Continental bringt drei neue Stollenreifen für Cross-Country-, Trail- und All-Mountain-Bikes. Die Neuzugänge im Conti-Lineup hören auf die Namen Dubnital, Trinotal und Magnotal. Linguistisch passen sie damit perfekt zu ihren bekannten Geschwistern Xynotal, Kryptotal, Argotal und Hydrotal, welche vor allem Abfahrer ansprechen. Diese konnten uns im Testeinsatz bereits mit Grip und Pannenschutz überzeugen.
Die neuen Reifen sollen die etablierten Modelle Race King, Cross King und Mountain King ersetzen. Sie werden deshalb mit Spannung erwartet. Welche Kompetenzen die einzelnen Pneus mit den kryptischen Bezeichnungen aufweisen klären wir in diesem Artikel.
Das Anforderungsprofil der neuen Continental MTB-Reifen reicht von Geschwindigkeit bis Grip. Die neue Generation, zu der auch der Dubnital gehört, soll außerdem besonders haltbar sein.
Continental ließ Erfolgsmodelle, wie den Race King, lange am Markt laufen. Gleichzeitig führten sie eine neue Gravity-Range ein, welche bei Enduro- und Downhill-Fahrern großen Anklang fand. Nun also ist es Zeit mit den Varianten Dubnital, Trinotal und Magnotal auch die Ausdauer- und Touren-Fraktion abzuholen. Die neuen Reifen sollen mit einer vergleichbaren Performance überzeugen, wie die Vorreiter der neuen Generation und gleichzeitig die bewährten Eigenschaften ihrer Vorgänger bewahren.
Dazu setzt Continental auf neue Profile und optimierte Karkassen. Entwickelt wurden diese auf Basis der langen Erfahrung von Conti und in Zusammenarbeit mit zahlreichen Profi-Athleten. Das Ziel der neuen Reifen: bessere Dauerhaltbarkeit, Traktion und Kontrolle sowie ein Selbstbewusstseins-Boost für den Fahrer. Preise starten ab 66,95 Euro. Alle Varianten sind E-Bike kompatibel.
Mit den neuen Mountainbike Reifen hat Continental das passende Gummi für Crosscountr-, Trail-, Touren- und All-Mountain-Biker im Programm.
Continental Dubnital
Der neue Continental richtet sich an Cross-Country-Biker und spielt seine Stärken vor allem auf trockenen bis leicht feuchten Strecken aus. Für harte und steinige Kurse soll er die ideale Wahl sein, um aufs Podium zu fahren. Der Dubnital ersetzt den auslaufenden Race King und kommt mit völlig neuem Stollenprofil. Zusätzlich soll eine überarbeitete Gummimischung ein Höchstmaß an Effizienz, Grip und Kontrolle bei hohen Geschwindigkeiten garantieren. Der Continental Dubnital ist ab sofort erhältlich.
Continental Dubnital im Detail: Zahlen, Fakten, Preis
- Einsatzgebiet: Cross Country, harte Untergründe
- Größen: 29 x 2,2” / 29 x 2,4”
- Gewichte: 605 - 740 g
- Preis: 66,95 - 73,95 Euro
- Farben: schwarz / tanwall
- Gummimischungen: Grip / Rapid
- Karkassen: Trail / Race
- Tubeless ready
- Hookless-kompatibel
- Verfügbarkeit: ab sofort
Der Continental Dubnital ist auf Speed ausgelegt und soll seinen Fahrer vor allem schnell ins Ziel bringen.
Das Profil des Conti Dubnital besteht im Kern aus drei Elementen: die Center Tread Stollen in der Mitte. Diese sind leicht geschlitzt und sollen ein gutes Abrollverhalten garantieren. Die Stollen in der Transition Area, also dem Übergang zwischen Mitte und Reifenrand. Diese sind für Stabilität in den Kurven zuständig und sollen im Gelände etwas mehr Grip liefern. Und die Stollen am Rand, in der sogenannten Shoulder Area.
Die Karkasse ist das tragende Grundgerüst eines Fahrradreifens - sozusagen das Skelett des Reifens. Sie besteht aus einem Gewebe, das mit Gummi ummantelt ist, und verleiht dem Reifen seine Form, Stabilität und Flexibilität. Race ist eher leicht und schnell und für den sportlichen XC Einsatz gedacht. Trail ist etwas robuster und verstärkter, damit es mit den ruppigeren Bedingungen auf Trails klarkommt. Bei den Karkassen ist der TPI Wert wichtig. Eine niedrige TPI (z. B. Eine hohe TPI (z. B.
Die Karkasse des Continental Dubnital ist mit 3/330 TPI sehr fein und leicht. Damit ist der Reifen ideal für schnelle, komfortable Fahrten auf Trails und Gravel. Das letzte Element bei einem Reifen ist natürlich die Mischung. Und hier greift nahezu jeder Hersteller auf eigene Entwicklungen zurück. Bei Fahrradreifen bezeichnet die Mischung (Compound) das Gummimaterial, aus dem die Lauffläche besteht. Conti bietet beim Dubnital zwei Mischungen an: Rapid und Grip. Und auch die Mischungen haben ein eigenes Ikon.
Nach der ganzen Theorie rein in die Praxis: ich fahre die Conti Dubnital nun mittlerweile seit 1.400 km. Dabei bin ich zu 65% auf Schotter, Waldwegen und unbefestigten Pisten unterwegs und zu 35% auf Asphalt. Auf Asphalt laufen sie ganz gut, wenn auch gefühlt nicht so leicht wie der Rick XC. Allerdings ist der Dubnital nicht so laut, wie der Rick XC. Im Gelände wachen sie dann auf und haben ordentlich Vortrieb und einen guten Grip. Bei feuchten Konditionen merkt man richtig, wie die Transition- und Shoulder-Stollen den Reifen auffangen und wieder in die Spur drücken. Sie schwimmen da weniger als die Rick XC, haben aber gefühlt einen höheren Rollwiderstand. Allerdings werden sie auf groben Schotter unruhig und neigen zum Tänzeln. Wird es ganz nass bzw. matschig, dann drehen sie aber durch und rutschen weg. Da unterscheiden sie sich nicht vom Rick XC und auch die Mezcal sind bei Matsch eher wenig griffig.
Apropos Rollwiderstand: laut Bicycle Rolling Resistance weisen die Conti Dubnital einen Rollwiderstand von 20 Watt bei einem Reifendruck von 1,7 Bar. Mit 1,5 -1,7 Bar machen die Reifen im Gelände richtig Spaß und vermitteln eine hohe Sicherheit. Das Profil trägt sehr gut und die Stollenstruktur fängt im richtigen Augenblick das Rad auch ab und führt es zurück in die Spur. Es bereitet mir immer wieder Freude, wenn ich vom Asphalt auf den Schotter abbiege, denn dann drehen die Reifen richtig auf.
Bei der Pannensicherheit kann ich mich bislang nicht beschweren. Ich hatte zwar nach 85 km ein Loch im Vorderreifen, aber das war ein kapitaler Nagel, der alle anderen Reifen auch erledigt hätte. Allerdings ist die Haltbarkeit ein Thema. Ich bin noch Reifen gewohnt, die 10.000km und mehr gehalten haben. Meine Tour von Leipzig nach Mumbai bin ich mit Corratec Diamond Grip und Slick gefahren - 14.500 km durch die kasachische Steppe, nach Tibet, über den Himalaya bis nach Indien. Oder nach Timbuktu und zum Nordkap mit den Schwalbe Marathon Mondial in 26 Zoll. Bei den modernen Reifen sind die Laufleistungen begrenzter. Obwohl ich den Vittoria Mezcal auch schon 8.000 km gefahren bin.
| Nutzungstyp | Erwartbare Laufleistung |
|---|---|
| XC-Racing / schnelles Training (hartes Gelände, hoher Druck) | ca. 1.200-1.800 km |
| Bikepacking / Allround XC (gemischt, moderater Druck) | ca. |
Allerdings muss man beachten, dass sich diese Werte sich auf den hinteren Reifen beziehen, der oft mehr von Verschleiß betroffen ist. Der vordere hält meist 30-50 % länger, was ein Umziehen der Reifen von hinten nach vorne interessant macht. Ich würde meine Nutzung des Reifens zwischen Bikepacking und Touring einordnen und rechne mit 3.000 km Laufleistung.
Ob der Continental Dubnital ein würdiger Nachfolger des Race King ist, kann ich leider nicht sagen. Was ich aber sagen kann ist, dass der Dubnital durchaus als eine Alternative zum Vittoria Mezcal gesehen werden kann. Mit 2,2 Zoll ist er auch eine mögliche Alternative zum Conti Terra Adventure, der etwas behäbiger sein soll und einen sehr hohen Rollwiderstand aufweist. Dafür aber in Sachen Grip und Widerstandsfähigkeit gut sein soll. Ich bin gespannt, wie viele der Teilnehmenden des Silk Road Mountain Race in diesem Jahr auf den Conti Dubnital setzen und welche Erfahrungen sie damit machen.
Preislich ist der Conti Dubnital gerade für 60-70 Euro in 2,2 Zoll zu bekommen. Das finde ich ehrlicherweise noch etwas hoch. Wenn es um den geringsten Rollwiderstand geht, so gewinnt der Schwalbe Rick XC Pro. Für sehr lange Bikepacking-Events evtl.
Continental Trinotal
Der neue Continen Trinotal wurde vor allem mit einem Schwerpunkt auf Vielseitigkeit entwickelt. So soll er alles von trocken bis nass und von hart bis lose beherrschen. Conti sieht den Einsatzgebiet vor allem im Cross-Country- und Down-Country-Bereich. Als Hinterradreifen könnte der Trinotal jedoch auch gewichtsbewusste Trailbiker ansprechen. Grip und Stabilität sollen zu den Kernkompetenzen des neuen Allrounders zählen. Der Trinotal beerbt den Cross King und verspricht präzise Fahreigenschaften auf verschiedensten Untergründen.
Continental Trinotal im Detail: Zahlen, Fakten, Preis
- Einsatzgebiet: Cross Country, Down Country, harte und lose Untergründe
- Größen: 29 x 2,2” / 29 x 2,4”
- Gewichte: 595 - 740 g
- Preis: 66,95 - 73,95 Euro
- Farben: schwarz / tanwall
- Gummimischungen: Grip / Rapid
- Karkassen: Trail / Race
- Tubeless ready
- Hookless-kompatibel
- Verfügbarkeit: ab sofort
Der Continental Trinotal soll es mit einer großen Varianz an Böden aufnehmen können und bietet sich zum Beispiel als Vorderradreifen im XC-Bereich an.
Continental Magnotal
Der neue Continental Magnotal richtet sich an All-Mountain- und Trail-Biker, die sich sowohl bei trockenen als auch bei nassen Bedingungen auf ihre Reifen verlassen müssen. Der Nachfolger des Mountain King soll auch schlammigen Waldboden beherrschen und platziert sich in der Mitte zwischen Cross Country und Gravity.
Continental bringt gleich drei neue Reifenfamilien: Magnotal, Trinotal und Dubnital. Der Magnotal ist ein klassischer Trailreifen. Mit seinem grobstolligen Profil ist er für den harten Einsatz auf Enduro- und Trail-Bikes konzipiert. Der Trinotal ist der direkte Nachfolger des Cross King. Er ist deutlich grobstolliger als der Race King, bleibt aber im XC-Bereich angesiedelt. Der Dubnital tritt das Erbe des legendären Race King an.
Eine echte Neuerung bei Continental ist die Vielfalt an Karkassen und Gummimischungen. Trail-Karkasse: stabiler, robuster, schnittsicherer. Race-Karkasse: das Leichtgewicht im Programm. Soft Compound: nur für den Magnotal erhältlich. Grip Compound: für alle drei Reifen verfügbar. Race Compound: härter, langlebiger und der schnellste Compound.
Als Profi-Rennfahrer habe ich natürlich sofort den Dubnital Race Rapid ausprobiert. Meine Skepsis war groß. Haltbarkeit: überdurchschnittlich. Pannensicherheit: selbst harte Rennen wie das Andorra Epic oder Swiss Epic (bekannt für spitze Steine) überstand er ohne Defekte an der Karkasse. Schwalbe (z. B. Dubnital: Für alle, die Rennen fahren und maximale Effizienz wollen. Mein Tipp für Marathons: Dubnital hinten + Trinotal vorne.
Der Dubnital hat mich in der Praxis voll überzeugt. Er rollt schnell, hält lange und bietet mehr Sicherheit als sein Vorgänger. Mein Fazit: Continental hat nicht nur aufgeholt, sondern setzt mit der Kombination aus Gewicht, Rollwiderstand und Haltbarkeit ein starkes Statement.
Eine weitreichende Historie bis zurück ins Jahr 1871 sowie die Herstellung des ersten schlauchlosen Reifens - auf dem Papier liefert das deutsche Traditionsunternehmen Continental einige gute Gründe, um leistungsfähige Mountainbike-Reifen herstellen zu können. Spätestens mit Einführung der Gravity Range im Jahr 2022 hat jeder mitbekommen, dass Continental voll im abfahrtsorientierten Mountainbike-Bereich präsent sein will. Mit dem Launch änderte sich außerdem die Benennung der Reifen. Während zuvor royale Kreationen wie „Kaiser”, „Baron” oder sämtliche „King”-Reifen die Modellpalette beherrscht haben, ist die neue Namensgebung technischer, klarer strukturiert - aber auch weniger charmant.
Mit dem Launch der Reifen Dubnital, Trinital und Magnotal im April 2025 hat Continental auch die einstigen XC/Trail-Könige „entthront” und an die Namensgebung der Gravity-Line angepasst. Die neuen Namen leiten sich übrigens aus der englischen Bezeichnung chemischer Elemente ab, die mit der Endung „TAL” des Firmennamens ContinenTAL kombiniert werden. Auch optisch hat sich einiges gegenüber Contis einstiger Adelsklasse getan - die aktuellen Reifen tun sich allein schon wegen ihres Strukturmusters über der gesamten Lauffläche hervor - die vielleicht schönsten Reifen im Test?
Continental hat vier unterschiedliche Karkassen für das Mountainbike-Segment entwickelt: Race, Trail, Enduro und Downhill. Während die Namensgebung denkbar simpel und verständlich ist, wird es bei der Kennzeichnung etwas anspruchsvoller. Diese erfolgt auf der Reifenflanke in Form von Piktogrammen in Wabenstruktur. Je weiter diese sechseckigen Waben flächendeckend ausgefüllt sind, desto robuster ist die Karkasse.
Passend zur Karkasse verbirgt sich auf der Reifenflanke noch ein weiteres Symbol, das stellvertretend für den Riding Style ist, für die der Reifen vorgesehen ist. Auch hier werden die Einsatzbereiche Race, Trail, Enduro und Downhill nochmals optisch gekennzeichnet. Die vier Einsatzbereiche sind dabei mithilfe von Pfeilen symbolisiert.
Die Trail-Karkasse ist eine einlagige Karkassenkonstruktion mit einer Gewebedichte von 60 TPI. Von Wulst zu Wulst zieht sich eine Schicht Kreuzgewebe, die zusätzlichen Schutz vor Schnitten und Rissen leisten soll. Die ebenfalls einlagige Enduro-Karkasse ähnelt in ihrem Aufbau stark der Trail-Karkasse, besteht jedoch aus 110-TPI-Karkassenmaterial und verfügt über eine zusätzliche Apex-Stabilisierung, die den Reifen gegenüber Snake Bites wappnen und ihm zusätzliche Stabilität verleihen soll.
Im Labor erreicht das Enduro-Casing von Continental einen soliden, wenn auch im Vergleich zum Testfeld nur unterdurchschnittlichen Wert beim Durchschlagversuch. Zudem fällt der Schutz gegenüber Durchstichen sowohl auf der Lauffläche als auch auf der Seitenwand vergleichsweise schwach aus. Der Pannenschutz liegt damit in etwa auf dem Niveau der EXO+ Karkasse von MAXXIS. Selbiges gilt auch für das Gewicht.
Im Fahreindruck zeigt sich die Enduro-Karkasse trotz des recht niedrigen Gewichts und dem 110-TPI-Karkassenmaterial als sehr verwindungssteif, wodurch der Reifen in Anliegern eine gute Abstützung liefert. Dadurch entsteht außerdem der Eindruck, dass der Grip hauptsächlich über das Profil generiert wird. Die subjektiv empfundene Dämpfung wird durch diese Eigenschaft jedoch nicht negativ beeinflusst.
Die DH-Karkasse besteht wie die Enduro-Karkasse aus Karkassenlagen mit 110 TPI. Mit 6 Lagen Karkassenmaterial unter der Lauffläche und 4 Lagen an den Seiten ist die Downhill-Karkasse als klassische zweilagige Karkasse aufgebaut und damit doppelt so stark ausgeführt wie die Enduro- und Trail-Karkasse. Beim Pannenschutzergebnis im Labortest beweist die Downhill-Karkasse vor allem mit ihren guten Werten beim Durchstich ihre deutlich robustere Konstruktion.
Auch die Gummimischung lässt sich an der Reifenflanke per Piktogramm ablesen. Hier kommt ein Symbol einer chemischen Verbindung zum Einsatz. Je mehr der kreisrunden „Moleküle” ausgefüllt sind, desto weicher ist die Gummimischung des Reifens. Mit der Einführung der neuen XC/Trail-Reifen wurden mit „Rapid“ und „Grip” auch zwei weitere Gummimischungen gelauncht, sodass die Darstellung nun vollständig ist.
Bei Continental werden damit insgesamt fünf Gummimischungen eingesetzt: Endurance, Rapid, Grip, Soft und SuperSoft bieten ein breites Spektrum von effizient rollenden Fahreigenschaften bis hin zur supergriffigen Mischung für abfahrtsorientierte Einsätze. Allerdings gibt es - wie bei den meisten Herstellern - nicht jedes Profil oder jede Karkasse in allen Mischungen.
Der Endurance Compound soll mit wenig Rollwiderstand und niedrigem Verschleiß überzeugen. Der Fokus liegt hier jedoch auf der Langlebigkeit, wo er die beste Performance aller Gummimischungen bei Continental haben soll. Allerdings geht das mit dem niedrigsten Grip-Niveau und den geringsten Dämpfungseigenschaften einher. Dennoch gibt es die Gummimischung (noch?) bei einigen Reifen der Gravity-Line, wenn auch nur bei den Varianten mit Trail-Casing. Mit Einführung der neuen Rapid- und Grip-Gummimischungen, die beide mehr Abfahrts-Performance liefern, ergibt die Verwendung des Endurance Compounds an abfahrtsorientierten Reifen aus unserer Sicht nur noch wenig Sinn. Hier müsste Continental das Lineup der Gravity Line an das neue Gummimischungsangebot anpassen.
Er weist den niedrigsten Rollwiderstand aller Conti-Gummimischungen auf und soll dennoch bessere Dämpfungs- und Grip-Eigenschaften als der Endurance Compound liefern. Mit etwas mehr Rollwiderstand als der Endurance Compound, aber mit deutlich besseren Grip- und Dämpfungseigenschaften, stellt „Grip” die neue Allround-Mischung bei Continental dar, die den besten Kompromiss aus Rollwiderstand und Grip bieten soll und vor allem für XC- oder Trail-Einsätze gut geeignet sein möchte.
Die Soft-Gummimischung richtet sich bei Continental klar an Abfahrtsorientierte und soll sowohl griffig als auch nachgiebig sein. Trotz des hohen Grip-Niveaus soll der Rollwiderstand nicht ganz vernachlässigt worden sein. Unser Laborergebnis bestätigt das: Zumindest mit Enduro-Karkasse ergeben sich vergleichsweise geringe Rollwiderstände, sodass die Soft-Gummimischung auch getrost am Hinterrad gefahren werden kann.
Mit „SuperSoft” erhaltet ihr die griffigste Wahl des Mischungssortiments bei Continental, die sich für Downhill und harte Enduro-Einsätze eignet. Gegenüber der Soft-Gummimischung müsst ihr mit ca. 7 W zusätzlicher Leistung zur Überwindung des Rollwiderstands und gleichzeitig mit dem höchsten Verschleiß rechnen, erhaltet dafür dann aber die griffigste Mischung von Conti.
Die Modelle/Profile sind bei Continental nach Terrain und Condition voneinander abgegrenzt. Hier gibt es Mixed, Hard Pack, Loose und Mud. In der Gravity Range werden der Allrounder Kryptotal (Mixed) sowie die Spezialisten Argotal (Loose), Xynotal (Hard Pack) und Hydrotal (Mud) angeboten. Für den Trail-Einsatz könnte der neue Magnotal noch interessant sein.
Der Kryptotal stellt bei Continental die „Allzweckwaffe” für gemischte Bedingungen dar und ist der einzige Reifen im Portfolio, der speziell für Vorder- oder Hinterrad entwickelt wurde. Das könnt ihr am zusätzlichen Kürzel „Fr” für Front bzw. „Re” für Rear erkennen. Beide Reifen werden in vielen Varianten verkauft. Den Kryptotal erhaltet ihr demnach für 20”-, 24”-, 26”-, 27,5”- und 29”-Laufräder. Das Angebot der kleineren Laufräder beschränkt sich jeweils auf nur ein Casing und ein Compound.
Das Stollenprofil des Kryptotal FR wurde für Vorderrad-spezifische Manöver optimiert: Der Pneu soll viel Stabilität, Kontrollierbarkeit und Lenkreaktion bieten. Auf dem Trail überzeugt der Kryptotal-Fr bereits mit Soft-Gummimischung mit einer sehr guten Berechenbarkeit und Dämpfung. Noch besser wird das Fahrgefühl, wenn der Reifen mit der SuperSoft-Gummimischung ausgestattet ist. Der Grenzbereich des Kryptotal ist relativ breit und gleichmäßig, sodass man sich behutsam und ohne Risiko an das Grip-Limit herantasten kann. Verbunden mit der guten Selbstreinigung macht der Kryptotal eine gute Figur über das gesamte Jahr.
Das Pendant zum Kryptotal-Fr fürs Hinterrad ist der Kryptotal-Re. Für den Kurvengrip teilt sich die Hinterradvariante des Kryptotal die Stollen mit dem Kryptotal-Fr. Der Kryptotal-Re setzt auf mehr breite Doppelprofilblöcke, die die am Hinterrad geforderten Eigenschaften hinsichtlich Brems- und Beschleunigungstraktion sowie Spurstabilität erzeugen sollen. Angestrebt wurde die richtige Balance zwischen ausgeprägten Kanten und guten Rolleigenschaften. Letzteres bestätigt der Labortest: Gegenüber dem Vorderreifen ist der Rollwiderstand nochmals um drei Watt reduziert.
Argotal bezeichnet bei Conti den Spezialisten für losen Untergrund, der dank offener Profilgestaltung eine besonders gute Selbstreinigung liefern soll - insbesondere bei nassen oder feuchten Bedingungen. Im Test hat er sich gut im Untergrund verhakt und jegliche Rutscher verhindert und dabei eine ordentliche Portion Dämpfung mitgebracht. Mit lediglich knapp 3 Watt zusätzlichem Rollwiderstand gegenüber einem Kryptotal-Fr müssen in diesem Punkt keine Kompromiss eingegangen werden. Der Argotal wird mit Trail-, Enduro- und Downhill-Casing sowie mit Endurance Compound, Soft und SuperSoft Compound angeboten.
Der Hydrotal macht seinem Namen alle Ehre, denn er blüht erst dann auf, wenn’s draußen richtig nass wird. Dabei legt das offene Reifenprofil den Fokus auf Selbstreinigung, und die verstärkten Seitenstollen sollen erhöhte Kurvenstabilität bringen. Der Hydrotal ist speziell für Downhill-Rennen gedacht und deshalb auch nur mit der DH-Karkasse, der SuperSoft-Gummimischung sowie der Breite von 2,4” in beiden gängigen Laufradgrößen erhältlich. Wir können dem Hydrotal durch den sehr hohen Grip und die gute Selbstreinigung ein hohes Maß an Sicherheit bescheinigen, wenn es richtig matschig zugeht.
Das komplette Gegenteil vom Hydrotal ist der Xynotal - der Xynotal wurde für harten und steinigen Untergrund entwickelt. Durch seine angeschrägten Stollen soll er dauerhaften Kontakt mit dem Boden gewährleisten. Außerdem hat er ein hohes Maß an positivem Profil - das soll viel Kontaktfläche auf hartem Untergrund bringen. Daraus soll im Übrigen auch ein geringer Rollwiderstand resultieren - den wir mangels Testexemplar jedoch nicht nachweisen konnten. Der Xynotal ist erhältlich mit Trail-, Enduro- und Downhill-Casing sowie Endurance-, Soft-. oder SuperSoft-Compound. Eine Version mit 2,6” Breite gibt es nur in Verbindung mit 27,5” Durchmesser.
Continental gehen. Diese Reifen sind bei trockenen und harten Böden, sowie auch bei Geröll sehr zu empfehlen. Durch den geringen Rollwiderstand gewinnt man mit dem Xynotal sehr schnell an Geschwindigkeit. Der Reifen bleibt durch seine sehr guten Dämpfungseigenschaften und den flachen/breiten Stollen sehr gut in der Spur und sorgt somit für optimalen Grip auf gerölligen und harten Untergrund. Besonders über wurzlige und felsige Abschnitte ist am Vorderrad die weiche Gummimischung „SuperSoft“, hinsichtlich Grip spürbar.
Diesen Reifensatz nutze ich für lose bis nasse Böden, da die groben Stollen einen sehr guten Halt und eine gute Bremskraft haben. Durch die hohe Bremskraft kann man mit dem Kryptotal Re deutlich später in die Bremsen gehen und trotzdem kontrolliert in die Kurven fahren. Der Argotal ist durch sein grobes Profil spurtreu und hat dadurch immer sehr guten Grip. Durch die Gummimischung „SuperSoft“ hat man mit dem Reifen nicht nur bei trockenen Bedingungen Halt, sondern auch bei nassen Böden hält der Reifen was er verspricht.
Ich persönlich kann den Continental Xynotal Soft und SuperSoft in den Varianten „Soft“ (hinten) und „SuperSoft“ (vorn) sehr empfehlen, da es für mich wichtig ist vorn immer guten Grip zu haben. Nach dem Langzeittest ist mir die geringe Abnutzung des Profils im Gegensatz zu anderen Herstellern sehr positiv aufgefallen.
Ich habe mich bewusst für die Konstellation der Reifen Argotal (vorn) und Kryptotal Re (hinten) entschieden, da der Argotal durch das grobe Profil mit der „SuperSoft“ Gummimischung sehr vielseitig einsetzbar ist. Der Kryptotal Re ist ein absoluter Allrounder, da er durch seine hohe Bremskraft und den geringen Rollwiderstand in vielen Bereichen punktet. Ich finde, dass Continental mit diesen Reifen richtig gute Produkte auf den Markt gebracht und sich nicht hinter anderen namenhaften Herstellern verstecken muss. Somit kann ich diese Reifen sehr empfehlen!
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