Carbon Laufrad Reparatur

Carbonlaufräder sind bei Radsportlern aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer hohen Steifigkeit sehr beliebt. Allerdings sind sie anfälliger für Beschädigungen als Laufräder aus Aluminium. Die Reparatur von Bremsflankenrissen bei Carbonlaufrädern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die sorgfältige Beurteilung und fachkundige Handhabung erfordert.

Arten von Schäden an Carbonlaufrädern

All diese aufgeführten Schadensfälle sind einfacher, schwieriger oder gar nicht zu reparieren. Eine pauschale Aussage kann dennoch nicht getroffen werden. Grundsätzlich kann man so gut wie jedes Carbon-Bauteil reparieren. Ob sich das wirtschaftlich lohnt, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen.

Es gibt verschiedene Arten von Schäden, die an Carbonlaufrädern auftreten können:

  • Mechanische Schäden: Diese entstehen durch äußere Einwirkungen wie Stöße oder Schläge. Ein Kontakt mit einem Bordstein oder ein Schlagloch kann schnell zu einem Einriss führen. Diese können Risse oder Brüche in der Carbonstruktur verursachen.
  • Überhitzungsschäden: Diese entstehen durch intensives und langanhaltendes Bremsen, welches zu extrem hohen Temperaturen führt. Das Epoxydharz ist in der Standardausführung / Materialqualität jedoch nur zwischen 80 und 130°C temperaturstabil. kritischen Temperaturpunkt erhitzen, was zu einem irreversiblen Schaden auch nach dem Abkühlen führt und somit die strukturelle Integrität der Felge erheblich beeinträchtigt. Manchmal kommt es nur an einzelnen Stellen zur Blasenbildung, welche noch ausgebessert werden können. Die betroffene Stelle wird ausgeschliffen, die evtl. Eigenschaften.
  • Bremsflankenrisse: Bremsflankenrissen bei Carbonlaufrädern beleuchten.
  • Schäden durch Speichenspannung: Durch zu hohe Speichenspannung mit einhergehenden Vibrationen und Stößen z.B. über Kopfsteinpflaster kann es durchaus zu Ausrissen der Speichennippel kommen.

Reparatur von Bremsflanken

Einfluss des Felgentyps

Bei Clincher- oder Drahtreifenfelgen lastet der Reifendruck direkt auf der Bremsflanke. Eine Reparatur an einer Clincherfelge kann aufgrund der dauerhaften Belastung durch den Reifendruck zu Inhomogenitäten und Ausbeulungen führen. mehr die gleiche Festigkeit und Belastbarkeit wie das ursprüngliche Material aufweist. Zudem ist die filigrane Struktur des Felgenhorns bei Clincherfelgen schwer wiederherzustellen.

Im Gegensatz zu Clincherfelgen wird bei Tubeless- und Schlauchreifenfelgen der Reifendruck nicht direkt auf die Bremsflanke ausgeübt. Felge "aufgeklebt", wodurch die Bremsflanke selbst entlastet wird. Ein Riss in der Bremsflanke einer Tubeless- oder Schlauchreifenfelge stellt daher kein so großes Problem dar wie bei Clincherfelgen. durchgeführt werden, da die Bremsflanke nach der Reparatur keiner ständigen Druckbelastung ausgesetzt ist.

Ein kleiner Schaden kann dennoch repariert werden, anschließend muss jedoch ein Tubular-Clincher Reifen montiert werden, z.B. der Tufo CS 33. Kombination aus Draht- und Schlauchreifen. Für Schlauchreifenfelgen, wie Drahtreifenfelgen hat eine Reparatur von Bremsflanken, sowie auch alle übrigen Carbonlaufradreparaturen, keinen Einfluss auf den allgemeinen Rundlauf.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Reparatur der Bremsflanke aus Carbon keinen Einfluss auf den Rundlauf des Laufrads hat. Vor der eigentlichen Reparatur muss sichergestellt werden, dass das Laufrad noch homogen in seiner Grundstruktur ist. Nachzentrierung. unsicher machen könnten.

Reparaturprozess

Der erste Schritt bei der Reparatur eines mechanischen Schadens an der Bremsflanke ist die genaue Untersuchung des Schadens. Riss oder einen tieferen Bruch handelt. Die beschädigte Stelle muss gründlich gereinigt und vorbereitet werden. Dies beinhaltet das Entfernen von losen Carbonfasern und das Glätten der Oberfläche.

Für die Reparatur von Carbonfelgen wird ein spezielles Epoxidharz verwendet, das mit Carbonfasern verstärkt ist. aufgepresst verteilt. Nach dem Auftragen des Reparaturmaterials muss dieses unter kontrollierten Bedingungen aushärten.

Nach der Aushärtung wird die reparierte Stelle grob beigearbeitet und dann auf mit einem Nassschliff auf die exakte Bremsflankenbreite eingeschliffen. verschlossen und die Kontur, bzw. die Bremsflanke auf die exakte Breite beigearbeitet und fein eingeschliffen.

Der letzte Schritt ist die Qualitätskontrolle.

Reparaturmethoden

Im Laufe der Jahre sind eine Vielzahl von Reparaturverfahren für unterschiedliche Problemstellungen entstanden, von denen ich hier die gebräuchlichsten vorstellen möchte. Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, dass jeder Bruch oder Defekt eine individuelle Herausforderung darstellt und somit häufig eine individuelle Adaption verschiedener Reparaturtechniken erfordert.

  1. Klassisches Aufschichtverfahren: Bei klassischen Aufschichtverfahren wird zunächst die Lackschicht um die defekte Stelle abgetragen. Um später zusätzlich eine grössere Kontaktfläche an dem Tragkörper zu erhalten, wird der über die Bruchstelle hinaus entfernt. Nach gründlicher Reinigung und Entfettung der Reparaturstelle, wird anschliessend eine neue Faserstruktur aufgebracht. Anschliessend wird die neu aufgebrachte Schicht geschliffen und zum Schutz vor Schmutz, Fett und Öl klar überlackiert ( günstige Variante ). Bei Bedarf wird von einem professionellen und langjährig erfahrenen Lackierer der ursprüngliche Farbverlauf des Bauteiles wieder hergestellt. Nachteil: grossflächiger äusserer Eingriff in die Farbgebung und nicht verwendbar bei Passungen wie z. B.
  2. Hohlraum Laminierungsverfahren: Das Hohlraum Laminierungsverfahren bildet häufig eine elegante Alternative zum klassischen Aufschichtverfahren. Dabei wir ein speziell angepasster Ballon mit der nötigen schichtdicke Carbon belegt. Nach dem Aufbringen der Harzkombination wird der Ballon in den offenen Tragkörper des Bauteiles ( z. B. Ober- oder Unterrohr, Gabelschaft, Sattelstrebe oder Steuerrohr ) geschoben und an der Bruchstelle von innen aufgeblasen. Für die Montage von innengeführten Kabeln oder Seilen werden zusätzlich Liner mit einlaminiert, die die Durchlässigkeit der Tragkörper gewährleisten.
  3. Reparatur der Schaltaugenaufnahme: Ein häufiger Defekt nach einem Sturz ist der An- oder Durchbruch der Schaltaugenaufnahme. Ist die äussere Form verloren gegangen, d. h. das Schaltauge ist mit dem Sitz komplett abgerissen, ist es meist nötig, ein neues Schaltauge an den Rahmen zu adaptieren.
  4. Fixierung gelockerter Teile: Gelockerte Tretlagerhülsen, Pedalgewinde, Steuersätze usw. lassen sich mit dem Vakuum- oder Injektionesverfahren wieder dauerhaft an den Carbonbauteilen fixieren. Dabei wird eine Zwangsdruckführung ( entweder Vakuum oder Überdruck ) durch den Spalt zwischen den Carbonbauteilen und den zu fixierenden Integrationsteilen aufgebaut. Diese Druckführung wird zuerst genutzt, um die voneinander getrennten Teile zu reinigen und für eine erneute Klebung vorzubereiten. Nach Reinigung und Trocknung der Bruchstelle wird ein Kontaktharz in den Spalt injziert und ausgehärtet.
  5. Reparatur der Bremsflanke: Eine Kombination von gut aufeinander abgestimmten Klebstoffen und Harzen sorgt für die erforderliche Haftung und Festigkeit des neuen Carbongewebes auf der Bremsflanke. Um eine "ruckelfreie" Bremsflanke zu erzeugen, geschieht die Anpassung der neuen Flanke in einer speziellen für diesen Zweck entwickelten Form.

Präventive Maßnahmen und Wartung

Durch präventive Maßnahmen und eine regelmäßige Wartung können viele Schäden vermieden werden:

  1. Regelmäßige Inspektion: Untersuchen Sie Ihre Laufräder regelmäßig auf Anzeichen von Abnutzung oder Beschädigungen.
  2. Schonendes Bremsen: Vermeiden Sie abruptes und starkes Bremsen, um Überhitzungsschäden zu verhindern.
  3. auf einen sicheren Stand achten. Beim Transport sollte es stets sehr gut gepolstert gelagert werden, so dass schwere Gegenstände keine Dellen oder gar Einrisse hinterlassen können.

Lohnt sich eine Reparatur?

Die Frage, was sich lohnt, ist nicht immer eine reine Rechenaufgabe. Eberhard Schirmer von CarboRep hat dafür eine fast allgemeingültige Formel gefunden: „Wir kommen dann ins Spiel, wenn der Hersteller keine akzeptable Lösung anbieten kann“ sagt Schirmer. „Das kann auch ein Crash Replacement sein, bei dem der Austauschrahmen zwei Drittel eines neuen kosten würde, die Reparatur aber nur 20 Prozent. Oder der Hersteller kann einfach keinen Ersatz mehr liefern, wie meistens bei 26-Zoll-Bikes.“ Doch es gibt auch Räder von emotionalem Mehrwert: Manches Designer-Stück oder Vehikel großer Erfolge und Erlebnisse werden gepäppelt wie ein krankes Haustier - hier hilft das gebrochene Carbon zu reparieren.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist es in 80 - 90 % der Fälle deutlich günstiger, ein defektes Teil zu reparieren, als es gebraucht oder neu auszutauschen. Bei kleineren Bauteilen wie z.B.

Wo sind die Grenzen der Reparatur?

Nicht jeder Reparateur kümmert sich um alle denkbaren Schäden. Doch die von uns befragten Profis waren sich ziemlich einig, welche Standardschäden sich technisch sinnvoll ausbessern lassen.

  • Felgen: Carbon-Felgen, die bei massivem Felskontakt eingeknickt sind, lassen sich kaum befriedigend reparieren. Eine Unwucht droht, außerdem ist der Aufwand für ein exaktes Felgenprofil immens. Eine neue Felge ist meistens billiger. Einzelne aus dem Felgenboden gerissene Speichen sind dagegen eine Anfrage wert.
  • Lagersitze: Korrosion zwischen Alu-Einsätzen und Carbon-Rahmen am Hinterbau, ausgeleierte Pressfit-Lagersitze - die lassen sich im Zweifelsfall retten. Notfalls wird eine passende Alu-Hülse neu gedreht und einlaminiert.
  • Lenker, Sattelstütze: Ein gebrochener Lenker oder eine angeknackste Sattelstütze lassen sich theoretisch oft reparieren. Doch auch, wenn die Sicherheit gewährleistet wäre: Technisch und wirtschaftlich ist das meistens nicht sinnvoll. Eine Ausnahme könnten Sattelstützen mit sehr speziellem Querschnitt sein, die man nicht mehr als Ersatzteil bekommt.
  • Rahmenrohre: Reparaturen im Rohrverlauf sind der Klassiker bei den von uns befragten Experten. Fast alles, vom Gewaltbruch über den Chainsuck bis zur Längsquetschung, ist grundsätzlich reparabel. Die Preise beginnen bei zwei- bis dreihundert Euro ohne Lackierung. Das kann sich leicht lohnen.
  • Ausfallende: Rechte Ausfallenden mitsamt Schaltauge sind häufige Opfer von Kettensalat und Felsen am Wegesrand. So ein Crash kann selbst das Gewinde der Steckachse komplett wegreißen. In den allermeisten Fällen ist der Schaden reparabel.
  • Tretkurbeln: Die einlaminierten Pedalgewinde sind extremer Belastung ausgesetzt und können sich auf Dauer oder durch einen fetten Aufsetzer des Pedals lösen. Schade drum! Schäden an Carbon-Kurbeln erfordern so weitgehende Restaurierungsarbeiten, sodass ein Ersatz fast immer günstiger ist. In manchen Fällen ist eine Neuverklebung aber möglich.

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