Sie möchten mit dem Wohnmobil in den Urlaub fahren, Ihr Motorrad aber nicht zu Hause lassen? Für eine Kombinationslösung sprechen tatsächlich mehrere gute Gründe. Zum einen wollen viele Motorradfahrer zwar die anspruchsvollen Serpentinen in den Bergen oder Fahrten durch traumhaft schöne Landschaften genießen, doch die Fahrt auf der Autobahn in Richtung des besagten Ziels ist zunächst oft eher trist. Zum anderen bietet die Mitnahme Ihres Bikes im Wohnmobil die größtmögliche Flexibilität. Der Urlaub mit der Familie, Freunden, dem Partner oder der Partnerin kann wie geplant stattfinden und vor Ort ist dennoch immer wieder ein Ausflug drin - im Übrigen ganz ohne schweres Gepäck, da dieses ja im Wohnmobil zurückbleibt. Unbeschwerten Fahrten an den schönsten Orten Ihrer Reise steht damit nichts mehr im Wege.
Viele Camper nehmen zusätzlich Fahrzeuge mit, um im Wohnmobil-Urlaub auch vor Ort mobil zu sein. Fahrräder und E-Bikes kommen schon lange mit in den Urlaub und auch große Liner, in deren Heckgarage ein Auto passt, kennen viele Urlauber. Wer allerdings sein Motorrad mit in den Urlaub nehmen will, braucht es weniger, um vor Ort mobil zu sein, sondern eher, um auch im Urlaub dem Motorsport nachzugehen. Da ist es praktisch, wenn man die lange Anreise bis ans Urlaubsziel nicht auf dem Motorrad sitzend zurücklegt.
Verschiedene Transportmöglichkeiten für Motorräder
Doch welche Möglichkeiten haben Sie, Ihr Motorrad mit Ihrem Wohnmobil zu transportieren?
1. Transport im Innenraum
Vor allem in sehr großen und nur minimal ausgebauten Wohnmobilen und Campervans haben Sie häufig die Möglichkeit, Ihr Motorrad während der Fahrt direkt im Innenraum zu verstauen. Dazu benötigen Sie lediglich eine Rampe, Bohle oder Platte, die Sie sicher anlegen und über die Sie Ihr Bike in den Innenraum befördern können. Planen Sie eine Mitnahme im Innenraum, prüfen Sie vorab unbedingt, welche Sicherungsmöglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen. Mithilfe von Zurrschienen, -ösen und -gurten sollten Sie Ihr Bike so sichern können, dass keine Gefahr für Sie oder die Ausstattung Ihres Wohnmobils von dem Motorrad ausgeht.
Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, das Motorrad oder Quad im Inneren des Wohnmobils zu transportieren. Seilwinde: Das Motorrad wird am Boden in eine Wippe gefahren und dort befestigt. Die Wippe wird dann über Auffahrschienen mit Hilfe der Seilwinde hochgekurbelt. Auffahrrampe: Eine Auffahrrampe kann ein- und ausgeladen werden. Damit der Transport vom motorisierten Gefährt gelingt, muss es als Ladung gut gesichert werden. Dafür gibt es in den Fahrzeugen, die zum Motorradtransport ausgebaut wurden, Schienen am Boden oder an der Fahrzeugwand.
2. Heckgarage
Insbesondere größere Wohnmobile verfügen über Heckgaragen, die so dimensioniert sind, dass sie auch ein Motorrad fassen können. Anders als bei der Mitnahme im Innenraum besteht keine Gefahr für verbaute Möbel oder den Boden. Zudem entsteht keine Überlänge, die Sie beim Rangieren beeinträchtigt, wie beispielsweise bei der Verwendung eines Anhängers. Bei der Befestigung Ihres Motorrads sollten Sie auch in diesem Fall auf Zurrschienen, -ösen und -gurte setzen. Alternativ bieten sich spezielle Schienen-Systeme an, die Ihr Bike besonders stabil und in einer optimalen Position halten. Zudem benötigen Sie ebenfalls eine geeignete Rampe. Neben der korrekten Sicherung sollten Sie die gleichmäßige Verteilung des Gewichts auf der Hinterachse sowie die maximal zulässige Nutzlast der Heckgarage im Auge behalten.
Besitzt dein Wohnmobil eine geräumige Heckgarage, kannst du einen Motorroller auch im Innenraum transportieren. In der Garage ist das Zweirad vor Verschmutzung, Beschädigung und Diebstahl optimal geschützt. Neben der Zuladung musst du auch die Größe der Stauklappe berücksichtigen. Über eine Schiene schiebst du den Roller bis zum Aufnahmebügel. Dort findet das Vorderrad sicheren Halt. Der Einzug des Rollers kann je nach Ausführung des Transportsystems auf zwei Arten erfolgen: manuell mit Muskelkraft oder über einen Elektromotor. Abschließend musst du den Roller mit Spannbändern von beiden Seiten fixieren.
Heckgaragen Rollerträger mit absenkbarer Vorderradwippe und seitlicher Querverschiebung. Der Roller wird über die Rampe in die Vorderradwippe gefahren und steht dadurch schon stabil. Danach wird das Vorderrad von außen mit Gurten in der Wippe fixiert. Durch die automatische Entriegelungsfunktion der Wippe kann der Roller nun direkt in die Garage geschoben werden. Zuletzt wird noch das Heck des Rollers am Träger abgespannt.
3. Anhänger
Eine ebenfalls beliebte Variante, um sein Motorrad mit dem Wohnmobil zu transportieren, ist die Nutzung eines Anhängers. Da dieser an eine Anhängerkupplung angeschlossen werden muss, ist gegebenenfalls die Nachrüstung einer individuell kürzbare Rahmenverlängerung nötig. Außerdem müssen Sie zwingend die zulässige Stützlast beachten und bedenken, dass schwere Anhänger ab 750 Kilogramm nicht mit einem herkömmlichen B-Führerschein geführt werden dürfen. Der große Vorteil eines separaten Motorradanhängers besteht darin, dass kein Platz im Wohnmobilinnenraum oder der Heckgarage benötigt wird. Auch die korrekte Gewichtsverteilung und die Maximalzuladung muss nicht beachtet werden. Dafür sollte Ihnen bewusst sein, dass das Rangieren und Finden eines geeigneten Parkplatzes etwas schwieriger wird.
4. Heckträger
Umgangssprachlich werden Plattformträger auch häufig Motorradbühnen genannt. Oftmals lassen sich Heckträger über einen Schnellverschluss vom Fahrzeug lösen und bei Nichtgebrauch abnehmen. Das ist praktisch, da der Lastenträger die Fahrzeuglänge spürbar erhöht und das Rangieren sowie Einparken erleichtert.
Weniger gut zum Motorradtransport geeignet sind Heck(tür)träger und Kupplungsträger.
Chassisträger
Mit einem Roller oder einem Motorrad kannst du größere Strecken am Urlaubsort zurücklegen. Vor allem für Stadtbesichtigungen eignet sich ein Zweirad besonders gut. Gewichte von 100 Kilo und mehr sind für einen Motorroller nicht selten. Motorräder können sogar noch schwerer sein. Daher eignet sich zum Transport am Heck des Wohnmobils nur ein Chassisträger, der am Rahmen des Fahrzeugs befestigt ist. Denn bei diesen Zweiradträgern lastet das Gewicht auf den stabilen Holmen des Rahmens und nicht an der Heckwand oder wie beim Kastenwagen auf den Hecktüren.
Fahrzeugauswahl für den Motorradtransport
Es gibt eine Vielzahl an Fahrzeugen auf dem Markt, in denen sich Motorrad oder Quad leicht transportieren lassen. Am besten funktioniert das in einem Kastenwagen. Doch auch, wenn du einen Teilintegrierten oder ein Alkoven-Modell bevorzugst, muss dein Motorrad nicht zu Hause bleiben. Möchtest du dein Motorrad oder Quad mit in den Urlaub nehmen, findest du auf dem Markt etliche passende Fahrzeuge dafür.
Campingbusse zum Motorradtransport :Große Hecktüren, ausreichend Stehhöhe und viel Staufläche im Fond prädestinieren Campingbusse geradezu für die Motorrad-Mitnahme. Kastenwagen sind im Grunde ihres Wesens Transportesel. In der Freizeitbranche sind sie aufgrund ihrer kompakten Maße als Basis für Campingbusse extrem beliebt. Gerade die zwei großen, komplett wegschwenkbaren Hecktüren an Fiat Ducato, Sprinter & Co. erleichtern das Be- und Entladen. Vor allem, wenn auch ein Motorrad mit an Bord soll.
MOTORRAD stellt acht für den Motorrad-Transport optimierte Camper vor. MOTORRAD hat sich zusammen mit den Kollegen von promobil auf dem Markt umgeschaut und acht Campingbus-Hersteller aufgespürt, die ab Werk spezielle Lösungen zum Motorradtransport anbieten.
Beispiele für Campingbusse mit Motorradtransport-Lösungen:
- Citroën Biker Solution: Bietet zwei Versionen (Classic und Multi) mit Schienensystemen und Seilwinde oder Auffahrrampe für Motorräder und Quads.
- Dipa Biker (VW Crafter): Verfügt über eine große Heckgarage mit Auffahrrampe und Vorderradhalterung.
- Flexebu Sport & Fun: Bietet verschiedene Grundrisse mit Heckgarage und optionaler Seilwinde oder Holzrampe für diverse Basisfahrzeuge.
- Ka-Mobile MotoCamper (Fiat Ducato): Bietet verschiedene Längen und Grundrisse mit Verzurrschienen zur Ladungssicherung.
- Köhler Sunvan S10 (Mercedes-Benz Sprinter): Bietet optional einen Motorradeinzug oder einen Motorradträger für den Außentransport.
- Motorrad-Camper (Fiat Ducato): Spezialisiert auf Campingbusse mit Motorradtransport, bietet Airlineschienen, Transportschiene und elektrischen Seilzug.
- Schwabenmobil Florida Multitalent (VW Crafter): Bietet eine klappbare Sitzbank für den Transport eines Motorrads mit Schienen im Fahrzeugboden.
- Weinsberg Carabus/Caratour 630 MEG Outlaw: Bietet eine abgedichtete Garage mit hoher Ladekapazität und optionalem Bike-Pack.
Rocket Moto
Der Motorrad-Camper "Rocket Moto" ist ausgelegt auf den Transport von bis zu zwei Motorrädern. Basierend auf dem größten Kastenwagen in dieser Klasse (Länge 6,36 Meter und Höhe 2,76 Meter) hat Swen Dluzak, Gründer und Inhaber von Rocket Camper in Remshalden, ein sehr individuelles Camper-Konzept entworfen.
Das elektrische Hubbett im Heck kombiniert dabei den Transport von Motorrädern mit einer guten Schlafmöglichkeit. Mit 2,15 m Länge und 1,45 m Breite ist das Bett auch für größere Personen geeignet.
Dank des elektrischen Hubbetts kann der Laderaum der Garage sehr variabel genutzt werden. Befindet sich das Hubbett in seiner höchsten Position, ist die Stehhöhe im Laderaum mit 1,73 Metern (bei einer Länge von 2,20 Metern) sehr komfortabel bemessen, um ein Motorrad oder andere sperrige Dinge zu verladen.
Für die Vermeidung von Gerüchen zwischen Lade- und Wohnraum gibt es optional ein Garagenzelt mit elektrischer Be- und Entlüftung.
Wichtige Aspekte vor der Abreise
Ein Motorrad im Camper zu transportieren ist nicht nur eine Frage des Platzes. Es gibt einige Details, die den Unterschied zwischen einer angenehmen Reise und einer stressigen Erfahrung ausmachen können.
Zuladung und Achslasten beachten
Auf mehr als 150 Kilo beziffert kaum ein Hersteller die Nutzlast seiner Heckträger. In der Regel ist die maximale Zuladung ausreichend für Motorroller und Leichtkrafträder (Hubraum maximal 125 ccm).
Egal ob du das Zweirad am Heck oder im Innenraum transportierst: durch das hohe Gewicht steht die Federung an der Hinterachse unter Dauerbelastung. Die serienmäßigen Blattfedern können dadurch so weit einsinken, dass kein Federweg mehr übrigbleibt. Daher sind Luftfedern eine sinnvolle Ergänzung zum Motorradträger. Die Luftbälge lassen sich an den Beladungszustand anpassen und das Heck einige Zentimeter anheben.
Wer ein möglichst kompaktes "Moped" an oder in seinem Wohnmobil in den Urlaub mitnehmen will, muss unbedingt die Abmessungen und Leergewichte der Maschinen kennen. Im folgenden PDF finden Sie daher eine Liste mit den Angaben zu Länge, Breite, Höhe und Gewicht der unterschiedlichen Zweirad-Modelle. Unterschieden werden Leichtkrafträder und -roller, die mit dem Führerschein A1 oder B196 (nur in Deutschland) gefahren werden dürfen, sowie Motorräder bzw.
Besonders wichtig für die Mitnahme eines Motorrads oder Motorrollers ist natürlich dessen Leergewicht. Hier entscheiden die Rahmenbedingungen, die das Transportfahrzeug in Sachen Achslasten und Radstand vorgibt. In den meisten Fällen sind die rahmenfesten Träger für maximale Ladungsgewichte von 150 Kilogramm zugelassen. Zusammen mit dem Gewicht des Trägersystems selbst kommen somit schnell 180 bis 220 Kilogramm zusätzliche Last am äußersten Heck des Fahrzeugs zusammen. Dadurch wird die Hinterachse be- und die Vorderachse entlastet. Es muss unbedingt geprüft werden, welche Grenzen der Be- und Entlastung für beide Achsen seitens des Fahrzeugherstellers vorgegeben sind.
Die Be- und Entlastung der Achsen kann bei Kenntnis der wichtigsten Daten relativ einfach berechnet werden. Bedeutsam dafür sind die Maße für den Abstand (a) zwischen Hinterachse (HA) und Transportplattform und dem Radstand (b). Wegen der Entlastung der Vorderachse (GVA) wird die Hinterachse höher belastet (GHA), als das Gewicht an der Transportplattform bewirkt.
Rechenbeispiel:
G (Motorrad und Transportplattform) = 180 kg
a = 1,5 m
b = 3,3 m
Zusätzliche Last an der Hinterachse GHA: 180 kg x (1,5:3,3 + 1) = 262 kg
Entlastung an der Vorderachse GVA: 262 kg - 180 kg = 82 kg
Ähnlich verhält es sich, wenn die Maschine in einer möglichen Heckgarage untergebracht werden soll. In diesem Fall sind die Abmessungen von besonderer Bedeutung. Im Zweifel müssen Sie für eine Unterbringung die Rückspiegel oder auch ein Windschild des Motorrads abmontieren. Zudem muss geklärt werden, ob die Bodenplatte der Heckgarage für die Belastung mit einem Motorrad ausgelegt ist.
Diebstahlschutz
Reisende sind oft ein beliebtes Ziel für Diebe, insbesondere wenn sie ein Motorrad mitführen. Falls das Motorrad außen transportiert wird, ist es sehr empfehlenswert, eine Bremsscheibensperre mit Alarm, eine hochfeste Kette oder sogar ein festes Verankerungssystem am Heckträger zu verwenden. Wird der Camper an potenziell unsicheren Orten wie öffentlichen Parkplätzen oder Rastplätzen abgestellt, kann eine undurchsichtige Abdeckung helfen, Diebstähle zu verhindern, indem das Motorrad nicht sichtbar ist.
Zugänglichkeit
Wenn das Abladen des Motorrads zu lange dauert und umständlich ist, wird es wahrscheinlich seltener als geplant genutzt. Ein guter Transportmechanismus sollte gewährleisten, dass das Motorrad mühelos be- und entladen werden kann, sei es über eine Rampe mit geringer Neigung oder einen Heckträger mit hydraulischem Kippsystem.
Zulassung und Vorschriften
Falls die Reise durch mehrere Länder führt, ist es wichtig, sich über die jeweiligen Bestimmungen zum Motorradtransport in Campervans zu informieren. Einige Länder verlangen zugelassene Heckträger oder regelmäßige Inspektionen des Anhängers. Unzureichende Informationen über die geltenden Vorschriften können zu Bußgeldern oder sogar zur Stilllegung des Fahrzeugs führen.
Tipps fürs Motorradfahren im Ausland
In den meisten europäischen Ländern sind abweichend von Deutschland ECE-geprüfte Motorradhelme verbindlich vorgeschrieben. Zudem sollten feste Schuhe, Handschuhe und zumindest stabile, abriebfeste Jacken und Hosen getragen werden, um sich bei einem leichten Sturz nicht den gesamten Urlaub zu "versauen".
In Frankreich besteht zum Beispiel die Pflicht, beim Motorradfahren Handschuhe zu tragen. Viele EU-Länder schreiben zudem das Mitführen von Warnwesten oder Verbandspäckchen vor.
Maximal 45 km/h schnelle Kleinkrafträder mit Versicherungskennzeichen sind weniger empfehlenswert, da es für diese in fast allen Ländern relevante Einschränkungen bei der Straßennutzung gibt.
Fazit
Die Idee, ein Motorrad in einem Campervan zu transportieren, ist sowohl reizvoll als auch herausfordernd. Es geht nicht nur darum, Platz zu finden, sondern auch darum, eine effiziente Strategie zu entwickeln, um das Motorrad zu integrieren, ohne Komfort oder Sicherheit zu beeinträchtigen. Eine schlechte Verankerung kann jede Kurve riskant machen, eine falsche Gewichtsverteilung kann die Stabilität des Campers gefährden, und eine ungeeignete Transportmethode kann letztlich die Bewegungsfreiheit einschränken.
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