Seit über 40 Jahren verwandelt der thailändische Reifenhersteller VEE Tire Co. Kautschuk zu Reifen aller Art und zählt somit zu den weltweit führenden Reifenherstellern. Die Marke ist sehr bekannt dafür, in speziellen Teilmärkten sowie in den Hauptmärkten im Bereich Fahrradreifen erschwingliche Preise anzubieten.
Beim Thema Reifenqualität trennt sich im Vergleich der Hersteller die Spreu vom Weizen, sobald im intensiven Trainings- oder Renneinsatz unter extremen Bedingungen das volle Potenzial der Pneus gefragt ist. Kenner schauen vor dem Kauf neuer Modelle sehr genau hin, über wie viele Jahre Erfahrung die jeweiligen Brands verfügen, denn ohne entsprechende Expertise ist das hohe Level der hierzulande fest etablierten Marken wie Continental oder Schwalbe alles andere als schnell aufzuholen oder leicht zu kompensieren.
VEE Tire Co. blickt in der Reifenindustrie zurück auf eine lange Tradition - bei über 40 Jahren im Rubber-Geschäft ein wichtiger Trumpf im Bike-Business, um sich auf dem hart umkämpften Markt gegen die Platzhirsche zu behaupten.
Die Möglichkeiten, ohne Abhängigkeit von Zulieferern und lange Lieferwege verschiedenste Prototypen und innovative Konzepte zeitnah umzusetzen, verdeutlichen Einblicke in die Produktionsstätten. Als Resultat dieses Zugangs bietet VEE Tire Co. mittlerweile eine breite Palette an Compounds an, damit jeder Reifen in seinem Segment das maximale Leistungspotenzial entfaltet und deren spezielle Eigenschaften für Fortschritt auf dem Markt sorgen.
Im Jahr 2019 konzentrierte sich VEE Tire Co. auf die Herstellung von einem der leichtesten schlauchlosen Geländereifen auf dem Markt. Schließlich ist es, insbesondere wegen der Schnelllebigkeit in der heutigen Zeit, der entscheidende Vorteil gegenüber den Mitbewerbern, alle Ressourcen an einem Ort zu vereinen.
Erfahrungen und Expertise
Die Plantagen befinden sich im Umland des Hauptsitzes südlich von Bangkok, so etwa in Chonburi, wo der eigene Latexsaft von Vee aus dem Naturkautschuk zur Verarbeitung gewonnen wird. Die im Jahr 2013 vom Sohn des Gründers aus der Taufe gehobene Bike-Sparte konnte zudem wertvolles Wissen und Ressourcen aus anderen Bereichen der Reifenproduktion für Motorroller und Autos übernehmen - ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil, da die Entwicklungsabteilung durchweg mit erfahrenen Ingenieuren besetzt ist.
Nicht ohne Grund verlagerten auch Conti und andere Marken Teile ihrer Produktionsstätten dorthin, weil die unmittelbare Nähe zu den Gummibaum-Plantagen eine entscheidende Rolle spielt für den Fortschritt der eigenen Entwicklungsarbeit. Schnelles Reagieren auf Trends sowie ein kontinuierliches Experimentieren mit neuen Kautschukmischungen funktionieren effizient ausschließlich vor Ort.
Die Unabhängigkeit von Zulieferern garantiert eine deutlich höhere Qualitätssicherung, die der durchschnittliche deutsche Radfahrer leicht übersieht, wenn “Made in Thailand” auf dem Produkt steht. VEE Tire Co. profitiert natürlich sehr von dieser Ressource durch die Nutzung von Forschung und Evolution aus verwandten Zweigen der Reifenindustrie.
Testberichte und Modelle
Bereits vor ein paar Wochen haben wir einen Test der beiden Gravity-Reifen Flow R-CP und Snap WCE von VEE Tire Co. veröffentlicht. Der FLOW R-CP wurde hauptsächlich unter herbstlichen Bedingungen getestet, die Performance war trotz teilweise feuchter Böden erstaunlich gut. Die erhöhten Seitenstollen haben sich in den Kurven als äußerst stabil erwiesen, wodurch die Gefahr, dass das Bike ausbrechen könnte, zu keiner Zeit bestand - sie vermittelten einen sehr sicheren Halt.
Der Snap 2.6 wurde ebenfalls tubeless montiert und konnte ohne Hilfe von Reifenhebern auf die Felge gezogen werden. Ähnlich wie der Snap WCE weist der Snap 2.6 durch seine etwas weicheren Außenstollen auch einen entsprechend erhöhten Rollwiderstand auf. Die Selbstreinigung ist zudem aufgrund des offenen Profils gut. Der Durchschlagsschutz hält auch harten Wurzelpassagen hervorragend stand.
Der Snap ist ebenfalls ein absoluter Allround-Reifen, im Matsch sowie unter staubigen Verhältnissen war der Reifen bergauf wie bergab ein durchweg hervorragender Begleiter. Summa summarum bietet der Flow Snap viel Grip auf unterschiedlichsten Untergründen, einen moderaten Rollwiderstand, relativ geringes Gewicht (1.288g), hohe Pannensicherheit und gute Haltbarkeit.
Flow Snap und Snap WCE im Detail
VEE Tire Co. “Während der Weltcup-Dowhill-Saison 2018 haben wir eng mit Weltklasse-Fahrern von Propain Dirt Sixpack zusammengearbeitet, um den besten Reifen zu entwickeln, um so schnell wie möglich downhill zu fahren. Es erforderte eine Neuentwicklung aus einem runderen Profil, einem stärkeren Gehäuse und natürlich einer neuen Mischung, die als Top 40-Mischung bezeichnet wird.
Snap WCE funktioniert unter den meisten Bedingungen von Regen bis Sonnenschein, von festem Pack bis hin zu matschigen Strecken. Das Resultat ist ein beständigeres Ergebnis unserer unterstützten Fahrer, und Henry Kerr wird zum zweiten Sieger des Junioren-UCI-Weltcups der Herren 2018 gekrönt.
Die Verarbeitung des SNAP WCE wirkt sehr gut, der Reifen ist aufgrund der erhöhten Seitenwand superschnell dicht zu bekommen, wenn man tubeless fährt. Auf Feldwegen rollt der SNAP WCE nicht ganz so leicht, da der Rollwiderstand etwas höher ist. Auf dem Trail sieht das Ganze schon wieder etwas anders aus. Aufgrund der TOP-40-Mischung hat man ein weiches, aber auch robustes Seitenprofil.
Weitere Modelle im Überblick
Im Bereich CX/Gravel sind in Deutschland derzeit die zwei Modelle Speedster (in verschiedenen Ausführungen) und Rail in 700×40 erhältlich. Die Cyclocross-Reifen bieten eine ausgewogene Mischung aus Profil und Geschwindigkeit für Asphalt, Waldwege, Gras und alle anderen Bodenbeläge. Spezialisierte Profildesigns bieten Manövrierbarkeit vom Feinsten ohne Geschwindigkeitseinbußen, während die innovativen Karkassen und Seitenwände die Pneus vor Schäden schützen, um unterwegs oder im Rennen von bösen Überraschungen verschont zu bleiben.
Der Speedster mit seinem hochvolumigen Korpus ist ausgelegt für hohe Geschwindigkeiten auf festem oder befestigtem Gelände bei minimalem Luftwiderstand. Die wabenförmige Mittelprofilierung sorgt für niedrigen Rollwiderstand und erhöhte Lebensdauer des Profils. Der Reifen bietet bei trockenen und nassen Bedingungen eine ausgezeichnete Traktion. Große diamantförmige Seitenstollen verbessern den Grip in Kurven, während das Mittel-Profil größer wird, um Geschwindigkeit mit sicherer Kurvenfahrt zu kombinieren.
Beim Rail ist alles auf Geschwindigkeit ausgelegt, bei gleichzeitig niedrigem Gewicht und hoher Traktion.
Allgemeine Informationen zur Reifenwahl
Die Vorteile von tubeless montierten Reifen liegen auf der Hand: weniger Gewicht, mehr Grip, geringerer Rollwiderstand und höherer Pannenschutz. Auch wenn die Montage etwas mühsam sein kann (nicht muss!), sind fast alle modernen MTB-Reifen sowie -Felgen für den Tubeless-Einsatz vorgesehen.
Der richtige Luftdruck im Reifen ist essenziell: Zu viel davon und ihr könnt euch von Komfort und Grip verabschieden. Bei einem zu geringen Luftdruck sind ein unpräzises, schwammiges Fahrverhalten und Defekte vorprogrammiert. Der passende Druck ist dabei sehr individuell und hängt von unzähligen Faktoren ab, wie der Karkasse, Gummimischung und den Bedingungen auf der Strecke.
Prinzipiell gilt: Die Reifenbreite muss zur Felgenweite passen. Ein breiterer Reifen hat eine größere Aufstandsfläche und kann so mehr Grip generieren. Zudem kann das erhöhte Volumen den Pannenschutz und den Komfort erhöhen.
Das Gewicht eurer Reifen solltet ihr nicht unterschätzen: Der Reifensatz alleine, ohne Tubeless-Milch und Co., trägt mit etwa 2,5 kg zum Gesamtgewicht eures Bikes bei. Das kommt zwar einer gefüllten großen Trinkblase gleich, dennoch wirkt sich das Gewicht des Reifens deutlich spürbarer auf die Fahrperformance aus.
Die Anforderungen am Vorderrad unterscheiden sich von denen am Hinterrad. Beim MTB gilt es, so viel Grip wie möglich am Vorderrad zu generieren, während man am Hinterrad Kompromisse zwischen Traktion und Rollwiderstand eingehen muss. Auch beim Thema Pannenschutz gibt es massive Unterschiede, die Kräfte am Hinterrad sind oftmals um ein Vielfaches höher.
Ihr solltet euren Reifen deshalb als Tuning und nicht als Verschleißteil betrachten. Fakt ist: Ein hochwertiger Reifen ist relativ teuer, hat aber auch einen massiven Einfluss auf eure Trail-Performance und kann über Frust oder Spaß im Urlaub entscheiden.
Labor- und Praxistests
Zusätzlich konnten wir mehrere Tage lang das renommierte Labor von Schwalbe in Beschlag nehmen, um alle Reifen unter standardisierten Bedingungen zu testen. Dort haben wir nicht nur alle Modelle gewogen und vermessen, sondern auch Tests zum Rollwiderstand, Durchschlagschutz und zur Pannenanfälligkeit durchgeführt, um unsere Test-Eindrücke vom Trail zu untermauern.
Labor-Durchschlagtest: Ein 19 kg schwerer Stahl-Keil wird auf die Lauffläche des Reifens (zwischen die Stollen) ausgerichtet, auf eine definierte Höhe angehoben und anschließend fallen gelassen. Der Versuch wird mit steigender Fallhöhe so lange wiederholt, bis sich ein Defekt des mit 1,5 bar gefüllten Reifens einstellt.
Labor-Durchstichtest: Ein Prüfkörper wird mit steigender Krafteinwirkung auf den Reifen gedrückt, bis dieser durchstochen wurde. Gemessen wird die maximale mittlere Kraft in N, die für den Durchstich notwendig war.
Labor-Rollwiderstandsmessung: Jeder Reifen wird auf einer 30 mm breiten Test-Felge montiert, auf 1,5 bar Reifendruck aufgepumpt und mit einer Radlast von 50 kg belastet, während er auf einer Stahlrolle abrollt. Dabei wird die benötigte Leistung in Watt gemessen, die es braucht, um den Reifen mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h anzutreiben. Je mehr Leistung benötigt wird, desto schwerer rollt der Reifen. Das durchschnittliche Ergebnis des Testfelds liegt bei 44,3 Watt.
Praxis-Rollwiderstandsmessung: Hier haben wir ausgewählte Reifen auf unserem Pivot Trailcat LT mit standardisierten Felgen montiert und Testfahrten sowohl auf Asphalt als auch auf einem Schotterweg durchgeführt. Dabei wurden alle Reifen - wie auch im Labor - auf 1,5 bar Reifendruck aufgepumpt und lediglich der Hinterreifen wurde gewechselt. Mithilfe von Wattmess-Pedalen sind wir mit einer konstanten Leistung von 250 Watt ein ausgewähltes Uphill-Segment gefahren und haben dabei die Zeit gemessen, die wir dafür benötigt haben.
Die Karkasse als entscheidender Faktor
Die Karkasse bildet so etwas wie das Rückgrat des Reifens und ist mit der wichtigste Faktor, auf den ihr bei der Wahl eurer Reifen achten solltet. Sie verleiht ihm seine Rundung und beeinflusst maßgeblich die Dämpfung, die Kurvenstabilität und den Pannenschutz. Sie beeinflusst aber auch den Rollwiderstand und vor allem das Gewicht des Reifens.
In erster Linie solltet ihr die Karkasse nicht anhand ihres Gewichts, sondern anhand eures Gewichts, eures Fahrstils und eurer Trails auswählen. Je stabiler die Karkasse, desto weiter könnt ihr den Luftdruck senken, ohne Gefahr zu laufen, an jeder Kante einen Pinch-Flat zu bekommen oder den Reifen in Kurven wegzuknicken. Weniger Luftdruck sorgt dann für eine zusätzliche Dämpfung, die wiederum Grip bringt und Kraft spart, weil kleine Erschütterungen gar nicht erst an eure Hände gelangen.
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