Die Auswahl des richtigen Trikots und der passenden Hose kann einen entscheidenden Unterschied für den Komfort und die Leistung beim Radfahren machen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Modelle, Materialien und Funktionen, die bei der Auswahl von Rennradbekleidung zu beachten sind.
Craft Rennrad-Kollektion: Spécialiste und Essence
CRAFT hat seine Rennrad-Kollektionen Spécialiste und ESSENCE vorgestellt, die sich an unterschiedliche Fahrertypen und Bedürfnisse richten. Die Spécialiste-Kollektion ist eine Hommage an den Straßenradsport und besteht aus Trikots, Bib-Shorts, Cap und Socken. Dabei huldigt die Kollektion in verschiedenen Designs drei unterschiedlichen Fahrertypen im Peloton: Grimpeur (Bergspezialist), Sprinteur (Sprinter) und Puncheur (Spezialist für welliges Gelände und Eintagesklassiker).
Das Spécialiste Jersey vereint unterschiedliche Funktionen. Die Raw-Cut Ärmelabschlüsse sollen eine gute Passform sowie Aerodynamik garantieren, und die Mesh-Einsätze sollen für eine angenehme Ventilation sorgen. Für den Wettkampf-Einsatz gibt es weiterhin das Spécialiste Aero Jersey. Dank der Schulterkonstruktion und dem Einsatz von sechs unterschiedlichen Materialien soll das Trikot aerodynamische Vorteile bringen und trotzdem komfortabel sein.
Ergänzend zu den Trikots bietet CRAFT die Spécialiste Bib Shorts an. Auch bei der Rennrad-Shorts sorgen Raw-Cut Beinabschlüsse für Aerodynamik. Das bi-elastische Lycra Sport Energy-Material soll mit leichter Kompression Muskelvibrationen reduzieren. Die Träger sind aus leichtem Mesh-Material und sollen so den Tragekomfort erhöhen.
Um eine möglichst anatomische Passform sicherzustellen, erhalten die Seitenflügel des eingearbeiteten Infinity C2-Pads eine gekrümmte Form. Die Frontaussparung der Sitzpolster bietet zudem ausreichend Raum und sichert somit die Blutzirkulation und soll dadurch das Taubheitsrisiko mindern.
Um den Spécialiste-Look abzurunden, bietet CRAFT neben den passenden Bike Caps auch Armlinge sowie Socken im Spécialiste-Grimpeur-, Puncheur- und Sprinteur-Look an.
Zur Sommersaison 2019 präsentierte CRAFT seine neue Roadbike-Kollektion ESSENCE. Durch Solution Dyeing (Spinndüsenfärbung) benötigt die Produktion der neuen Essence Jerseys bis zu 75 % weniger Wasser, 67 % weniger Chemikalien und 39 % weniger Energie. Recycling-Polyamid bei den Essence Bike-Hosen (auch beim C3 Sitzpolster) und ein schlichtes Design sollen die Essence laut Craft zum „grünen Hingucker auf den Straßen der Zukunft“ machen.
Craft Essence Jersey Men im Test
Das Material des Radoberteils von Craft fühlt sich sehr hochwertig an und hat ein angenehmes Tragegefühl. Im Vergleich zu anderen Radtrikots ist das Material etwas dicker und dadurch nicht so luftig. Dies ist jedoch bei kälterem und normalem Wetter sehr angenehmen, jedoch ist es an heißen Sommertagen zu warm. Auffällig bei der Optik ist der Kragen, der meiner Meinung nach etwas zu weit weg steht, was jedoch nur kleines Manko ist.
Wie bei den meistens Radtrikots, besitzt das Craft Essence Jersey drei Taschen am Rücken des Trikots, die völlig ausreichend für Handy, Luftpumpe etc. sind. Zusätzlich gibt es noch einen kleine vierte Tasche, die sich mit einem Reisverschluss schließen lässt. Sowohl bei kurzen als auch bei langen Radtouren ist das Trikot angenehm zu tragen und es bietet keine Stellen zur Wundreibung. Durch das dicke Material trocknet das Trikot langsamer, was bei kurzen Sommerschauern, ein Problem sein kann.
Vorteile:
- Hochwertiges Material
- Angenehmes Tragegefühl
- Tasche mit Reissverschluss
Nachteile:
- Abstehender Kragen
- Lange Trockenzeit
Craft Essence Bib Shorts Men im Test
Die Fahrradhose der Serie Essence von Craft fühlt sich angenehm an und besteht aus einem sehr elastischen Material. Hierdurch passt sich die Hose perfekt dem Körper an und bietet dem Wind kaum Angriffsfläche. Durch die einfache Gestaltung kann die Hose mit vielen anderen Trikots kombiniert werden. In der Praxis wurde die Hose, sowohl auf kurzen, als auch auf langen Strecken getestet. Hierbei entstanden weder Scheuerstellen, noch Abdrücke am Körper, was dem Genuss der Radtour sehr zugute kommt.
Leichte Sommer-Trikots im Test
Für heiße Tage sind ultraleichte Sommer-Trikots für Rennradfahrer ideal. ROADBIKE hat einen Test durchgeführt, um herauszufinden, welches Trikot am besten kühlt. Viele der Trikots aus dem Test aus dem Jahr 2019 sind auch im Jahr 2022 noch erhältlich.
Die besten im Test
- RC Premium von Scott: Bietet ein nahezu perfektes Komplett-Paket aus Tragekomfort, Gewicht und Kühlung.
- Q36.5 L1 Pinstripe Jersey: Überzeugt mit dem besten UV-Schutz mit einem UPF ("Ultraviolet Protection Factor") von 50.
- Castelli Climbers Jersey: Erhielt Bestnoten beim Hitzemanagement.
- POC Essential Logo Jersey: Gefiel den Testern dank luftigem Mesh-Material.
An den heißesten Tagen des Jahres kann das Jersey gar nicht luftig genug sein. Um das herauszufinden, hat ROADBIKE bei 16 Herstellern nach ihren leichtesten Rennradtrikots mit maximaler Belüftung bei minimalem Gewicht für heiße Tage gefragt.
Schon für relativ wenig Geld gibt es extrem luftige Trikots. Die Modelle von Castelli, Endura, Santini SMS, Scott und Sportful kosten rund 90 Euro. Am oberen Ende der Skala liegt das SS.centoJersey_evo8 von Assos, für das 190 Euro fällig werden. Ähnlich groß wie bei den Preisen ist auch die Spanne beim Gewicht: Nur 65 Gramm wiegt das wirklich hauchdünne Nano Jersey SS von Katusha, auch hier bildet das Trikot von Assos mit 165 Gramm den Gegenpol.
Obwohl die Trikots teilweise aus extrem dünnen, oft durchscheinenden Stoffen genäht sind, gibt nicht jeder Hersteller den UV-Schutz an. Wer im Hochsommer stundenlang im Sattel sitzt, dabei Rücken und Schultern intensiver Sonnenstrahlung aussetzt, sollte wissen, ob er sich unter seinem Jersey zusätzlich mit Sonnencreme schützen muss.
Wichtiger UV-Schutz
Im Testfeld bieten die Modelle von Dos Caballos und Q36.5 mit einem UPF ("Ultraviolet Protection Factor") von 40 bzw. 50 den besten UV-Schutz. Dieser Wert gibt den Faktor an, um den sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. An Tagen mit hoher UV-Belastung und langen Touren sollten Sie sich daher im Zweifel auch unter dem Trikot eincremen.
RoadBIKE hat bei Temperaturen von knapp unter 30° C auf einer festgelegten Testrunde mit Anstiegen und schnellen Abfahrten ermittelt, welches Jersey das luftigste bzw. am besten kühlt. Vor allem Trikots, die an der Front- wie auch an der Rückenpartie auf sehr luftiges Mesh-Material setzen, überzeugten.
Bestnoten vergaben die Tester an das Climbers Jersey FZ von Castelli, das Nano Jersey SS von Katusha sowie an das Tono 2.0 Jersey von Santini SMS. Alle Modelle boten exzellente Belüftung und ließen viel Fahrtwind durch. Spürbar dicker und auch wärmer war das SS.centoJersey_evo8 von Assos. Es ist zwar ein insgesamt exzellentes Trikot mit hohem Tragekomfort, bei der Luftigkeit an heißen Tagen konnte es aber nicht mit den deutlich leichteren Leibchen im Test mithalten.
Leicht und bequem?
Extrem leichte und luftige Trikots tragen sich nicht immer angenehm auf der Haut, beispielsweise weil die Fasern rau, nicht ausreichend elastisch sind oder weil aus Gewichtsgründen an Bündchen und Verarbeitung gespart wird. Das RC Premium Jersey von Scott beweist, dass es auch anders geht: Obwohl nur 128 Gramm schwer, setzt es auf extrem elastisches Material und breite, nicht einschneidende Bündchen an Ärmeln und Bauch. So verdiente es sich die Topnote beim Tragekomfort. Beim Bodyfit Pro Light Jersey von Sportful kritisierten die Tester hingegen das etwas zu raue, nicht ausreichend elastische Material, das sich dem Körper nicht so gut anpasst.
Ausreichender Stauraum
Alle Trikots boten ausreichend Platz für Smartphone, Windweste sowie Riegel und Gels auch für längere Ausfahrten. Allerdings zeigte sich eine Schwäche der Trikots mit zu leichtem Material am Rücken: Mitunter hingen die gefüllten Taschen deutlich nach unten, wie etwa beim Nano Jersey SS von Katusha. Beim Climbers Jersey von Castelli führten zu stark gefüllte Taschen dazu, dass der Bund leicht abstand.
Die Bestnote in dieser Disziplin verdiente sich das SS.centoJersey_evo8 von Assos, das neben ausreichend großen und festen Taschen (eine davon verschließbar) über Reflektorstreifen verfügt. Auch das Zennhoh Win Jersey von Dos Caballos erwies sich mit großen, gut verarbeiteten Taschen und Reflektoren als extrem praxistauglich, hinzu kommt der hohe UV-Schutz (UPF40+).
Langarm-Trikots: Wärme und Wetterschutz für kühle Tage
Für Herbst, Winter und Frühling sind warme Trikots mit langen Ärmeln für Rennradfahrer fast unverzichtbar. Sie können in Kombination mit einem Funktionsunterhemd im Frühjahr oder als Zwischenschicht unter einer Thermojacke im Winter getragen werden.
Vielen Modellen gemein ist ein etwas dickerer, meist aufgerauter Stoff. Diese Verarbeitungsmethode, bei der die Innenseite mittels kleiner Häkchen oder Bürsten ausgekämmt wird, hat gleich zwei Vorteile: Zum einen fühlt sich der Stoff sehr weich und warm an.
Wie bei den Sommertrikots geht der Trend auch bei den Langarm-Trikots hin zu einem sehr eng anliegenden, körpernahen Schnitt. Wobei dies von Hersteller zu Hersteller variiert. In Sachen Wetterschutz finden sich in unserem Testfeld sehr unterschiedliche Lösungen. Entweder ist der Windschutz - wie etwa beim Modell Brevet von Rapha - nur an der Vorderseite integriert. Oder ein Trikot ist - wie das Castelli Perfetto - komplett aus Gore-Infinium-Windstopper-Material gefertigt.
In die Kategorie „Nische“ fallen die Testmodelle von Gore und Castelli: Bei beiden können die Ärmel abgenommen werden. Ein wichtiges Testkriterium ist die Atmungsaktivität der Stoffe. Damit ist gemeint, wie stark und wie schnell Luft und Feuchtigkeit die Körperoberfläche verlassen können. Eine hohe Atmungsaktivität sorgt für mehr Komfort.
Bei einem Trikot mit integriertem Windstopper-Material wird die Luft - egal wie hoch entwickelt die verwendete Membran ist - nie so schnell entweichen können wie bei einem Oberteil ohne Membran. Dass ein Trikot ohne Windstopper aber nun grundsätzlich über die höchste Atmungsaktivität verfügt, ist nur die halbe Wahrheit. Ein günstigeres Trikot ohne Hightech-Fasern bleibt in der Regel nicht so trocken wie zum Beispiel das UYN Alpha, dessen Stoffbeschaffenheit von Grund auf darauf ausgelegt ist, Nässe vom Körper wegzuleiten.
Pflegehinweise für Rennradbekleidung
Am einfachsten lassen sich Trikots ohne Imprägnierung oder Windschutz behandeln - wie zum Beispiel die Modelle von BBB, Craft oder Ekoi. Man kann diese Trikots einfach als Sportwäsche waschen. Meist bei 40 Grad. Wer über ein Extra-Waschprogramm für Sportwäsche verfügt, sollte dieses verwenden.
Winddichte und wasserabweisende Stoffe müssen hingegen etwas anders behandelt werden. Es empfiehlt sich in jedem Fall, die Waschanleitung zu beachten. Meist enthalten diese Anleitungen eine Maximaltemperatur von 40 Grad. Maschinenwäsche ist in der Regel möglich. Ein Spezial-Waschmittel wird nicht benötigt, jedoch sollte auf den Einsatz von Waschpulver und insbesondere Weichspüler, Fleckenentferner und Bleichmittel verzichtet werden. Diese können die Funktionalität erheblich stören.
Auch beim Trocknen ist die Waschanleitung zu beachten, denn nicht immer ist der Einsatz des Trockners erlaubt. Mit der Zeit verlieren DWR-Stoffe (durable water repellent) ihre Imprägnierung. Dies tritt nach etwa 30 bis 50 Wäschen auf. Dann saugt sich der Stoff im Regen spürbar mit Wasser voll und beeinträchtigt die Funktion.
Craft Active Extreme Funktionsunterhemd im Test
Das Zwiebelprinzip umfasst 3 Kleidungsschichten (Layer), die übereinander getragen werden können. Jede Lage erfüllt dabei ihre eigene individuelle Funktion. Der erste Layer muss eng und flexibel am Körper anliegen, um den Abtransport der Flüssigkeit (Schweiß) zu gewährleisten. Die erste Schicht soll aber nicht nur die Nässe vom Körper wegtransportieren, sie muss den Schweiß noch nah genug an der Haut halten, damit dieser verdunsten und den Körper kühlen kann. Hier spricht man auch vom Feuchtigkeitsmanagement der Kleidung.
Mit diesem Hintergrundwissen haben wir das Craft Active Extreme mit und ohne Windstopper® L/S Unterhemd ausprobiert. Das Longsleeve schmiegt sich eng am Körper an, engt dabei die Bewegung aber in keinster Weise ein. Der Kragen und die Nähte sind nicht spürbar und es ist lang genug, um es in die Hose zu stecken ohne, dass es während des Bikens aus der Hose nach oben rutscht und zum Beispiel die Nieren frei liegen.
Bei kühleren Temperaturen ist es immer die Frage, wie viel zieht man an? Die Theorie, die sich bewährt hat: Man zieht sich immer so an, dass man in den ersten 10 Minuten auf dem Rad das Gefühl hat, man ist einen Tick zu kalt angezogen. Denn ein Wärmestau unter der Kleidung kann unangenehm werden und raubt einem auch den Spaß. Gefahren wurde das Shirt in einem Temperaturbereich von 0-20 Grad bei mittlerer und großer schweißtreibender Belastung. Obwohl es ein Longsleeve mit Windstopper® ist, hatte man nie das Gefühl, sich seiner Kleidung entledigen zu müssen, weil man kurz vorm Kochen war.
Zu Hause angekommen, war der Oberkörper immer trocken. Das Craft Active Extreme Windstopper® L/S Unterhemd war feucht, aber nie klatschnass. Was aufgefallen ist, wenn man zu Hause angekommen ist und man seine Weste und Jacke ausgezogen hat: Man kühlt innerhalb weniger Minuten in dem Craft Shirt aus. Dieses ungewollte Erlebnis war der Beweis, wie gut der Verdunstungs- und Kühlmechanismus in dem Shirt funktioniert und es hat einem ein Gefühl gegeben, wie das Prinzip funktioniert.
Das Shirt ist bequem, man ist nicht klatschnass geschwitzt und man fühlt sich bisher einfach wohl in der Kleidung. Und kleiner Tipp von mir für alle Jungs: Das gleiche Prinzip gibt es auch von Craft für Shorts und ist bei Temperaturen um 0 Grad ein Highlight.
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