VEE Tire Co. Fahrradreifen im Test: Ein umfassender Überblick

Die Wahl der passenden Fahrradreifen ist kein triviales Thema, da MTB-Strecken sehr unterschiedlich sein können: trocken, matschig, steinig, schneereich oder voller Laub. VEE Tire Co., ein thailändischer Reifenhersteller, hat sich in der jüngeren Vergangenheit vor allem mit Fatbike-Reifen einen Namen gemacht und ist inzwischen auch als OEM-Ausrüster zahlreicher Fahrradhersteller bekannt.

Über VEE Tire Co.

Um optimal auf die individuellen Anforderungen der Radfahrer einzugehen, wurde VEE Tire Co. im Jahre 2013 gegründet. VEE Tire Co. bietet Fahrradreifen, die auf dem neuesten Stand der Technik sind. Dank modernster Fertigungstechniken und Inhouse-Produktion wird auf Markttrends unmittelbar reagiert. VEE Tire Co. blickt in der Reifenindustrie zurück auf eine lange Tradition - bei über 40 Jahren im Rubber-Geschäft ein wichtiger Trumpf im Bike-Business, um sich auf dem hart umkämpften Markt gegen die Platzhirsche zu behaupten.

VEE Tire Co. zählt nicht nur zu den Reifenanbietern, die auf ihren eigenen Gummibaum-Farmen den Naturkautschuk als Rohstoff ihrer breitgefächerten Produktpalette selbst herstellen, sondern deren Wissen um Vor- und Nachteile bestimmter Mischungen von der Konkurrenz kaum zu überbieten ist. Die Unabhängigkeit von Zulieferern garantiert eine deutlich höhere Qualitätssicherung, die der durchschnittliche deutsche Radfahrer leicht übersieht, wenn “Made in Thailand” auf dem Produkt steht.

Die Plantagen befinden im Umland des Hauptsitzes südlich von Bangkok, so etwa in Chonburi, wo der eigene Latexsaft von Vee aus dem Naturkautschuk zur Verarbeitung gewonnen wird. Die im Jahr 2013 vom Sohn des Gründers aus der Taufe gehobene Bike-Sparte konnte zudem wertvolles Wissen und Ressourcen aus anderen Bereichen der Reifenproduktion für Motorroller und Autos übernehmen - ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil, da die Entwicklungsabteilung durchweg mit erfahrenen Ingenieuren besetzt ist. VEE Tire Co. profitiert natürlich sehr von dieser Ressource durch die Nutzung von Forschung und Evolution aus verwandten Zweigen der Reifenindustrie.

Die Möglichkeiten, ohne Abhängigkeit von Zulieferern und lange Lieferwege verschiedenste Prototypen und innovative Konzepte zeitnah umzusetzen, verdeutlichen Einblicke in die Produktionsstätten. Als Resultat dieses Zugangs bietet VEE Tire Co. mittlerweile eine breite Palette an Compounds an, damit jeder Reifen in seinem Segment das maximale Leistungspotenzial entfaltet und deren spezielle Eigenschaften für Fortschritt auf dem Markt sorgen. Als Weltmarktführer kennt niemand das Ausgangsprodukt so gut wie die Thais, die direkt an der Quelle sind.

Nicht ohne Grund verlagerten auch Conti und andere Marken Teile ihrer Produktionsstätten dorthin, weil die unmittelbare Nähe zu den Gummibaum-Plantagen eine entscheidende Rolle spielt für den Fortschritt der eigenen Entwicklungsarbeit. Schnelles Reagieren auf Trends sowie ein kontinuierliches Experimentieren mit neuen Kautschukmischungen funktionieren effizient ausschließlich vor Ort. Der globale Vertriebskanal ist seit der Firmengründung auf 34 Länder in Nordamerika, Europa, Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum angewachsen. Dabei bleibt laut Firmenphilosophie stets das Ziel, konstant die bestmöglichen Reifen anzubieten.

Man bleibt in Thailand offen gegenüber neuen Ideen von Kunden, gesponserten Rennteams und Markenbotschaftern sowie bei Neuvorstellungen auf Messen und generellen Input andere Anbieter. Denn nur wer sich weiterentwickelt, kann schließlich auch fortlaufend Verbesserungen herbeiführen. Schließlich ist es, insbesondere wegen der Schnelllebigkeit in der heutigen Zeit, der entscheidende Vorteil gegenüber den Mitbewerbern, alle Ressourcen an einem Ort zu vereinen.

“Wenn es um die Reifenherstellung geht, betrachten wir unsere Fabrik in Samut Sakhon als eine Küche. Und alle - von der Technik bis zur Qualitätskontrolle - kreieren hier das Endprodukt: einen Reifen, der den Geschmack trifft”, wie es die Firma selbst formuliert. VEE Tire Co. hat hart daran gearbeitet, einer der weltweit führenden Reifenhersteller zu werden, der die Anforderungen aller Bereiche des Radsports erfüllt, vom Profi bis zum Freizeitsportler.

Testberichte zu verschiedenen Modellen

FLOW R-CP

Der quadratisch profilierte RCP ist eine Neuheit im Angebot, das von den Weltcup-Downhill-Fahrern im Team gewünscht wird. Es verwendet flache Mittelknöpfe im Zick-Zack-Muster, um Vibrationen zu reduzieren, die auf die hochgelobten Flow SNAP-Stollen abgestimmt sind und für überragenden Grip und mehr Sicherheit bei Bedarf sorgen. Die Verarbeitung des FLOW R-CP macht einen sehr guten Eindruck, die Seitenwand ist stark und vermittelt Sicherheit für schnelle Kurvenmanöver. Die erhöhten Seitenstollen haben sich in den Kurven als äußerst stabil erwiesen, wodurch die Gefahr, dass das Bike ausbrechen könnte, zu keiner Zeit bestand - sie vermittelten einen sehr sicheren Halt.

Der FLOW R-CP wurde hauptsächlich unter herbstlichen Bedingungen getestet, die Performance war trotz teilweise feuchter Böden erstaunlich gut.

SNAP WCE

Geboren für den harten Downhill-Einsatz, erforderte der SNAP WCE eine Neuentwicklung aus einem runderen Profil, einem stärkeren Gehäuse und natürlich einer neuen Mischung, die als Top-40-Mischung bezeichnet wurde. Snap WCE funktioniert unter den meisten Bedingungen von Regen bis Sonnenschein, von festem Pack bis hin zu matschigen Strecken. Das Ergebnis ist ein beständigeres Ergebnis unserer unterstützten Fahrer: Henry Kerr wurde zum zweiten Sieger des Junioren-UCI-Weltcups der Herren 2018 gekrönt.

Die Verarbeitung des SNAP WCE wirkt sehr gut, der Reifen ist aufgrund der erhöhten Seitenwand superschnell dicht zu bekommen, wenn man tubeless fährt. Auf Feldwegen rollt der SNAP WCE nicht ganz so leicht, da der Rollwiderstand etwas höher ist. Auf dem Trail sieht das Ganze schon wieder etwas anders aus. Aufgrund der TOP-40-Mischung hat man ein weiches, aber auch robustes Seitenprofil.

VEE Tire Co. “Während der Weltcup-Dowhill-Saison 2018 haben wir eng mit Weltklasse-Fahrern von Propain Dirt Sixpack zusammengearbeitet, um den besten Reifen zu entwickeln, um so schnell wie möglich downhill zu fahren. Es erforderte eine Neuentwicklung aus einem runderen Profil, einem stärkeren Gehäuse und natürlich einer neuen Mischung, die als Top 40-Mischung bezeichnet wird. Snap WCE funktioniert unter den meisten Bedingungen von Regen bis Sonnenschein, von festem Pack bis hin zu matschigen Strecken. Das Resultat ist ein beständigeres Ergebnis unserer unterstützten Fahrer, und Henry Kerr wird zum zweiten Sieger des Junioren-UCI-Weltcups der Herren 2018 gekrönt.

Flow Snap

Der Snap 2.6 wurde ebenfalls tubeless montiert und konnte ohne Hilfe von Reifenhebern auf die Felge gezogen werden. Ähnlich wie der Snap WCE weist der Snap 2.6 durch seine etwas weicheren Außenstollen auch einen entsprechend erhöhten Rollwiderstand auf. Die Selbstreinigung ist zudem aufgrund des offenen Profils gut. Der Durchschlagsschutz hält auch harten Wurzelpassagen hervorragend stand.

Der Snap ist ebenfalls ein absoluter Allround-Reifen, im Matsch sowie unter staubigen Verhältnissen war der Reifen bergauf wie bergab ein durchweg hervorragender Begleiter. Summa summarum bietet der Flow Snap viel Grip auf unterschiedlichsten Untergründen, einen moderaten Rollwiderstand, relativ geringes Gewicht (1.288g), hohe Pannensicherheit und gute Haltbarkeit.

Speedster und Rail

Im Bereich CX/Gravel sind in Deutschland derzeit die zwei Modelle Speedster (in verschiedenen Ausführungen) und Rail in 700×40 erhältlich. Die Cyclocross-Reifen bieten eine ausgewogene Mischung aus Profil und Geschwindigkeit für Asphalt, Waldwege, Gras und alle anderen Bodenbeläge. Spezialisierte Profildesigns bieten Manövrierbarkeit vom Feinsten ohne Geschwindigkeitseinbußen, während die innovativen Karkassen und Seitenwände die Pneus vor Schäden schützen, um unterwegs oder im Rennen von bösen Überraschungen verschont zu bleiben. Für lange Tage auf dem Bike und massive Anstiege konnte zudem das Gewicht der Reifen gering gehalten werden.

Der Speedster mit seinem hochvolumigen Korpus ist ausgelegt für hohe Geschwindigkeiten auf festem oder befestigtem Gelände bei minimalem Luftwiderstand. Die wabenförmige Mittelprofilierung sorgt für niedrigen Rollwiderstand und erhöhte Lebensdauer des Profils. Der Reifen bietet bei trockenen und nassen Bedingungen eine ausgezeichnete Traktion. Große diamantförmige Seitenstollen verbessern den Grip in Kurven, während das Mittel-Profil größer wird, um Geschwindigkeit mit sicherer Kurvenfahrt zu kombinieren.

Beim Rail ist alles auf Geschwindigkeit ausgelegt, bei gleichzeitig niedrigem Gewicht und hoher Traktion.

Allgemeine Informationen und Tipps zur Reifenwahl

Schwalbe, MAXXIS, Conti, Michelin, WTB, Kenda, VEE Tire und Co.: Die Auswahl an Mountainbike-Reifen ist riesig und unübersichtlich. Wir können dir leider nicht sagen, welcher Reifen für dich der beste ist. Das hängt von deinen Skills und individuellen Vorlieben ab.

Die Vorteile von tubeless montierten Reifen liegen auf der Hand: weniger Gewicht, mehr Grip, geringerer Rollwiderstand und höherer Pannenschutz. Auch wenn die Montage etwas mühsam sein kann (nicht muss!), sind fast alle modernen MTB-Reifen sowie -Felgen für den Tubeless-Einsatz vorgesehen.

Der richtige Luftdruck im Reifen ist essenziell: Zu viel davon und ihr könnt euch von Komfort und Grip verabschieden. Bei einem zu geringen Luftdruck sind ein unpräzises, schwammiges Fahrverhalten und Defekte vorprogrammiert. Der passende Druck ist dabei sehr individuell und hängt von unzähligen Faktoren ab, wie der Karkasse, Gummimischung und den Bedingungen auf der Strecke.

Prinzipiell gilt: Die Reifenbreite muss zur Felgenweite passen. Ein breiterer Reifen hat eine größere Aufstandsfläche und kann so mehr Grip generieren. Zudem kann das erhöhte Volumen den Pannenschutz und den Komfort erhöhen. Mit Reifen, die breiter als 2,6” sind, haben sportlich-aggressive Fahrer in Kurven aber oft mit negativen Effekten zu kämpfen: Das Fahrverhalten wird schwammig und unpräzise, wodurch sich enge Linien oft nicht mehr halten lassen. In Anliegern knicken die breiten Reifen schneller und heftiger weg.

Das Gewicht eurer Reifen solltet ihr nicht unterschätzen: Der Reifensatz alleine, ohne Tubeless-Milch und Co., trägt mit etwa 2,5 kg zum Gesamtgewicht eures Bikes bei. Das kommt zwar einer gefüllten großen Trinkblase gleich, dennoch wirkt sich das Gewicht des Reifens deutlich spürbarer auf die Fahrperformance aus. Zum einen sind die Reifen Teil der rotierenden Masse, die ihr bei jedem Antritt und bei jeder Bremsung beschleunigen und abbremsen müsst. Zum anderen fungieren die Reifen - noch vor eurer Gabel - als Federelement und reagieren auf Schläge, wodurch sie massiven Einfluss auf euer Fahrwerk haben.

Die Anforderungen am Vorderrad unterscheiden sich von denen am Hinterrad. Beim MTB gilt es, so viel Grip wie möglich am Vorderrad zu generieren, während man am Hinterrad Kompromisse zwischen Traktion und Rollwiderstand eingehen muss. Auch beim Thema Pannenschutz gibt es massive Unterschiede, die Kräfte am Hinterrad sind oftmals um ein Vielfaches höher.

Ihr solltet euren Reifen deshalb als Tuning und nicht als Verschleißteil betrachten.

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