Conway Mountainbike Testberichte und Erfahrungen

Mountainbikes sind geil, wenn sie zu den persönlichen Vorlieben passen! Das ist die Quintessenz aus vielen Stunden auf dem Trail, die mehr als 100.000 Kilometer im Sattel von über 1000 unterschiedlichen Mountainbikes verbracht wurden.

Conway eWME 3.9 im Test

Noch nie war es so günstig, an E-MTBs heranzukommen wie momentan. Angesichts voller Lager und zaghafter Nachfrage purzeln die Preise. So ist auch das Conway eWME 3.9 vom aktuellen Preisverfall betroffen. Letztes Jahr wurde das All-Mountain-E-Bike noch mit 4999 Euro im Handel angeboten. Angesichts verhaltener Nachfrage reduzierten die Niedersachsen die UVP für 2024 um satte 1000 Euro. Und wer im Internet etwas recherchiert, kann das Modell noch günstiger ergattern. Wir haben es bei einem Onlinehändler schon für 3200 Euro gesichtet. Auch bei anderen Modellausführungen aus der eWME-Reihe dreht Conway kräftig an der Preisschraube.

Mit 3999 Euro markiert das All Mountain Conway eWME 3.9 den Einstieg ins sportliche Programm des Herstellers.

Die Fakten zum Conway eWME 3.9

  • Motor: Shimano EP8
  • Akku: Darfon 720 Wh
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Federweg: 160/155 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Rahmengrößen: S, M, L, XL
  • Preis: 3999,95 Euro
  • Gewicht: 25,64 Kilo
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 130 Kilo

Der E-Bike-Antrieb des Conway eWME 3.9

Der EP8 ist der Vorgänger des EP801. Die Maximalleistung liegt mit ca. 465 Watt etwa 80 Watt unter dem Shimano-Primus und ganze 100 Watt unter dem Bosch Performance CX. An Drehmoment mangelt es dem EP8 aber nicht. Die 6 Nm weniger als beim neueren EP801, die wir im Labor messen konnten, fallen in der Praxis kaum ins Gewicht. Bei niedriger Kadenz zieht das Aggregat kraftvoll gen Gipfel. Im Trail überzeugt der Shimano mit natürlichem Fahrgefühl und geschmeidiger Kraftentfaltung. In steilen Sektionen, bei hohen Kadenzen, fehlt ihm aber etwas der Punch.

Mit 2,63 Kilo ist der EP8 genau so leicht wie der EP801 und deutlich leichter als der knapp drei Kilo schwere Bosch CX. Zusammen mit der leichten 720er-Darfon-Batterie eine reichhöhenstarke Kombi. Unserem Praxistest schaffte das Conway damit 1612 Höhenmeter in höchster Unterstützungsstufe, zusätzliche 155 Höhenmeter erarbeitete sich das Conway im Notlauf. Das ist etwas weniger als bei Klassenprimus Bosch mit 750er Batterie (1900 bis 2000 hm), aber immer noch ein guter Wert.

Zum schnellen Wiederaufladen kann die Batterie nach vorne aus dem Unterrohr entnommen werden. Das Kunststoffcover des Akkus sitzt allerdings nicht passgenau und klappert. Über Shimanos SW-EM800 Remote Control lassen sich die drei Unterstützungsstufen anwählen und die Schiebehilfe betätigen.

Die Geometrie

An den Geometriedaten sieht man dem Conway eWME 3.9 an, dass das Modell nicht mehr ganz taufrisch ist. Zeitgeistig sind Bikes mit steilem Sitzwinkel, eher langen Reach-Werten und eher flachen Lenkwinkeln. Am Conway fällt der reale Sitzwinkel mit 75,5 Grad flach aus. Durch den Knick im Sitzrohr wandert der Körperschwerpunkt dadurch gerade bei hohem Sattelauszug weit nach hinten. Man sitzt dann recht gestreckt. Dank langer Kettenstreben (457 Millimeter) steigt die Front beim Klettern trotzdem nicht zu früh.

Der Lenkwinkel ist mit 65,5 Grad eher steil, das Tretlager mit 346 hoch. Im mit 460 Millimeter sehr langen Sitzrohr steckt eine Teleskop-Sattelstütze mit 150 mm Hub.

EMTB-Messwerte

  • Sitzrohrlänge: 460 mm
  • Radstand: 1255 mm
  • Reach: 466 mm
  • Stack: 645 mm
  • Lenkwinkel: 65,5 Grad
  • Sitzwinkel: 75,5 Grad
  • Kettenstrebenlänge: 457 mm
  • Tretlagerhöhe: 346 mm

Die Ausstattung des Conway eWME 3.9

Für knapp 4000 Euro gibt es hier keinen Grund zur Klage. Natürlich fällt die Ausstattung eher zweckmäßig als großzügig aus, einen echten Fehlgriff findet man am Conway aber nicht. Die Fahrwerks-Kombi aus günstiger Rockshox Luft-Federgabel und Fox Float DPS-Dämpfer funktioniert ordentlich. Schwalbes Magic Mary liefert in der Supertrail/Soft-Ausführung am Vorderrad gute Traktion, der Hans Dampf am Hinterrad bietet einen guten Kompromiss aus Grip und Rollwiederstand.

Die 11fach Deore-Schaltung mit 34er Kettenblatt ist für den normalen Toureneinsatz gut geeignet, in steilem, technischem Gelände würde man sich manchmal einen kleineren Klettergang wünschen. Shimanos 4-Kolben-Bremse MT420 verzögert auf den 203 Millimeter großen Bremsscheiben gut, die Bremshebel sind aber zu lang geraten. Cleveres Detail: der USB-Slot im Oberrohr. Hier lassen sich Handy oder Navigationsgerät anschließen und mit Strom aus dem Hauptakku versorgen. Hilfreich auf langen Touren: der bequeme Fizik-Sattel und die ergonomischen SQ-Lab-Griffe.

Praxistest: So fährt sich das Conway

Das Fahrwerk des Conway fällt eher komfortabel aus, die Traktion bei moderater Geschwindigkeit ist gut. Bei sehr schnellen Schlagabfolgen wirkt die Gabel überfordert.

Das Oberrohr des Conway fällt mit 630 mm recht lang aus, je höher der Sattelauszug, desto weiter wandert die Sitzposition aufgrund des flachen Sitzwinkels übers Hinterrad. Dadurch sitzt man eher gestreckt und mit dem Schwerpunkt etwas weiter hinten auf dem eWME. Mit langen Kettenstreben, guter Bereifung und einem Fizik-Aidon-Sattel, der gut nach hinten abstützt, klettert das Conway trotzdem passabel durch steile Anstiege. In technischen Uphills kommt das Bike aber etwas früher an seine Grenzen: Wenn an Steilstufen viel Druck über dem Hinterrad lastet, fehlt dem Hinterbau der letzte Gegendruck.

Bergab schlägt sich das Conway für ein All Mountain dieser Preisklasse gut. Das Fahrwerk fällt eher komfortabel aus und stellt den üppigen Federweg bereitwillig zur Verfügung, die Traktion ist bei moderater Geschwindigkeit gut. Bei sehr schnellen Schlagabfolgen wirkt die Gabel etwas überfordert und die Fahrt wird unruhig.

In wendigen Trails fährt sich das Bike etwas behäbig. Will man das Conway aktiv von Kurve zu Kurve pushen, wirkt das Fahrwerk etwas träge. Wer das Bike zum Bunny Hop aufs Hinterrad ziehen oder an Sprüngen aktiv abziehen will, muss das mit beherztem Körpereinsatz tun.

Wohlfühlen werden sich vor allem Tourenbiker auf dem Conway eWME: Dank komfortablem Fahrwerk, nicht zu extremer Sitzposition, angenehmem Sattel und einer reichweitenstarken Motor-Akku-Kombi ist das eWME 3.9 auch im anspruchsvolleren Terrain ein unkomplizierter Begleiter.

Die EMTB-Bewertung des Conway eWME 3.9

Stärken:

  • Reichweitenstarke Antriebs-Kombi
  • Komfortables Fahrwerk
  • Sinnvolle Ausstattung
  • Ausgewogene Fahreigenschaften

Schwächen:

  • Recht schwer
  • Fahrwerk auf schnellen Abfahrten überfordert
  • Klappern in der Abfahrt

Das Conway eWME 3.9 punktet als ausgewogenes Tourenbike mit komfortablem Fahrwerk, ordentlichen Fahreigenschaften, zweckmäßiger Ausstattung und großer Reichweite. Auf wendigen Trails wirkt es etwas behäbig. Doch hätte man bei der bisherigen UVP von 4999 Euro manche Kritik etwas strenger formuliert, kann das Fazit bei 3999 Euro nur heißen: Das Conway ist diesen Preis mehr als wert.

Conway eWME 6.9 im Test

Einfach den Akku von Shimano auf Darfon umgestellt, sonst am Bike wenig verändert. Das brachte dem Conway eWME 6.9 auf einen Schlag mehr Reichweite bei kaum Mehrgewicht. Eine angenehme Pragmatik, die auch das Conway eWME 6.9 als All Mountain E-Bike insgesamt auszeichnet. Der Alu-Rahmen ist schnörkellos, dafür investiert Conway viel Geld in eine gute Ausstattung. Fox-Performance-Federelemente, DT-Swiss-Laufräder und eine vollständige Shimano-XT-Ausstattung, das ist in dieser Preisklasse bei einer Fachhandelsmarke nicht selbstverständlich.

Conway eWME 6.9 im Test: Hoher Fahrkomfort, kleine Schwächen bergauf. Beim Anrollen zum Trail gefällt auf jeden Fall der Fahrkomfort. Kurz, kompakt und gut integriert sitzt man auf dem Conway eWME 6.9. Die Federelemente bügeln den Untergrund souverän glatt, der Lenker mit viel Rückbiegung ist wenig sportlich, aber in jedem Fall komfortabel.

Leider sackt der Dämpfer in steilen Uphills etwas in den Federweg, das drängt den Fahrer in eine zu passive Haltung bergauf und bringt dem Conway in Uphill-Trails nicht die besten Urteile ein. Auch der Nobby Nic am Hinterrad setzt sich bei Nässe schnell zu und könnte insgesamt besser greifen. Steile Rampen mit wenigen Hindernissen oder zünftige Forststraßen meis­tert das All Mountain E-Bike aber souverän. Das macht das eWME zum passenden Partner für Tourenfahrer.

Conway eWME 6.9: Viel Traktion und Fahrsicherheit bergab. Neigt sich der Trail talwärts, klebt das satte Fahrwerk des Conway am Boden und bietet dadurch viel Traktion. Allerdings: Speziell bei Nässe fällt auch hier der Nobby-Nic-Hinterreifen gegenüber Schwalbes griffiger Magic-Mary an der Front spürbar ab und sorgt für etwas eigenwillige Fahreigenschaften. Besonders handlich oder lebendig fährt sich das eWME überdies nicht, schenkt dem Fahrer aber viel Vertrauen auch auf schwierigem Terrain. Wer es lieber etwas handlicher möchte, kann in Conways Modellpalette auch zum Bike mit 27,5-Zoll-Hinterrad greifen, das wir in EMTB 4/2020 bereits testen konnten.

Gut: Das Bike ist bergauf wie bergab angenehm leise. Wir würden uns noch mehr Einstecktiefe für lange Tele-Stützen und einen besseren Hinterreifen wünschen, dann wäre bei der ohnehin hohen Fahrsicherheit noch mehr drin. Auch das Gewicht fällt mit 25,7 Kilogramm insgesamt etwas hoch aus.

Fazit: Ein sportlicher Trail-Flitzer ist Conways eWME nicht. Dafür glänzt das Alu-Bike aber als komfortabler und angenehm leiser Tourer mit ordentlich Reserven bergab. Die Ausstattung ist erstklassig für den Preis, insbesondere für eine Fachhandelsmarke. Der leichte 720er Akku von Darfon sichert dem Bike eine gute Reichweite und ist ein klarer Fortschritt gegenüber dem 630er Shimano-Akku im Vorgängermodell bei kaum spürbarem Mehrgewicht.

EMTB-Urteil: 7,9 Punkte (gut)

Technische Daten des Conway eWME 6.9

Herstellerangaben Messwerte
Preis: 5899 Euro Gewicht: 25,7 Kilogramm (ohne Pedale)
Größen / Rahmenmaterial: S / M / L (getestete Größe) / XL / Aluminium Reichhöhe¹: 1613 (+283)hm
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,5 km/h
Schwerpunkthöhe: 530 mm
Lenkerbreite: 780 mm
Kurbellänge / Q-Faktor: 165 mm / 178 mm
Bodenfreiheit⁴: 486 mm
Ausstattung
Motor: Shimano EP8
Max. Drehmoment³: 85 Nm
Akku³ / -Gewicht²/ Preis Ersatz-Akku: Darfon 720 Wh / 3730 g / 999 Euro
Schaltung: Shimano XT (12fach)
Übersetzung (v. / h.): 34; 10-51
Display: Shimano SC-EM800
Zul. Gesamtgewicht³: 130 kg
Gabel / Dämpfer: Fox 36 Performance / Float X Performance
Federweg vorne/hinten: 160 / 155 mm
Teleskopstütze: Contec, 150 mm
Bremse / Disc Ø (vorne / hinten): Shimano XT / 203 mm / 203 mm
Laufräder: DT Swiss H1900 Spline
Reifen: Schwalbe Magic Mary Supergravity / Nobby Nic Superground, 29 x 2,4"

Das Bike soll jetzt zeigen, was es kann. Der Alurahmen wirkt in seinem Raw Finish, dem kleinen Conway Schriftzug und den ausschließlich schwarzen Anbauteilen sehr zurückhaltend im Vergleich zu seinen teils farbenfrohen Mitstreitern. Dabei hat das Bike bzw. haben die Macher im Vorfeld seiner Veröffentlichung auf der Eurobike 2014 für mächtig Aufsehen gesorgt.

Durch die frühe Veröffentlichung und den Wunsch der Kunden entschied man sich beim Entstehungsprozess, dass man neben der geplanten Carbonvariante eben auch ein günstiges und servicefreundliches Modell in Alu auflegt. Servicefreundlich darum, da der Rahmen eine außenliegende Zugführung hat und auf bewährte Standards wie das BSA Innenlagergehäuse setzt. Ansonsten sind die Rahmen identisch, beide lassen sich im Federweg auf 160 bzw. 170 Millimeter einstellen, sind mit 1-fach- und dank „Dual Plate“ auch mit Mehrfach-Kurbeln kompatibel und besitzen dieselbe Geometrie, die auf gute Allround-Eigenschaften ausgelegt ist.

Conway CAIRON SUV FS 7.7 im Test

Der Vorgänger des CONWAY CAIRON SUV FS 7.7 konnte sich bereits unseren begehrten Kauftipp unter den besten vollgefederten Offroad-Tiefeinsteigern sichern. Für die kommende Saison hat CONWAY das Erfolgsrezept verfeinert und auf das Bosch Smart System aufgerüstet.

Mit dem CAIRON SUV FS 7.7 will CONWAY das Abenteuer E-Biken einer breiten Masse an Fahrertypen zugänglich machen. Während der Internetauftritt des CAIRON SUV den Fahrkomfort und die Fahrsicherheit des vollgefederten Offroad-Tiefeinsteigers in den Mittelpunkt stellt, ist uns im Praxistest eine andere Fahreigenschaft aufgefallen, durch die es sich von den anderen Tiefeinsteigern abhebt.

5.299 € muss man auf den Tisch legen, um zu erfahren, was das CONWAY kann. Damit ist es das günstigste SUV-E-Bike in diesem Vergleichstest. Das Bike ist in den Größen S bis XL verfügbar und rollt auf 27,5” großen Laufrädern. Auch wenn das CAIRON den Zusatz SUV im Namen trägt, wird es von CONWAY intern als ein E-Mountainbike betrachtet, und das kommt nicht von ungefähr.

So sticht das CONWAY erneut durch ein sehr stabiles und sicheres Fahrverhalten - selbst auf schlecht befestigten Pfaden und sogar leichten Trails - hervor. Was den Federweg angeht, hat sich für das CAIRON das Blatt gewendet: So war der Vorgänger noch mit 120 mm Federweg vorne und 100 mm hinten der Tiefeinsteiger mit den höchsten Federwegsreserven in unserem Offroad-Tiefeinsteiger-Vergleichstest im letzten Jahr. Nun hat die Konkurrenz nachgezogen: Alle Tiefeinsteiger besitzen mehr Federweg als das CONWAY CAIRON. Nur das GIANT Stormguard E+ 1 hat unter allen SUV-E-Bikes mit 100 mm vorne nochmals weniger Federweg. Aber es kommt nicht darauf an, was auf dem Papier steht, sondern was das E-Bike daraus macht.

Das CAIRON besitzt wie der Vorgänger eine aufwendige Hinterbau-Kinematik mit dem horizontal durchs Sattelrohr verlaufenden Dämpfer, der von einer zusätzlichen Strebe zwischen Sitz- und Kettenstreben angelenkt wird. Sie ist entliehen vom legendären Specialized Demo-Downhill-Mountainbike und sorgte schon beim Vorgänger für ein hervorragendes Ansprechverhalten. Was dem Fahrverhalten guttut, schadet leider etwas der Optik. Das CONWAY wirkt weniger aufgeräumt oder schlicht, wie z. B. das Advanced Trekking FS, und vermittelt eher einen auf Funktionalität getrimmten Eindruck.

Das Lackkleid erstrahlt in glänzendem Schwarz, an dem stark beanspruchten Bereich rund um den tiefen Durchstieg und auf der Oberseite des Unterrohrs ist der Lack matt. Die etwas wuchtigen Schweißnähte am Hinterbau oder der Motoraufnahme zeugen von dem soliden Rahmen, aber trüben ein wenig das Gesamtbild.

Der Ladeport am Steuerrohr ist verschwunden und dabei leicht diagonal ausgerichtet auf die Motoraufnahme unterhalb des Dämpfers gewandert. Die Ladeportabdeckung besitzt eine etwas fummelige Bedienung und der Port selber ist nur gut von der Antriebsseite mit dem Ladestecker zu erreichen - dafür bietet die eigene Lösung deutlich besseren Schutz vor den Elementen als die Gummiabdeckung aus dem Bosch-Teilekatalog. Der 625-Wh-Akku bildet das untere Ende der Messlatte, was Akkukapazität in diesem Test betrifft. Dennoch reicht das den meisten Fahrern für eine ausgedehnte Tagestour an ihrem SUV E-Bike aus.

Wer seine Reichweite vergrößern will, kann den neuen Bosch PowerMore-Range-Extender mit 250 Wh Kapazität an der Trinkflaschenhalterung am Sattelrohr installieren. Der Ladeport muss dafür jedoch vom Händler durch einen anderen mit spezieller Befestigung für das Ladekabel des Range Extenders getauscht werden. Das CAIRON SUV E-Bike besitzt weitere Anschraubpunkte für eine Flaschenhalterung auf dem Unterrohr. Praktisch, denn so wird der tiefe Durchstieg nicht zu sehr von einer Flasche blockiert.

Was die Kabelintegration vor dem Cockpit angeht, so wirkt das CONWAY SUV E-Bike im Vergleich zum restlichen Testfeld unaufgeräumt. Züge und elektrische Leitungen werden durch Spiralschläuche gebündelt und wandern links und rechts hinter dem Steuerrohr durch Kabelports in den Rahmen. Das sorgt für etwas mehr Löcher im Rahmen, macht aber Hobbymechanikern die Zugverlegung einfacher. Bei der Ausstattung lässt sich CONWAY in Sachen Funktionalität nichts zu Schulden kommen. Abgesehen von Moustache vermixt nur noch CONWAY Federelemente von zwei unterschiedlichen Herstellern für ihr E-Bike.

Das hochwertige Lupine Nano SL-Fernlicht ist ein willkommenes Upgrade zum Licht an der Vorjahresversion. Der Ladeport ist hinter dem Sattelrohr versteckt und wird von einer Custom-Abdeckung vor Schmutz geschützt.

Conway Cairon SUV FS 7.7 Limited Edition - Ausstattung

  • Motor: Bosch Performance Line CX 85 Nm
  • Akku: Bosch PowerTube 625 Wh
  • Display: KIOX 500
  • Federgabel: RockShox 35 Gold RL 120 mm
  • Dämpfer: FOX Float DPS 100 mm
  • Sattelstütze: Limotec A1L 75 - 100 mm
  • Bremsen: Shimano XT IceTech 203/180 mm
  • Schaltung: Shimano XT Linkglide 1x11
  • Vorbau: Level 9 Adjustable
  • Lenker: Level 9 Low Riser 720 mm
  • Laufradsatz: RODI Ready 30 27,5"
  • Reifen: Schwalbe Johnny Watts 2,35"

Conway Cairon SUV FS 7.7 Limited Edition - Technische Daten

  • Größe: S M L XL
  • Gewicht: 28,1 kg
  • Zul. Gesamtgewicht: 140 kg

Nimmt man zum ersten Mal auf dem CONWAY Platz, fällt auf, dass das SUV-E-Bike nicht so kompakt ausfällt, wie man es von einem Tiefeinsteiger erwarten würde. Dank abgesenkter Sattelstütze und einem bequemen niedrigen Durchstieg gelingt das Aufsteigen mühelos, die Sitzposition ist jedoch leicht nach vorne gestreckt und vermittelt einen etwas sportlichen Flair. Über den winkelverstellbaren Vorbau kann man den Lenker etwas zu sich herholen und die Front aufrichten, wodurch eine entspannte Sitzposition mit viel Langstreckenkomfort gewährleistet ist.

An steilen Anstiegen sollte man jedoch darauf achten, dass man nicht zu hecklastig auf dem CAIRON SUV E-Bike Platz nimmt und den Oberkörper nach vorne Richtung Lenker beugt: Tritt man im kraftvollen Turbo-Modus in die Pedale, kann schon mal das Vorderrad leicht zu steigen beginnen. Die Wahl der hochwertigen und sportlichen Shimano XT Brems- und Schaltgruppe passt super zum sportiven Charakter des SUV-E-Bikes.

Während die hohe Bandbreite der 11-fach Schaltung dafür sorgt, dass man steilste Anstiege erklimmen kann, sorgt die LINKGLIDE-Ausführung dafür, dass man selbst unter Last sehr smooth die Gänge wechseln kann. Dreht man auf der Bergkuppe in Richtung Tal um, sorgen die Shimano XT-Vierkolbenbremsen mit 200/180 mm großen ICE-TECH-Bremsscheiben für hohe Standfestigkeit und gute Modulation, selbst wenn man auf steilen Talfahrten die Bremse lange schleifen lässt.

Die profilierten Schwalbe Johnny Watts verzahnen sich zuverlässig mit dem Untergrund und das feinfühlige Fahrwerk sorgt nochmal zusätzlich dafür, dass der Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn so gut wie nie abbricht. Das verleiht große Zuversicht in das SUV E-Bike sowie die eigenen Fähigkeiten, sodass man schnell dazu geneigt ist, einfache Trails abseits der ausgeschriebenen Radwege in Angriff zu nehmen. Solange die Gangart dieser Trails sich noch in Grenzen hält, besteht das CAIRON die Anforderungen mit Bravour und sorgt gleichzeitig für eine gute Portion Fahrspaß. Das CAIRON hat ein leichtfüßigeres Handling als zum Beispiel das SUV E-Bike Advanced Trekking FS oder Moustache J und lässt sich die rund 28 kg Lebendgewicht nicht anmerken.

Der Ständer begleitet die Abfahrt mit einem etwas nervigen Klappern, aber die restliche Alltagsausstattung hält solide, sodass der Fahrspaß nicht durch eine zu hohe Geräuschkulisse getrübt wird und man in Temporegionen vorstößt, die über der 25 km/h-Motorunterstützungsgrenze liegen. Nur in engen Kurven sollte man sich nicht zu weit nach innen lehnen und auf die Pedalstellung achten: Das kurveninnere Pedal sollte nach oben zeigen, sonst riskiert man einen Pedalaufsetzer.

CONWAY räumt mit dem Vorurteil auf, dass Tiefeinsteiger nur für Damen und alte Menschen geeignet sind. Will man nach dem Abstecher den Weg zurück zur eigentlichen Route finden, kann man auf die Navigationsfunktion über das Bosch Kiox 500-Display zurückgreifen. Im Zusammenspiel mit der eBike Flow-App zeigt es einen schematisch vereinfachten Straßenverlauf an und unterstützt Abbiegehinweise mit akustischen Signaltönen (die erste Charge des CAIRON soll je nach Verfügbarkeit noch mit dem kleineren Kiox 300-Display ohne Signalton-Funktion ausgeliefert werden und der Umstieg auf das Kiox 500 findet innerhalb des Modelljahres statt).

Eine weitere überaus praktische Funktion aus dem Bosch Smart System ist eBike Lock, mit der man alle Motorfunktionen des E-Bikes deaktiviert. So wird das SUV E-Bike beim kurzen Abstellen für Gelegenheitsdiebe unattraktiver, da diese nicht im Turbo-Modus davondüsen können. Verliert man beim Zwischenstopp im Biergarten die Zeit aus den Augen und tritt erst bei Einbruch der Dämmerung die Heimreise an, profitiert man zudem von einer weiteren Neuerung am überarbeiteten CAIRON.

Statt einer Lampe auf der Gabelkrone besitzt das neue CAIRON SUV FS 7.7 eine Lupine SL Nano-Lampe mit Fernlicht, gut positioniert vor dem Lenker. Zusammen mit dem CONTEC LED-Rücklicht mit Bremslichtfunktion, das weit oben am schlichten Gepäckträger installiert ist, sorgt dies für gute Sicht und Sichtbarkeit. Im Vergleich zur Konkurrenz hat das Rücklicht jedoch mehr die Anmutung eines Plastik-Reflektors. Der Gepäckträger mit Federklappe und 27 kg Zuladung macht aus dem CAIRON einen fähigen Transporter.

Das neue CONWAY CAIRON SUV FS 7.7 macht sowohl als entspannter Cruiser sowie praktischer Transporter für den Alltag als auch als abenteuerlustiger Entdecker auf einfachen Trails fast alles richtig - und das richtig gut. Damit holt das SUV E-Bike eine breite Zielgruppe ab. Nur im Style-Department kann es nicht mit den schickeren Modellen, wie dem CENTURION Country R3000i oder dem Advanced Trekking Pro FS, mithalten.

Das CONWAY CAIRON SUV FS 7.7 hat an genau den richtigen Stellen einen Feinschliff verpasst bekommen: Es baut auf den Tugenden des Vorgängers auf und macht dabei fast alles besser. Es vereint Fahrsicherheit und Komfort mit Fahrspaß und macht in einem breiten Einsatzgebiet als SUV E-Bike eine gute Figur.

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