Bulls 27.5 Zoll Mountainbike Test: Ein umfassender Überblick

Mountainbiken ist eine tolle Möglichkeit, die Umgebung zu erkunden, die Fitness zu verbessern und sich im Alltag fortzubewegen. Ob ein MTB das passende Bike ist, muss jedoch jede/r selbst entscheiden. Bei der sportlichen Radmarke Bulls nennt sich das Damenmodell an diesem Preispunkt Nandi.

Bulls Nandi: Fahrspaß im Gelände

Der Anbieter aus Köln, der seit Jahren ein erfolgreiches MTB-Rennteam ausstattet, weiß genau, worauf es ankommt - erst einmal auf eine dem Einsatzzweck entsprechende Passform. Eine Einsteigerin freut sich über eine ausgeglichene Position, bei der der Sattel auf dem Niveau des Lenkers oder gar etwas unterhalb liegt. Das ergibt eine angenehm aufrechte Körperhaltung, mit der die ersten Ausflüge ins Gelände leichtfallen.

Am Nandi verbaut Bulls alles, was an ein Hardtail-MTB (= nur vorne gefedert) gehört, wenn auch in etwas einfacherer Machart. Klassisch ist die Schaltung mit drei Kettenblättern vorne und sieben Ritzeln hinten - nicht gerade üppig, aber insgesamt gut geeignet für so ziemlich alle Gelegenheiten inklusive extremer Steilstücke. Verzögert wird selbstverständlich mit Scheibenbremsen, allerdings kommen am Nandi nur mechanische Stopper zum Einsatz. Diese bremsen ebenso sicher, sind aber nicht ganz so gut dosierbar wie Hydraulikbremsen und müssen ab und zu nachjustiert werden. Wer auf dem Nandi ihre Liebe zum Radfahren entdeckt und fleißig Kilometer abspult, kann, wenn sich erste Verschleißerscheinungen bemerkbar machen, ganz einfach höherwertiges Material nachrüsten.

Eine Federgabel darf am MTB natürlich nicht fehlen - am Nandi hat sie beachtliche 100 mm Weg und kann aufs Fahrer(innen)gewicht abgestimmt werden. Da sie per Stahlfeder funktioniert, ist sie relativ anspruchslos in der Wartung und dürfte über lange Zeit verlässlich funktionieren.

Eine wichtige Rolle am Mountainbike spielen natürlich die Reifen. Hier sind sie mit 57 mm relativ breit und kräftig, aber nicht zu extrem profiliert; so können sie sich optimal mit lockerem Untergrund verkrallen - aufgrund der seitlich weit heruntergezogenen Profilblöcke gerade in Kurven -, rollen aber aus Asphalt immer noch angenehm leicht. Wie es sich für ein modernes MTB gehört, sind die Laufräder 27,5 Zoll groß, was eine optimale Balance von Handlichkeit und Laufruhe ergibt.

Einen Nachteil muss man einem preiswerten Bike wie dem Nandi natürlich bescheinigen: Leicht ist es nicht; im Vergleich zu um ein Vielfaches teureren Modellen wiegt es ein paar Kilo mehr. Das liegt in der Natur der Sache und wirkt sich bei moderater Gangart auch nicht unbedingt auf die Performance aus.

Interessant ist das Größenspektrum des Einsteigerinnen-Bikes - die kleinste der vier Rahmenhöhen misst nämlich 37 cm, die größte 51 cm. Damit eignet sich das günstige Hardtail auch als Jugendrad.

Bulls Sharptail Street 2 27,5: Alltagstauglichkeit im Fokus

Sportliche Material nur bei sportlichen Einsätzen nutzen? Das ist fast ein bisschen Verschwendung. Kinder und Jugendliche, die Rad fahren, finden Mountainbikes meist faszinierend, auch wenn sie selbst keine aktiven Offroad-Fahrer sind. Da liegt es natürlich nahe, MTBs speziell für den Alltagseinsatz zu konzipieren - und Bulls tut das mit den „Street“-Modellen der Baureihe Sharptail. Die Offroad-Bikes im mittleren Preissegment sind keine dezidierten Jugendräder, aber gerade durch das Größenspektrum, das beim 27,5-Zoll-Rad je nach Modell bis hinter zur Größe XS geht, eignen sie sich vorzüglich für jüngere Radler.

Das Rad mit der kompakten Rahmenform, deren Plus eine niedrige Überstandshöhe ist, zeichnet sich durch eine Federgabel mit satten 100 mm Weg aus - wenn es also doch einmal wirklich ins Gelände geht, ist das Bulls für alles gerüstet. Auch die großvolumigen Reifen sind auf lockeren Untergrund abgestimmt, wobei sie auf der Straße durchaus leicht rollen. Scheibenbremen dürfen natürlich auch nicht fehlen, wobei der Hersteller hier auf eine mechanisch aktivierte Variante setzt. Außerdem ist das Rad mit einer offroad-typischen 3×7-Schaltung ausgestattet, deren Übersetzungsbandbreite freilich nicht ganz so groß ist wie beim „echten“ Mountainbike.

Die eher aufrechte Sitzhaltung ist durchaus ein Merkmal moderner Trailbikes und im Stadtverkehr natürlich optimal - hier liegen Mountainbike und Alltagsrad nah beieinander. Erst einmal ist das Bulls mit kurzen, sportlich anmutenden Kunststoff- bzw. Steckschutzblechen versehen: Der vordere Schützer kommt ganz ohne Streben aus, und hinten klemmt das Teil mit einer Klammer am Unterrohr. Der vordere Schützer kann abgenommen werden; hinten klappt das allerdings nicht, denn daran ist die Rückleuchte montiert, deren Kabel an der Strebe entlang geführt wird.

Den Strom fürs Rücklicht und den recht hellen (30 Lux) Scheinwerfer liefert natürlich ein ausfallsicherer Nabendynamo, der per Schalter an der Frontleuchte aktiviert werden kann. Ein Parkständer am Hinterbau rundet die Alltagsausstattung des Sharptail Street ab, und dieses Bauteil ist gerade für Jugendliche wichtiger als ein Gepäckträger, der nicht zur sportlichen Anmutung des Bulls passen würde.

Neben der hier gezeigten Variante in Blau gibt es das sportliche Alltags-Bike (oder alltagstaugliche Mountainbike) übrigens auch in Grau, Schwarz und Hellgrau mit orangen Farbakzenten; dazu kommen diverse Schwestermodelle, die sich bei Ausstattung, Größenspektrum und Laufradgröße unterscheiden. Größere bekommen das Bike auch mit 29-Zoll-Laufrädern, Kleinere als 26er Modell.

Vor- und Nachteile von 27,5-Zoll-Laufrädern

Jahrzehntelang dominierte in der Mountainbike-Szene eine einzige Normgröße für Räder, nämlich 26-Zoll. Das änderte sich erst, als vor ein paar Jahren die ersten 29-Zoll-Räder auf den Markt kamen, die beispielsweise wegen ihres bessern Überrollverhaltens viele Biker begeisterten. Doch sie setzten auch eine neue Geometrie voraus und forderten Einschränkungen beim Federweg und von FahrerInnen unter etwa 175 Zentimeter. Demgegenüber erhebt seit Neuestem eine dritte Größe mit 27,5 Zoll (auch 650B genannt) den Anspruch auf den goldenen Mittelweg.

Die Vorteile eines 29-er-Reifens liegen kurz zusammengefasst darin, dass die Räder leichter Unebenheiten im Gelände meistern und ein besseres Rollverhalten an den Tag legen. Zudem bietet sie mehr Traktion aufgrund der größeren Auflagefläche. Nachteilig wirkt sich die Größe jedoch auf das Gewicht aus. 29-er lassen sich schwerer beschleunigen als 26-er-Reifen, die wiederum auch in engem Gelände insgesamt wendiger und spritziger sind.

Nicht zuletzt am letzten Punkt setzen die Befürworter der 27,5-er an. Denn sie sollen die Vorteile der 26-er und 29-er in sich vereinen. Kaum schwerer und größer als ein 26-er, sind die Abstriche hinsichtlich Beschleunigung, Spritzigkeit sowie Wendigkeit eher marginal. Gleichzeitig jedoch legen sie wie 29-er ein besseres Überrollverhalten und mehr Traktion an den Tag, verzeihen Fahrfehler leichter und bieten ein Plus an subjektivem Sicherheitsgefühl und Komfort - kurzum: 27,5-er sollen das Beste aus zwei Welten vereinen.

Zudem lassen sich die Reifen in viele 26-er-Räder einbauen, das heißt, nicht immer muss gleich, wie bei einem 29-er, ein neues Rad angeschafft werden. Je nach Streckenprofil kann der 26-er-Reifen durch den 27,5-er ausgetauscht werden - für enge Strecken etwa wählt man Ersteren, für tiefes, unebenes Gelände mit steilen Abfahrten Letzteren aus. Kein Wunder also, dass viele Hersteller derzeit - nach den Problemen, die sie bei der Geometrie-Entwicklung für die 29-er überwinden mussten - in den Reifen ein großes Zukunftspotenzial sehen.

Für die Zukunft bedeuten dies, dass neben der Rahmengröße auch die Reifengröße bei der Anschaffung eines neuen Mountainbikes in den Blick genommen werden muss. Wahrscheinlich speist sich genau daraus auch der Unmut vieler Biker, denen die neue Reifengröße nicht mehr als ein Marketing-Trick zu sein scheint. Dabei erwachsen für den Kunden aus der größeren Auswahl auch bessere Chancen, das Rad im Hinblick auf die Einsatzgebiete sowie, nicht zu vergessen, die Körpergröße perfekter als in der Vergangenheit, in denen es nur eine Normgröße gab, zu optimieren.

Bulls Sharptail Serie: Einsteiger-MTBs für jedes Alter

Mit der BULLS Sharptail Serie mischt der deutsche Hersteller BULLS seit 2008 den Markt für Einsteiger-MTBs auf. Mittlerweile sind zahlreiche verschiedene Varianten in den unterschiedlichsten Größen und Farben für Kinder, Damen und Herren verfügbar. Allen Modellen gemeinsam ist eine hochwertige Ausstattung (Shimano Schaltkomponenten, Tektro Scheibenbremsen), ein niedriges Gewicht und eine exzellente Geländetauglichkeit dank kerniger Profilreifen. Eine stahlgefederte Gabel mit 100 mm Federweg sorgt außerdem dafür, dass du sicher über Stock und Stein hinwegrollst.

BULLS hat bei dieser Modellreihe vor allem Alltagsfahrer, Einsteiger, Kinder und Jugendliche mit wenig MTB-Erfahrung im Blick. Die Serie gilt als ideal für Anfänger, die zum ersten Mal im Leben auf einem Mountainbike sitzen. BULLS legt bei der Sharptail Serie zudem Wert auf eine hohe Alltagstauglichkeit. Einige Modelle sind deshalb mit einer kompletten Straßenausstattung (Schutzblech, Fahrradständer, Lichtanlage) ausgerüstet. Andere Modellvarianten wie das BULLS Sharptail 2 punkten vor allem durch Agilität, Wendigkeit und ein großes Übersetzungsspektrum - ideal für anspruchsvolle Trails.

Bei der Laufradgröße zeigt sich generell die Vielseitigkeit der Serie: Es sind sowohl Bikes mit 24 Zoll-Laufrädern für Kinder ab einer Körpergröße von 130 cm als auch MTBs mit 27,5- oder 29-Zoll-Laufrädern für Erwachsene erhältlich. Dabei gilt: Je größer das Laufrad, desto leichter kommst du über Hindernisse.

Die Sharptail Modelle im Detail

Die Sharptail Modelle 1, 2, 3 sowie die dazugehörigen Street Versionen eignen sich bestens für Einsteiger, die von Anfang an nicht auf Qualität verzichten möchten. Feminine Lackierungen und unterschiedliche Ausstattungsvarianten sorgen dafür, dass wirklich jeder Fahrertyp im Portfolio fündig wird. Bei der Schaltung hast du die Wahl zwischen einer leichten, zuverlässigen Kettenschaltung und einer wartungsfreien, sportlichen Nabenschaltung.

Mit dem BULLS Sharptail 1 gelingt dir der unkomplizierte Einstieg in den Mountainbike-Sport. Als Anfänger bist du mit diesem gutmütigen, leicht zu handhabenden MTB exzellent bedient. Für Kinder und Jugendliche hält die Serie mehrere Modelle mit 24- oder 26-Zoll-Laufrädern bereit.

Mit dem BULLS Sharptail 2 bist du schwungvoll auf jedem Terrain unterwegs. Es ist also ideal für geübte Radfahrer geeignet, die zur Abwechslung oder zum Spaß mal eben durchs Gelände fahren wollen. Zur Ausstattung gehören eine SR Suntour Federgabel mit komfortablen 100 mm Federweg sowie eine universelle 24-Gang-Schaltung von Shimano.

Das Sharptail 3 ist ein kletterfreudiges MTB für Asphalt und Offroad. Es schnitt in diversen Tests überdurchschnittlich gut ab und zeichnet sich generell durch ein hohes Leistungsniveau aus. Die reaktionsfreudigen Scheibenbremsen lassen sich mit geringem Kraftaufwand betätigen und reduzieren die Geschwindigkeit bei feuchten Bedingungen im Bruchteil einer Sekunde. In der Version mit 29-Zoll-Reifen ist dieses Modell der perfekte Kompromiss zwischen Geländetauglichkeit und Speed.

Mit seiner entspannten Rahmengeometrie ermöglicht das BULLS Sharptail Street 2 - ähnlich wie seine Pendants Street 1 und Street 3 - ein relaxtes Fahren im Alltag. Kleine Hindernisse absorbiert die Suntour Federgabel mühelos, Schutzbleche bewahren dich zudem vor Schmutz und Nässe. Die Straßenausstattung wird durch eine hochwertige Beleuchtungsanlage und einen Ständer komplettiert.

Hardtail vs. Fully

Man unterscheidet Mountainbikes grundsätzlich in Hardtails und Fullys (Fullsuspension-Räder). Alle Modelle der Sharptail-Serie sind Hardtails. Bikes wie das BULLS Sharptail 1 haben ein niedrigeres Gewicht als vergleichbare Fullsuspension-Bikes. Sie zeichnen sich durch einen geringeren Energieverlust beim Federungsvorgang aus und verlangen lediglich ein Minimum an Wartungsaufwand im Vergleich zu Fullys.

Bulls Copperhead 3: Der Testsieger

Aller guten Dinge sind drei: Nach zwei Erfolgen in den Vorjahren geht auch 2014 der Testsieg an die Bike-Marke Bulls. Dieses Jahr erstmals fürs das Copperhead als 27,5 Zoll Hardtail. Im Gegensatz zur Konkurrenz wiegt das Copperhead aber nicht mehr als im Vorjahr. Im Gegenteil: Durch leichtere Felgen spart Bulls 100 Gramm ein. Der Riserbar sorgt für aufrechtes Sitzen. Hindernisse bügelt die Reba-Gabel souverän glatt. Wenn es brenzlig wird, genügt ein Tippen am Bremshebel der leistungsstarken Deore-Stopper. Durch die XT-Shifter fallen die Schaltwege kurz, die Befehle angenehm direkt aus.

Testfazit zum Bulls Copperhead 3 in 27,5 Zoll: Hut ab vor dem Test-Sieger: Leicht und überragend ausgestattet, holt sich das wendige Copperhead die Krone.

Satte Bremskraft, kinderleicht dosierbar und ein Hebel, der super in der Hand liegt: Die Deore-Stopper am Bulls sind dem Rest weit voraus.

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