Die Bundeswehr hat sich in einer Ausschreibung für das Allround-Talent Yamaha Ténéré 700 entschieden.
Yamaha Ténéré 700: Das neue Allround-Talent der Bundeswehr
Die Bundeswehr setzt auf die Yamaha Ténéré 700 als neues Krad für Kradmelder und Feldjäger.
Die Ténéré 700 wird bei Yamaha Motor Manufacturing Europe in Frankreich gebaut und für den speziellen Einsatz bei der Bundeswehr in der deutschen Niederlassung umfassend an deren Bedürfnisse angepasst.
Die ersten 30 Maschinen der Marke Yamaha sind jetzt der einzigen Motorradfahrschule der Bundeswehr in Kümmersbruck im Landkreis Amberg-Sulzbach übergeben worden.
Hier werden sie ab sofort in der Ausbildung von Kradfahrern eingesetzt.
Bis März sollen deutschlandweit über 140 Maschinen dieser Art ausgeliefert werden, in den kommenden zwei Jahren gehen weitere gut 100 Motorräder vom Typ Yamaha XTZ 700 an die Bundeswehr.
Sie kommen im Gelände zum Einsatz.
Im Straßenverkehr werden bei der Bundeswehr weiterhin BMW-Motorräder eingesetzt.
Die neuen Militär-Motorräder haben als Modifikation beheizbare Griffe, aber auch einen Blackout-Schalter, um zur Tarnung mit einem Fingerdruck die gesamte Lichtanlage auszuschalten.
Dazu kommen weitere kleine Modifikationen, um "robuster für den Einsatz" zu sein.
Die Yamaha Ténéré 700 ist eine handelsübliche Maschine mit Sonderausstattung für die Militärkraftfahrerinnen und -fahrer der Bundeswehr.
Das geländegängige Motorrad, auch Enduro genannt, hat einen 700 Kubikzentimeter Zweizylinder-Viertaktmotor und ist unter anderem mit beheizbaren Griffen für eisige Temperaturen ausgerüstet.
Für den militärischen Einsatz kommt der Yamaha Ténéré 700 das günstige Verhältnis von Leistung und Gewicht sowie die einfache Handhabung zugute.
Der Stahlrahmen des Krads bietet ein kontrolliertes und ansprechendes Fahrverhalten bei unterschiedlichsten Einsatzzwecken.
Die einstellbaren Federelemente und die großen Speichenräder sorgen für viel Bodenfreiheit und eine komfortable Sitzposition, die sowohl auf der Straße als auch im Gelände vorteilhaft ist, egal, ob die Soldatin oder der Soldat stehend oder sitzend fährt.
Neben einer umfangreichen Schutzausstattung, einer Sonderlackierung in Oliv und speziellen Heizgriffen für den Wintereinsatz wurde auch eine „Blackout“-Schaltung verbaut.
Für den Einsatz des Motorrads bei den Feldjägern wurde zusätzlich eine Sondersignalanlage integriert.
Die Rolle der Kradmelder
Motorräder werden im Militär als sogenannte Kradmelder genutzt, um im Gefecht taktische Anweisungen oder Befehle zu übermitteln.
Besonders in unwegsamem Gelände tragen die Kradmelder dazu bei, den Informationsfluss aufrechtzuerhalten - selbst dann, wenn Datenfunk, Netzwerke oder das Internet ausfallen.
Die Bedeutung der Kradmelder in der Bundeswehr gewinnt aktuell im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung immer mehr an Relevanz.
Neben der Übermittlung von Informationen dienen die Militär-Motorräder auch der Absicherung von Marschkolonnen.
Feldjäger nutzen Motorräder für militärpolizeiliche Einsätze oder fahren auch Eskorten für Politiker und Staatsgäste.
Sie transportieren taktische Anweisungen oder Befehle auf Papier oder als Datensticks von A nach B oder hinterlegen sie an bestimmten Stellen, erklärt der Leiter des Kraftfahrausbildungszentrums in Kümmersbruck, Matthias Schandri.
Auch in schwierigem Gelände können die Kradmelder damit den Informationsfluss am Laufen halten, wenn Datenfunk, Netzwerke oder Internet ausfallen.
Warum Yamaha statt BMW?
Bislang sind in der Bundeswehr BMW-Motorräder im Einsatz.
Nun setzt der Bundeswehr-Fuhrparkservice auf Maschinen aus dem Hause Yamaha, zumindest für den Einsatz im Gelände.
Der Grund dafür sind die Kosten, aber auch das Gewicht der Motorräder.
Sie sind 60 Kilo leichter als vergleichbare Maschinen, so Christian Götsch vom BW Fuhrparkservice.
Die Kradmelder und Feldjäger der Bundeswehr steigen nach und nach von der BMW F 850 GS auf die leichtere Yamaha Ténéré 700 um.
Die Sonderausstattung der BW-Yamaha ist die Sonderlackierung in Oliv, sowie spezielle Heizgrifffe für den Einsatz im Winter und die sogenannte Blackout-Schaltung, die per Knopfdruck jede Beleuchtung löscht.
Selbst mit einer angepassten Militär-Ausstattung dürfte die Yamaha deutlich weniger wiegen als die BMW. Und das wiegt im Gelände immer schwerer als die nominalen 22 PS Mehrleistung der BMW gegenüber der Yamaha.
Ein weiterer Unterschied ist der Durchmesser des Hinterrads: Bei der BMW F 850 GS ist es 17 Zoll, bei der Yamaha Ténéré 700 ist es 18 Zoll - und das gilt in Enduro-Kreisen als das überlegene Format.
Die 21-Zoll-Vorderräder sind bei beiden gleich.
Yamahas Ténéré-Baureihe bedarf keiner besonderen Vorstellung.
Die Ténéré 700 wird vom bewährten CP2-Motor angetrieben und bietet mit ihrem geringen Gewicht, ihrer hohen Agilität und ihrer legendären Zuverlässigkeit ein unschlagbares Paket für echte Abenteuer.
Ausbildung der Kradmelder
Im Kraftfahrausbildungszentrum Kümmersbruck werden pro Jahr bis zu 350 Kradfahrer ausgebildet.
Es ist die einzige Motorradfahrschule der Bundeswehr in Deutschland.
Ein Lehrgang dauert 24 Tage, so Leiter Matthias Schandri.
Um die Yamaha Ténéré 700 sicher zu beherrschen, durchlaufen Bundeswehrsoldaten eine spezielle Kradmelder-Ausbildung im Kraftfahrausbildungszentrum Kümmersbruck.
Hier lernen sie nicht nur das Fahren im Gelände, sondern auch taktische Fahrtechniken, die für den Einsatz entscheidend sind.
Jährlich werden bis zu 350 Soldaten zum Kradmelder ausgebildet.
Im April startet der nächste Lehrgang für Fahrschüler in Kümmersbruck, bis dahin machen sich die 35 Fahrlehrer mit den neuen Maschinen vertraut.
BMW weiterhin im Einsatz
Zwar endet bei den Kradmeldern die zugegeben kurze Ära von BMW, und die Zeit der Yamaha Ténéré beginnt, doch wird es weiterhin Soldaten geben, die im Dienst BMW fahren dürfen.
Bei den Feldjägern ist für Eskorten weiterhin die BMW R 1200 RT im Einsatz.
Ob die zugunsten der erwarteten neuen BMW R 1300 RT ersetzt wird, ist nicht bekannt.
Historischer Rückblick: Motorräder in der Bundeswehr
Die Bundeswehr hat in ihrer Geschichte auf verschiedene Motorräder gesetzt:
- Maico M 250 B (1959-1983) - Das erste Bundeswehr-Krad, gebaut für den Offroad-Einsatz.
- Hercules K 125 BW (1970-2000er) - Ein leichter Einzylinder-Zweitakter, lange Zeit das Standardmotorrad der Truppe.
- Hercules K 180 BW (1992 - 2000er)- Nachfolger und Parallel-Modell zur K 125.
| Modell | Hersteller | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Yamaha Ténéré 700 | Yamaha | Kradmelder, Geländeeinsatz |
| BMW R 1200 RT | BMW | Feldjäger, Eskorten |
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