austragung auf dem damals neu ausgebauten Masaryk Ring, mit einem auf 13,94 Km verkürzten Kurs.

Die neue Strecke wurde von den Engländern anerkennend der „kleine TT-Kurs“ genannt und wies 22 Rechts- und 18 Linkskurven auf. Im Jahr 1965 gab es noch keine Pressetribüne, aber den zahlreich erschienenen Zuschauern dürfte dies egal gewesen sein. Über 250 000 Zuschauer fanden den Weg zum GP Brno, viele davon aus dem nahen Österreich anreisend.

Es wurden 4 Soloklassen ausgetragen, bis 125 cm³, 250 cm³, 350 cm³ und die Königsklasse war bis 2001 die Kategorie bis 500 cm³.

125 cm³

Gleich nach dem Start setzte sich Klaus Enderlein vor seinem MZ Markenkollegen Dieter Krumpholz und Derek Woodman an die Spitze. Die aus der damaligen DDR stammende Marke MZ war von 1957 bis 1973 die führende Deutsche Marke im Rennsport in den Kategorien bis 350 cm³.

Nach der ersten Runde führe jedoch bereits der Neuseeländer Hugh Anderson vor Frank Perris (GBR), beide auf Suzuki. In die letzte Runde geht Anderson mit 24 Sekunden Vorsprung auf seinen Verfolger Perris und der Dritte, Heinz Rosner liegt bereits 2 Minuten und 6 Sekunden zurück. Doch der führende Neuseeländer stürzt und bleibt dabei zum Glück unverletzt.

Der Sieg geht an Frank Perris, vor Derek Woodman und Heinz Rosner (MZ). Der für die DDR angetretene Joachim Leitert vor seinem Landsmann Roland Rentsch (beide auf MZ) und dem Tschechen František Bocek auf CZ komplettierten die Top 6.

250 cm³ - Kampf der Konzepte

Als drittes Rennen am 25. Juli fand die Kategorie bis 250 cm³ statt. Jim Redman auf der 6-Zylinder Honda (bei nur 250 cm³!) erwischte den besten Start vor Mike Duff auf Yamaha und Heinz Rosner auf MZ (beide 2-Zylinder Zweitakter).

In der zweiten Runde schob sich Phil Read mit seiner Yamaha auf den dritten Platz, er hatte von den Japanern vor dem Rennen in Brünn einen höher drehenden Motor erhalten. Die Zweizylinder Zweitaktmotoren von Yamaha waren damals noch luftgekühlt. Phil Read gewann mit dem GP von Brünn sein sechstes Rennen in der Saison.

350 cm³

Das zweite Rennen des Tages war mit 34 Fahrern besetzt. Nach dem Start konnte sich Jim Redman auf der 4-Zylinder Viertakt Honda vor Giacomo Agostini und Mike „the Bike“ Hailwood (beide auf 3-Zylinder MV Agusta) an die Spitze setzen.

In dieser Reihenfolge ging es auch in die zweite Runde, auf Platz 4 lag der Sowietrusse Nikolaj Sevastianow auf einer 4-Zylinder Vostok vor Derek Woodman (GBR, MZ), Gilberto Milani (ITA, Aermacchi) und dem Tschechen Gustav Havel auf Jawa. In der 4. Runde stürzte der Italiener Agostini, blieb aber unverletzt.

Der Rhodesier Jim Redman gewann mit seiner Honda das Rennen und wurde am Ende der Saison Weltmeister mit 4 Siegen, vor Giacomo Agostini (MV, 3 Siege) und Mike Hailwood (MV, 1 Sieg). Platz 2 in Brünn ging an Derek Woodman auf MZ, vor dem Russen Sevastianow (Vostok). Die Italiener Milani und Renzo Pasolini (beide Aermachi) vor Dan Shorey (GBR, Norton) komplettierten die Top 6.

Während der Italiener Giacomo Agostini bis zum Ende seiner Karriere Rekordweltmeister mit 15 WM-Titeln wurde, fand sein Landsmann Renzo Pasolini bei einem tragischen Massensturz in Monza am 20. Mai 1973 den Tod. Bei diesem fatalen Unfall verlor auch der finnische Topfahrer Jarno Saarinen sein Leben.

Das Feld der 350 cm³ Klasse nach dem Start zum Rennen auf der abfallenden Geraden. Die erste Ortschaft, welche durcchfahren wurde, war Bosonohy. Wer von Brünn nicht über die Autobahn zur heutigen Strecke fährt, kommt auch jetzt noch auf der Strasse Nr.

500 cm³

Das Rennen zur Königsklasse fand wie heute noch zum Abschluss des GP Brünn 1965 statt. Am Start übernahm Agostini auf MV die Spitze des 25 Fahrer starken Teilnehmerfeldes, doch Mike Hailwood kam auf der zweiten 4-Zylinder MV Agusta als Führender aus der 1. Runde.

Paddy Driver auf Matchless und Jack Ahearn auf Norton folgten auf Position 3 und 4. Bis zur 10. Runde fuhr Hailwood einen Vorsprung von 46 Sekunden auf Agostini heraus, während Ahearn zu diesem Zeitpunkt bereits Driver überholen konnte. Dahinter Fred Stevens (Matchless), Dan Shorey auf Norton und Frantisek Stasny aus Tschechien auf einer auf 352 cm³ aufgebohrten Jawa Zweizylinder 350-er.

Das Rennen gewann Hailwood überlegen, mit 1 Minute und 7 Sekunden Vorsprung vor seinem MV Markenkollegen Agostini. Ahearn mit seiner privaten Norton wurde Dritter, vor Paddy Driver und Fred Stevens auf Matchless. Stasny belegte auf seiner Jawa beim Heimrennen den guten 6.

Mike Hailwood gewann sämtliche 8 Rennen, bei welchen er in der Saison 1965 antrat und gewann vor seinem Markenkollegen Agostini den WM-Titel hoch überlegen.

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