Corratec E-MTB im Test: X-Vert Pro 650B und E-Power RS 160 Pro Team

In diesem Artikel werden zwei E-Mountainbikes von Corratec einem ausführlichen Test unterzogen: das Corratec X-Vert Pro 650B und das Corratec E-Power RS 160 Pro Team. Während das X-Vert Pro 650B ein sportliches Hardtail darstellt, zielt das E-Power RS 160 Pro Team auf anspruchsvollere Touren und grobes Gelände ab.

Corratec X-Vert Pro 650B: Das sportliche E-Hardtail im Detail

Das Corratec X-Vert Pro 650B ist mit dem Bosch Performance CX Motor, einem integrierten 500 Wh Bosch Powertube Akku, einer 11-Gang Shimano Kettenschaltung und hydraulischen Magura Scheibenbremsen ausgestattet. Dieses Hardtail unterscheidet sich insofern vom Fullsuspension-Bike, dass es über keinen Dämpfer am Heck verfügt. Dadurch treten völlig neue Fahreigenschaften zu Tage.

Für ausgiebige Trail-Fahrten und Rekordzeiten eignet sich so ein Hardtail weniger als für Fahrten auf gut befahrbaren Wald- und Forststrecken, da die RockShox-Gabel mit 100 mm Federweg nicht viel Spielraum für grobes Gelände gibt. Dies gibt einem die Gelegenheit, mit dem Corratec X-Vert Pro einfach mal nur die Natur zu genießen und sich in dieser kalten Jahreszeit etwas fit zu halten. Gleichzeitig eignet sich das e-Hardtail auch hervorragend als sportliches Alltags-Pedelec, da es über clever durchdachte Montagestellen für einen Gepäckträger am Heck verfügt.

Unser Test-Pedelec in der Version 650B war mit einem Diamantrahmen ausgestattet, wie es für männliche Fahrer am meisten Sinn macht. Daneben ist das e-Mountainbike allerdings auch als Trapezrahmen verfügbar, worüber sich vor allem die weiblichen MTB-Sportlerinnen freuen werden. Das Hardtail besitzt 27,5‘‘ Reifen mit Continental X-King Mänteln in 2,4‘‘ Breite.

Fahreigenschaften und Ausstattung des X-Vert Pro 650B

Bei der 11-fach Schaltung handelt es sich um die bewährte Shimano Deore XT Kettenschaltung. Diese sorgt in Kombination mit einem 16er Kettenblatt auf der Motorseite für eine ausreichend große Bandbreite bei der Übersetzung, um bei allen möglichen Steigungen den passenden Gang parat zu haben. Selbst der Bosch Performance CX Motor verfügt über eine eigene interne 2,5-fach Übersetzung, die es ermöglicht, immer im passenden Drehzahlbereich unterwegs zu sein.

Der Mittelmotor von Bosch verfügt über die drei statischen Unterstützungsstufen ECO (60%), TOUR (120%) und TURBO (300%), sowie über den häufig gelobten eMTB-Modus, der sich je nach Tretkraft dynamisch zwischen 120% und 300% Unterstützung bewegt und sich besonders gut für abwechslungsreiche Strecken eignet.

Die Sitzposition auf dem Corratec X-Vert Pro 650B fällt ausgesprochen sportlich aus, was bedeutet, dass der Oberkörper etwas weiter nach vorne geneigt ist als vermutet. Dadurch leigt ein Großteil des Gewichts auf dem Lenker, der mit 720 mm Breite etwas schmaler ausfällt als der Durchschnitt.

Gerade, wenn man seine Fähigkeiten auf dem e-MTB gerne einmal auf die Probe stellen möchte, kann man mit dem Corratec X-Vert auch mal über gröberes Gelände fahren. Hier empfiehlt es sich jedoch, die gesamte Zeit in der Hocke oder im Stand zu fahren, da einem sonst das ungefederte Heck unangenehme Schmerzen bereiten kann. Gerade die Bereifung, die auf matschigen Untergrund ausgelegt ist, kommt auf dem Trail zu seiner vollen Entfaltung.

Die größten Nachteile, die uns hierbei aufgefallen sind, liegen zum einen an dem vergleichsweise hohen Gewicht von 22 kg, welches sich schon recht deutlich von anderen Bosch-Hardtails abhebt, und zum anderen die 175 mm langen Kurbelarme, die nicht nur auf dem Trail einen großen Störfaktor bilden, sondern auch schon im leichten Gelände negativ auffallen können.

Dieses e-Hardtail ist die ideale Maschine für sportliche ausgelegte Touren über gut befahrbare Strecken, was durch die frontlastige Sitzposition und das robuste Setup begünstigt wird. Das Rahmenkonzept lässt darüber hinaus auch eine Anwendung im Alltag zu, da über Montagestellen am Heck zum Beispiel ein Gepäckträger montiert werden kann und auch ein Seitenständer Platz findet.

Corratec E-Power RS 160 Pro Team: Für anspruchsvolle Trail-Abenteuer

Das Corratec E-Power RS 160 Pro Team ist ein Allrounder, der sich auch bei anspruchsvolleren Touren wohlfühlt. Aus Thommys Sicht ist das e-Mountainbike „ein echter Renner und Offroad King, das eher einer Motocross Maschine ähnelt - vor allem aufgrund der kurzen Kettestrebe und des hohen Gewichts von 28,6 Kilogramm (eigens gewogen).

„Durch die durchdachte Geometrie und den Mullet-Wheel Aufbau (vorne 29“ Bereifung/hinten mit 27,5“ Bereifung), ist der Schwerpunkt genau da, wo man ihn erwartet, nämlich am Tretlager. Die Länge des Bikes steuert dann dazu bei, dass es sich bei Kurvenfahrten so richtig anfühlt als sitze man auf einem Crossmoped und auch Sprünge und Drops werden so richtig zum Spaßfaktor. Des Weiteren schieben einen die 28,6 Kilogramm des Bikes ordentlich nach vorne. Wer frei von Geschwindigkeitsängsten ist, kann auf dem ein oder anderen Trail die 50 km/h Marke knacken.

Die Shimano MT420 Bremse mit den großen Bremsscheiben lassen sich gut dosieren und haben einen wirklich schönen und knackigen Druckpunkt. Durch die Michelin E-Wild Reifen hat man in jeder Lage Grip und kann sich zu 100 Prozent auf die Reifen verlassen.

„Die SRAM Yari Motion Control RC Federgabel mit 160 mm Federweg, die in diesem Modell verbaut ist, reicht völlig aus und ist sehr gut zu beherrschen. Zudem kann man durch die Motion Control Einstellung die Endkompression so einstellen, dass Durchschläge vermieden werden. Der Rockshox Deluxe Select+ Dämpfer in dem Corratec E-RS E-Power RS 160 Pro Team spricht feinfühlig an und arbeitet zuverlässig.

Der starke Bosch Motor mit 85 Nm und der 750 Wh Akku lassen einen von Trail zu Trail sausen. Nur mit Mühe und Not bekommt man den Akku an seine Grenzen, auch wenn man in dem automatischen Modus unterwegs ist.

„Das Corratec E-Power RS 160 Pro Team lässt kaum Wünsche offen und ist für das Leben in grobem Gelände geschaffen. Wer vom Motorradfahren kommt und auf dieses e-Mountainbike steigt, wird sich direkt wohl fühlen.

Corratec E-Power RS 140 EL Pro

Neu im Programm bei Corratec ist das Corratec E Power RS 140 EL Pro, das im Light-E-Segment angreifen will. Ausgestattet mit Carbon/Alu-Rahmen, entnehmbarem 400-Wh-Akku, schickem Bosch-Purion-Display und dem im Vorjahr neu gezeigten Bosch-SX-Motor mit 55 Nm Drehmoment und 600 Watt Spitzenleistung steht das Corratec E Power RS 140 EL Pro äußerst wettbewerbsfähig da.

Das 6599teure Pro-Modell kommt dazu mit Rock-Shox-Lyrik-Gabel und -Deluxe Dämpfer im Select-Plus-Dämpfungstrimm. Mechanische Sram-GX-Schaltung, -Code-Bremsen und Mavic-Laufräder runden das Paket ab. Dank eines integrierten Tracking-Systems kann das Bike über das Apple "Find My"-Netzwerk lokalisiert werden.

Spürbar ist das hohe Gesamtgewicht. Fast 22 Kilo sind für einen Lightrider (zu) viel. Bergauf ist das dank Motor nicht so entscheidend, doch im sonst guten Handling braucht es mehr Nachdruck in Kurven. Es fährt sich eher wie ein (leichtes) Full-Power-E-Bike.

Kritik muss allerdings das weniger feinfühlige Heck einstecken, das zwar den Federweg vorbildlich nutzt, aber etwas "hölzern" bergab und bergauf auf Schläge reagiert. Die Gabel hingegen ist bar jeder Kritik, sie spricht sensibel an und zeigt sich stabil.

Im Uphill profitiert es von langen, traktionsstarken Kettenstreben und natürlich vom Bosch-Motor, der, wenn mit hoher Trittfrequenz unterstützt, mächtig voranschiebt. Das RS 140 bietet jedoch die praktischere, schnell entnehmbare Variante.

Corratec E-Power RS150 P

Das sportliche Corratec E-Power ist eines der wenigen E-MTB-Hardtails, das sich auch auf echten Trails gut schlägt - wenn diese nicht zu ruppig sind. Wie es euch gefällt: Das Corratec E-Power RS150 P. 650B+ lässt sich wahlweise mit den verbauten 27.5“-Plus-Reifen oder 29“-Rundlingen fahren. Für Erstere spricht die bessere Reifenfederung extrabreiter Plus-Pneus, für Letztere das top Überrollverhalten an steilen Geländestufen.

Auch die Bayern setzen für ihr E-All-Mountain auf die Vortriebsqualitäten des Performance-CX-Motors von Bosch und dessen sportiven Charakter. Betrieben wird das E-Aggregat vom im Unterrohr untergebrachten 500-Wh-Powertube-Akku aus gleichem Haus. Zum Laden kann dieser entweder im Rad verbleiben oder demontiert werden.

Sein Gewicht vermag das RS150 an Steilansteigen trotz grundsätzlich drehfreudigem Bosch-CX-Motor nicht zu ka-schieren. So fällt’s schwerer, das Vorder-rad über Wurzeln zu heben respektive mit dem Rad zu springen. Auf ruppigem Untergrund bergauf agiert die Rock-Shox-Federung solide, erweist sich aber bei kürzer aufeinanderfolgenden Schlägen als etwas straff. Ferner agierte der Bosch-Motor weniger kraftvoll als gewohnt und die Tester vermissten den dynamischen E-MTB-Modus.

In engeren, kurvigen Trails keimt am Volant des RS150 Fahrfreude auf, die es leider ob des schweren Bikes nicht zur vollen Blüte bringt. Wird der Downhill schnell und die Schlaglöcher größer, kommt das Bike recht früh an seine Grenzen, reagiert aufgrund des langen Hecks (485-mm-Kettenstr.) etwas träge, wird zugleich per recht steilem 67°-Lenkwinkel früher unruhig. Zudem agiert der Hinter-bau ab dem mittlerem Federwegsbereich straffer, wirkt abgeriegelt.

Corratec Life CX7: Das Allround E-Bike für Stadt und Tour

Diese Kombination bietet das Corratec Life CX7. Das Life CX7 ist ein extrem stabiles e-Bike, das ein zulässiges Systemgewicht von bis zu 180 Kilogramm gestattet. Größere und schwerere Fahrer:innen kommen hier genauso auf ihre Kosten, wie all diejenige, die viel Gepäck mit an Bord nehmen möchten.

„Es handelt sich um eine Mischung aus SUV und Trekking e-Bike. Ich würde es daher tatsächlich als ein Allround e-Bike bezeichnen, mit dem man total gut in der Stadt fahren kann, aber auch mal eine längere Tour unternehmen und über Feld-, Schotter-, und Waldwege gleiten kann. Das Corratec Life CX7 kommt mit einem starken Bosch Performance Line CX Motor mit 85 Nm.

„Mit dem Motor kommt man wirklich sofort von der Stelle. Er unterstützt direkt beim Anfahren sehr gut. Vier verschiedene Unterstützungsstufen stehen einem hier zur Verfügung. Den Turbo-Modus hat Isabel vor allem für stärkere Steigungen genutzt: „Hier bekommt man wirklich direkten Support vom Motor und muss sich quasi nicht anstrengen, um die steilsten Steigungen zu meistern. Man hört natürlich schon, dass ein Motor läuft und unterstützt.

Der große 750 Wh Akku ist leicht aus dem Unterrohr entnehmbar oder am e-Bike direkt ladbar. Das Bosch Kiox 300 Display zeigt verschiedene Fahrdaten sehr übersichtlich an. Außerdem gibt es die Bosch eBike Flow App fürs Handy. Wenn das Smartphone mit dem e-Bike bzw. dem Display gekoppelt ist, wird einem die Navigation auch auf dem Display angezeigt. So bin ich auch mir komplett unbekannte Strecken gefahren, ohne mich zu verfahren.

Das Corratec Life CX7 ist mit einer stufenlosen enviolo Nabenschaltung ausgestattet. Hier gibt es keine Gang-Abstufungen, sondern man hat dank der stufenlosen Schaltung die Möglichkeit, auch im Stand oder unter Belastung zu schalten. Auch die SR Suntour Federgabel sorgt für einen Zusatz an Komfort, schließlich lässt sich damit auch über Kopfsteinpflaster und andere unebene Untergründe hinweggleiten.

Der Lenker des e-Bikes ist leicht geschwungen, wodurch Isabel bei ihren Testfahren stets leicht aufrecht saß: „Das habe ich persönlich als sehr angenehm empfunden.

Aus Isabels Sicht ist das Corratec Life CX7 für alle geeignet, die Lust auf dieses e-Bike und seinen Einsatzbereich haben. Die ergonomischen Griffe sowie der Sattel von Sqlab, der starke Motor mitsamt des reichweitenstarken Akkus, die breiten Reifen und die Schaltung - all das sind Punkte, die auf den Komfort abzielen. Daher würde ich sagen, dass es prinzipiell ein e-Bike für Personen ist, die langsam wieder in Bewegung kommen möchten und dabei vielleicht die Sorge haben, zu unkomfortabel und unbequem zu sitzen. Ich kann euch sagen, mit diesem Bike ist es das definitiv nicht, es macht wirklich Spaß und man kann es vielseitig einsetzen”, hält Isabel zum Schluss als Highlight fest.

Zusammenfassung der Testeindrücke

Die getesteten Corratec E-Mountainbikes bieten ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. Vom sportlichen Hardtail X-Vert Pro 650B über den Allrounder E-Power RS 160 Pro Team bis hin zum komfortablen E-Bike für Stadt und Tour, dem Life CX7, ist für jeden Fahrer etwas dabei. Die individuellen Stärken und Schwächen der einzelnen Modelle sollten bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden.

Übersicht der getesteten Corratec E-Bikes

ModellTypMotorAkkuFederweg vorneBesonderheiten
Corratec X-Vert Pro 650BHardtailBosch Performance CX500 Wh100 mmSportliche Sitzposition, alltagstauglich
Corratec E-Power RS 160 Pro TeamAll-MountainBosch (85 Nm)750 Wh160 mmMullet-Wheel Aufbau, grobes Gelände
Corratec E-Power RS 140 EL ProLight-E-MTBBosch SX (55 Nm)400 Wh150 mmEntnehmbarer Akku, integriertes Tracking-System
Corratec Life CX7Allround E-BikeBosch Performance Line CX (85 Nm)750 WhSR Suntour FedergabelKomfortorientiert, stufenlose Nabenschaltung

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