Carver Fahrrad Testberichte: Eine Übersicht

Carver ist eine Eigenmarke des Frankfurter Fahrradversenders „Fahrrad XXL“. Das Angebot deckt praktisch alle Sparten ab, vom City- bis zum Rennrad. Auch E-Bikes führt der Anbieter im Sortiment.

Anstelle des Vertriebs über Einzelhändler setzt Fahrrad XXL auf den Direktvertrieb - online oder über derzeit 15 Präsenzstores, wo die Räder vor Ort auch getestet werden können. Wohnen Sie im Umfeld einer der Filialen, können Sie eventuelle Gewährleistungsansprüche unkompliziert regeln. Ansonsten muss das Rad im Defektfall eingeschickt werden.

Wie gut schneiden Fahrräder von Carver in den Tests ab?

Mit gutem bis sehr gutem Ergebnis. In den Tests zeichnen sich die Modelle durch sorgsam gewählte Teile, moderates Gewicht und gute Fahrcharakteristik aus. Zielen Sie nur auf sin solides, schnörkelloses Modell ab, sind Sie schon mit 500 Euro dabei. Brauchbare Hardtail-Mountainbikes für Touren in leichtem Gelände erhalten Sie schon unter 1.000 Euro.

Carver Evolution Carbon 120 Rennrad im Test

Die Rennrad-Serie von Carver wurde um ein Bike der Spitzenklasse ergänzt: das Carver Evolution Carbon 120. Das Rennrad trumpft mit fabrikneuem Design und einem optimierten Fahrverhalten auf. Kürzlich hat sich das Carver Evolution einem Test von RennRad unterzogen.

Das Evolution Carbon 120 ist auch bei Fahrrad-XXL erhältlich. Unsere Carver Fahrräder-Liste fußt auf zwei Säulen: den Tests der Fachmagazine und den Meinungen von Kundinnen und Kunden. Wir arbeiten unabhängig und neutral.

Carver Gravel 220 1by im Test

Wie vergleichbare Konkurrenten aus der Preisklasse unter 2000 Euro verfolgt auch das Carver den Ansatz als eierlegende Wollmilchsau. Im Gegensatz zu zwei vollausgestatteten Varianten gibt sich das 220 1by eher sportlich und soll “Langstrecken, technische Trails oder schnelle Schotterpassagen” unter die Stollenreifen nehmen können, so der Frankfurter Hersteller. Nach unseren Tests im Labor und Gelände würden wir das Bike als ebenso alltags- wie reisetauglichen Begleiter einstufen.

Maßgeblich dafür ist das Gewicht: Mit 11,3 Kilogramm ist das Carver das schwerste Rad in unserem Vergleichstest, nicht zuletzt die einfachen Alu-Laufräder drücken auf die Waage und berauben das Gravel 220 1by seiner Leichtfüßigkeit. Der zu beschleunigende Ballast macht sich speziell aus engen Kurven heraus bemerkbar.

Im Lenkverhalten orientiert sich die Neuheit an typischen Bikepacking-Rädern, die auf einen ruhigen Geradeauslauf getrimmt sind und sich auch in ruppigem Terrain vergleichsweise sicher fahren lassen. Bei der Rahmengeometrie bricht das Carver dagegen etwas aus und zeigt sich von seiner sportlichen Seite, da es Fahrerin oder Fahrer in eine vergleichsweise gestreckte Sitzposition bringt. Durch den großen Abstand zwischen Ober- und Unterlenker, den sogenannten Drop, wird die durchaus rennmäßige Haltung zusätzlich betont.

Beim Federkomfort zeigt das Gravel 220 1by Licht und Schatten. Planierte Feld- und Waldwege steckt das Rad ohne Probleme weg, abseits ausgefahrener Pfade kann es allerdings speziell am Lenker ruppig werden. Für mehr Komfort lassen sich die Reifen entweder mit Dichtmilch statt Schlauch fahren, oder man justiert mit breiteren Pneus nach. Zwar reizen die montierten, nominell 45 Millimeter breiten Gummis die maximale Reifenfreiheit bereits aus; da sie auf den einfachen Aluminiumfelgen jedoch deutlich schmaler ausfallen, bleibt noch Spielraum.

Insgesamt deuten die schnellen Noppen­reifen darauf hin, dass sich das Carver nicht ausschließlich auf den Geländeeinsatz beschränken will, sondern auch als ­zuverlässiger Alltagsbegleiter auf Asphalt reüssieren möchte. Anschraubpunkte für feste Schutzbleche und Gepäckträger zeugen ebenfalls davon. Zudem ist die Carbongabel mit einem integrierten Kabelkanal für den Einsatz eines Nabendynamos gerüstet. Bereits ab Werk bietet Carver zwei vollwertige Commuter an, die aufgrund der Zusatz­ausstattung allerdings noch deutlich schwerer ausfallen.

Da das Top-Modell von Carver (für 1800 Euro) nicht lieferbar war, nimmt das Gravel 220 1by im Testfeld den Platz des günstigsten Bikes ein. Im Gegensatz zu den anderen Modellvarianten kommt es mit Einfach-Kurbel und bergtauglicher Mountainbike-Kassette, die Sprünge zwischen den Gängen sind jedoch entsprechend groß.

Carver Gravel 220 1by: Infos & Test-Note

Preis: 1600 Euro
Gewicht Komplettrad: 11,3 Kilo
Rahmengrößen: XS, S, M, L, XL (Testgröße gefettet)
TOUR-Note: 2,6

Geometrie

Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 483/565/161 Millimeter
Stack/Reach/STR: 610/378 Millimeter/1,61
Stack+/Reach+/STR+: 657/575 Millimeter/1,14
Radstand/Nachlauf: 1055/77 Millimeter

Ausstattung

Antrieb/Schaltung: Shimano GRX 610/820 (1x12; 40, 10-51 Z.) | Note: 2,5
Bremsen: Shimano GRX 610 (160/160 mm) | Note: 2,0
Reifen: Schwalbe G-One Allround TLE 45 mm (eff.: 41 mm) | Note: 1,0
Laufräder: Schürmann SDR/Shimano
Laufradgewichte: 1963/2884 Gramm (v./h.)

Messwerte

Gewicht Komplettrad: 11.330 Gramm | Note: 5,0
Fahrstabilität: 9,8 N/mm | Note: 1,0
Komfort Heck: 144 N/mm | Note: 2,3
Komfort Front: 109 N/mm | Note: 3,0
Antritt/Tretlagersteifigkeit: 69 N/mm | Note: 1,0

Vor- und Nachteile des Carver Gravel 220 1by

Plus: günstig, vielseitig nutzbar
Minus: relativ schwer, einfache Laufräder

Test Carver SUV E.530 LR

Das E-SUV gefällt mit rundum gelungener Ausstattung und einem Rahmen, in dem gut gelöste Details stecken. Bei Carver ist viel in Bewegung. Die Marke hat sich in den letzten Jahren ein umfangreiches und interessantes Programm erarbeitet; so bietet Carver etwa ein Alu-Hardtail für unter 1.000 Euro an, das freilich mit Luftfedergabel und 1×12-Schaltung topmodern ausgestattet ist.

Doch wie lobenswert es auch ist, in diesen Marktsegmenten durchdachtes Material zu liefern - die Musik spielt beim Elektrorad, dem absoluten Umsatzbringer der Branche. Und so steht auch bei Carver das E-Bike im Zentrum der Kollektion, und wieder sind es unter anderem die attraktiven Preise, die hellhörig machen.

Im „Trekking Komfort“-Bereich liegt ein gelungenes Touren-E-Bike mit „Bosch Active Line“-Motor um 2.500 Euro vor, und zur Spitze der Kollektion gehört das hier vorgestellte E-SUV, das mit 3.799 Euro auch nicht die Bank sprengt.

Drehen wir die Sache um: Vom 600 Euro kostenden Topmodell trennt das E.530 LR gar nicht mal viel. Stahlfeder- statt Luftgabel (allerdings mit satten 120 mm Weg), etwas einfachere Schaltkomponenten, eine nicht ganz so helle Frontleuchte - Verzicht muss man bei der Nummer zwei in der Range der Carver-SUVs nicht gerade üben.

Ob die Gänge per Shimano Deore oder XT gewechselt werden, ist bei Bikes dieser Art ehrlich gesagt zweitrangig - Hauptsache, man hat genug Schaltstufen zur Verfügung, und Carver stattet beide Modelle mit topaktueller Zwölfgang-Schaltung aus.

Ebenfalls an beiden E-SUVs verbaut der Hersteller den Bosch Performance CX, der quasi hochkant im Rahmendreieck sitzt und ein kompaktes Rahmendesign erlaubt. Das steil stehende Unterrohr vereinfacht so den Einbau des Akku, der einem beim Abnehmen des Deckels nicht ganz so schnell entgegenkippt.

Die Positionierung des Motors erlaubt es dem Hersteller auch, eher kurze Kettenstreben zu verwenden, durch die das Hinterrad ziemlich nah ans Tretlager heranrückt. Das ist ein Plus in Sachen Fahreigenschaften, das das Bike dadurch handlicher wird; der mit 68 ° eher flache Lenkwinkel steuert sicheren Geradeauslauf bei, woraus sich ein insgesamt sehr harmonischer Charakter ergibt.

Die mit 2.25er Reifen besohlten Laufräder kommen übrigens nur bei der kleinsten Rahmenhöhe in 27,5 Zoll, wie es für ein E-SUV üblich ist. Bei den anderen Größen verbaut Carver 28-Zoll-Laufräder, die zusätzlich Ruhe ins Fahrwerk bringen.

Am Rahmen des Carver fallen kleine, aber feine Details ins Auge, die in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich sind. Los geht’s mit der integrierten Leitungsführung, wobei man sich wünscht, auch der Schaltzug möge unterm Lenker im Steuerrohr verschwinden. Sehr gelungen ist die kleine Klappe auf dem Oberrohr, die den Ladeport verschließt - das ist eine viel bessere Lösung als ein Gummistopfen, wie ihn viele Anbieter verwenden.

Löblich ist auch, dass Carver sein E-SUV mit Steckachsen zur Laufradbefestigung ausstattet - das ist stabiler, sicherer und ganz einfach zeitgemäß.

Carver bietet mit dem SUV E.530 LR ein E-Trekkingbike für Asphaltstraßen wie Naturwege auf, das so ziemlich alles bietet, was man sich in diesem Marktsegment wünschen kann. Ein Preis deutlich unter 4.000 Euro, dafür der Bosch Cx mit großem Akku, Zwölfgang-Schaltung und hochwertige Bauteile - was will man mehr?

Carver Gravel 230 im Test

Wir haben das Carver Gravel 230 getestet - ein Allrounder, der mit leichtem Aluminiumrahmen, Shimano GRX 820 und vielseitigen Bikepacking-Optionen überzeugt. Komfortabel, agil und bereit für jedes Abenteuer: Dieses Gravelbike liefert Leistung, die Spaß macht! Zu einem mehr als fairen Preis.

Der Frankfurter Fahrradhersteller Carver, bekannt durch seine Bikes, die in den Geschäften einer großen deutschen Kette zu finden sind, geht neue, unabhängigere Wege. Dazu gehört ein eigener Webshop, der Direktvertrieb sowie der Ausbau des Fachhändler- und Servicenetzes.

In diesem Zuge erblickt auch mit der Gravel Series eine neue Generation von Gravelbikes das Licht der Welt. Wir durften exklusiv das neue Gravel 230 noch vor Marktveröffentlichung fahren. Voller Spannung wurde das Bike in der Redaktion erwartet.

Kurz und knapp

Modell: Gravel 230
Rahmenmaterial: Aluminium
Farbvarianten: drei
Größen: XS - XL
Schaltung: Shimano GRX 820, 2x12
Reifenfreiheit: bis 45 mm
Gewicht*: 11,1 kg
Preis: 1699 Euro/ lieferbar ab KW 7/25

Nicht ohne Stolz präsentiert sich das neue Gravelbike vor uns. Schließlich hat Carver auf dem Terrain einiges vor und hat den Rahmen deshalb komplett neu entwickelt. Ziel war es, ein Bike zu konzipieren, welches sowohl auf langen Strecken seine Vorteile ausspielen kann, als auch keine Kompromisse bei technischer Fahrweise und schnellem, sportlichen Schottern machen muss.

Dazu beitragen sollen konifizierte Rahmenformen. Sie sollen für genügend Leichtigkeit, hohen Komfort und größtmögliche Steifigkeit sorgen. Gegenüber dem Vorgänger soll der Rahmen rund 300 g leichter sein. Das Unterrohr bekommt dezente, modern wirkende Kanten verpasst. Carver spricht von "Liquid Design", einer Optik, wie aus einem Guss.

Außerdem wurde die Gabel beidseitig mit jeweils drei Montageösen versehen, die das Gravelbike obendrein für Bikepacking-Abenteuer fit machen sollen.

Geschaltet wird mit Shimanos GRX 820-Schaltgruppe. Sie besitzt eine Übersetzung von 48/31T an der Kurbel, sowie 11-36T an der Kassette.

Als Laufräder kommen Schürmann SDR Gravel zum Einsatz, auf denen Contis Terra Trail-Reifen mit 40 mm Breite aufgezogen werden. Bis zu 45 mm breite Pneus passen in den Rahmen.

Das Carver Gravel 230 empfängt den Fahrer mit einer Sitzposition, die nicht zu stark sportlich ausgerichtet ist und einen guten Kompromiss zwischen Langstrecken-Komfort und sportlichem Fahren erlaubt.

Grund dafür ist der Radstand von 1051 mm (Größe M), der eine ausgewogene Geometrie bedeutet. Er kombiniert Stabilität auf unebenem Terrain und ausreichende Agilität für kurvige Trails oder Straßenfahrten. Eher untypisch für Aluminium fiel uns der hohe Dämpfungskomfort des Rahmens auf. Sowohl am Cockpit als auch am Heck ist der Effekt bei Unebenheiten des Untergrunds deutlich zu spüren. Mit ein Grund: die tiefer angesetzten Sitzstreben.

Außerdem war unser Test-Bike mit TPU-Schläuchen in den Reifen ausgestattet. Die können erstens mit weniger Druck gefahren werden, ähnlich wie bei Tubeless-Bereifung, und bringen zweitens weniger Gewicht gegenüber normalen Butyl-Schläuchen auf die Waage. Dementsprechend wirkt sich dieser kleine Kniff positiv auf den Fahrkomfort aus. Aber: Die Laufräder sind für Aluminium zwar leicht, jedoch nicht tubeless-geeignet. Carver arbeitet jedoch bereits an einer Nachrüstoption, wie uns versichert wurde.

Unter sämtlichen widrigen Bedingungen schaltet Shimanos GRX-Schaltung zuverlässig durch die einzelnen Gänge. Mit der montierten Übersetzung verlieren Höhenmeter ihren Schrecken, und im Flachen kann man es richtig krachen lassen.

Dabei liegt der 42 cm* breite Lenker gut in der Hand, das Gravelbike lässt sich bereitwillig und sicher um jede Ecke bugsieren, wirkt im Antritt aber eher gutmütig als spritzig. Die Conti Terra Trail-Reifen besitzen für das Bike passende Allrounder-Eigenschaften. Guten Grip im (matschigen) Gelände, auf der Straße dennoch flott genug. Die Bremsen mit ihren 160 mm-Bremsscheiben packen angenehm bissig zu.

Fazit

Die Komponenten sind sorgsam ausgewählt und passen zum gutmütigen und verlässlichen Charakter des Carver. Der qualitativ hochwertig verarbeitete und moderne Aluminium-Rahmen sticht dank seiner Dämpfungseigenschaften besonders heraus. Praktisch finden wir außerdem die zahlreichen Möglichkeiten zur Befestigung für Gepäck oder Schutzblech, was der Vielseitigkeit des Bikes zuträglich ist. In dieser Kombination wird das Gravel 230 zu einem waschechten Allrounder.

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