Chinesische Motorradhersteller: Eine umfassende Liste und Analyse

China ist der weltgrößte Motorradmarkt mit etwa 200 lokalen Herstellern. Im Jahr 2020 exportierte China Krafträder und -roller im Wert von 6,86 Milliarden Euro und ist mit 25,9 Prozent der größte Motorradexporteur der Welt. Auf der Eicma 2022 präsentierten auffallend viele chinesische Marken ihre Neuheiten und Prototypen, während einige europäische Hersteller durch Abwesenheit glänzten.

In Europa sind die meisten chinesischen Marken bislang allerdings noch weitestgehend unbekannt. Die chinesischen Unternehmen wissen, dass ihre Namen für Europäer teilweise schwierig auszusprechen sind und auch, dass so mancher im Abendland Vorurteile gegen chinesische Marken hegt. Doch das hat sich grundlegend geändert, die chinesischen Entwickler haben schnell gelernt, teilweise durch Kopieren japanischer und europäischer Motorräder, teilweise haben sie das Know-how eingekauft oder sind Joint-Ventures mit etablierten Marken eingegangen.

Clevere Strategien und Übernahmen

Als kluger Schachzug erwies sich, Namen insolventer europäischer Hersteller zu kaufen. So verstecken sich einige chinesische Unternehmen hinter einem italienischen Gewand: Moto Morini gehört zu Zhongneng, Benelli zu Qianjiang und SWM zu Shineray. Die neuen Eigentümer sind clever genug, ihre Modelle dem europäischen Geschmack anzupassen. So blieben die Design-Center von Benelli in Pesaro und Moto Morini in Trivolzio, denn wenn die Italiener eines können, dann ist es Design. Die Benellis werden aber komplett in China produziert, während Moto Morinis teilweise in Italien gefertigt werden mit angelieferten Teilen aus Fernost.

Wachstum und Innovation

Bislang tummelten sich chinesische Motorräder bei uns nur in den kleinen Hubraumklassen, allein schon, weil in Asien Krafträder mit 250 cm3 bereits zu den Big Bikes zählen. Doch die ständig wachsende Mittelschicht in China verlangt nach größeren Motorrädern und so wachsen dort auch die Hubräume. Davon profitiert zum Beispiel Kove: Die erst 2017 gegründete Marke ist heute nach eigener Angabe in den Klassen über 300 cm3 bereits Marktführer. Gründer und CEO Zang Xue ist gelernter Mechaniker und fuhr früher selber Motocross-Rennen. Er hat damals mit dem Kredit von rund 600.000 Euro eines Investors angefangen, Motorräder zu entwickeln. Dieses Jahr peilt Kove an, zwischen 30.000 und 35.000 Motorräder zu verkaufen.

Allerdings ist Kove noch weit von den größten Herstellern in China entfernt: Marktführer Haojue baute 2019 rund 1,9 Millionen Motorräder. Zang Xue gibt offen zu, dass sich Kove "Inspirationen" von anderen Marken geholt habe, man "muss von den Besten lernen", wie er es ausdrückte. Das größte Motorrad, das Kove frisch zur Eicma präsentiert, ist die 800 X Super Adventure deren Frontmaske sehr der Honda Africa Twin ähnelt, während der Rest deutliche Anleihen bei der Yamaha 700 Ténéré (Test) nimmt. Der Reihenzweizylindermotor ist, laut Kove, eine Eigenentwicklung mit 799 cm3 Hubraum und soll 100 PS sowie 80 Nm Drehmoment leisten - und sieht sehr nach dem LC8c-Motor aus der KTM 790 Duke (Test) aus.

Ein Tank von 22 Litern Volumen sichert Fahrern der 800 X Super Adventure eine große Reichweite. Federwege von 240 mm vorne und 210 hinten sowie vorn ein 21-Zoll-Vorderrad und ein 18-Zöller hinten sind Eckdaten für eine gute Geländetauglichkeit. Den erstaunlichsten Wert nennt Kove aber beim Leergewicht: angeblich nur 183 kg, dank vieler Leichtmetall-Komponenten. Kove will 2023 auf den deutschen Markt kommen, steht allerdings noch in Verhandlungen mit möglichen Importeuren. In Spanien, Portugal, Schweiz, Tschechien und Griechenland werden schon Motorräder von Kove verkauft, wenn auch teilweise unter anderen Markennamen. Kove will noch hoch hinaus, so möchte die Marke mit der 40 PS starken 321 RR an der SSP 300-Weltmeisterschaft teilnehmen, die im Rahmen der Superbike-WM stattfindet.

Liste international wichtiger Hersteller

Chinas Motorradmarken: Sie heißen Grampus oder Jack Fox, Rebel oder Rex, Sky Team oder Vixen. Eines eint alle Marken aus dem Riesenreich der Mitte: Sie lassen die Muskeln spielen. Hier einige international wichtige Hersteller.

Zu Chinas führenden Motorradherstellern gehören Grand River mit der Marke Haojue, Lifan, Loncin, Zongshen, Jialing, Jianshe, Qianjiang, Haojin, Shineray, Bashan, Jonway, Wuxi Futong und Cyclone. Zunehmend an Bedeutung gewinnen E-Scooter und andere rein elektrische Zweiräder.

Viele ausländische Motorradhersteller kooperieren mit chinesischen Motorradfirmen: BMW mit Loncin, Fantic und Piaggio mit Zongshen, Suzuki mit Haojue, Peugeot mit Qingqi, Yamaha mit Jianshe, Honda mit Jialing und MV Agusta mit Qianjiang, dem Eigentümer von Benelli. Diverse Joint Ventures reichen von Auftragsfertigung über abgestimmte Forschung und Entwicklung und gemeinsame Produktionsunternehmen bis hin zu Kooperationen bei Vertrieb, Verkauf und Marketing. An bilateralen Betrieben hält der chinesische Partner per Dekret mindestens 51 Prozent der Anteile.

Zongshen

Selfmademan Zuo Zongshen gründete 1982 in Chongqing in einer Hütte mit Lehmboden eine Reparaturwerkstatt für Motorräder. 1992 folgte die erste eigene Fabrik, 1996 das erste eigene Motorrad. Heute hat der Zongshen-Konzern etwa 18.000 Mitarbeiter in rund 30 Tochtergesellschaften und Joint Ventures, baut rund vier Millionen motorisierte Zweiräder pro Jahr. Das ist mehr als Kawasaki. Die wichtigsten Geschäftsbereiche sind Motoren, Motorräder und Immobilien. Die beiden börsennotierten Tochtergesellschaften Zongshen Power und Zongshen PEM gründeten vereint im Jahr 2010 die eigene Motorradwerkstattkette Master Zuo, quasi das ATU für chinesische Motorradfahrer.

Seit 2004 produziert Zongshen im Auftrag einige Aprilia- und Piaggio-Modelle und übernimmt den Vertrieb aller Marken von Piaggio in China, ebenso von Harley-Davidson. Zongshen baut sämtliche Bikes von Malaguti und die Motoren für Fantic, der Konzern unterhält ein Motorradwerk im aufstrebenden Motorradland Vietnam. Markennamen des Zongshen-Imperiums sind insgesamt in mehr als 160 Ländern registriert. Dazu zählen Lexmoto (Großbritannien), Motorhispania (Spanien), Minsk (Russland und Belarus), Zanella (Argentinien), AKT (Kolumbien), Ryuka (Thailand) sowie Kasinski (Brasilien) und auch Zündapp. Das Werksteam von Zongsheng nahm als erstes chinesisches Team ab 2002 an der Motorradweltmeisterschaft teil.

Shineray

Shineray wurde erst 1997 gegründet und stieg rasch zum Großkonzern auf. Noch 2007 war die Qualität einer damals nur übers Internet in Deutschland erhältlichen 125er bei Tests in MOTORRAD sehr mau. Doch das ist für chinesische Verhältnisse verdammt lange her. Neben Autos und Maschinen baut Shineray vor allem Zweiräder: Pendler-Fahrzeuge im Stil der Honda Super Cub, aber auch Roller, kleine Enduros und Sportler, zumeist bis 250 Kubik für lokale Märkte. Shineray fertigt ebenfalls im Boomland Vietnam - und in Italien: 2014 ermöglichte erst eine Finanzspritze von Shineray die Wiederbelebung der Marke SWM. So ist SWM mit seiner Produktion in der EU für Shineray ein Sprungbrett nach Europa, Motoren liefert das chinesische Mutterhaus. Zudem fertigt Shineray als Produktionspartner sämtliche Mash-Modelle mit 400 und 650 cm³. Topmodell ist die neue Mash X-Ride 650 Classic. Mash entwickelt und designt in Beaune/Frankreich, vertreibt die Maschinen in 26 Ländern. Kleinere Maschinen (50er, 125er und 250er) baut Jinan Qingqi (4.300 Mitarbeiter) für Mash.

Qianjiang Group (QJ)

Die Qianjiang Group Co. (QJ) wurde vor 50 Jahren, 1971, gegründet. Aktuell produziert der Konzern mit rund 13.500 Mitarbeitern jährlich etwa 1,2 Millionen motorisierte Zweiräder und Quads. 2005 übernahm QJ Benelli, beließ die Entwicklung in Pesaro/Italien. Gebaut werden alle Benellis als Technologietransfer komplett in China. In Deutschland übernehmen 93 Benelli-Händler Verkauf und Service. Seit 1999 vertreibt QJ seine in China "Qianjiang" betitelten Fahrzeuge im Export unter der Marke Keeway. Ferner baut QJ die Roller von "Explorer" und "Generic".

Seit 2016 hält der Autohersteller Geely, dem bereits Volvo, Lotus und London-Taxi gehören, knapp 30 Prozent von QJ. Konzernbesitzer ist der 57-jährigen Milliardär Li Shufu, der die Firma 1986 gründete. Sie baute 1992 erste Motorräder. 2018 erwarb Li Shufu über eine Investmentgesellschaft für fast 7,5 Milliarden Euro rund zehn Prozent der Aktien der Daimler AG, wurde so größter Einzelaktionär der Stuttgarter. Für Harley-Davidson soll QJ ab 2021 eine 350er für den asiatischen Markt fertigen.

Loncin

Die 1993 in Chongqing gegründete Loncin Industrial Group Co. baut seit 1996 Verbrennungsmotoren für verschiedenste Anwendungen, etwa Kettensägen und Rasenmäher. 1999 kam Loncins erstes Motorrad auf den Markt. Seither wuchs das Unternehmen stark: Bereits 2006 war Loncin größter chinesischer Motorrad-Exporteur. Von rund 5.000 Beschäftigten arbeiten etwa 200 im Forschungs- und Entwicklungszentrum. Die Produktpalette umfasst über hundert Modelle: Mofas, Mopeds, Motorroller, Motorräder und Quads.

Als Antrieb dienen luft- und wassergekühlte Zwei- und Viertaktmotoren mit Hubräumen zumeist bis 300 cm³. Daher fungieren die 500er-Typen von Loncins neuer Edelmarke Voge als Topmodell. In Deutschland gibt es bereits 70 Voge-Händler. BMW Motorrad nutzt Loncin als Motorenproduzent, zunächst für die späten 650er-Singles. Zudem fertigt Loncin komplett die 400er-Roller BMWs.

Lifan

Mit Hauptsitz in Chongqing produziert Lifan Industry (zu Deutsch: "kraftvolles Segel") Pkw, Lkw, Nutzfahrzeuge und Motorräder. 1992 startete das Unternehmen mit nur neun Mitarbeitern als Zweiradhersteller, erstes Modell war die Lifan TMS 200. Bereits wenige Monate nach der Gründung folgten weitere Straßenmotorräder und Dirtbikes. Durch rasche Erfolge stieg Lifan zu einem der größten chinesischen Motorradhersteller auf, beschäftigt heute rund 15.000 Mitarbeiter, baut mehrere Millionen Bikes jährlich.

Ferner etablierte Lifan unter anderem in Thailand und Vietnam eigene Produktionsstätten. Autos produziert Lifan seit 2002, Lastwagen seit 2003. Lkw der Marke laufen in vielen Ländern Südostasiens und Lateinamerikas, in Afrika und dem Nahen Osten. Bislang hat Lifan noch nicht in die Europäische Union exportiert. Innerhalb der EU bieten vereinzelte Händler die Modelle Lifan LF 125 und Lifan LF 150 aus bulgarischer Produktion an.

CFMoto

1989 gründeten die Gebrüder Lai Zhejiang CFMoto Power Co. als Teilezulieferer. Ab 1996 fertigte die Firma eigene Motoren, 2000 lief das erste eigene Motorrad, 2004 das erste ATV vom Band. In der top-modernen Fabrik auf einem 200.000 m2 großen Areal entstanden bereits weit über 100 verschiedene Modelle, mit Dutzenden eigenkonstruierten Motoren. Mehr als 100 Patente hält CFMoto, exportiert in über 70 Länder. Zudem kooperiert der Konzern seit 2009 mit KTM und dem österreichischen Design-Team Kiska bei der Entwicklung neuer Motorräder. Die chinesische Firma übernimmt seither auch Import und Vertrieb sämtlicher KTMs in China.

Ab 2021 baut CFMoto zudem alle 790er-Modelle von (also für) KTM in einer eigens dafür errichteten KTM-Fabrik gegenüber dem CFMoto-Stammsitz in Hangzhou. In diesem Produktions-Joint-Venture wird in Österreich entwickelt, in China gefertigt. Erstes Projekt wird ein Naked Bike mit dem bei CFMoto produzierten Motor der 790er-Duke sein. KTM-Boss Pierer nennt es "einen Einstiegs-Zweizylinder als Weltmodell". Den Vertrieb von CFMoto in Europa übernehmen dabei die Importprofis KSR.

Die chinesische Zweirad-Industrie

Die chinesische Motorradindustrie ist die größte der Welt. An die 200 verschiedene Hersteller von motorisierten Zweirädern in China bringen es zusammen auf rund 240 Marken und weit über 20 Millionen Einheiten pro Jahr, vom Mofa bis zum großen Motorrad. Darunter einzelne Firmen mit einer Produktion von mehr als einer Millionen Fahrzeuge pro Jahr.

Die chinesische Motorradindustrie verteilt sich auf 3 Hauptregionen: die Provinzen Guangdong und Zhejiang sowie die Megametropole Chongqing. Allein im Jahr 2013 fertigte man fast 22,9 Millionen Einheiten, Tendenz stark steigend. Rund 40 Prozent der Produktion gehen in den Export. Hinzu kommen exportierte Motoren, auch nach Europa. Allein 2013 waren dies rund 26,2 Millionen Aggregate.

China produziert ferner Autorikschas und offene Geländefahrzeuge mit drei und vier Rädern (Quads und ATVs) in großer Zahl. China ist zudem ein führender Hersteller von Motorradteilen und -zubehör, von A wie Auspuff bis Z wie Zylinderkopfdichtung. Ferner findet in China ein großer Teil der weltweiten Produktion an Motorradbekleidung statt, beispielsweise Textilanzüge von Rukka. Auch als Herkunftsland von Helmen holt China rasant auf. Hierzulande bekannte Marken sind etwa LS2 und Scorpion.

Chinesische Motorradhersteller im Fokus

Chinesische Motorradhersteller wie Voge, CFMoto, die vormals italienische Marke Benelli oder QJ Motor bieten ihre Motorradmodelle oft deutlich günstiger an als europäische oder japanische Konkurrenten. Ein Beispiel dafür ist die Mash X-Ride 650, die für knapp 6.000 Euro erhältlich ist - ein Preis, der bei vergleichbaren Maschinen etablierter Marken oft deutlich höher liegt.

Der Preis ist einer der größten Vorteile chinesischer Motorräder. Während Modelle von BMW, Yamaha oder Honda in vergleichbaren Hubraumklassen schnell 10.000 Euro oder mehr kosten, bieten chinesische Hersteller Alternativen mit ähnlicher Ausstattung für deutlich weniger. Dies zeigt sich beispielsweise an der Voge 500DS, einer Reiseenduro mit Reihenzweizylinder und Wasserkühlung, die für unter 7.000 Euro erhältlich ist.

Mehrere europäische Unternehmen lassen ihre Motorräder in China bauen - um die 1500 Euro weniger kosten sie als Maschinen, die in Europa oder Japan hergestellt werden. Mash bietet Maschinen zwischen 50 und 650 ccm an. Seit diesem Spätsommer ist die X-Ride 650 im Programm. »Unsere Produktphilosophie ist einfache Technik, die funktioniert«, sagt Heide Porten, Geschäftsführerin von Mash Motors in Deutschland.

Voge ist die erste eigene Marke von Loncin, einem der größten Zweiradproduzenten Asiens. »Die Motorräder richten sich an Käufer, bei denen das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund steht«, sagt Gerald Federl, Geschäftsführer von MSA, dem Importeur der Maschinen. Voge setzt mit seinen 300 und 500 Kubikmaschinen insbesondere auf Fahrer der 125er-Einstiegsklasse.

Qualität und Kooperationen

Wie man erfährt, werden in China viele Retrobikes gebaut. Wo die Originale aber noch durch Vergaser atmeten, verwenden die kopierten Motorräder aus China heute oft Einspritzanlagen. Trotzdem verzichtet man großenteils auf die technischen Gimmicks, wie sie heute bei Motorrädern üblich sind. Das bedeutet natürlich auch: Etwas, das nicht da ist, kann nicht kaputt gehen.

Tatsächlich verbauen auch schon namhafte Hersteller in China gebaute Motoren in ihre zuhause gebauten Rahmen ein. Angeblich kann man in China mittlerweile auch Qualität. So war die erste Yamaha eine dreiste Kopie der DKW RT 125. Irgendwann in den Achtzigern oder Neunziger bekam ich das erste Mal etwas über ein chinesisches Motorrad zu lesen: Ein Gespann mit einem Boxermotor namens - soweit ich mich erinnere - Donghai. Heute jedenfalls gibt es so ein Motorrad unter dem Namen Chang Jiang.

Elektromobilität und neue Strategien

Chinesische Motorradhersteller, die bisher oft nur als Billiganbieter wahrgenommen wurden, stehen vor einem massiven Strategiewechsel. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die Entwicklungen der letzten Jahre und die vielversprechenden Perspektiven, die sich daraus ergeben. Das Ziel? Premium-Qualität und innovative Technologien auf den europäischen Markt bringen.

Chinesische Marken wie Zontes, Voge und Benelli haben bereits gezeigt, dass sie sich erfolgreich im europäischen Markt etablieren können. Die neuen chinesischen Motorräder bieten nicht nur ein ansprechendes Design, sondern auch eine Vielzahl an technologischen Innovationen, die oft über das hinausgehen, was europäische Hersteller anbieten. Chinesische Marken setzen verstärkt auf digitale Features, smarte Handy-Konnektivität und moderne Displays. Dies zeigt, dass sie den Bedürfnissen der heutigen Motorradfahrer gerecht werden wollen, die in einer zunehmend digitalen Welt leben.

Ausgewählte chinesische Motorradmodelle im Test (2022)

Vorbei sind die Zeiten des Belächelns, chinesische Hersteller wie etwa Benelli, Brixton, CFMOTO, QJ Motor oder Voge fassen immer mehr und immer besser Fuß. Ganz zu schweigen von den Kooperationen zwischen angestammten und renommierten Herstellern aus unseren Breiten, die mit chinesischen Firmen zusammenarbeiten, wie etwa KTM (790 Duke / Adventure werden bei CFMOTO gefertigt) oder BMW (F 750 / 850 GS, F 900 R / XR werden in Kooperation mit Loncin - Mutterfirma von Voge - gebaut).

  • Benelli Leoncino 125: Charmant, hübsch anzusehen und gut zu fahren - mit der Leoncino 125 hat Benelli 2022 alles richtig gemacht, um ein wettbewerbsfähiges Naked Bike auf die Beine zu stellen.
  • QJ Motor SRK 400: Die SRK 400 ist also ein hochwertiges Motorrad im außerordentlichen Design, das auch noch mit einem überaus geschmeidigen und kräftigen Motor überrascht.
  • Voge 500 AC: Vor allem die Optik der 500 AC im gelungenen Retro-Design mit modernen Elementen ist eigenständig und der hohe Lenker begünstigt das einfache Handling.
  • CFMoto 800MT: Wer sich die Ausstattungsliste der 800MT, vor allem der Touring-Version ansieht, wird erstaunt sein, wie viel in einer vergleichsweise günstigen Mittelklasse-Reiseenduro serienmäßig verbaut sein kann.
  • Brixton Cromwell 1200: Optisch orientiert sich die Brixton nur grundsätzlich an der Klasse der großen Retro-Bikes, geht aber beim Design einen erfrischend eigenständigen Weg.

Motorradmarkt in China

China hat Indien als zweites Milliardenvolk im Rennen um die weltweit größte Stückzahl an pro Jahr gebauten motorisierten Zweirädern überholt, ist zudem größter Bike-Exporteur des Planeten. Basis für Chinas Fortentwicklung waren zunächst kleine Zweitakter und luftgekühlte, zweiventilige Viertakt-Singles einfacher Bauart und kleiner Hubräume. Ganz einerlei, ob dies nun eher Nachbauten von Honda-CB- oder Suzuki- GN-Motoren waren. Einen "Kopierschutz", also Patente auf komplette Motoren, gibt es in aller Regel nicht.

Beispiele gefällig? Ende 1984 wurden Zündapps Produktionsanlagen für 16 Millionen DM (8,2 Millionen Euro) an die Tianjin Motorcycle Co. verkauft. Das Werk in München wurde komplett demontiert und in Tianjin neu aufgebaut. 1987 rollte die erste Zündapp K 80 unter dem Namen Xunda ("Glücklicher Weg") aus dem neu errichteten Werk.

Durch das 2020 auf Initiative Pekings aufgelegte Freihandelsabkommen RCEP können chinesische Waren zollfrei in 14 weitere Mitgliedsländer exportiert werden. Jeder vierte mit Zweirädern, Zubehör, Ersatzteilen und Bekleidung im Export erlöste Dollar wird in China erwirtschaftet.

Wichtige Freihandelszonen der Welt (2019)

Freihandelszone Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt
RCEP 30%

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