BULLS Copperhead Evo AM 5: Ein umfassender Testbericht

Unsere BULLS E-Bikes & Bikes fahren regelmäßig Testsiege und hervorragende Ergebnisse in den aktuellen Fahrrad und E-Bike Tests ein, wobei die Testberichte alle möglichen Fahrradtypen von E-MTBs, E-Trekkingbikes, Speed E-Bikes und Urban-E-Bikes, Mountainbikes, Rennrädern und Gravelbikes bis hin zu Citybikes und Trekkingfahrrädern umfassen.

Dabei ist für jeden Typ Fahrradfahrer etwas dabei; ob für Arbeitspendler, Freizeit- oder Leistungssportler. Unsere Vuca und Sonic Modelle wurden bereits mehrfach als beste E-Mountainbikes ausgezeichnet.

Die Fakten zum Bulls Copperhead AM 5

Auch E-MTB Fullys werden nicht selten im Alltag genutzt. Mit dem neuen Copperhead Evo AM 5 reagiert Bulls konsequent und verpasst dem Verkaufsschlager eine ganze Reihe praktischer Features: Integriertes Rück- und Kurvenlicht und eine neue Monkey-Link-Schnittstelle für Smartphone oder einen großen Scheinwerfer sind die Highlights. Aber auch abseits davon hat das neue Bulls mit seinem bescheidenen Vorgänger nicht mehr viel gemein.

Der Hauptrahmen ist jetzt aus Carbon, der Hinterbau setzt statt klassischem Viergelenker auf eine einteilige Schwinge mit tief liegender Anlenkung. Im Unterrohr steckt der neue Bosch CX samt dem Top-Akku Powertube 800.

Bosch CX und großer Akku

Damals war der Motor selbst noch im Erlkönig-Status. Doch es war klar: Hier steckt Boschs neuer Top-Antrieb drin. Mit 600 Watt und 85 Newtonmetern hat der CX dieselben Leistungsdaten wie sein Vorgänger. Bei den Softskills konnte Bosch aber nochmal deutlich nachlegen: Feineres Ansprechverhalten, weniger Tretwiderstand und weniger Motorgeräusch. Der neue 800er im Bulls ist hier besonders gut. Mehr geht kaum.

Die Kombination aus Mini-Remote und System-Controller am Bulls Copperhead Evo AM 5 ist minimalistisch. Dank der neuen Monkey-Link-Schnittstelle kann man aber unkompliziert ein Handy vor den Lenker packen, induktiv laden und mit der Bosch-App als weiteren Screen nutzen.

Die Reichweite liegt mit dem großen Bosch-Akku klar über dem Durchschnitt. Nur echte Exoten können Boschs 800er Akku in unseren Reichweiten-Tests noch überbieten.

Die Geometrie

Zugunsten von Alltags- und Tourentauglichkeit hat Bulls das Copperhead Fully wenig extrem gezeichnet. Der Lenkwinkel ist eher steil, der Sitzwinkel flach. Kurze Kettenstreben sollen ein agiles Handling bringen.

Auffällig: Trotz hohem Stack sitzt man wegen des flachen Sitzwinkels und niedrigen Lenkers etwas sportlich-gestreckt auf dem Bulls. Ein anderer Lenker mit mehr Rise würde ein spürbares Plus beim Komfort bringen.

EMTB-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L)

  • Sitzrohrlänge: 463 mm
  • Radstand: 1240 mm
  • Reach: 472 mm
  • Stack: 651 mm
  • Lenkwinkel: 66 Grad
  • Sitzwinkel: 75,3 Grad
  • Kettenstrebenlänge: 442 mm

Die Ausstattung des Bulls Copperhead Evo AM 5

Die Ausstattung am Topmodell Copperhead Evo AM 5 lässt mit XT-Schaltung, einteiligem Carbon-Cockpit und Lyrik-Ultimate-Gabel kaum Wünsche offen. Rockshox’ Top-Gabel Lyrik Ultimate, Shimano XT-Schaltung, Lenker-Vorbau-Einheit aus Carbon: Auf den ersten Blick wirkt das Bulls wie ein echter High-End-Bolide.

Der Blick ins Detail offenbart aber ein paar Sparmaßnahmen, vor allem beim Dämpfer, und den Laufrädern sowie der Tele-Stütze der Eigenmarke Rumble. Funktional sind die Teile aber top. Das einzige was wirklich stört ist günstige Schwalbe-Magic-Mary-Reifen. Die teureren Modelle bieten gerade bei Nässe spürbar mehr Grip und Fahrsicherheit.

Klares Highlight: Die Top-Gabel Lyrik Ultimate gibt’s in Kombination mit einem Carbon-Rahmen oft erst deutlich jenseits von 8000 Euro.

  • Gabel / Dämpfer: Rockshox Lyrik Ultimate / Deluxe Select
  • Schaltung: Shimano XT (12-fach)
  • Bremsen: TRP Slate Evo
  • Laufräder: Rumble Impeller Pro
  • Reifen: Schwalbe Magic Mary Performance 29 x 2,4
  • Besonderheiten: Integriertes Rück- und Kurvenlicht, Monkey-Link-Schnittstelle, Laufräder mit eigenem Bremsscheiben-Standard

Praxistest: So fährt sich das Bulls Copperhead Evo AM 5

Auf dem Bulls sitzt man eher so, wie man es von klassischen Sport-Tourern kennt. Der flache Sitzwinkel lässt das Rad lang wirken und soll prinzipiell im Flachen die Handgelenke entlasten. In Kombination mit der Lenker-Vorbau-Einheit ist leider das Gegenteil der Fall. Das zu tiefe und nicht anpassbare Cockpit ist an einem Bike dieser Kategorie völlig fehl am Platz. Wer es komfortabel mag, sollte auf einen klassischen Lenker umrüsten.

Der Bosch-Motor bringt dem Bulls eine starke Dynamik und Modulation.

Immerhin: Wird’s bergauf anspruchsvoll, bringt das Carbon-Cockpit viel Druck auf die Front. Die günstigen Schwalbe-Reifen mit harter Gummimischung geizen aber auffällig mit Grip. Wer ernsthaft ins Gelände will, sollte ein Upgrade einplanen. Punkte bringen dagegen der feinfühlige und reichweitenstarke Bosch-Motor und der gute Hinterbau. Das Vorderrad steigt beim Bulls trotz moderater Kettenstreben kaum. Die Kassette mit etwas weniger Bandbreite als üblich fällt am Powerbike kaum ins Gewicht.

Bergab limitieren Reifen und Cockpit ebenfalls deutlich, ansonsten macht das Copperhead seine Sache aber gut. Der Hinterbau spricht sehr feinfühlig an und liefert trotzdem guten Gegendruck. So fährt sich das Bulls auch mit über 25 Kilogramm alles andere als schwerfällig und lässt sich leicht an kleinen Kanten in die Luft drücken. Der moderate Lenkwinkel beschert dem Bike dabei ein sehr neutrales Handling. So dürfte das Bulls gerade auf flacheren Trails und auf Hausrunden im Mittelgebirge in seinem Element sein.

Mit seiner wenig extremen Geometrie und der tiefen Front kommt das Bulls in extremem Gelände aber an seine Grenzen. Mehr ein Tourer als ein Mini-Enduro.

Auf steilen Pfaden bringt das Bike mit der tiefen Front und der moderaten Geometrie den Fahrer aber in eine etwas unangenehme Position, außerdem lässt sich die Sattelstütze nicht ganz im Rahmen versenken. Die Gabel begeistert dafür mit viel Kontrolle und Sensibilität, die TRP-Bremse liefert eine gute Power und eine Ergonomie auf Top-Niveau. Bergab bleibt das Copperhead zudem extrem ruhig. Das ist für ein Full-Power-E-MTB richtig gelungen!

BIKE Bewertung des Bulls Copperhead AM 5 2025

Stärken:

  • Gutes Fahrwerk
  • Motor und Reichweite
  • Viele praktische Alltagsfeatures
  • Bergauf und bergab recht leise

Schwächen:

  • Fahrsicherheit in schwerem Gelände
  • Teils unpassend gewählte Ausstattung

Reichweite und Ausstattung des Copperhead Evo AM 5 überzeugen. Zudem bleibt das schwere Bike bergab recht verspielt. Im Downhill gibt es souveränere Kandidaten.

Die Sitzpositon ist sportlich, die Reichweite stark. Wer selbst schrauben will, muss unter anderem wegen der Zugführung durch den Steuersatz etwas mehr Zeit einplanen.

Das Bulls Grinder 4

Seit sechs Jahren ist das Grinder am Markt, und aufgrund seiner Vielseitigkeit ist es durchaus beliebt. Als Trail Grinder mit Dropper Post und extrabreiten Reifen spricht es Offroader an, und als Daily Grinder mit Vollausstattung ist es gut geeignet für Pendelfahrten und Gepäcktouren. Und natürlich gibt es das Rad als „richtigen“ Graveller, wobei das Grinder 4 mit 2.049 Euro die teuerste Variante ist.

Wie seine günstigen Geschwister basiert es auf einem Aluminiumrahmen mit Carbongabel, der mit harmonischen Formen gefällt: Die Hauptrohre sind rund, wobei das Oberrohr ovalisiert ist; Schaltzug und Bremsleitung verlaufen im Unterrohr, an der Gabel ist die Hydraulikleitung aber außen verlegt.

Die bereits erwähnte Vielseitigkeit benötigt natürlich eine passende Geometrie. Auf dem Bulls sitzt es sich recht kompakt und eher aufrecht, wozu auch der kurze Vorbau beiträgt. Dieser trägt zu einem sehr handlichen, agilen Lenkverhalten bei, durch das sich das Bulls ausgesprochen sportlich fährt - bei langsamer Fahrt ist es etwas nervös und muss mit ruhiger Hand dirigiert werden.

Die gefühlt hohe Steifigkeit sorgt für flotte Beschleunigung.

Bulls montiert eine spezielle Carbonsattelstütze mit ovalem Querschnitt, die zusammen mit einem Distanzstück ins Sitzrohr geschoben werden muss und für Vibrationsdämpfung sorgen soll. Manch konventionell runde Carbonstütze flext freilich deutlich stärker als das Duroflex-Modell von Bulls.

Ebenfalls markentypisch sind die Steckplatze an Sattelklemme und Vorbau, die am Testrad mit Reflektoren bestückt sind.

Das Grinder 4 kommt offiziell mit kompletter Shimano GRX-RX810, wobei am Testrad die 600er Schalthebel montiert sind, die dank glatterer Griffgummis etwas angenehmer in der Hand liegen. Mit 1×11 Gängen ist das Grinder 4 sportlich abgestimmt, dabei mit 40er Kettenblatt und 11 bis 42 Zähnen hinten breit genug aufgestellt.

Die bissigen Bremsen und präzisen Schaltvorgänge der Gruppe überzeugen auf ganzer Linie - kein Wunder, dass die GRX bei Gravelbikes den Standard setzt. Dazu kommt ein solider 32-Speichen-Radsatz, der fahrfertig gut vier Kilo wiegt und wie die bissigen Schwalbe-Reifen ohne Schläuche gefahren werden kann - das dürfte immerhin knapp 200 Gramm einsparen.

Optisch freilich hätten wir uns beim Testrad etwas mehr Sorgfalt gewünscht - die Grüntöne von Rahmen, Reifen und an der Gabel passen nicht so recht zusammen (wobei es unsere grasgrünen Pedale nicht besser machen).

Und auch bei diesem Rad sollte man auf das Modell eine Stufe darunter hinweisen, das Grinder 3. Es ist ebenfalls mit GRX 1×1 ausgestattet, der Rahmen sieht bis auf die Schnellspannachse hinten baugleich aus - aber es kostet satte 500 Euro weniger.

Das Bulls Grinder 4 überzeugt als Allrounder mit agilem Charakter und vielseitiger Nachrüstbarkeit.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0